mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

Das Yoga Forum für Ayurveda, Yoga, Meditation und Spirituelles Leben

Gerade komme ich vom Amma-Retreat im Odenwald, Hof Herrenberg. Fünf Tage voller Abenteuer und Inspiration, wenn man den An- und Abreisetag mit hinzurechnet. Das Wetter war gut. Die Sonne schien die ganze Zeit, obwohl es Anfang November schon ziemlich kalt war.

Am Hinreisetag hatte ich eine interessante Begegnung mit einer Yogalehrerin, die mit ihrem Mann zu einem Tantra-Seminar im Odenwald fahren wollte. Auch das gibt es dort, aber in einem Nachbarort. Nach vielen Jahren war der Sex in der Ehe wohl etwas abgeflaut und sollte jetzt mit Tantra aufgefrischt werden. Die Frau liebte es wild und spürte eine Anziehung zur schwarzen Magie. Ich riet ihr auf dem Weg des Guten zu bleiben und gab ihr Tipps, wie sie sich von negativen Energien befreien konnte. Vermutlich hatte das Leben sie deshalb zu mir geführt.

Die Unterkunft in Bad König war klein und gemütlich. In der Nacht erschien mir Amma im Traum und umarmte mich. Interessanterweise gab es im Traum noch eine zweite Person, die mit mir umarmt wurde. Erst hielt ich alles für einen einfachen Traum, aber später wurde mir klar, dass mir Amma wirklich erschienen war. Alle meine Meister waren mir irgendwann in Träumen erschienen und hatten mir Botschaften gegeben. Nur Amma nicht, obwohl ich mich schon seit sechzehn Jahren geistig mit ihr verbinde.

Damit man einen geführten von einem einfachen Traum unterscheiden kann, zeigen die erleuchteten Meister einem in dem Traum manchmal Dinge, die erst in der Zukunft eintreten. Man kann sie nicht wissen. Sie können deshalb nicht aus dem Unterbewusstsein kommen, sondern nur aus einer höheren Dimension. In dem Traum von Amma war dieser Hinweis in dem Auftauchen der zweiten Person enthalten.

Tatsächlich traf ich am nächsten Tag eine Frau, die sich in mich verliebte. Im Zustand der Verliebtheit flossen wir durch den Tag. Wir redeten viel, gingen gemeinsam im Wald spazieren und stellte uns gemeinsam beim Darshan an. Der Platzanweiser fragte daraufhin, ob wir als Paar umarmt und gesegnet werden wollten. Da wurde mir klar, was die zweite Person im Traum bedeutete. Es war diese Frau.

Die Frau wollte aber lieber alleine von Amma umarmt werden. Ein großer Fehler. Sie hätte sonst ein glückliches Leben mit einem spirituell fortgeschrittenen Yogi verbringen können und wäre sicher in diesem Leben zur Erleuchtung gelangt. Das war jetzt ein Scherz. Vermutlich war alles richtig so wie es war und von Amma so geplant. Ich öffnete dadurch mein Herz und konnte so in die Liebe Ammas eintreten. Und ich wurde gut ins Amma-Retreat eingeführt, da die Frau aus der Amma-Szene kam.

Am nächsten Tag war die Frau schlecht drauf. Sie hatte sich mit ihrer Freundin gestritten. Vermutlich hatte ihr ihre Freundin ihre neue Liebe miesgemacht. Sie sah jedenfalls plötzlich viele negative Seiten an mir und entliebte sich wieder. Daraufhin war ich den ganzen Tag damit beschäftigt, sie wieder loszulassen. Und kam dadurch in der Meditation in einen tiefen Zustand der Losgelassenheit und der Glückseligkeit. Man kann also durch das Glück und durch das Leid des Lebens spirituell wachsen. Das erfuhr ich in den ersten zwei Tagen auf dem Amma-Retreat.

Am ersten Tag konnte ich mich kaum auf Amma konzentrieren, weil ich intensiv mit der Frau beschäftigt war und in Liebesenergien schwelgte. Am zweiten Tag fühlte ich mich sehr allein und Amma wurde zu meinem Mittelpunkt. Dadurch hatte die Umarmung eine ganz andere Qualität. Während die Umarmung am ersten Tag blitzschnell und wie ich Rausch vorbeiging, nahm ich am zweiten Tag Amma und das ganze Drumherum der Umarmung bewusst war.

