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Gott ist allmächtig, allgegenwärtig. Mein Freund und Helfer, ich bete zu ihm und ziehe mir Kraft aus seiner Gegenwart. ICH BIN Gott. Aber: Eines beschäftigt mich immer wieder: Warum lässt Gott das viele Leiden auf der Welt zu? All die schlimmen Dinge wie Naturkatastrophen und die Armut. Wie seht ihr das?

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@Peter: das spielt imho fuer uns, unser hiersein, keine Rolle, es mag durchaus noch hunderte, tausende oder gar milliarden Welten geben, siehe allein das indische Verstaendniss von den Lokas,Vaikuntha....

@kai: "kollektiver wahnsinn", Yo, der ist gut! Das meine ich mit "Ameisenstaat", wieviele von uns funktionieren einfach nur... wie das Duracell-Haeschen?

und ja, "geordnetes Chaos" kennt jemand die Mandelbrot Fraktale?

Aber ACHTUNG diese graphischen Darstellungen isn mit Vorsicht zu "geniessen" VIEL SPASS!


irrre....

oder "Gottes Daumenabdruck":

@Rafaela
Da muß ich mal tiefer in mir gehen....:)
Die Aussage, "Dann würde man ja den Menschen höher stellen als Gott.", die hat was...

Viele Grüße
Kai
Lieber Kai,

Bitte, berichte uns dann.
DAnke!

Viele Grüße
Rafaela
Was ist denn eigentlich "Leid"? Und wodurch entsteht es?

Meist entsteht "Leid" doch nur dadurch, dass wir etwas falsch verstehen. Unsere Interpretation der Wirklichkeit ... also unsere Überzeugung das etwas (vermeintlich) wirklich so oder so ist ... stimmt nicht mit der tatsächlichen Wirklichkeit überein, wodurch letztendlich "Leid" entsteht. Wir "leiden" unter unserem Avidya ... dem Nicht-Wissen ... der Wirklichkeit.


Und warum lässt Gott dieses "Leiden" zu?

Hm ... vielleicht sollten wir mal den Blickwinkel ändern:
Warum lassen Eltern zu, dass ihre eigenen Kinder unter etwas leiden?
Warum beschützen sie sie nicht vor jeder Erfahrung des Leidens?

Warum verhindern sie nicht, dass diese z.B. bei ihren ersten Gehversuchen
hinfallen und sich weh tun? Vielleicht indem sie verhindern, dass die Kinder
überhaupt das Gehen lernen ... verursacht ja doch nur Leid.

Warum bewahren sie ihre eigenen Kinder später dann nicht vor so etwas
wie bspw. Liebeskummer? Darunter leidet doch auch jeder irgendwann einmal.
Und jeder, der es einmal selbst erlebt hat, weiss wie schmerzhaft es sein kann ... weil
unsere eigene Interpretation der Wirklichkeit nicht mit der tatsächlichen Wirklichkeit
übereinstimmt ... und je weniger wir bereit sind solche falschen Überzeugungen
infrage zu stellen, desto größer wird das Leid.

Warum lässt Gott zu, dass seine Kinder leiden?

Wo doch - angeblich - das Göttliche in jedem von uns mit enthalten ist ... und
somit zwangsläufig immer - direkt und unmittelbar - mit uns mitleidet?

Ist das nicht ein Widerspruch in sich?



@Peter:

ich denke, dass wir nicht der einzige "beseelte" Planet im Universum sind.

Nicht nur das, denn wenn das Göttliche ... Brahman, Gott, das Absolute, das ALL-Eine ... wirklich alles ist, was existiert, die Ursache von allem und in allem enthalten ... dann muss logischerweise auch alles Leben sein. Wirklich ALLES im grenzenlosen Universum! Vom allerkleinsten Atom bis hin zum allergrößten Himmelsköper. Einfach ALLES.


Herzliche Grüße
mic
@Mic

Irgendwo hab ich mal einen sehr treffenden Satz gelesen, wie ich finde.
"Jeden Sieger erkennt man an seinen Narben."
Alle mir bekannten spirituellen Meister, natürlich auch Sukadev, sagen das immer wieder so ähnlich.

