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Kapala war sehr traurig. Er saß auf dem Friedhof vor dem Grab seiner Frau und seiner beiden Kinder. Alle drei waren bei einem Unfall gestorben. Jetzt war Kapala ganz alleine. Er hatte keine Freunde und seine Eltern waren auch bereits tot.

Kapala war so traurig, dass er nicht mehr seinen Beruf ausüben konnte. Er konnte nichts tun als einfach nur traurig vor dem Grab seiner Familie zu sitzen. So verging einige Zeit. Dann kam ein freundlicher Buddhist vorbei und fragte ihn nach dem Grund seiner Trauer. Kapala berichtete ihm von seinem schweren Schicksal.

Der Buddhist antwortete: "Bereits der Gründer meiner Religion hat erkannt, dass das Leben vorwiegend aus Leid besteht. Er ist als Prinz aufgewachsen und lebte in einem Palast. Eines Tages überkam ihn der Wunsch die Welt und das Leben kennenzulernen. Also verließ er seinen Palast und besuchte die Menschen in seiner Stadt. Zuerst begegnete ihm ein alter Mann. Der Mann war schon sehr alt und konnte sich kaum noch bewegen. Jede Bewegung tat ihm weh. Sein Geist war müde und sein Körper kraftlos.

Dann wurde es noch schlimmer. Buddha traf auf einen Menschen, der krank und leidend in seinem Bett lag. Für ihn war das Leben nur noch eine Qual. Buddha ging noch weiter und kam zu dem Leichenbrandplatz. Dort wurden Verstorbene verbrannt und die Angehörigen weinten in großer Trauer. Da erkannte Buddha, dass es Alter, Krankheit und Tod im Leben jedes Menschen gibt. Von Leben zu Leben wandert das Bewusstsein eines Menschen durch diese Leidbereiche."

Kapala hörte interessiert zu. Diese Erfahrung hatte er auch gerade gemacht. Wo sollte es da noch Hoffnung geben? Der Buddhist erklärte ihm, dass der Buddhismus eine Religion der Hoffnung und der Leidbefreiung ist. Kapala fragte, wie ein Mensch sich denn aus dem Kreislauf des Leidens befreien könnte. Der Buddhist berichtete ihm, dass Buddha dazu den achtfachen Pfad gelehrt hatte. Jeder Mensch könne sich aus der Welt des Leidens durch den Weg der Meditation und der Achtsamkeit auf die Gedanken befreien. Er könne in die Welt der Erleuchteten aufsteigen, weil jeder Mensch die Buddha-Natur bereits in sich habe. Man müsse den Geist nur von seinen Verschattungen befreien.

Kapala wollte gerne von seinem Leid befreit werden. Er fragte den Buddhisten deshalb nach dem genauen Weg. Der Buddhist meinte, dass dazu ein fester Entschluss, eine spirituelle Lebensweise, beständige Achtsamkeit auf die Gedanken und eine tägliche Meditation notwendig sei. Kapala wollte wissen, wie er am besten meditieren könne. Welche Meditation führt zur Erleuchtung?

Der Buddhist erklärte ihm, dass ihn an der Erleuchtung die Anhaftung an die Genüsse des Lebens und die Ablehnung des Leidens hindern. Dadurch würden Verspannungen in seinem Geist entstehen, die den Fluss der Erleuchtungsenergie behindern. Am besten sollte er auf das Problem meditieren, das für ihn derzeit am größten sei. Dort sei das momentan größte Potential zum Erwachen.

Kapala war vollständig mit der Trauer über den Verlust seiner Familie beschäftigt. Also wählte diesen Verlust zum Objekt seiner Meditation. Er konzentrierte sich vollständig auf das Leid. Er ließt alle Gefühle von Wut, Trauer und Sehnsucht zu, aber er blieb immer konsequent bei seinem Meditationsobjekt.

Im Laufe der Zeit wurde Kapala immer ruhiger. Irgendwann vergaß er, warum er eigentlich meditierte. Er verweilte einfach in der gedankenlosen Ruhe. Und plötzlich entstand Glück in ihm. Sein Geist wurde positiv und er konnte wieder positiv denken. Er konnte den Tod seiner Familie loslassen und erkennen, dass es auch schöne Dinge im Leben gibt. Er konnte sich wieder am Leben freuen und bekam die Kraft positiv zu leben.