Das Drumherum bestand aus vielen Frauen, die die Menschen bei der Umarmung anleiteten. Alle nahmen ihre Aufgabe sehr wichtig und waren voller Stress. Die eine schumbste einen zu Amma. Die zweite sorgte dafür, dass man richtig kniete. Die dritte war für die Arme zuständig, Sie kümmerte sich darum, dass der Winkel der Ellbogen bei der Umarmung richtig war. Eine Frau fragte, ob man deutsch spricht und deshalb von Amma auf Deutsch angesprochen werden soll. Eine fünfte Frau nahm einem den Zettel mit der Umarmungsnummer ab, die man vorher von anderen Helfern bekommen hatte. Die sechste griff sich die Rose, die man Amma als Einweihungsgeschenk überreichte hatte. Die siebte zog einen von Amma wieder weg. Und die achte achtete darauf, dass man im Taumel der glückseligen Umarmung nicht von der Bühne stürzte.

Und so ging es immer weiter. Man musste durch eine große Energie von Stress und Hektik hindurch, bevor man sich an Ammas Brust ausruhen durfte. Am ersten Tag nahm ich wegen meiner Verliebtheit (nicht nur wegen Amma) die Hektik kaum wahr. Am zweiten Tag amüsierten mich die übereifrigen Frauen. Warum nahm sich keine Amma zum Vorbild und blieb locker?

Die Hektik wurde am zweiten Tag noch dadurch verstärkt, dass vor mir eine Familie umarmt wurde. Der kleine Sohn wollte nicht umarmt werden und schrie. Die Eltern wollten die Umarmung ihres Kindes und gerieten in Panik. Amma fand das witzig. Aber dadurch nahm sie mich kaum wahr.

Bei der Umarmung am dritten Tag war wieder alles ganz anders. Diesmal geschah ein Wunder. Amma gab mir ein Mantra. Ein Mantra bedeutet laut der Auskunft einer Kennerin der Szene, dass man jetzt mit Amma richtig und dauerhaft auf dem Weg ist. Dazu sollte man das Mantra auch jeden Tag denken und sich so mit Amma verbinden. Man kann ein Mantra beantragen. Muss es aber nicht. Ich wollte gar kein Mantra. Amma hatte mir schon durch den Traum signalisiert, dass sie mich aus einer höheren Dimension sieht und führt.

Amma zog mich an ihre Schulter und flüssterte mir ins Ohr: "Mein lieber Sohn". Das tat sie bei allen Männern. Den Frauen sagt sie mehrmals: "Meine Liebste." oder: "Meine liebe Tochter." Das war das normale Ritual bei der Umarmung. Amma sieht sich als Mutter aller Wesen und drückt dieses durch ihr Mantra bei der Umarmung aus. Gleichzeitig erzeugte sie durch dieses Mantra eine starke spirituelle Energie, die den ganzen Saal ausfüllt. Man saß also während der drei Tage in einer starken spirituellen Energie. Die begann mit der Meditation zu Beginn des Tages und hielt dann die ganze lange Zeit während der Umarmungen an. Verließ Amma den Raum, ging auch die Energie wieder weg.

Als undogmatischem Yogi sind mir Rituale etwas suspekt, weil sie leicht zu einer leeren Form werden können. Amma bewies mir aber, dass sie jeden Menschen trotz ihrer millionenfachen Umarmungen persönlich sieht. Sie spürte in mich hinein, erkannte in meinem Unterbauch eine schwache Stelle, die der Heilung bedurfte, konzentrierte sich darauf und sprach längere Zeit das Mantra "Ma, Ma, Ma, Ma, Ma..." So löste sie die Energieblockade auf und schenkte mir gleichzeitig ein persönliches Mantra.

Grundsätzlich muss man ein von Amma empfangenes Mantra geheim halten. Aber da ich dieses Mantra außer der Reihe und ohne Geheimhaltungsversprechen empfangen habe, gebe ich es euch weiter. Jeder kann sich damit mit Amma verbinden und ihren Segen erhalten.

Das Amma-Retreat im Odenwald war ein großes spirituelles Festival. Fast den ganzen Tag spielten indische Life-Bands. Im Essenszelt konnte man sich mit indischem Essen versorgen. An den Verkaufsständen gab es Bücher, Statuen, indische Kleidung und Fotos von Amma. Ich kaufte als Erinnerung an Amma eine schöne Statue der Glücksgöttin Lakshmi. Der Glücksgott Ganesha durfte auch nicht fehlen. Ich hielt ihn vor Amma in die Höhe und stellte mir dabei vor, dass er jetzt gesegnet ist und Segen verbreitet.