Ich erinnere mich sehr gerne daran zurück, wie ich Fahrrad fahren gelernt habe. Das ging nicht ohne Schrammen und Rückschläge. Immer wieder aufs Fahrrad rauf und irgendwann hats geklappt und war manifestiert. Die Bewegungsmuster, Koordination, hat der Verstand im Unterbewußtsein verankert und der ganze Prozess lauft nun automatisch ab. Brauch ich mich also nicht mehr drum kümmern und kann mich anderen Dingen zuwenden. Das ist ja auch sehr praktisch, wie ich finde.
Das selbe habe ich bei meinen Kindern erlebt. Beim Laufen lernen und Fahrrad fahren.
Meine Kinder haben wahrscheinlich nie daran gedacht mal aufzugeben, weil sie nicht gleich perfekt laufen konnten....:)
Ich denke, so verläuft es doch mit allen Dingen. Und ich persönlich glaube daran, das es nur so funktionieren kann.
Charles Haanel nannte es, das Gesetz des Wachstums. Und für mich zumindest, hat er damit eine Wahrheit aufgedeckt, die ich persönlich sogar als "Naturgesetz" ansehen würde.

Viele Grüße
Kai
Hallo Kai,

ja, ganz eindeutig! Dieses Wachstumsprinzip ist mit Sicherheit ein "Naturgesetz". Man findet es auf allen Ebenen ... materiell, physisch, pysikalisch, mental, geistig, emotional, seelisch, spirituell ... immer geht es um Wachstum.

Manche nennen es den "Pfad zur Befreiung", denn obwohl die Prozesse, an denen wir wachsen, mitunter ziemlich unangenehm sein können, sind die Ergebnisse immer ein "Mehr" oder "Besser" ... auf dem Weg hin zu immer mehr "Freiheit" ... bzw. "Erkenntnis", "Erleuchtung".

In einem Buch über Jnana-Yoga habe ich letztens auch genau über dieses Prinzip der "spirituellen Evolution" gelesen. Dort wurde es tatsächlich auch als eine Art "kosmisches Wachstumsgesetz" beschrieben, dass sich überall im Universum erkennen lässt ... selbst im Zusammenhang mit Reinkarnation und Karma.

Charles Haanel kenne ich zwar nicht, aber da dieses "Naturgesetz" in vielen alten Schriften zu finden ist, scheint es sich tatsächlich um ein universelles Prinzip zu handeln, dass der Menschheit (oder wenigstens einem Teil davon) schon seit sehr langer Zeit bekannt ist.


Herzliche Grüße
mic
Hallo Mic

Also Charles Haanel hat sich ja laut seiner Biografie, mit den Geheimnissen der Yogis beschäftigt und das um 1900.
Also vermute ich, das er dieses Gesetz des Wachstums, ziemlich sicher von den Yogis hat bzw. neu formuliert hat.
Entdeckt haben es wohl, wie vermutlich alle Weisheiten, die Yogis...:)
Haanel war halt ein Mensch seiner Zeit und ich glaube schon, das man jeder Generation, das neu und angepasst an die jeweilige Zeit darlegen sollte.
Ich kenne von ihm nur den Master Key. Und dort beschreibt er Weisheiten der Yogis, was aber nicht ersichtlich ist, wenn man es nicht weiß. So mein Eindruck.
Aber er vermittelt es auf seine Weise, der Zeit angepasst, wie es vielleicht um 1912 üblich war.
Das war übrigens mein Einstieg vor gut 2 Jahren in die spirituelle Welt, ohne das ich wußte, das es spirituell ist....:)

Es gibt eine Wahrheit aber viele Wege. Obwohl es letztendlich alles auf das Selbe hinausläuft.
Ich finde das gut. Nicht jeder kann etwas mit Yoga anfangen, da ist es gut, das es Alternativen gibt. So seh ich das jedenfalls.

Viele Grüße
Kai
Edit geht leider nicht mehr. Mir fällt gerade noch was zu Haanel ein.

