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Yogische Methoden, Kundalini und das Erlangen von Weisheit

Vasistha's Yoga, Swami Venkatesananda 1993 , State University of New York
Übersetzung aus dem englischen ab S. 433 von Satyamitra


Die Yoga Vasistha ist (nicht nur) Geschichten-Erzählbuch, wie es langsam scheinen mag.

In den Patanjali-Sutren heisst es, dass ein Yogi seinen Körper atomisch klein machen kann. Wie dies bewerkstelligt wird, ist in der Geschichte von Cudala und Sikhidhvaja genau beschrieben. Cudala hatte nämlich diese Fähigkeiten.

Vasistha fuhr fort:
Nun werde ich dir (zu Rama) beschreiben, wie die Yogis ihre Körper atomisch machten, und auch ernorm groß.

Es gibt einen Funken von Feuer knapp über dem Herz-Lotus. Dieses Feuer ist schnell vergrößert, aber da es von der Natur von Bewusstheit ist, erscheint es als Licht des Wissens. Wenn es so an Stärke zunimmt in einem Moment, kann es den ganzen Körper auflösen; sogar das Wasserelement im Körper wird durch seine Hitze aufgelöst. Dann, wenn man beide Körper aufgegeben hat (den physichen und den feinstofflichen), kann es gehen, wohin es will.
Die Kundalini-Kraft steigt auf wie Rauch vom Feuer und verbindet sich mit dem Raum. Festhaltend an Geist, Buddhi und dem Ichsinn, scheint die Kundalini wie ein Körnchen Staub.
Der Funken dieses Teilchens ist dann in der Lage in was auch immer einzudringen. Dann entlässt diese Kundalini das Wasser- und die Erd-Elemente, die sie vorher in sich selbst eingezogen hatte und der Körper erhält seine originale Form. So ist der Jiva in der Lage, so klein wie ein Atom und so groß wie ein Berg zu werden.

Ich habe Dir so die Yogische Methode beschrieben, und werde nun die Herangehensweise der Weisheit erläutern (wisdom-approach):
Es gibt nur ein Bewusstsein, welches rein, unteilbar, das subtilste des subtilsten, still, welches weder die Welt ist noch die Aktivitäten in ihr. Es ist sich bewusst über sich selbst: daher entsteht die Existenz des Jiva (jiva-hood). Der Jiva hält diesen irrealen Körper für real. Aber wenn der Jiva ihn im Licht der Selbsterkenntnis wahrnimmt, verschwindet diese Täuschung. Und der Körper wird ebenfalls äußerst still. Dann kann der Jiva den Körper nicht wahrnehmen. Die Verwechslung des Körpers mit dem Selbst ist die größte Täuschung, welche das Licht der Sonne nicht beseitigen kann.
Wenn der Körper für real gehalten wird, wird er ein realer Körper. Wenn er mit der Erkenntnis, dass er nicht real ist, betrachtet wird, vermischt er sich mit Raum. Welche Vorstellung auch immer fest gehalten wird betreffend des Körpers, so wird dieser.

Eine andere Methode ist die Praxis von Ausatmung wodurch der Jiva vom Aufenthaltsort der Kundalini hochgezogen wird und dazu veranlasst wird, seinen Körper zu verlassen, welcher starr wird wie ein Holzklotz. Dann kann der Jiva in einen anderen Körper hineingehen, bewegend oder nicht-bewegend, und die gewünschten Erfahrungen machen. Danach kann er in den vorherigen Körper zurückkehren oder in einen anderen Körper eindringen je nach Wunsch und Wille. Oder all-durchdringendes Bewusstsein bleiben ohne in einen bestimmten Körper einzudringen.

Cudala hatte zwar diese Fähigkeiten, konnte aber ihren Mann (zunächst...., die Waldgeschichte mit Kumbha spielt 18 Jahre später!) nicht erleuchten.

Und jetzt kommt Rama's Frage:

Wenn selbst so eine große Siddha-Yogini wie Cudala nicht das spirituelle Erwachen und Erleuchtung des Königs bewerkstelligen konnte, wie erreicht man dann überhaupt jemals Erleuchtung?

Vasistha:

Die Unterweisung von einem Schüler durch einen Lehrer ist nur eine Tradition: der Grund der Erleuchtung ist nur die Reinheit im Bewusstsein des Schülers. Nicht durch Hören noch durch richtige Taten (righteous acts) wird Selbst-erkenntnis erlangt. Nur das Selbst erkennt das Selbst, nur die Schlange erkennt ihre Füße!...Naja...

