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Antar heißt innen, Yamin heißt Lenker. Yamin – das Ya ist lang – also Antaryamin, innerer Lenker. Der innerste Lenker ist letztlich Atman. Natürlich kann man sagen, in Wahrheit, der Atman macht nichts, der Atman ist nur da. Er ist Sat, reines Sein. Atman ist Chid, Wissen, Bewusstheit. Atman ist Ananda, ist Freude. Dennoch, und das ist das große Mysterium, letztlich ist Atman vom Inneren auch der Lenker. Das ist so eine philosophische Schwierigkeit in den Yoga Philosophien, sowohl im Sankhya wie auch im Vedanta.

Wie kommt es, dass dieses innerste Selbst, Atman, in diese Welt hineingeht? Wenn diese Welt in Wahrheit Mithya ist, das heißt, Illusion, eine Manifestation von Brahman ist, letztlich Jada, leblos ist, ohne Brahman nichts tun kann, wie kommt es jetzt, dass Atman auf diese Welt einwirkt. Das willst du vermutlich gerne wissen, um ehrlich zu sein, ich würde es auch gerne wissen. Das ist eine der philosophischen Fragen, die nicht wirklich zufriedenstellend gelöst werden können, noch nicht mal durch die subtile Yoga-Philosophie. Swami Sivananda hat mal gemeint, die transzendenten Fragen sind nicht in dieser Welt zu beantworten, du musst Samadhi erreichen, Nirvikalpa Samadhi erreichen, dann weißt du es, aber kannst es nicht in Worte ausdrücken.

In diesem Sinne wird auch gesagt, Gott ist Antaryamin, Gott ist derjenige, der dich tief von innen heraus lenkt. Und dieser Ausdruck wird öfters verwendet in diesem Sinne. Dann ist nicht dein Selbst, dein höchstes Selbst, das dich lenkt, sondern tief im Inneren drückt sich Gott aus. So wie Hanuman mal gesagt hat, als Rama ihn gefragt hat: „Wer bist du?“ Da hat Hanuman geantwortet: „Auf der physischen Ebene bin ich dein Diener. Auf einer tieferen Ebene bin ich ein Teil von dir. Auf der tiefsten Ebene bin ich du.“

In diesem Sinne, solange wir in der äußeren Welt sind, dort handeln wir, um Gott zu dienen. Wir wollen Gutes bewirken, wir wollen Gott dienen nach bestem Wissen und Gewissen. Wenn wir etwas tiefer gehen, dann wissen wir, in Wahrheit sind nicht wir, die handeln, und sind auch nicht wir, die lenken, sondern Gott lenkt durch uns. Selbst durch die weniger guten Triebe und Eingebungen, alles macht letztlich Gott. Krishna sagt irgendwo in der Bhagavad Gita, dass Gott die Wesen steuert und lenkt von innen heraus, selbst durch ihre Impulse, ähnlich wie Puppen. Du kannst dich als Puppe Gottes fühlen. Wenn du das nicht magst, dann kannst du es auch anders ausdrücken. Du kannst sagen: „Nicht mein Wille, dein Wille geschehe. Oh Gott, bitte hilf mir, dass ich das will, was du von mir willst. Bitte manifestiere dich in mir als das Wollen in Übereinstimmung mit Dharma. Bitte hilf mir, dass ich deinen Willen erkenne.“

Antaryamin - innerer Lenker. Zum einen Ausdruck für Atman, das Selbst, zum anderen Ausdruck, Gott wirkt durch dich im Inneren. Und das ist auch ein Vorsatz, den du dir fassen kannst. Du kannst darum bitten: „Möge mein Wollen in Übereinstimmung sein mit Gott. Möge ich das Wollen, was das Richtige ist.“ Antaryamin ist aber auch ein Ausdruck von Demut. Du bist dir nicht sicher, aber du bittest darum: „Oh Gott, bitte wirke durch mich, bitte sei du mein innerer Lenker, sei du Antaryamin, der innere Lenker.“

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Tags: Antaryamin, Lenker, Yoga Vidya Sanskrit-Lexikon, Yoga Vidya Sanskrit-Wörterbuch

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