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Avidya ist das Gegenteil von Vidya. Vidya heißt Wissen, Weisheit. Wir nennen uns ja bei Yoga Vidya „Yoga Vidya“, Wissen, Weisheit, Wissenschaft. Und Avidya ist dem entgegengesetzt. Avidya gilt als der ursprüngliche Grund für alle Probleme. Im Yoga Sutra finden wir die so genannten fünf Kleshas, leidverursachende Verhaftungen, beginnend mit Avidya, Unwissenheit. Der Mensch vergisst, wer er wirklich ist, das ist Avidya. Dann anschließend folgt Asmita. Asmita heißt Identifikation. Dann folgt Raga und Dvesha, Mögen und Nicht-Mögen, schließlich Abhinivesha, Angst, Furcht. Alles beginnt mit Avidya. 

Patanjali definiert Avidya als Unwissenheit und er sagt: „Unwissenheit hält das Unwirkliche für das Wirkliche und das Wirkliche für das Unwirkliche, hält das Selbst für das Nicht-Selbst und das Nicht-Selbst für das Selbst, hält das Ewige für das Vergängliche und das Vergängliche für das Ewige, hält das Nicht-Freudevolle für freudvoll und das Freudevolle für nicht freudvoll.“ Das ist Avidya. Vier Formen von Avidya also. Zunächst mal das Ewige und das Vergängliche. Alles in dieser Welt ist relativ und daher vergänglich. Zu erwarten, dass etwas beständig ist, das ist Avidya. Außer das Selbst selbst, das Selbst ist beständig, aber viele Menschen vergessen das, sie vergessen die Essenz des Seins und daher suchen sie die Ewigkeit im Vergänglichen, das ist Avidya. Avidya hält das Nicht-Selbst für das Selbst und das Selbst für das Nicht-Selbst. Das Nicht-Selbst ist der Körper, das Nicht-Selbst ist die Psyche, das Nicht-Selbst sind die Emotionen, die Gedanken, die Gefühle usw. All das bist du nicht.

Wenn du sagt, „Ich bin so und so“, egal, ob du jetzt sagst, „ich bin glücklich, ich bin traurig, ich bin gekränkt, ich bin fröhlich, ich bin über alle Maßen freudig usw.“ Das sind alles psychische Zustände, das bist du nicht wirklich. Du hast eine Stimmung, die so und so ist, aber du bist das nicht. Manche Menschen sagen: „Ich habe ein höheres Selbst. Ich will mein höheres Selbst wahrnehmen.“ Dann macht man sein eigentliches Selbst zum Objekt: „Ich bin halt begrenzt, aber ich will mein höheres Selbst wahrnehmen.“ Das heißt, aus Atman Anatman machen. In Wahrheit, du bist reines Selbst und du nimmst alles andere wahr, du wirkst durch alles andere. So also Avidya – die Unwissenheit. Es gilt, die Unwissenheit zu überwinden, Vidya zu finden. Und Vidya sowohl mit praktischem Wissen, anschließend Abhyasa zu üben, zu praktizieren. Vidya - mit richtiger Erkenntnis. Schließlich gibt es Para Vidya, das höchste Wissen, das Wissen über deine wahre Natur, das Wissen, welches verbunden ist mit Atmasakshatkara, mit der höchsten Selbstverwirklichung, Gottverwirklichung. Daher, Avidya – Unwissenheit, gilt es, zu überwinden mit Vidya, insbesondere mit Para Vidya, dem höchsten Wissen.

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Tags: Avidya, Unwissenheit, Yoga Vidya Sanskrit-Lexikon, Yoga Vidya Sanskrit-Wörterbuch

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