Über die Zufriedenheit

Zufriedenheit ist eine Vorstufe der Erleuchtung. Der Yogaweise Patanjali lehrt deshalb die Zufriedenheit als eine wichtige Regel im Yoga. Wie gelangen wir zur Zufriedenheit?

Als erstes sollten wir unser Leben so planen und organisieren, dass wir mit unserem Leben zufrieden sind. Wir sollten uns überlegen, was wir vom Leben wollen und wie wir ein erfülltes Leben leben. Wir sollten unsere Träume und Wünsche kennen. Wir sollten klare Ziele definieren und mit Selbstdisziplin unseren Weg gehen. Wir sollten so leben, dass wir unsere Lebensziele erreichen.

Für einen Yogi gibt es zwei Lebensziele. Das erste Ziel ist die eigene Erleuchtung und das zweite Ziel ist die Erleuchtung unserer Mitwesen. Wir sollten so leben, dass wir jeden Tag ein kleines Stück auf unsere Erleuchtung zugehen. Wir sollten jeden Tag etwas Yoga praktizieren, meditieren, in einem spirituellen Buch lesen und unseren Mitwesen etwas Gutes tun.

Wir sollten uns jeden Tag durch ein kleines Ritual mit unserem spirituellen Vorbild verbinden. Das spirituelle Vorbild verkörpert für uns den Zielzustand der Erleuchtung. Unser spirituelles Vorbild kann ein realer erleuchteter Mensch oder ein höheres Wesen wie Buddha, Jesus, Shiva oder die Yogagöttin Lakshmi sein. Wir sollten uns ein Vorbild aussuchen, das uns inspiriert und uns auf unseren Weg stärkt. Wenn wir in der Energie unseres Vorbildes leben, werden wir sicher eines Tages das Ziel der Erleuchtung erreichen. Der Dalai Lama sagt: "Wer auf Buddha meditiert, der wird ein Buddha." Krishna lehrt: "Wer sich mit mir verbindet, den führe ich ins Licht."

Wir sollten unser äußeres Leben so gestalten, dass es uns auf dem Weg der Erleuchtung unterstützt. Natürlich ist es wichtig, dass wir uns in unserem Leben wohl fühlen. Wir sollten auch unserem Körper und unserem Geist das geben, was sie brauchen. Aber alles äußere Glück ist vergänglich. Wir werden nur dann dauerhaft zufrieden mit unserem Leben sein, wenn wir unser inneres Glück pflegen. Je mehr wir innerlich glücklich sind, desto mehr werden wir mit uns und unserem Leben zufrieden sein. 

Wie pflegen wir unser inneres Glück? Wir sollten unseren Körper durch gesunde Ernährung und Sport (Yoga, Gehen) gesund erhalten. In einem gesunden Körper wohnt ein glücklicher Geist. Wir sollten durch eine tägliche Meditation unseren inneren Stress abbauen und zum inneren Frieden kommen. Der innere Frieden ist die Basis für das innere Glück. Der Begriff "Zufriedenheit" verweist darauf, dass wir so leben sollten, dass wir Frieden in uns finden. 

Inneres Glück und Zufriedenheit entstehen im Wesentlichen aus unseren Gedanken. Wir sollten jeden Tag das positive Denken üben. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was gut in unserem Leben ist. Wir sollten das Gute fördern und pflegen. Wir sollten negative Gedanken und Gefühle überwinden. Wir sollten Gefühlen wie Angst, Wut, Trauer und Sucht einen starken positiven Gedanken entgegensetzen. Wir sollten Eigenschaften wie Frieden, Liebe, Glück und Weisheit entwickeln. Wir sollte die Gedanken denken, durch die diese Eigenschaften entstehen.

Dafür gibt es drei Techniken. Das Nachdenken, den Stopp negativer Gedanken und die Pflege positiver Gedanken. Die Grundtechnik ist das klare Nachdenken. Wir sollten immer wieder über uns und unser Leben nachdenken. Durch die regelmäßige Selbstreflektion können wir ein bewusstes Leben führen. Wir werden kein Opfer unserer unbewussten Triebe oder gesellschaftlicher Zwänge. Wir besinnen uns immer wieder auf das Wesentliche im Leben. 

