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Wie ich zum Yoga gekommen bin,
welche Erfahrungen ich gemacht habe,
was am Anfang schwer, was leicht war,
wer oder was mir geholfen hat
und insbesondere was sich in meinem Leben verändert hat?

NUN,
mein erster, nicht ernst zu nehmender „Kontakt“ zu dem mir unbekannten Begriff Yoga ergab sich Anfang 1995 als ich von Köln nach Frankfurt wechselnd die Leitung einer Abteilung in einer bedeutenden Kapitalgesellschaft übernahm: Von Mitarbeitern hörte ich, daß mein Vorgänger in seinem Arbeitszimmer oftmals mit den Füßen gegen die Wand lehnend auf dem Kopf gestanden habe und damit zur Belustigung aber nicht zu Verständnis Anlaß gab.

Zu dieser Zeit war in den Medien und allgemeinen Informationen jeder Art noch kaum etwas über Yoga zu erfahren und insofern wunderte es mich auch, daß meine Frau bald darauf so nach und nach an mehreren Stellen mit Yoga in Berührung kam und praktizierte, schließlich auch bei Yoga Vidya in Frankfurt in der Hanauer Landstraße unweit des Zoos.

Ihr Versuch, mich dafür zu begeistern und zu gewinnen schlug absolut fehl, als ich sie dort einmal abholte: Die offensichtlich ehemalige Dreizimmerwohnung, jetzt als Yoga-Zentrum Frankfurt dienend, machte auf mich einen wenig einladenden Eindruck und der Gedanke an eine Sekte lag nahe: In den Räumen saßen locker gekleidete Menschen auf dem Boden, ihre Schuhe lagen wirr durcheinander in der Diele und ein süßlicher Geruch schwebte über allem und schien auch den meinen Sekten-Gedanken verstärkenden fremdartigen Büchern zu entströmen, die in Regalen standen. Doch meine Frau blieb dieser Institution treu und mein wöchentlicher Abholbesuch endete jeweils vor der dortigen Haustür.

Erst Jahre später ermutigte der Umzug dieser Einrichtung in die Niddastraße in der Nähe des Hauptbahnhofs meine Frau zu einem nochmaligen Bekehrungsversuch. Mehr un- als willig nahm ich - weil unweit meines Büros - vor nun fast zehn Jahren die Gelegenheit wahr, einmal bei Yoga Vidya hineinzuschauen. Dort war es sehr viel großzügiger und ansprechender gestaltet, der gar nicht mal so unangenehme Duft hielt sich in Grenzen und es waren nur fröhliche Menschen versammelt. So wurde aus den anfänglichen wiederholten Abholvorgängen eine erste Schnupperstunde und noch eine und noch eine, bevor ich mich zum Anfängerkurs anmeldete.

Noch völlig fremd mit der Materie versuchte ich den Anweisungen des sehr geduldigen Lehrers namens Michael zu folgen und war froh, auch andere Yogaaspiranten meiner „Leistungsstufe“ als Teilnehmer zu erkennen.

Allmählich - nicht zuletzt wegen der bequemen Erreichbarkeit nach Dienstschluß - fand ich Freude und Vergnügen an den Übungen und dem vermittelten Wissen, merkte das positive Einwirken auf meinen Körper in Form von höherer Belastbarkeit und Fitness und so folgte – auch weil inzwischen Dieter mir ein sehr geschätzter Lehrer war - einen Kurs dem nächsten und ein neues Jahres-abonnement löste das vorhergehende ab.

Zugegebenermaßen schwächte sich die Begeisterung mit Beendigung meiner beruflichen Tätigkeit in Frankfurt ab und die „nur“ wegen Yoga hinzunehmende Fahrt von 100 Kilometern wurde seltener und schließlich abgesetzt.

