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Kilapa war zwar ein indischer Prinz, aber von Geburt an war er klein und schwächlich. Seine Mutter freute sich, dass er überhaupt die Geburt überlebt hatte. Als kleiner Junge wollte er gerne mit den anderen Jungen spielen. Aber bei allen Wettspielen verlor er. Er konnte einfach nicht so weit werfen, so schnell laufen oder so hoch springen wie sie. Als Jugendlicher wurde er oft von den anderen Jugendlichen verprügelt und gemobbt. Die Mädchen verachteten ihn, weil er so schwächlich war.

Als er erwachsen wurde, schlug er als Prinz die Offizierslaufbahn ein. Sein Vater wünschte, dass er ein großer Kriegsheld wird. Aber alle Schlachten, die er schlug, verlor er. Kilapa begann an sich zu zweifeln. Er wünschte sich zu einem Sieger in seinem Leben zu werden. Deshalb ging er zu einem weisen alten Mann.

Sein Guru unterwies ihn in der Kunst des Siegens. Er erklärte Kilapa: "Bevor du einen Kampf beginnst, betrachte genau deinen Gegner. Welche Stärken und Schwächen hat er? Dann betrachte deine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Auf welchem Weg kannst du den Sieg erringen? Was ist dein jeweiliger Siegerweg? Suche dir alle Informationen, die du bekommen kannst. Denke gründlich nach. Triff eine klare Entscheidung. Und dann setze deinen Entschluss konsequent um. Sei flexibel, wenn sich unerwartete Schwierigkeiten zeigen. Steh immer wieder auf, wenn du eine Schlacht verloren hast. Es kommt auf den Gesamtsieg an. Glaube an dich und suche dir starke Helfer."

Diese Strategie wandte Kilapa in seinem Beruf an. Nach anfänglichen Misserfolgen wurde er sehr geschickt darin zu siegen. Er gewann sogar die Bewunderung seines Vaters. Alle Verwandten waren von seinen strategischen Fähigkeiten überrascht. Er zeigte, dass auch kleine und schwache Menschen siegen können, wenn sie geschickt vorgehen.

Kilapa hatte ein großes Herz. Er war sehr mitfühlend. Gerade weil er so klein und schwach war, hatte er großes Mitgefühl mit allen Kleinen und Schwachen. Der Beruf als Krieger war völlig ungeeignet für ihn. Wenn er eine Schlacht gewonnen hatte, dann freute er sich nicht, sondern er bedauerte die vielen Toten und Verletzten, die jeder Krieg mit sich bringt.

Sein Meister erklärte ihm, dass es im Leben letztlich nicht darauf ankommt andere zu besiegen, sondern sich selbst zu besiegen. Der größte Kampf eines Menschen sei die spirituelle Selbstverwirklichung. Der größte Kampf sei der Kampf gegen das eigene Ego. Und der größte Sieg sei es, wenn man das eigene Ego überwindet und zu einem Leben im Licht durchbricht. Das höchste Ziel eines Menschen sei die Erleuchtung. Das hätten alle weisen Männer und Frauen der Welt erkannt. Buddha hätte sein Königreich aufgeben, um dieses Ziel zu erreichen.

Kilapa gab seinen Soldatenberuf auf, um ein spiritueller Krieger zu werden. Er studierte die Lehren vieler erleuchteter Meister. Er praktizierte die Strategie von Siegern zu lernen. Das ist der beste Weg um auch ein Sieger zu werden.

Die erleuchteten Meister lehrten viele verschiedene Wege zum Ziel der Erleuchtung. Kilapa überlegte, welcher Weg am besten zu ihm passte und wie er am besten auf dem spirituellen Weg erfolgreich sein könne. Er entschied sich für eine Mischung aus Yoga, Meditation, Gedankenarbeit und dem Weg des Bodhisattvas. Der Bodhisattva-Weg war sehr wichtig für ihn, weil er so das viele schlechte Karma wieder gutmachen konnte, das er als Krieger verursacht hatte. Ohne gutes Karma war es ihm kaum möglich die Erleuchtung zu erlangen.

Sein Meister gab ihm als Geheimwaffe die Lehre von den fünf Elementen. Wer die fünf Elemente beherrscht, der kann in jeder Situation siegen. Er wird auch auf dem Weg des inneren Glücks erfolgreich sein. Die fünf Elemente sind Erde, Feuer, Wasser, Luft und Raum (Energie). Hinter den Elementen verbergen sich die fünf Hauptchakren und die fünf wichtigsten Eigenschaften. Die fünf wichtigsten Eigenschaften sind Gleichmut, Selbstdisziplin, Weisheit, Lebensfreude und das Einheitsbewusstsein. Die fünf wichtigsten Chakren sind das Wurzelchakra (Erdung), das Unterbauch-Chakra (Kraft), das Herzchakra (Liebe), das Stirnchakra (Weisheit) und das Scheitelchakra (Einheit).

Ein Meister der fünf Elemente ist man dann, wenn man je nach Situation die richtige Eigenschaft praktiziert und seine innere Energie durch die fünf Chakren anfachen kann. Dann kann man aus Eisen Gold machen. Man kann alle inneren Verhärtungen auflösen und das innere Gold (das innere Glück) fließen lassen. Man wird zu einem Meister der Energie, der sich und seine Mitmenschen durch die Lebensenergie (Chi, Prana) heilen kann.

Kilapa zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück und begann intensiv spirituell zu praktizieren. Jeden Tag meditierte er zehn Stunden, machte drei Stunden Yoga, ging eine Stunde spazieren, las in den heiligen Schriften und sandte allen Wesen Licht. Durch sein Sodatenleben besaß er eine große Selbstdisziplin. Sein Meister hatte ihm Weisheit beigebracht. Üben musste er noch Gleichmut bei Leid, Anhaftungslosigkeit an die äußeren Genüsse, die er als Prinz gewohnt war, und die Einheitssicht. Er meditierte auf die Einheit der Natur und entwickelte Liebe zu allen Pflanzen und Tieren.

Wenn er auf seinem Weg abzuschlaffen drohte, erinnerte er sich daran, dass er beschlossen hatte als Sieger zu leben. Und so war ihm auch der Sieg gewiss. Nach zwölf Jahren harten Ringens brach er zur Erleuchtung durch. Er kehrte in sein Königreich zurück, heiratete und wurde nach dem Tod seines Vaters zum neuen König ernannt. Er herrschte weise und gerecht, weil er ein großes Herz hatte.

Die Menschen liebten ihn und bedauerten es, als er eines Tages starb. Aber gerade da errang er seinen größten Sieg. Er stieg ins Parinirvana auf und ruht jetzt im höchsten Frieden, im höchsten Glück und in der höchsten Wahrheit. Und von dort aus sendet er uns Licht und Liebe, damit wir auch zu Siegern in unserem Leben werden.

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