In jedem von uns steckt das Erleuchtungspotential. Jeder besitzt eine Buddhanatur. Wir müssen sie nur erwecken und pflegen. Das geschieht durch die täglichen spirituellen Übungen. Wir erinnern uns immer wieder daran, dass wir in Wirklichkeit ein Buddha sind. Wir leben wie ein Buddha, denken wie ein Buddha und werden so zu einem Buddha. Auch im größten Leid und im weltlichen Chaos sollten wir nie vergessen, dass wir ein Buddha (eine Göttin) sind. Wir können uns immer wieder durch unsere Gedanken ins Licht erheben. 

Langfristig ist nur ein Leben im Licht ein zufriedenes Leben. Dann sind wir am Ziel. Und wir wissen, dass wir am Ziel sind. Durch unser inneres Glück fallen alle äußeren Wünsche von uns ab. Wir haben für uns selbst alles erreicht. Unser einziger Wunsch ist es, dass auch unsere Mitwesen glücklich sein mögen. Dieser Wunsch gibt uns die Kraft unser Leben auf der Welt fortzusetzen und in der Welt positiv zu handeln. 

Kurz zusammengefasst erhalten wir ein zufriedenes Leben, wenn wir uns und unsere Bedürfnisse klar erkennen, unser Leben gut organisieren, beständig an unseren Gedanken arbeiten und unseren Geist auf das Licht hin ausrichten. 

Ich bin jetzt bald siebzig Jahre alt. Ich kann von meinem eigenen Leben sagen, dass ich alles verwirklicht habe, was ich in diesem Leben verwirklichen wollte. Ich habe alles gelebt, was ich leben wollte. Ich war beruflich erfolgreich, hatte viele spannende Beziehungen, bin in meinen jungen Jahren viel gereist und habe mich für eine bessere Welt engagiert. Vor allem habe ich nach dem tieferen Sinn des Lebens gesucht und ihn gefunden. Meine Erleuchtungserfahrungen haben mir klar gezeigt, dass es richtig ist ein spirituelles Leben zu leben.

Wie schnell man zur Erleuchtung gelangt, hängt von den persönlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten ab. Wichtig ist es nur, dass man das Ziel erkennt und im Rahmen seiner Möglichkeiten seinen Weg geht. Die Erleuchtung wird sich dann zu ihrer Zeit verwirklichen, egal ob in diesem oder in einem nächsten Leben. 

Ich bin zufrieden mit meinem Leben, weil ich immer konsequent meinen spirituellen Weg gegangen bin. Dreißig Jahre habe ich nach meinem Weg gesucht. Philosophen wie Epikur, Laotse, Buddha und Jesus haben mir den Weg gezeigt. Ohne ihre Bücher hätte ich den Weg nicht gefunden. Erleuchtete Meister wie Mutter Meera, Amritanandamayi Ma, Anandamayi Ma, Sai Baba, Swami Sivananda und der Dalai Lama haben mich auf meinem Weg unterstützt. 

Jetzt entwickelt sich alles von alleine. Ich muss nur in der Ruhe und auf meinem Weg bleiben. Ich gehe einen mittleren spirituelle Weg. Ich lebe in einer glücklichen Beziehung und praktiziere gleichzeitig viele Stunden am Tag meinen spirituellen Weg. Ich schreibe meine Bücher und bemühe mich für meine Mitwesen nützlich zu sein. 

Ich hoffe bei meinem Tod so weit spirituell entwickelt zu sein, dass ich danach ins Paradies aufsteige und im nächsten Leben als spiritueller Lehrer wieder auf die Erde komme. Wie sich das Leben genau gestaltet, überlasse ich dem Leben selbst. 

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Kommentare

  • Erleuchtung ist innerer Frieden, Glück, Liebe und Einheitsbewusstsein. Man hat das Licht in sich, lebt im Licht und strahlt Licht aus. Aus meiner Sicht gibt es viele Stufen der Erleuchtung. Es beginnt mit Zusänden der inneren Harmonie, des Friedens und des Glücks. Irgendwann dehnt sich die Energie auf. Der Frieden wird größer, das Glück wird größer und die Liebe wird größer. Der Zustand wird stabiler. Das Ego verschwindet. Es tauchen besondere spirituelle Fähigkeiten auf. Man wird ein Buddha (Shiva) mit den Fähigkeiten Allgegenwart, Allwissenheit und kann Erleuchtungsenergie übertragen.

  • Wie würdest du für dich persönlich Erleuchtung definieren, lieber Nils?

    Und, wie fühlen sich erleuchtete Momente an?

    Om Shanti

    Bettina 

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