Gelegentliche Fahrten zuerst in den Westerwald und später nach Bad Meinberg absolvierte ich meist als Fahrer meiner Frau, um sie zu den zu Ihrer Yogalehrer-Ausbildung gehöhrenden Seminaren zu bringen oder zu begleiten. Da ich inzwischen Interesse am Harmoniumspiel entwickelte und auch ein solches Instrument erstanden hatte, ergriff ich bei so einer Gelegenheit die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Harmonium-Lern-Seminar in Bad Meinberg, das von Narendra gegeben wurde. Da auch Yogastunden in den Terminplan eingebaut waren, wurde früheres zwangsläufig wieder geweckt.

Bei weiteren Seminaren oder auch Individualaufenthalten in Bad Meinberg konnte ich mich dem ganzheitlichen Yoga tiefer zuwenden und so war es nicht verwunderlich, daß wir 2006 zu Hause endlich einen eigenen Yogaraum einrichteten.

Dennoch, erst als meine Frau Ihre Ausbildung beendete und der Meinung war, ich müsse diesen Schritt im eigenen Interesse nun auch tun, kam der endgültige Durchbruch, wenn auch in zweierlei Hinsicht völlig anders als erwartet:

Ich entschloß mich kurzfristig zur Intensivausbildung über zweimal zwei Wochen, die ich als einziger von 73 Kursteilnehmern wegen verpatzter Theorie nicht bestand (Punkt eins), die mich aber glücklicherweise genau zu jenem 8. Mai in Bad Meinberg sein ließ, als Sukadev während des Satsangs den just vollzogenen Kauf der benachbarten Klinik und die Möglichkeit zum Erwerb von Nutzungsrechten verkündete (Punkt zwei).


UND GENAU DAS WAR ES!

Mit Klaus und Rita oberflächlich besichtigt, wieder zu Hause gemeinsam Pläne geschmiedet, Grundsatzentscheidung für die Aufgabe von Haus und Hausrat getroffen und Bewerbung eingereicht, dann eine „vorläufige“ Zusage bekommen, weil bauliche Auflagen zu klären waren, doch schließlich Vertrag, Zahlung und Detailplanung, immer wieder Eigenleistungen vor Ort sowie Handwerkereinsatz mit vielschichtigen Schwierigkeiten. Das ist in Stichworten, was meine Frau und mich immer wieder zu bewegen hatten und noch bewegen, denn der endgültige Einzug liegt noch vor uns.

Nun sind wir Shanti Vasi und Mitglied einer großen Gemeinschaft mit gemeinsamen Lebensinhalten und dem Ziel, dem Ganzen zu dienen und selbst einen neuen erfüllenden Weg zu beschreiten. Mein Krankenhausaufenthalt 1998 und mehr noch der in 2009 brachten mir den Glauben an das Göttliche zurück und lösten zugleich den Wunsch aus, sich spirituell zu entwickeln und wo geht das besser, als im Ashram.

Dank Surya habe ich dort eine herzliche Aufnahme gefunden, die aber auch von vielen Mitarbeiter-innen und Mitarbeitern getragen wird, so daß ich gar nicht abwarten kann, endlich im Ashram mein endgültiges Zuhause zu finden und mich den Aufgaben zuzuwenden, die mich dort erwarten oder schon heute bei den gelegentlichen aber regelmäßigen Aufenthalten zum Wohl des Projektes Shanti auf mich zukommen.

So werde ich mit Begeisterung dort künftig Yoga praktizieren, für Verwaltungsaufgaben zur Verfügung stehen, die Instrumente reparieren und vieles mehr, aber auch die verpatzte Prüfung nachholen, um unterrichten zu dürfen und die Yogalehrer zu unterstützen.


Tja, nun könnte man meinen, diesen Ablauf hätte ich in jüngeren Jahren erlebt, aber dem ist nicht so und damit kann unterstrichen werden, daß Einstieg und Entwicklung im Yoga auch im Alter möglich, reizvoll und vielleicht sogar besonders angebracht sind; schließlich werde ich Mitte dieses Jahres dreiundsiebzig Jahre alt und so kennt mich mancher im Ashram schon, denn ich bin

Ganapati

OM SHANTI

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