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Dama – Selbstbeherrschung, Sinnesbeherrschung

Dama spielt im Yoga eine wichtige Rolle, es ist wichtig, dass du lernst, dich selbst zu beherrschen, es ist wichtig, dass du deine Sinne beherrschen lernst. Das ist zwar etwas, was bei westlichen Aspiranten heute teilweise aus der Mode gekommen ist, dennoch ist Dama wichtig. Dama heißt, du nutzt Buddhi, deine Vernunft, dein Urteilsvermögen, deinen freien Willen, um zu erkennen: „Das ist gut, das ist nicht so gut.“ Und wenn du mal etwas magst und du merkst, es ist nicht gut, dann übst du Dama, Selbstbeherrschung.

Angenommen, du hast plötzlich Lust auf Schokolade, es gibt keinen Grund, deshalb Schokolade zu essen. Du übst Dama, Sinnesbeherrschung, Selbstbeherrschung. Angenommen, du gehst irgendwo durch die Stadt und du siehst plötzlich etwas, was du gerne kaufen willst und du stellst fest, „ich brauche es nicht wirklich“, dann übst du Dama, du kaufst es eben nicht. Angenommen, es gibt jemanden, der dich ärgert und du hast den großen Wunsch, ihm irgendwo die Meinung zu sagen, zu schimpfen oder bei anderen über ihn zu schimpfen. Du kannst etwas Abstand davon gewinnen innerlich und stellst fest: „Nein, will ich nicht.“ Du übst Dama, du übst Sinnesbeherrschung. Natürlich, es gibt Grenzen der Sinnesbeherrschung und manche Menschen, die im Westen leben, und die westlichen Sadhakas wollen manchmal authentisch sein und denken, authentisch sein heißt, einfach fließen lassen, was irgendwie kommt. Und manchmal ist es gut, authentisch zu sein, manchmal sind ja auch die Stimmungen gut und manchmal sind auch die Gedanken im Geist gut, aber manchmal gilt es auch, Dama zu üben, Sinnesbeherrschung.

Shankaracharya, der große Yogameister, spricht von den Sadhana Chatushtayas, die Vierheit des Sadhanas. Und zu dieser Chatushtaya, Vierheit, gehört dann auch Shatsampat, die sechs edlen TugendenShat – sechs, Sampat heißt eigentlich Wohlstand und Besitz, die sechsfachen Besitztümer. Shatsampat – sechs Reichtümer, sechs wertvolle Sachen. Und diese beginnen mit Sama. Sama heißt hier geistige Ruhe. Dann folgt Dama und das heißt Sinnesbeherrschung. Erst danach folgt dann Uparati. Nach Uparati kommt dann Titiksha. Nach Titiksha folgt dann Shraddha und Samadhana.

Jetzt hast du eine ganze Menge Sanskrit-Ausdrücke. Ich will sie nochmal kurz erläutern. Der erste ist Sama, das heißt, Ruhe des Geistes. Wenn es möglich ist, halte Ruhe des Geistes. Menschen sind freundlich zu dir, Menschen sind unfreundlich zu dir. Menschen tun, was du von ihnen erwartet hast, Menschen tun es auch manchmal nicht. Ereignisse sind mal schön, mal weniger schön. Mal scheint die Sonne, mal regnet es. Mal bist du gesund, mal bist du nicht ganz so gesund. Mal bist du erfolgreich, mal weniger erfolgreich. Sama heißt, du hältst Ruhe des Geistes, was auch immer kommt. Krishna sagt: „Yoga samatvam ucyate. Yoga ist die Fähigkeit, in Gelassenheit und Ruhe zu sein.“ Sama heißt dann eben Ruhe, Samatva, der Zustand der Ruhe. Nach Sama kommt aber dann Dama. Dama heißt Sinnesbeherrschung, was heißt, wenn du nicht in der Lage bist, deinen Geist zu beherrschen, dann beherrsche wenigstens deine Sinne und deinen Körper. Wenn Ärger in dir hochkommt und du kriegst es nicht geschafft, dich zur Ruhe zu bringen, ist auch ok. Aber jedenfalls, beherrsche deine Stimme, beherrsche deine Hände und setze nicht gleich das um, was in deinen Geist kommt. Angenommen, du siehst etwas, was du gleich kaufen willst und du weißt, du brauchst es nicht wirklich, ist vielleicht sogar nicht ökologisch, dann mag es sein, der Wunsch bleibt weiter da – bei Sama wärst du in der Lage, den Wunsch abzuschalten und wieder in die Ruhe zu gehen. Wenn die geistige Ruhe nicht ist, dann mache eben Dama, das heißt, Sinnesbeherrschung. Gehe einfach vorbei und kaufe es nicht. Indem du Dama übst, bist du in der Lage, deinen Willen zu stärken. Stärkst du deinen Willen, fällt es leichter, zu meditieren. Stärkst du deinen Willen, dann ist es auch leicht, Dinge zu unterlassen, die nicht so gut sind. Daher, Dama, Sinnesbeherrschung. Manchmal ist es wichtig, einfach zu tun, was zu tun ist, ob du es magst, ob du es nicht magst, spielt keine Rolle. Dama – Sinnesbeherrschung, um in der Lage zu sein, das zu tun, was zu tun ist. Dama – Sinnesbeherrschung als Übung, um die Willenskraft zu stärken. Dama, um deine Kontrolle über den Geist zu stärken. Dama – Selbstbeherrschung, um letztlich das Höchste erfahren zu können. Dama – Selbstbeherrschung, Sinnesbeherrschung.

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Tags: Dama, Selbstbeherrschung, Sinnesbeherrschung, Yoga Vidya Sanskrit-Lexikon, Yoga Vidya Sanskrit-Wörterbuch

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