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Hari om,
bei mir wurde eine Halswirbelsäulenabnützung festgestellt, der Rückenmarkskanal ist leicht eingeengt, jetzt habe ich Angst das es durch manche Yogastellungen schlimmer werden  könnte. Welche Asanas sind für mich geeignet? Und welche sollte ich auf keinen Fall durchführen? Kenn sich jemand damit aus, es wäre schön wenn mir jemand helfen könnte.
Vielen lieben Dank
Angelika

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Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

Hari Om
Liebe Angelika,

Ich glaube eine große Hilfe ist immer auch das positive Denken, da der Geist über dem Körper steht.
Deine Angst bedingt eine gewisse Schonhaltung, die sollte aber vermieden werden.
Das Kennenlernen der Ursache hilft bewußter und stärker zu werden.

Meister Sukadev sagt immer:
Das selbst erspüren was dir bei deinen Yogastellungen gut tut, ist entscheident. Mit einer Angst in eine Asana zu gehen, wäre nicht gut.
Frage dich, was ist heute gut, was hat sich verändert, das bringt dir Erfolg. Besonders wenn parallel Unterstützende Übungen gemacht werden. ZB. Muskelaufbautraining. Muskelaufbau hilft der Verbesserung der Körperkraft und dem Kampf gegen Osteoporose, oder Vorbeugend. Nur durch intensive mechanische Belastung wird der Knochenaufbau angeregt.

Lockerungsübungen sind wichtig für die Halswirbelsäule. Und besonders die Isometrischen Nacken- u. Schulterbereich Übungen. Dehnung der Seitlichen Halsmuskulatur. Und die Haltemuskulatur sollte gestärkt werden (Ohne die stützende Funktion der Haltemuskulatur degeneriert die Wirbelsäule in ihren verschiedenen Abschnitte). Bauchmuskelstärkendeübungen fürs innere Gleichgewicht.

Die Rumpfbeuge, ist auch als bioenergetischer Bogen bekannt, und bewirkt als Grundlage eine Lockerung bis Lösung von Verspannungen in allen Körperpartien sowie die Anregung des Kopf-Nerven-Zentrums. Hierbei dient diese "verkehrte Welt - Stellung" zur Steigerung und Verbesserung der Gehirndurchblutung.

Die Perlenketten-Übung ist eine symmetrische Bewußtseinsübung für die Wirbelsäule. Sie dehnt die Leisten und entspannt die tief liegende Rückenmuskulatur bis hoch zur Nackenmuskulatur. Während des Übens verlängerst und vertiefst man die Atmung. Dadurch ist die Perlenketten-Übung ein optimaler Übung in der Yogapraxis. Ein Muskel kann nur nach einer optimalen Vordehnung optimale Dienste leisten.