Die Preise waren hoch. Sie dienten der Finanzierung von Ammas Reisen und Wohltätigkeitsprojekten. Das Retreat und die Umarmung waren aber kostenlos. Letztlich ist es ein großer Segen, dass Amma jedes Jahr die Mühe einer Welttour auf sich nimmt, damit alle Menschen der Welt ihren Darshan erhalten können.

Der erste Tag war vollständig den Umarmungen gewidmet. Am zweiten Abend hielt Amma einen Vortrag und gab anschließend ein zweistündiges Konzert. In ihrem Vortrag wies sie auf das viele Leid auf der Welt und die Notwendigkeit zu helfen hin. Etwa eine Milliarde Menschen hungert, während ein kleiner Teil der Weltbevölkerung in einem großen Überfluss lebt. Jährlich sterben über 8 Millionen Menschen an Hunger, hauptsächlich Frauen und Kinder. Die Welt leidet zunehmend an Hunger, Krankheit und Kriegen. Die Spiritualität auf der Welt verfällt aufgrund der herrschenden Kultur des Konsums und des Egoismus.

Amma lehrt den Weg des Bhakti-Yoga (Meister-Yoga) und des Karma-Yoga (Gutes tun). Zwar kann bei ihr jeder seinen eigenen spirituellen Weg gehen und seiner persönlichen Religion treu bleiben, aber trotzdem hält sie es für sehr wichtig, dass man einen erleuchteten Meister hat und ein Leben der Liebe und des Gebens lebt. Sie hat viele Wohltätigkeitsprojekte gründet, bei denen ihre Anhänger mitarbeiten können. Auch das Retreat wurde durch viele freiwillige Helfer organisiert. Man konnte sich für die verschiedensten Aufgaben melden.

Ich überlegte, ob ich einen Seva-Dienst übernehmen wollte. Es bot sich die Mithilfe an der Puja an. Es wurden Stühlerücker gesucht. Leider obsiegte in mir die Faulheit. Ich saß lieber bequem auf meinem Stuhl, genoss die spirituelle Energie im Saal und lauschte der Life-Musik. Das liess Amma aber bei mir nicht durchgehen. Schließlich bin ich für viele Menschen im Internet eine Art spirituelles Vorbild. Plötzlich tippte mich eine dieser Amma-Powerfrauen auf die Schulter und bat mich in der Küche beim Geschirrspülen zu helfen. Dem konnte ich mich nicht entziehen. Ich überwand meine Trägheit und lies mich in die Küche schleifen. Dort hatte ich aber Glück. Das Geschirr war gerade fertig abgewaschen. Daraufhin meinte lachend die Organisatorin zu mir, dass mein guter Wille zählt. Später half ich aber doch noch beim Stühlerücken. Eine kluge Frau motivierte mich mit dem Argument, dass sie starke Männer sucht.

Meinen Seva-Dienst für die Welt sehe ich in den kostenlosen Büchern und den Ausbildungen, die ich ab nächstem Jahr in meinem Haus plane. Dafür wollte ich mich von Amma segnen und mit Energie aufladen lassen. Da ich so ein kleiner und schwacher Yogi bin, brauche ich die Hilfe der großen Meister um erfolgreich zu sein. Ich sehe es so, dass mich meine Meister auf meinem Weg führen und ihre Energie durch mich durchfließen lassen. Wer um seine eigene Kleinheit weiß, bleibt bescheiden. Wer durch die erleuchteten Meister geführt wird, ist letztlich immer erfolgreich in seinem Leben. Das ist meine Erfahrung.

Am dritten Abend wurden wir alle in einer Puja gesegnet. Wir beteten für den Weltfrieden und verbanden uns mit unserem persönlichen spirituellen Vorbild. Amma sprach ein Mantra und zum Abschluss tranken wir gesegnetes Wasser. Danach verkleidete sich Amma als indische Göttin und umarmte so die Menschen. Sie bekam eine silberne Krone aufgesetzt, eine Blumengirlande umgehängt, saß auf einem Thron und über ihren Kopf befand sich ein Baldachin (goldener Sonnenschirm). Die Umarmungen dauerten bis spät in die Nacht.

