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Ashtavakra – an acht Stellen gekrümmt, Name eines wichtigen Heiligen und Weisen, eines selbstverwirklichten Weisen

Ashta heißt acht. Avakra heißt gekrümmt. Ashtavakra heißt, an acht Stellen gekrümmt. Ashtavakra ist ein anderer Name für jemanden, der – heute würde man sagen – ein Krüppel ist oder schwerbehindert ist, so wie der Glöckner von Notre Dame auch, an mehreren Stellen gekrümmt. Ashtavakra war aber ein selbstverwirklichter Weiser, ein Heiliger, was heißen soll, der Körper mag seine Probleme haben, die Psyche kann sich davon lösen, und egal, wie dein Körper beschaffen ist, du kannst dein höchstes Selbst verwirklichen. Und so gilt es auch, wenn du andere Menschen anschaust, beurteile sie nicht nur nach ihrem Äußeren. Auch Yoga ist möglich für Menschen, die vielleicht Hatha Yoga nicht so praktizieren können, wie es in manchen Büchern beschrieben ist, sondern es gilt, so zu praktizieren, wie du kannst. Ashtavakra, an acht Stellen gekrümmt.

Ashtavakra war auch der Guru von Janaka. Janaka, König von Videha, Vater von Sita und damit Schwiegervater von Rama. Janaka gilt auch als selbstverwirklichter Heiliger. Er ging bei Ashtavakra in die Lehre und nachdem er einige Zeit bei Ashtavakra in die Lehre gegangen war, entließ Ashtavakra ihn und sagte: „Ok, jetzt kannst du das, was du gelernt hast, bei dir umsetzen, im Alltag umsetzen.“ Dann sagte noch Janaka zu Ashtavakra: „Weißt du Ashtavakra, es ist üblich, dass der Schüler dem Lehrer zum Abschluss der Lehrzeit ein Geschenk überreicht. Ich würde dir gerne etwas geben, aber ich weiß nicht, was. Du kannst dir aussuchen, was willst du haben?“ Ashtavakra lächelte, schaute Janaka prüfend in die Augen, und sagte dann: „Ich kann mir wünschen, was ich will?“ Da sagte Janaka: „Ja, Ashtavakra, du kannst dir wünschen, was du willst.“ Da lächelte Ashtavakra und sagte: „Ok, dann überschreibe mir dein Königreich.“ Janaka war nämlich König. Janaka musste jetzt schlucken. Ashtavakra schaute ihn prüfend an: „Na, stehst du zu deinem Wort?“ Janaka schluckte und sagte: „Mein Wort gilt.“ Gut, Ashtavakra bat dann Janaka, die Abtretungsurkunde zu unterzeichnen, seinen Siegelring darauf zu setzen, er ließ noch ein paare andere seiner Schüler unterschreiben und sagte zu Janaka: „Danke dir, danke, dass du mir dein Königreich abgetreten hast.“ Und er sagte dann zu Janaka: „Ok, jetzt kannst du gehen.“

Janaka ging von dannen, er wusste jetzt nicht, wo er hingehen sollte, das einzige, was er gelernt hatte, war König zu sein, aber er vertraute, dass mit dem Segen seines Gurus alles in Ordnung sein würde. Während er fast schon außer Hörweite war, hörte er plötzlich die laute Stimme seines Gurus, Ashtavakra. Ashtavakra sagte: „Janaka, komm wieder zurück.“ Janaka kehrte zurück und Ashtavakra sagte: „Weißt du, Janaka, ich weiß ja gar nicht, wie man ein Königreich regiert. Gehe du zurück nach Videha in das Königreich und regiere es, aber regiere es so, dass keiner weiß, dass ich der König bin. Tue so, dass du der König bist, regiere es aber für mich. Ab und zu mal werde ich vorbeischauen, zusammen mit deiner Abdankungsurkunde, und dann kann es sein, dass ich dann das Königreich übernehme. Bis dahin, es bleibt unser Geheimnis. Es ist mein Königreich, aber du regierst es und du tust so, als ob es dein Königreich wäre.

So geschah es, Janaka ging zurück zu seinem Königreich, zur Hauptstadt Videha, er regierte das Königreich so gut, wie er es konnte, denn es war ja das Königreich seines Gurus, deshalb war es wichtig, das Königreich besonders gut zu regieren. Ab und zu mal kam Ashtavakra vorbei, mit ein wenig Schalk in den Augen, und Janaka wusste: „Meine Königszeit kann jederzeit vorbei sein.“ So entwickelte Janaka Verhaftungslosigkeit, so entwickelte Janaka die Fähigkeit, loszulassen. Und so wurde Janaka zu einem Jnani, einem selbstverwirklichten Heiligen. Er lebte im Luxus, er lebte als König, er lebte mit allen Sorgen eines Königs und mit der Macht eines Königs, aber er wusste: „Ich bin kein König, das Königreich ist nur geliehen.“ Deshalb hatte er keine Verhaftung, deshalb erkannte er: „Aham Brahmasmi. Ich bin dieses Brahman.“

Dieses Prinzip kannst auch du umsetzen. Du musst nicht deinen Besitz einem Guru überschreiben, denn eigentlich gehört dir ja nichts. Eigentlich gehört alles Gott. Weil alles Gott gehört, deshalb tue, was du tust, so gut, wie du kannst für Gott und wisse, Gott kann jederzeit kommen, Gott kann jederzeit sein Eigentum wieder von dir nehmen. Daher, lerne die Lektion von Ashtavakra, die Lektion dieses großen Heiligen, der an acht Körperteilen gekrümmt war und dennoch die Selbstverwirklichung erreicht hat. Lerne es, verhaftungslos zu sein, wie es Ashtavakra dem Janaka gelehrt hat. Ashtavakra – an acht Stellen gekrümmt, großer Heiliger.

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