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Yoga Sutra 2.38

Ist Brahmacharya fest begründet, erlangt man große Lebenskraft.

Brahmacharya, im weiteren Sinne, Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten, ist damit sehr kulturell abhängig. Es gibt Kulturen, wo ein Mann mehrere Frauen haben kann. Es gibt Kulturen, wo eine Frau mehrere Männer haben kann. Es gibt sogar Kulturen, wo mehrere Männer und mehrere Frauen zusammen in einer Ehegemeinschaft leben. Sicher ein komplexes Zusammenleben, aber eben gesellschaftlich akzeptiert und deshalb ist dort Brahmacharya das Einhalten dieser Gepflogenheiten.
In unserer modernen freiheitlichen Gesellschaft ist eigentlich bezüglich Sexualität auch Ahimsa am wichtigsten und ich halte das für eine gute Entwicklung. Es gilt, seine Sexualität so auszuleben, dass sie mit Liebe erfüllt ist und letztlich andere nicht verletzt. Und es heißt aus gutem Grund, Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens, dass Erwachsene mit Kindern natürlich keinen Sex haben dürfen. Die größten Leiden werden erzeugt, wenn ein Erwachsener ein Kind missbraucht. Es gilt dort ein absolutes Verbot, irgendetwas zu tun, was in diese Richtung geht. Da gilt Brahmacharya absolut. Auch Geschlechtsverkehr mit Menschen zu machen, die dies nicht wünschen, also, Vergewaltigung, gilt als absolutes Verbot. Ahimsa prägt das hier.
Jenseits dieser beiden gibt es vieles, was nicht ganz so einfach ist. Und deshalb schweigen sich Patanjali und auch die Kommentatoren aus, was das wirklich heißt. Im Normalfall heißt es, in einer Ehe zu leben und dafür zu sorgen, dass Ehe mit Liebe verbunden ist und wenn man in einer Ehe lebt, treu zu sein. Aber Patanjali verabsolutiert das nicht einfach, er sagt gar nichts darüber.
Dennoch, bist du verheiratet, dann gilt, eheliche Treue ist wichtig. Alles andere würde den anderen verletzen. In unserer Gesellschaft mindestens ist es so, dass die sog. freizügigen Ehen oder eine freie Partnerschaft, wie sie z.B. von den 68ern irgendwann mal propagiert war, zu ständigen Verletzen der Partner führt. Und so ist aus gutem Grund die Ehe, als Ideal auch in unserer Gesellschaft, wieder vorherrschend.
Und sicherlich bei den klassischen Yogameistern war es so, dass sie gesagt haben, wer nicht Mönch oder Nonne ist, sollte langfristig in einer Ehe leben, wo man sich gegenseitig Treue gelobt und wo man sich als Ardhas, als Hälften erlebt, die gemeinsam miteinander auf dem spirituellen Weg voranschreiten.

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3.

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