Ich war schon oft genug umarmt worden und kniete mich diesmal nur in Ammas Nähe auf den Boden. Da erfaßte mich plötzlich eine starke Energie. Ich fühlte mich durch ein Band der Liebe stark mit Amma verbunden. So segnete mich Amma ein viertes Mal, diesmal aus meiner Sicht als Göttin Lakshmi mit spiritueller Fülle und Reichtum. Mein Reichtum ist mein spirituelles Wissen, dass ich gerne an die Welt weitergebe.

Auf der Rückfahrt saß in der Bahn mir gegenüber ein junges Mädchen. Sie spielte die ganze Zeit wie die meisten Jugendlichen mit ihrem Smartphone. Ich spürte ihre schlechte Energie und die Angst vor dem Leben. Mir wurde bewusst, wie dringend die heutige Jugend spirituelles Wissen und eine spirituelle Orientierung braucht. Wirkliches Lebensglück entsteht nur durch die Entwicklung des inneren Glücks. Es ist wichtig jeden Tag zu meditieren und positive Eigenschaften wie inneren Frieden, Weisheit und Liebe zu üben. Amma betont die spirituelle Zielstrebigkeit. Inneres Glück kommt nicht von alleine, sondern bedarf täglicher innerer Arbeit. Der erste Schritt zu einem glücklichen Leben ist es den Weg des Glücks zu kennen. Mögen wir alle die Gnade des spirituellen Wissens erlangen. Und die Selbstdisziplin es in unserem Leben umzusetzen und uns selbst zu verwirklichen.

Was geschah sonst noch auf dem Amma-Retreat? Meine Schwester kam mit zwei Freundinnen aus dem Schwarzwald angereist. Selten habe ich eine so fröhliche Frauenrunde gesehen. Zufällig traf ich meine Facebook Freundin Nirmala Sadhana, die sogleich ein Foto von uns beiden machte. Wir haben einen ähnlichen spirituellen Weg. Ich war beeindruckt von ihrer spirituellen Präsenz.

Am Bücherstand rief mich eine Frau mit den Worten an: "Hallo Schriftsteller Nils Horn." Sie war auch Yogalehrerin. Ich scherzte mit ihr über meinen Weg als Yoga-Schriftsteller. Da lebt man abgeschieden als Yogi im Wald und plötzlich kennt einen durch das Internet die ganze Welt.

Auf einem Retreat lernt man viele interessante Menschen kennen. Einmal saß ich allein an einem Tisch im Cafe und dachte, dass ich mich jetzt gerne mit jemandem unterhalten würde. Und sofort sprach mich eine junge Frau an. Sie war Tanztherapeutin. Ich begeisterte sie mit meinen vielen lustigen Geschichten aus der Natur. Wie ein Reh sich in mich verliebte, ein Wildschwein mit mir kämpfen wollte und meine Exfrau in einem Moorloch verschwand. Ich hätte sie dort lassen sollen. Ein böser nachträglicher Scherz. Natürlich habe ich sie gerettet und aus dem Sumpf wieder herausgezogen. Wer in der Natur von den Wegen abweicht, muss vorsichtig sein oder einen starken Retter bei sich haben.

Am meisten beeindruckte mich eine Frau mittleren Alters. Sie war Künstlerin, lebte in Berlin und hatte in Amma ihre große Liebe entdeckt. Sie war seit acht Jahren mit Amma auf dem spirituellen Weg. Amma hatte sie von einer Krankheit geheilt und ihr letztes Jahr einige Erleuchtungserfahrungen geschenkt. Sie hatte vier Jahre in Ammas Aschram in Indien gelebt und viele Stunden am Tag meditiert. Sie war eine Seelenverwandte von mir, obwohl sie im Schwerpunkt den Weg des Bhakti-Yoga (Guru-Yoga) und ich den Weg des Jnana-Yoga (Yoga der Weisheit, Nachdenken über das Leben, Selbstverwirklichung) gehe. Ich spürte die große Liebe in ihr und verweilte noch einige Zeit nach der Begegnung im Zustand des Glücks. Wer konsequent den spirituellen Weg geht, wird vom Leben sehr belohnt.
https://www.youtube.com/watch?v=Y1alxvuCDrc

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 351 X ANGESCHAUT

Kommentar von D.Jahnke am 4. November 2016 um 6:54pm

>>Wer konsequent den spirituellen Weg geht, wird vom Leben sehr belohnt .Das Unterschreibe ich !

Kommentar

Sie müssen Mitglied von mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community sein, um Kommentare hinzuzufügen!

Mitglied werden mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

© 2020   Impressum | Datenschutz | AGB's | Yoga Vidya |   Powered by

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen