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Das spannende Klassentreffen

Vor fünfzig Jahren hatten wir unsere Schulzeit beendet und waren in das Leben entlassen worden. Wir hatten unser Leben gelebt. Und jetzt trafen wir uns zum Eintritt in das Rentnerdasein alle noch einmal.

Alle konnten allerdings nicht kommen. Ein Viertel meiner Klassenkameraden war bereits gestorben. Zu viel Stress im Beruf. Eine zu ungesunde Lebensweise. Zu viel Alkohol, zu viele Zigaretten, zu wenig Sport und zu wenig gesunde Nahrungsmittel. Dann gibt man schnell sehr früh in seinem Leben den Löffel ab. Wer gesund lebt, lebt im Durchschnitt 14 Jahre länger. Das hat eine umfangreiche Studie ergeben.

Die Menschen, die das Berufsleben überlebt hatten, versammelten sich jetzt zum Überlebenden-Treffen. Allerdings war ein weiteres Viertel krank. Sie waren noch nicht gestorben, sondern litten jetzt nach dem Ende des Berufslebens an vielfältigen Krankheiten. Wobei nicht alle Krankheiten durch den Berufsstress und eine ungesunde Lebensweise kamen. Bei manchen Menschen steckt es in den Genen, früh im Alter krank zu werden. Und letztlich ist es normal im Alter irgendwann an verschiedenen Krankheiten zu leiden. Aber der normalste Fall ist es, dass man erst eine gute Zeit als Rentner hat und später kurz vor dem Tod die Krankheiten auftreten.

Die große Frage der Überlebenden war es jetzt, wie man sein Rentneralter am besten verbringt. Was ist der Sinn des Lebens? Was soll man tun, wenn man genug Zeit und Geld hat sich selbst zu verwirklichen? Einige reisten viel und sahen sich die Welt an. Viele meiner Klassenkameraden beschäftigten sich mit ihrer Familie, trafen sich oft mit Freunden und trieben viel Sport. Eine praktizierten sogar Yoga.

Aber wirklich spirituell waren nur wenige Personen. Die meisten glaubten eher nicht an den spirituellen Weg und auch nicht an ein Leben nach dem Tod. Obwohl eine Frau schon eine Nahtoderfahrung gehabt und dabei eine wunderschöne Dimension voller Licht kennengelernt hatte. Das hatte ihr Leben grundlegend geändert. Ebenso wie eine tiefe Erleuchtungserfahrung mich vom spirituellen Weg überzeugt hatte. Ich richtete daraufhin mein Leben am inneren Glück und am Weg der Erleuchtung aus.

Die meisten Klassenkameraden und Kameradinnen, wir waren doppelt so viel Frauen wie Männer, hatten ein weltlichen Leben mit allen weltlichen Höhen und Tiefen gelebt. Überwiegend waren sie zufrieden mit ihrem Leben, insbesondere wenn sie einen Partner und eine Familie hatten. Das hatte sie durch das Leben getragen. Viele waren aber auch Singles. Sie sahen ihren Lebenssinn in ihrem Beruf und in ihren Freunden.

Spannend war das Leben einer Frau, die in der Mitte ihres Lebens zum spirituellen Weg gefunden hatte und Geistheilerin geworden war. Eine Geistheilerin heilt mit ihren spirituellen Kräften, durch Gedanken und Visualisierungen, ihre Mitmenschen. Sie war als Geistheilerin so erfolgreich, dass sie gerade sogar einen Burn-out bekommen hatte. Wie konnte das geschehen? Wie kann ein Mensch krank werden, dessen Lebensaufgabe es ist andere Menschen zu heilen?

Darüber rätselten Barbara und ich. Hatte die Geistheilerin nicht gesund gelebt? Dieser Fall war unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher war es, dass sie beim Heilen nicht gut genug für sich selbst gesorgt hatte. Viele Psychotherapeuten nimmt die Arbeit mit ihren Klienten so mit, dass sie selbst krank werden. Ich war mal auf einem Psychotherapeuten-Treffen in Berlin. Und fast alle Psychotherapeuten waren völlig ausgelaugt von ihrer Arbeit.

Eine weitere Möglichkeit gerade bei Geistheilern besteht darin, dass sie die Krankheiten und schlechten Energien ihrer Klienten übernehmen. Ich habe von einer Reiki-Heilerin gehört, die so viele Krankheiten übernommen hatte, dass sie ihren Beruf aufgeben musste.

