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Gerade traf ich beim Spazierengehen im Wald einen jungen Mann. Da ich ihn schon öfter gesehen hatte, kamen wir in ein Gespräch. Er erzählte mir, dass er keine Lust mehr zu leben hätte. Er war 25 Jahre alt. Er hatte einige Jahre gearbeitet und war dadurch in einen Burn out geraten. Jetzt könne er nicht mehr aus seinen depressiven Gedanken herauskommen. Das Einzige, was ihm gut täte, wäre das tägliche Gehen im Wald. Ansonsten würde er versuchen mit Alkohol seine Sorgen zu ertränken. Das würde ihm etwas helfen.

Ich überlegte, wie ich ihm helfen kann. Ich war vor 40 Jahren auch einmal durch den Berufsstress in einen Burn out und in eine schwere Depression geraten. Ich hatte einen Weg daraus gefunden. Meine Grundidee war es, dass die Depressionen durch innere Verspannungen entstanden sind. Die Verspannungen kamen durch eine jahrelange Überlastung mit Berufsstress und durch gleichzeitigen Stress in meiner damaligen Beziehung. Durch so etwas brechen viele Menschen irgendwann zusammen.

Wenn der Burn out durch Verspannungen (inneren Stress) entstanden war, musste er auch durch den Abbau der Verspannungen wieder aufgelöst werden können. Da die Verspannungen sich über viele Jahre entwickelt hatten, brauchte ich einen Weg der inneren Reinigung, den ich viele Jahre gehen konnte. Ich brauchte Wissen, Ausdauer und Selbstdisziplin. Und vor allem Hoffnung.

Da die Verspannungen im Körper und im Geist saßen, brauchte ich Übungen für den Körper und den Geist. Körperliche Übungen sind Sport, Yoga, Joggen und Gehen. Insofern hatte der junge Mann mit dem täglichen Spazierengehen schon eine gute Technik gefunden.

Das Zentrale aber ist der Geist. Und die Arbeit am eigenen Geist ist nicht einfach. Das Ego wehrt sich dagegen das eigene Ich umzuformen. Es möchte in seinen gewohnten negativen Strukturen bleiben. Es glaubt nicht daran, dass man seine Gedanken und Gefühle ändern kann. Es hält die Gedanken und Gefühle für berechtigt, weil die Welt so schlecht ist wie sie ist. So war es auch bei dem jungen Mann. Er glaubte nicht daran, dass ihm etwas helfen könne. Er hatte auch schon verschiedene spirituelle Wege und Psychotherapien ausprobiert. Nichts hatte ihm geholfen.

Ich erklärte ihm, dass er einen Weg finden müsse, der bei ihm persönlich funktioniert. Er solle aussprobieren, was für ihn effektiv ist. Nach meiner Erfahrung gibt es für die Arbeit am Geist vor allem zwei effektive Techniken. Das eine ist die Zen-Meditation und das andere das positive Denken. So sah es auch der tibetische Meister Tsongkhapa. Er meinte, dass Meditation und positives Denken die beiden Haupttechniken für den Durchbruch zur Erleuchtung wären. Wer die Erleuchtung erreicht hat, lebt in Gefühlen wie innerem Frieden, Glück und Liebe. Er hat ein Paradiesbewusstsein. Er sieht seine Welt als Paradies. Alles ist richtig so wie es ist. Alles ist gut. Auch man selbst.

Der Weg der Erleuchtung und der Weg zur Überwindung einer Depression sind der gleiche. Nur bleibt man beim ersten Weg auf halber Strecke stehen (wie die heutige Psychotherapie) und im zweiten Fall geht man den Weg ganz bis zuende (bis man im großen inneren Glück ist). Wie weit man gehen will, darf jeder selbst entscheiden. Der junge Mann wollte seine Depression überwinden, also brauchte er gute Techniken.

Der Weg des positiven Denkens besteht im Wesentlichen darin, dass wir mit positiven Gedanken unsere inneren Verspannungen und Energieblockaden auflösen. Mit einem negativen Gefühl (Wut, Angst, Trauer) hängt meistens ein bestimmter negativer Gedanke zusammen. Wenn wir diesen negativen Gedanken herausgearbeitet haben, können wir einen positiven Gedanken finden, der den negativen Gedanken überwindet. Wenn der positive Gedanke sehr stark ist, kann er uns direkt zur Erleuchtung bringen. Normalerweise werden wir langfristig an unseren negativen Gedanken arbeiten müssen, um die negativen Gedankenstrukturen aufzulösen. Gute Techniken sind der Gedankenstopp, das tägliche Besinnen auf das Positive im Leben, das Lesen in einem positiven Buch, positive Filme und das Treffen mit positiven Menschen.

Der Zenweg funktioniert etwas anders. Wie setzen uns in die Meditation, bringen unseren Geist zur Ruhe und lassen alle negativen Gedanken und Gefühle durch uns durchfließen. Wir beobachten sie nur. Wir identifizieren uns nicht damit. So lösen sie sich langsam auf. Ich praktiziere letztlich beide Techniken, positives Denken und Zen, gemeinsam. So überwinde ich am besten meine negativen Gedanken und Gefühle.

Desweiteren habe ich noch eine dritte Technik, den Kundalini-Yoga. Er besteht aus vielen Techniken wie Mantras, Visualisierungen, Atemübungen, Körperhaltungen, Gottheiten-Yoga und Guru-Yoga. Damit erwecke ich mein inneres Glück und kann schnell negative Energien überwinden.

Vielleicht finde ich eines Tages die Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch mit dem jungen Mann. Es gibt viele Menschen in der heutigen Zeit, denen es ähnlich geht. Mögen sie alle den Weg ihrer Heilung finden.

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