Yoga ist einmalig. Warum ist Yoga so gefragt? Der Wunsch nach Beseitigung von Schmerzen ist wohl der eigentliche Auslöser, wie z.B. Kopf- oder Rückenschmerzen, er kann sich aber auch geistig ausdrücken in Form von Angstzuständen, Depressionen o.ä., oder er äußert sich als "Weltschmerz"
Yoga hilft dem entgegen. ZB. die Wirbelsäule erfährt Belastungen durch langes Sitzen, Übergewicht usw. die zu Abnützung führen können. Der Kreislauf steht vor der Schwierigkeit, gegen die Schwerkraft arbeiten zu müssen. Die Organe hängen in ihren Bändern und werden nach unten hin zusammen gedrückt. Da setzt Yoga an: ZB. durch die Umkehrstellungen (Kopf- bzw. Schulterstand) können diese Nachteile positiv ausgeglichen werden. Andere Yogaübungen fassen natürlich andere Ziele ins Auge.
Obwohl die Yoga-Stellungen, Asanas, nur einen Aspekt des Yoga darstellen, arbeiten sie in effektiver zielgerichteter Weise an der Wiederherstellung der inneren Statik.
Die Wirbelsäule, Übergang vom Kreuzbein zur Lendenwirbelsäule, unterliegt im aufrechten Stand maximalem Druck und stellt den Schlüsselpunkt der Wirbelsäule dar. Die hier liegende Bandscheibe ist besonders verletzlich. Die Umkehrstellungen lösen nun fast vollständig den Druck und führen die Lendenwirbel in deren korrekte Lage zurück.
Für das gesamte Kreislaufsystem ist eine Umkehrstellung von unschätzbarenwertkräftigen, wenden wir uns seinem Ursprung zu, dem Herz. Durch die Umkehrstellungen öffnen sich die Venenklappen in den Beinvenen. Der Herzmuskel wird durch das ihm frei zufließende venöse Blut wie ein Ballon gedehnt und kontrahiert. Das Herz wird effektiv auf Ausdauer und Kraft trainiert wunderbares und bestmögliche Herzmuskeltraining.
Auch Organfehlstellungen können Blockaden auslösen, die sich über den Reflexbogen "Wirbel und zugehöriges Organ" manifestieren. Diese Blockaden wiederum verhindern einen korrekten aufrechten Gang, die Wirbelsäule verfällt in eine Schonhaltung, ein Teufelskreis.
Die Umkehrstellungen wirken nun den alters- oder krankheitsbedingten Organsenkungen entgegen und regulieren alle drei Rhythmen der Organbewegungen: die Eigenbewegung des Organs, die Bewegung verursacht durch die Atmung und den cranio-sacralen Rhythmus (Bewegung der Flüssigkeit, die das Gehirn und Rückenmark umgibt).
Uddiyana Bandha (Massage der Bauchorgane durch Kontraktion der Bauchmuskeln) hat eine vergleichbare positive Wirkung auf die Rhythmen der Organe.
Der Körper erhält die Chance, sich physiologisch neu und gesund zu strukturieren.
Ich schreibe dies, da viele Yogaübende aus Angst ihrer Halswirbelsäule schaden zu zufügen, keine oder nur noch bedingt Umkehrstellungen üben. Da sollte man lernen auf seine innere Stimme, innere Intelligenz, die in jeder Zelle Ausdruck findet, zu hören.

Die Arbeit mit den Chakras kann auch gut sein. Chakras sind Bewußtseinsfelder, oder Energiezentren, die durch Yogaübungen stimuliert und die Energie freigesetzt werden. Das Prana (Lebensenergie), welches für unsere körperliches und geist und seelisches Befinden verantwortlich ist, kann nur ungehindert fließen und sich entfalten, wenn die Chakren nicht blockiert sind.

Augen und Entspannungsübungen sind von großem Vorteil.

Sehr zu empfehlen ist die Cranio Sacrale Arbeit.
Kraniosakraltherapie stützt sich auf die These, dass im menschlichen Organismus ein in sich geschlossenes System, das Kraniosakralsystem, existiert. Dieses besteht zum einen aus den knöchernen Strukturen des Schädels, der Wirbelsäule und des Kreuzbeins und zum anderen aus den Hirn- und Rückenmarkhäuten, die von der Hirnflüssigkeit umspült werden. Die Hirnflüssigkeit befindet sich in einem regelmäßig pulsierenden Rhythmus (Liquorrhythmus). Ist dieser Rhythmus, etwa durch eine Fehlhaltung, gestört, kommt es zu verschiedenen Erkrankungen wie Kopf- oder Rückenschmerzen, und Abnützungserscheinungen. Durch feine Manipulationen (z.B. sanfter Druck) an den Schädelknochen soll der gestörte Liquor-Rhythmus und damit das gesamte Kraniosakralsystem wieder harmonisiert werden.

Ich bersönlich halte auch viel von Gleichgewichts - Balance Übungen. ZB. die Vorstellung man balanciert eine Wasserschale auf dem Kopf. Oder, der Kopf ist wie ein Springbrunnen. Oder, der Kopf balanciert auf der Nackenwirbelsäule (Atlas).
Balance hängt zusammen mit der Muskelstärke und Koordination - wenn man die Muskeln nicht benutzt, verliert man sie.
Diese Übungen Förderung die bewusste Wahrnehmung von Körpergefühlen und Sinnesreizen. sowie zum Wieder- oder Neufinden der inneren Mitte. Weiterhin vermitteln sie ohne verstandesmäßige Verkrampfung, dass Körper, Geist und Seele zusammengehören und dies führet dazu, dass die Menschen sich selbst besser annehmen können. Die geistige Komponente entspricht hier nicht so sehr der Denkarbeit, sondern vielmehr einer erweiterten Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, die in eine geistige Haltung der Gelassenheit übergehen kann.