Ich persönlich kenne auch das Phänomen der Übertragung schlechter Energien. Ich sehe mich zwar nicht als Heiler und arbeite auch nicht als Heiler. Ich lehre es nur, dass die Menschen sich mit Yoga, Meditation und Gedankenarbeit selbst helfen. Aber dabei komme ich natürlich auch mit den Energien der Menschen in Kontakt. Grundsätzlich ist das kein Problem. Ich heile die Energien der Menschen dann in mir und durch meinen spirituellen Weg. Ich löse die negativen Energien in der Meditation und bei Spazierengehen im Wald auf.

Aber es kommt in seltenen Fällen vor, dass das Leben mir auch stärkere negative Energien überträgt. Da ich mich durch meine erleuchteten Meister als geführt ansehe, glaube ich, dass sie mir in Einzelfällen diese Energien übertragen, wenn es für meine Mitmenschen dringend notwendig ist. Das Gute dabei ist, dass mir nur so viel übertragen wird, wie ich es selbst tragen kann.

Ein Beispiel war vor vielen Jahren eine nahe Bekannte, die eine Rückenmarkstransplantation machen musste. Sie wäre an der Operation gestorben. Aber zufällig kam sie vor der Operation auf die Idee mich in meinem Wald zu besuchen. Wir unterhielten uns etwas und dann ging sie wieder. Und kaum war sie gegangen überfiel mich ein großer Schmerz. Ich rannte eine Stunde durch den Wald und machte spirituelle Übungen, bis ich die negativen Energien aufgelöst hatte. Und meine Bekannte hat die Operation überlebt und es geht ihr gut.

Ein weiteres Beispiel ist meine derzeitige Freundin Barbara. Sie leidet etwas an Herzproblemen durch den vielen Stress in ihrem früheren Leben. Vor einem Jahr bekam sie plötzlich eine schwere Herzattacke, an der sie vermutlich gestorben wäre. Aber der Kosmos hat mir Hälfte der Leidenergie übertragen, obwohl ich mich gerade an einem weit entfernten Ort beim Spazierengehen im Wald befand. Ich spürte plötzlich starke Schmerzen im Brustkorb, löste die Energien auf und hörte einige Zeit später von Barbara, dass sie gerade große Herzprobleme überlebt hatte. Seit der Zeit geht es ihrem Herzen zum Glück deutlich besser.

Meine Yoga-Meister lehren, dass es manchmal notwendig ist die Leidenergien der Mitmenschen zu übernehmen. Im tibetischen Buddhismus gibt es sogar die Praxis des Tonglen, wo man bewusst das Leid seiner Mitmenschen auf sich überträgt und sein Glück an sie verschenkt. Das hört sich verrückt an, aber es ist letztlich ein Weg zur Erleuchtung. Durch diese Praxis gelangen wir in ein Einheitsbewusstsein und es entsteht großes inneres Glück. Das habe ich selbst schon erlebt, obwohl ich eher einen sanften Weg des Helfens bevorzuge.

Meine Freundin Barbara war übrigens das erste Mal mit auf dem Klassentreffen. Sie war neugierig auf meine Klassenkameraden und wollte sehen, wie wir als Paar funktionieren. Barbara hat das Problem, dass sie als Kind gerne im Mittelpunkt stehen wollte, ihre Mutter es ihr aber streng verboten hatte. Sie durfte noch nicht einmal auf ihrem Geburtstag als Prinzessin mit einer Krone auftreten. Diese zu strenge Erziehung hat ihre glücklichen Kindheitsenergien blockiert.

Und jetzt ist es Barbaras Weg sich zu heilen. Dazu lebt sie bewusst ihr inneres Kind und genießt es auch im Mittelpunkt zu stehen. Ich lasse das zu und nehme mich bewusst zurück, obwohl ich eigentlich auch gerne ein Mittelpunkt bin. Aber Barbaras Heilung ist wichtiger und ich habe mein inneres Kind bereits ausreichend gelebt. So durfte Barbara auf dem Klassentreffen viel reden und der Mittelpunkt in unseren Gesprächen sein. Und ich habe nur wenig geredet und hauptsächlich zu gehört. Dadurch wurde es ein harmonisches Klassentreffen und Barbara war glücklich. Und ihr Glück machte auch mich glücklich.


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