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Am Samstag war ich mit meiner Freundin bei Ikea shoppen. Barbara liebt es zu shoppen. Es ist für sie ein Highlight des Lebens. Und ich liebe es zu bezahlen und sie glücklich zu machen. Frauen mögen es die Wohnung immer wieder neu zu gestalten. Diesmal ist die Küche dran. Zugegebenermaßen ist meine Küche ziemlich alt und verrottet. Sie stammt noch von meiner Großmutter. Allerdings liebe ich meine Großmutter und deshalb auch die Küche. Sie erinnert mich an meine Großmutter.
Die Spüle könnte allerdings erneuert werden. Und einige Schränke und Regale auch. Der Kachelfußboden bleibt so wie er ist. Darauf sind noch die heiligen Fußabdrücke meiner Großmutter und meines Großvaters. Jedenfalls in meinen Gedanken. Und dadurch komme ich in ihre Fußstapfen.
Meine Großmutter hatte ein großes Herz. Sie liebte mich bedingungslos. Durch sie trage ich die Liebe zum Leben, zu mir und zu allen Wesen in mir. Ich glaube an mich selbst, weil sie an mich geglaubt hat. Meine Mutter hatte durch die Nazierziehung im Dritten Reich ihr Herz weitgehend verschlossen. Insofern war meine Großmutter sehr wichtig für mich.
Mein Großvater hatte viel Kraft in sich. Er war im 1. Weltkrieg bei der kaiserlichen Garde, ein Elitesoldat. Von der siegreichen Schlacht bei Tannenberg gegen das russische Heer kehrte er als Kriegsheld zurück. Durch die Grauen des Krieges wurde er dann Kommunist und kämpfte für eine bessere Welt. Den Kampf für eine bessere Welt habe ich von ihm übernommen. Mein Großvater gab mir die Vision für das Gute zu kämpfen.
Für seinen Kampf musste mein Großvater viel opfern. Im 1. Weltkrieg wurden seine Füße zerschossen, so dass er sein Leben lang nur humpeln konnte. Zur Zeit der Nazis wurde er arbeitslos, weil er gegen die Nazis war. Er war auch im Untergrundkampf gegen die Nazis aktiv und kam beinahe ins KZ, weil seine Widerstandsgruppe entdeckt wurde. Durch seine Kriegsverletzung kam er aber zu spät zum Treffen, so dass er der Verhaftung entging. So hat alles Leidhafte im Leben auch immer seine positive Seite.
Wie komme ich jetzt auf meine Großeltern? Durch den Küchenfußboden. Der Küchenfußboden mit seinen kleinen schwarzweißen Kacheln stammt noch von meinem Großvater. Er bleibt. Aber die Spüle darf erneuert werden und so sah sich meine Freundin im Möbelhaus Ikea nach einer schönen neuen Kücheneinrichtung um. Wir fanden auch eine. Bestellt wird sie aber erst nächstes Jahr, wenn die Küche umgebaut wird.
Gekauft haben wir einen schönen großen Weihnachtsbaum. Das ist das Weihnachtswunder. Wir standen in der Weihnachtsbaum-Abteilung und betrachteten die vielen schön dekorierten Weihnachtsbäume. Ein Baum mit seinen großen goldenen Kugeln, seinen Glocken und Engeln gefiel uns besonders gut. Wir verliebten uns beide in diesen Weihnachtsbaum. Aber wir fanden, dass er für uns zu groß ist. Wir sind nur zwei kleine Mäuse. Und deshalb haben wir nur das Recht auf einen ganz kleinen Weihnachtsbaum.
Wir kauften also einen ganz kleinen Weihnachtsbaum. Er war so klein, dass es dazu keine passende Dekoration gab. So wählten wir zum kleinen Weihnachtsbaum die Dekoration vom großen Weihnachtsbaum. Wir gingen zur Kasse, bezahlten und luden alle Pakete in das Auto ein. Wir hatten natürlich noch etwas mehr gekauft als den Weihnachtbaum. Schließlich ist meine Freundin eine Shopping-Queen und ich bin ihr Shopping-Packesel und Shopping-Goldesel.
Beim Einladen seufzte meine Freundin aus tiefstem Herzen, dass sie doch lieber den schönen großen Weihnachtsbaum gekauft hätte. Sie wollte ein großes schönes Weihnachten und kein mickriges Fest mit einer mickrigen Tanne und einem mickrigen Yogi. Das ist natürlich ein Scherz, weil ich kein mickriger Yogi bin. Ich bin großartig, obwohl ich das manchmal vergesse.
Kaum hatte sie diesen Wunsch geäußert, hielt ich das Packet mit dem großen Weihnachtsbaum in den Händen. Da war die Freude groß. Das Leben hatte uns ein schönes Weihnachtsgeschenk gemacht. Wir beide jubelten und fielen uns glücklich in die Arme. Das Glück war da und Weihnachten ist gerettet.
Wie konnte das geschehen? Es lag daran, dass Barbara den Weihnachtsbaum nicht ordnungsgemäß wieder ins Regal gestellt hatte. Ich als Packesel packte gehorsam alle Pakete in den Einkaufswagen, auch das große anonyme mit dem Weihnachtsbaum. Von außen sah es aus wie eines der vielen anderen Pakete. Barbara legte dann auch dieses Paket auf das Laufband der Kasse, weil sie dachte, dass ich es dazugelegt hätte. Und ich bezahlte fleißig alles, was sie auf das Laufband legte.
Kaum waren wir zuhause, packten wir sofort glücklich den Weihnachtsbaum aus, dekorierten ihn und stellten ihn in der Guten Stube auf. Dieses Jahr begann Weihnachten bei uns schon Ende Oktober. Allerdings ist unter dem Weihnachtsbaum noch viel Platz für große Geschenke. Was dort wohl der Weihnachtsmann noch hinlegt? Da müssen wir noch bis zum Heiligen Abend warten.

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