Ich habe gelesen dass Sensomotorisches Training hilfreich ist für die innere Stärkung und Bewußtheit.
Beim Sensomotorisches Training werden die Menschen zum Wackeln gebracht, manchmal einfach nur Balancetraining genannt. Das Aufrechterhalten des Gleichwichts in unterschiedlichen Positionen, auf instabilen Unterlagen, Wackelbrettern und vibrierenden Trainingsgeräten hilft der inneren Intelligenz.
Dies trainiert vor allem die Tiefenmuskulatur. Und die ist wichtig, um den Wirbelsäule, Rücken und die Gelenke zu stabilisieren und die Körpermitte zu festigen.
Der Körper übt durch das Training das Zusammenspiel von Nervensystem und Muskeln, es wird flüssiger, harmonischer und dadurch entspannter.

Ratschläge der Yogis:
- Der erste Gedanke beim Aufwachen: „Ich bin gesund, voller Kraft und Energie. Ich freue mich auf den heutigen Tag“.
- Die Nasenhöhlen seien Tore für das Prana – sie sollen sauber gehalten werden Neti - Nasenspülung.
- Damit die Mundhöhle immer sauber bleibt, und Giftstoffe sich lösen. Mund spülen mit Sesam, oder Sonnenblumenöl.
- Essen von vegetarischer Kost
- Achten auf regelmäßigen Stuhlgang.
- Vermeiden von Neid, Hass, Eifersucht, Verachtung, Gier oder Kränkung. Ein indisches Sprichwort lautet: „Nur ein Unwissender kann sich ärgern. Ein Weiser versteht.“
- Laßt keine negativen Kräfte auf dich wirken. Yogis behaupten: „Es ist einfacher, Schuhe anzuziehen, als den Wald von Stechendem zu säubern.“
- Mache dir keine unnötigen Sorgen. „Jeden Tag gibt es Tausende von Gründen für Sorgen und Tausende von Gründen für Aufregung,en die einen Dummen betrüben, aber keinen Weisen stärken.“
- Verschwendet keine Zeit nicht mit leerem Gerede.
- Verbringt einen Tag im Monat in völliger Ruhe und Stille.
- Vor 22 Uhr ins Bett gehen.

Gut soll auch sein, speziell bei Abnützung der Halswirbelsäule, einmal am Tag mit Wärme die Nackenwirbelsäule zu behandeln.

Deine Hellsichtigkeit und Spürsinn ist jetzt gefragt.

Alles Liebe und Gute
Rafaela
Namaste liebe Rafaela,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort, man merkt sofort das du Yoga lebst, das habe ich auch damals gemerkt, als ich in deinen Yogastunden war in Bad Meinberg. Hatt mir sehr viel gebracht, ist aber schon fast 2 Jahre her.
Ich werde deine Ratschläge beherzigen, und alles mir Ruhe betrachten und hören und dann folgen.

Viel Licht und Frieden für dich
Hari om
Angelika
Abnützungen an der Halswirbelsäule und leicht zusammengedrückter Rückenmarkskanal klingt jetzt nicht besonders schlimm. das hat vermutlich jeder zweite oder dritte über 40.

Am besten wäre sicherlich, du fragst mal einen Yogatherapeuten. Denn es ist immer besser, jemanden direkt zu sehen und zu spüren als nur über Internet Ratschläge zu geben.

Aus der Entfernung würde ich dir (zusätzlich zu den Ratschlägen von Rafaela) Folgendes empfehlen:
- Übe die isometrischen Halsmuskelstärkungsübungen
- vermeide Rückbeugen im Kopf-Nackenbereich (in deiner separaten Email nachricht hast du mir ja von Schwindelgefühlen und einschlafenden Armen geschrieben). D.h. lass im Sonnengruß den Kopf zwischen den Armen, halte den Hinterkopf am Boden im Fisch, lass bei der schiefen Ebene den Kopf oben
- Kleine Mini-Bewegungen im Hals-Bereich sind auch sehr hilfreich - mache diese sehr häufig (siehe unteres Video)
- Prüfe ob Vorwärtsbeugen im Halsbereich momentan gut sind (Schulterstand, Pflug). Eventuell musst du den gestützten Schulterstand üben (Kissen unter Kreuzbein)

Ansonsten sind die Asanas grundsätzlich gut. Achte aber darauf, wie sich der Hals in den Asanas anfühlt und wandele sie so ab, dass es für dich gut ist.