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Hallo Om Ratna,
schön, dass sich jemand auf eine tiefere Betrachtungsweise einlässt!

Ich gebe hier noch mal den englischen Text vor, in der Übersetzung von Swami Venkatesananda
Vasistha said: "The instruction of a disciple by a preceptor is but a tradition: the cause of enlightenment is but the purity of the disciple's consciousness. Not by hearing nor by righteous acts ist self-knowledge attained. Only the self knows the self, only the snake knows its feet! Yet,...

Es wird auch von vielen Yoga-Schülern, Yoga-Praktikanten etc. einfach hingenommen...der Meister soundso hat das aber anders gesagt, oder es steht in dieser Schrift anders, und so ist es damit, fertig aus, ohne selbst darüber zu reflektieren...es ist also Eure/unsere Aufgabe, zu überprüfen, hinzuschauen, ob es wahr ist, und es nicht einfach hinzunehmen, weil es irgendwo steht oder ein alter Meister etwas anderes mal gesagt hat. Was jemand mal gesagt hat, steht doch auch immer im Zusammenhang mit der Situation damals, das kann man doch nicht auf alle Zeiten hin einfach so anwenden!

Es gibt viele solcher falscher Vorstellungen, die erst allesamt überprüft werden müssten, damit sich eine Reinheit des Bewusstseins ergibt. Die Vorbedingung für Erleuchtung ist ja "die Reinheit des Bewusstseins". (Auch dieser Satz sollte überprüft werden :-))
Die Frage, die bleibt, ist dann folgende: Lässt sich Bewusstsein durch Zuhören, womit auch Schriften lesen gemeint sein kann, und Rechtschaffene Taten reinigen?

Ich habe da auch hingeschaut und längere Zeit reflektiert und bin zu dem Schluss gekommen, es ist keine Fehlübersetzung, auch wenn es etwas provokativ klingen mag, wie auch andere Aussagen der Yoga Vasistha.

Lasst mich Eure Einschätzung wissen,

Om Satyamitra
Om Ratna nochmal..
jetzt hab ich gesehen, du bist der junge Mann u.a. im Kopfstand in den Yoga Vidya Prospekten?
Also, die Nachfrage von Dir war schon berechtigt, ich wollte nur wissen, ob sie auf eigener Erkenntnis beruht oder auf "dem Gehörten."

Es ist nämlich auch so, dass es am Anfang der Yoga Vasistha ein ganzes Kapitel, genannt "Self-effort" gibt,...also im Hinblick darauf, wie wichtig es ist, sich selbst anzustrengen.

Bei den "righteous acts" oben scheinen sich nach Durchsicht der Gesamt-Yoga Vasistha mehr um sogenannte "worships" und "austerities" zu handeln, etc. ich zitiere, diesmal gleich englisch
...s.Vasisthas Yoga S. 45 unten

"This supreme self cannot be realized, O Rama, by means other than wisdom - not indeed by exerting oneself in religious practices......

"Austerity (Entbehrungen) or penance (Buße) and the observances (Einhaltungen) of religious vows (religiöse Gelübte) do not lead to the realisation of the Lord; only the company of holy men and the study of true scriptures (Studieren der wahren Schriften) are helpful, as they dispel ignorance and delusion."...

(wobei wir hier nochmal untersuchen müssten, ob unter "Company of holy men" nicht mehr die lebenden Meister gemeint sind, also lebende Selbstverwirklichte Wesen, ich werde da nochmal einen Blogbeitrag zu verfassen in Hinblick auf Sivananda und Yoga Vidya, ja, das konnte ich mir im Moment nicht verkneifen......)

Unter dem Studieren der wahren Schriften verstehe ich dann eben das "Untersuchen auf Wahrheit hin mittels eigener Intelligenz."
Das "Gehörte" ist dann einfach das Hingenommene, "weil es so dasteht", das meinte ich im letzten Beitrag ganz oben.

Dein Beitrag in deinem Blog über Chakras hat mir gefallen, da "auf eigener Erfahrung beruhend". Vielen Dank....

Om Gruss Satyamitra
Hallo Ratna, da kann ich leider nicht zustimmen, meiner Meinung nach gibt es keinen Kosmos und uns auch nicht...alles nur Illusion...s. Geschichte von Leela in diesem Forum.

Trotzdem höre "ich" (hier in Anführungszeichen, da in Wirklichkeit nicht anwesend...) gerne Musik, ...das ist wirklich eine rätselhafte Angelegenheit, die sich hoffentlich bald aufklären wird, oder es bleibt ein mystisches Rätsel? WER weiss das? bitte melden..

Gruss
Satyamitra

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