Damit gab Kapala sich aber nicht zufrieden. Er wollte grundlegend den Kreislauf des Leidens durchbrechen. Also meditierte er jeden Tag immer weiter. Seine Meditationsmethode blieb der Weg des größten Problems. Dort, wo er gerade anhaftete oder was er ablehnte, darauf meditierte er. Er erkannte, dass der spirituelle Weg darin besteht, den Bewusstseinsstrom umzukehren. Normalerweise konzentriert sich der Geist auf das wo er anhaftet oder was er ablehnt. Ein spiritueller Mensch schwimmt beständig gegen den Strom seiner weltlichen Gedanken. Bis sich dieser Strom eines Tages auflöst und der Mensch ins anhaftungslose Sein erwacht. Das Bewusstsein verankert sich dann in der inneren Erleuchtungsenergie und nimmt alle äußeren Dinge nicht mehr so wichtig. So bleibt man immer im Glück, egal was im Außen passiert.

Ich habe auch schon viel Leid in meinem Leben erfahren. Ich ging durch große Schmerzen hindurch, hatte viele Krankheiten und erlebte den Tod meines Vaters, meiner Mutter und meiner Freundin Martina. Nach dem Tod meines Vater brauchte ich ein halbes Jahr, um wieder Lebensfreude zu spüren. Meine Mutter begleitete ich drei Jahre bei ihrem Sterben im Altersheim. Meine Freundin Martina war an Krebs erkrankt und starb sehr leidvoll in einem Hospiz. Ihr letzter Satz geht mir immer noch nicht aus den Ohren: "Ich leide so." Obwohl man eigentlich leidfrei im Hospiz sterben sollte, war das bei ihr eine Illusion.

Mein schlimmstes Leid erlebte ich in meiner fast einjährigen Depression vor vierzig Jahren. Ich suchte deshalb dringend einen Weg aus dem Leiden. Ein halbes Jahr war ich hoffnungslos, weil ich keinen Ausweg finden konnte. Alle Ärzte konnten mit nicht helfen. Tabletten nützten nichts. Dann fand ich den spirituellen Weg aus Sport, Meditation und positivem Denken. Ich meditierte auf das Leid und brach nach einem halben Jahr zur Erleuchtung durch. Plötzlich war alle Anhaftung aufgelöst. Ich war reines Bewusstsein und identifizierte mich nicht mehr mit mir und meinem Leid. Mein Geist wurde positiv und im Laufe der Jahre verschwanden die Depressionen vollständig. Ich wurde immer geschickter darin mit den Leidmomenten des Lebens umzugehen. Ich erfuhr, dass man sich durch die Kundalini-Meditation in die höchsten Glücksbereiche erheben kann. Und ich begriff, dass es der tiefere Sinn des Lebens ist glücklich zu sein und dass es einen Weg dort hin gibt.

Kapala ging seinen Weg konsequent weiter und erreichte nach neun Jahren durch die Meditation auf Alter, Krankheit und Tod die dauerhafte Erleuchtung. Er begriff, dass Hoffnungslosigkeit und Selbsttötung kein Weg ins Licht sind, weil man dann ewig in der Dunkelheit bleibt. Auch nach dem Tod entkommt man den Depressionen nicht. Nur der Weg der Anhaftungslosigkeit verbunden mit Meditation und konsequentem positiven Denken führt ins Licht.

Wie kommt man am schnellsten aus dem Leid heraus? Indem man 1. auf das Leid meditiert. Man löst alle Gedanken und Gefühle auf und kommt ins gedankenlose Sein. Man macht das so lange, bis man innerlich zur Ruhe gekommen ist. Dann aktiviert man 2. mit einer Kundalini-Meditation sein inneres Glück. Man konzentriert sich auf eine hilfreiche Gottheit (Buddha, Shiva, Göttin), erweckt die Chakren und die inneren Energiekanäle durch geeignete Techniken (Visualisierung, Atem, Mantra, Mudra) und ist im Glück. Du kannst zum Beispiel denken: "Ich bin ein Buddha. In mir ist Frieden und Glück. Ich sehe das Positive in meinem Leben. Meine Welt ist überwiegend schön."

Danach verwandelt man sich 3. durch die Bodhisattva-Meditation in einen Bodhisattva (Karma-Yogi, Helfer, guten Menschen), der für das Glück aller Wesen lebt. Bewege segnend eine Hand, sende allen deinen Freunden Licht und denke: "Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben."

Als 4. macht man dann einfach etwas Schönes. Was bringt heute die Freude in dein Leben? Was bringt dich ins Glück? Und überlässt sich als 5. dem Leben und der Führung seiner inneren Weisheit. Alles wird gut, weil wir auf dem spirituellen Weg immer ins Licht wachsen. Werden alle eines Tages in der Erleuchung ankommen und ein Buddha, ein Shiva oder eine Göttin sein. Wir werden dauerhaft im Glück, in der Liebe und im Frieden leben.

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