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Hamburg liegt ziemlich nahe an der Ostsee. Eineinhalb Autostunden entfernt. Trotzdem war ich das letzte Mal vor dreißig Jahren an der Ostsee. Auf Rügen mit meiner damaligen Freundin, der Ökofrau. Sie hatte die ganze Zeit schlechte Laune und beschimpfte mich die ganze Reise lang. Wir gingen am Strand entlang, ich genoß die schöne Natur und Sigrid schimpfte. Vielleicht hat mir das die Ostsee etwas verleidet.
Trotzdem habe ich es wieder getan. Ich bin wagemutig. Meine neue Freundin Barbara hatte gute Laune. Und wenn sie gute Laune hat, redet sie zwar auch ununterbrochen. Aber sie schimpft wenigstens nicht. Sie redet einfach glücklich vor sich hin. Mann kann zuhören oder nicht. Es ist egal. Ich bevorzugte es zu meditieren. Sie fuhr das Auto, redete und ich meditierte. Manchmal sagte ich auch ein Wort, damit sie dachte, dass ich zuhöre.
Bei mir ist seit einiger Zeit das innere Glück eingekehrt. In der Meditation kann ich gut mein inneres Glück genießen. Ich verbinde inneres Glück mit äußerem Leben. Das ist die Lehre des großen Yogis Padmasambhava, des Begründers des tibetischen Buddhismus. Ob seine Gefährtin Yeshe Tsogyal auch so viel geredet hat? Vielleicht saß er auch in seiner Höhle im Himalaya und seine Freundin hat geredet. Dabei entdeckte er, dass man gut meditieren kann, wenn die Frau redet.
Ohne eine Frau fühlt sich ein Yogi in seiner Höhle allein. Aber wenn eine Frau da ist, nervt sie oft. Als schlauer Yogi findet man einen Weg, das Leid zu minimieren und sein Glück zu optimieren. Im Buddhismus bevorzugt man den mittleren Weg. Der mittlere Weg ist es sich im inneren Glück zu zentrieren und gleichzeitig auch das äußere Leben etwas zu genießen. Die Dinge mit Humor zu nehmen. Locker zu bleiben.
Der Yogagott Shiva fand einen ähnlichen Weg. Er nannte es immer im Wechsel Meditation und Beziehung zu leben. Also Zusammenleben mit seiner Frau Parvati und immer wieder Flucht in die Meditation. Letztlich vermischt sich beides. Und das ist auch für mich der Lebensweg, den ich bevorzuge. So wächst man spirituell und verpasst gleichzeitig nichts im Leben.
Es war Ferienzeit. Aber da der Himmel etwas bewölkt war, waren die Straßen frei. Das Navi führte uns ohne Staus an die Ostsee. Die Zeit verging sehr schnell. Barbara war mit Reden beschäftigt und ich genoß mein inneres Glück. Ich blickte aus dem Autofenster. Die Landschaft flog an uns vorbei. Alte Bauernhäuser, Wiesen, Kühe, einige wenige Menschen in einer weiten flachen Landschaft.
Die Landschaft wurde immer flacher. Und bald konnten wir Seeluft schnuppern. Wir suchten den Weg zum Hundestrand. Menschen mit Hund dürfen nur an den Hundestrand gehen. Der restliche Strand an der Ostsee, also einige hundert Kilometer, sind tabu. Wir parkten in einem kleinen Strandweg mit vielen Ferienhäusern. Ein Schild wies nach links zum Hundstrand.
Der Hundestrand war nur etwa hundert Meter lang. Aber unserem Hund war das egal. Er fand dort seine Freunde, mit denen er herumtollen konnte. Er war begeistert von dem Wasser, dem Sand und den anderen Hunden. Wir warfen einen blauen Plastikknochen ins Meer und unser Hund schwamm hin und holte ihn zurück. Allerdings nur einige Male. Dann hatte er keine Lust mehr zu dem Spiel.
Wir wanderten die Strandpromenade entlang und kehrten dann in einem Fischrestaurant ein. Ich hatte mir vor langer Zeit gewünscht einmal wieder Scholle zu essen. Meine Mutter konnte wunderbar knusprige Schollen braten. Die Scholle im Restaurant schmeckte nicht wie bei meiner Mutter. Sie war nicht knusprig und kaum gewürzt. So konnte ich meinen Wunsch weiterhin Schollen zu essen loslassen. Trotzdem wunderte ich mich. Ein Fischrestaurant an der Ostsee und der Koch kann keine Fische braten. Da ich dank meines inneren Glücks von äußeren Dingen relativ unabhängig war, war es mir aber relativ egal, ob die Scholle gut oder schlecht schmeckte.
Der Hund ist übrigens spirituell noch weiter entwickelt als ich. Er kann Gedanken lesen. Barbara hatte den Gedanken, ihrem Hund etwas von dem Fisch abzugeben. Und sofort freute sich der Hund und hob den Kopf. Wenigstens einem schmeckte der Fisch. Und das genügte. So kam jeder auf seine Kosten. Barbara hatte eine schöne Reise, der Hund bekam etwas Fisch und ich konnte mein inneres Glück genießen.
Auf der Rückfahrt durfte ich das Auto fahren. Auch hierbei blieb ich in meiner Meditation. Ich steuerte ruhig durch die fließenden Landschaften, über die Autobahn und zurück in den Yogiwald. Nur mit den Verkehrszeichen hatte ich einige Schwierigkeiten. Es waren so viele Zeichen und ich war dreißig Jahre nicht mehr Auto gefahren. Zum Glück war meine Freundin eine wache Beifahrerin und kommentierte jeden Schritt. Es kam eine Ampel und sie sprach: "Grün, gelb, rot!" Ich fragte: "Was denn nun?" Da aber Gott alle meine Schritte lenkt, hielt ich automatisch an. Alles ging gut aus.

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Kommentar von Jnanadev am 9. Juli 2019 um 6:27pm
Ist das witzig? Kein Wunder, das Meditation mit Weltflucht verwechselt wird! Sorry, angesichts der entsprechenden Debatte fehlt mir der Humor.
löll
Kommentar von Diamir am 9. Juli 2019 um 10:38pm

Dir fehlt der Humor?
Mir fehlt die Debatte.
Wo ist die Debatte?

Kommentar von Diamir am 10. Juli 2019 um 10:33am

Unser Member Nils Horn schriebt hier Kurzgeschichten, die durchaus lesenswert sind.
Bitte mach so weiter lieber Nils.

Kommentar von Diamir am 10. Juli 2019 um 12:06pm

Ich war mal vor langer langer Zeit an der Ostsee.
Es war ein kühler und windiger Tag.
Am Strand lagen sehr viele größere und kleinere Stücke von Feuerstein.
Auch von den Vorfahren bearbeitete Stücke von Feuerstein habe ich dort gefunden.
Es war mir zu kühl um zu baden bis ich zwei ca. 10 bis 12 jährige Mädchen gesehen habe, die sich im Salzwasser tummelten mit sichtlicher Freude.
Da gab es kein Halten mehr für mich. Runter die Klamotten und rein in die Ostsee.
Zwei Mädchen haben mich animiert bei kühlem Wetter ein Bad in der Ostsee zu nehmen. Das Erlebnis wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen zumal ich nicht länger an der Ostssee bleiben wollte.

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