Hari OM
Liebe Angelika!

Eigentlich hat Raffaela Dir bereits viele wunderbare Anregungen gegeben, aber vielleicht kannwst du noch mit den folgenden Überlegungen etwas anfangen. Ich selber habe immer schon eine Fehlstellung in den Halwirbeln, abgenutzt snd sie auch mit allen Begleiterscheinungen. Ich weiß, dass es mir viel hilft, Yoga zu praktizieren (wenn ich's nicht tue, werden die Beschwerden deutlich mehr) und vor allem: lernen hereuszufinden, was mir selber gut tut - lernen, in sich hinenzuhören, lernen auf die innere Stimme zu achten (und auch zu tun, was sie sagt ;-)

Meine Erfahrungen mit mir (aber auch bestätigt von einigen Schülern):

- Was sich als Symptom im Hals zeigt, muss nicht auch ursächlich am Hals liegen. Im Gegenteil sind oftmals die Ursachen "weiter untern" zu suchen, meist im Beckenbereich. zB Beckenschiefstand, Hohlkreuz, Verspannungen im Kreuz, aber auch leichte Skoliose, Schulterprobleme (zB wegen Schreibtisch und Computertätigkeiten) u.a.
- Darum beginne ich grundsätzlich mit Übungen für den unteren Rücken und das Becken, ganz wichtig dabei: Lockerung, Dehnung und Stärkung (zB Heuschrecke in Variationen) und diagonale Übungen (Elefantentreckungen). Danach geht's oft schon besser. Dann die Nackenübungen.
- Da nach meiner Erfahrung die Halswirbel tatsächlich sehr empfindlch sein können, ersetze ich den Kopfstand mit anderen Umkehrstellungen.
- Darum wirklich immer den ganzen Körper bei Üben berücksichtigen, eben auch die inneren Organe bedenken (hat Raffaela ja schon gesagt..),

- Nun habe ich mich ja besnders mit Nada Yoga auseinandergesetzt. Dabei habe ich festgestellt, dass die Vibrationen den inneren Klänge Wunder wirken a) auf Schmerzempfinden b) auf körperlich Verspannungen aller Art c) auch seelische Probleme aller Art und sie helfen großartig dabei, "sich von innen" zu erspüren und also zu lernen, was gut ist für einen selbst. Unterschiedliche Klänge wirken tatsächlich auf unterschiedliche Körperzonen. Die Heilwirkung von Klängen ist ja inzwischen sogar von Wissenschaften bereits erwiesen, im Ayurveda (und in Persien) wurde früher Klänge sehr spezifisch eingesetzt. Nach meinen Erfahrungen wirken sie umso mehr beim selber singen. Natürlich belebt bereits das Singen von Kirtanas und Mantras immer gut. Aber das gezielte hinhören und hinsingen im Nada Yoga ist nochmals weit wirksamer.
- Besonders wirkt das richtige (!) Singen natürlich auf den Hals, dort sitzt der Kahlkopf, in de die meisten von uns Verspannungen haben. Im indischen Gesang ist der grundsätzlich ganz offen, was uns meist zu Beginn gar nicht leicht fällt. Das hat natürlich Auswirkungen auf die HWS.

Schau mal was passiert, wenn du bewußt auf deinen Hals achtest beim Singen!

Alles Gute

Om Shanti

Anne
Namaste,
ich möchte mich für die vielen Ratschläge bei euch allen bedanken, werde sie alle beherzigen. Habe mir jetzt ein paar Yogaübungen rausgesucht die ich machen werde, dank eurer Tipps.
Werde jetzt auf meine Körper hören und tun was ihm gut tut.

Om Shanti
Angelika

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