Er vermutete auch, das "Gott" überall sein muß und zitiert Jesus; wisst ihr nicht, das ihr der Tempel des lebendigen Gottes seid.....
Daraus schlussfolgerte er, das jede Zelle das göttliche in sich trägt. Er leitete ab, das ein Teil immer genauso beschaffen sein muß, wie das große Ganze. Der Unterschied liegt nur im Grad der Ausprägung.

vg Kai
Ah ja, Charles Haanel war offensichtlich Mitglied der früheren New Thought Bewegung - eine Gruppe, die auch viele andere erstaunliche Autoren hervorgebracht hat, wie bspw. William Walker Atkinson und Thomas Troward. Inhaltlich haben die sich alle mit sehr ähnlichen Themen beschäftigt. Es heisst tatsächlich, dass diese Gruppe von irgendwelchen "Yogischen Einflüssen" beeinflusst worden wäre ... insofern wundert die thematische Nähe nicht sonderlich.

Aber wie Du schon sagst, es gibt viele verschiedene Wege ... östliche wie auch westliche Traditionen und Lehren ... die im Prinzip auf denselben Inhalten, Zielsetzungen und möglicherweise sogar auch Quellen basieren. Worin sie sich unterscheiden, ist oftmals nur die äussere Form.

Genau! Die Individuen ... bzw. auch insbesondere ihre äussere Form ... als "Tempel Gottes". Zwar weiss ich nicht, ob das genau so auch irgendwo in den Yoga-Lehren erwähnt wird, wundern täte es mich aber nicht. Denn die Idee, dass sich das Absolute in der Vielfalt manifestiert ist ja eigentlich universell.

Das Konzept des Vergleichs zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos scheint mir allerdings doch eher westlichen Ursprungs zu sein ... kann mich aber täuschen.


Herzliche Grüße
mic
mic schrieb:
als "Tempel Gottes". Zwar weiss ich nicht, ob das genau so auch irgendwo in den Yoga-Lehren erwähnt wird, wundern täte es mich aber nicht. Denn die Idee, dass sich das Absolute in der Vielfalt manifestiert ist ja eigentlich universell.

Yo, an unzaehligen Stellen hier mal der 10. Gesang der Bagavad Gita:

10. Gesang Yoga der Offenbarung: Arjuna ist von den Offenbarungen Krishnas tief beeindruckt und will wissen in welchem Zustand des Seins er den „Herrlichen“ erkennen soll. Krishna antwortet, dass der „Höchste“ keine Grenzen habe und er deshalb nur das Wichtigste aufzähle. Dann zählt er die Namen von Göttern, mythischen Gestalten und berühmten Menschen der Vergangenheit auf. Er sagt, dass der „Himmlische“ die Seele der Welt sei und in aller Wesen Herz zu finden sei.

Quelle:

„Die eine Gottheit verbirgt sich in jedem Lebewesen, dennoch durchdringt Er alles und ist das innerste Wesen in Allem. Er vollbringt jede Arbeit und hat seinen Wohnsitz in Allem. Er ist das Zeugnis ablegende Bewusstsein, formlos und unsterblich.“

– Svetasvetar-Upanishad, VI.11


.....so finden sich in unzaehligen Texten immer wieder stark gleichende Hinweise!

Wobei die Uebersetzung des Sanskrit Begriffes "Ishvara" (Herr des Universums - von der Wurzel ish, herrschen) oft einfach mit "Gott" uebersetzt wird, das halt ich fuer zu oberflaechlich, wobei indiskutabel ist ob das richtig oder falsch ist, denn im Westen wird unter diesem Begriff was ganz anders verstanden als da was "Ishvara" in Sanskrt bedeutet!

"Manitou" oder "grosser Geist", "allumfasssende Weltseele", "Baal" stehen dem Begriff, vom Sinn her, naeher. Da dem Gottesbegriff des christlichen Abendlandes, dieses "vaeterlich, zorniger, alter Mann mit langen Bart" der in dunklen Kirchen, muffigen Muenstern und altehrwuerdigen, lichtarmen Kathedralen verehrt wird, Image anhaegt und das ist gewiss 999.9% irrefuehrend!
Vielen Dank mk, für die hochinteressanten Texte! :-)

Herzliche Grüße
mic

P.S.: "Herr des Universums" heisst es tatsächlich auch in anderen Lehren und Tradition, wortwörtlich sogar. Insofern könnte es möglicherweise doch eine Formulierung sein, die nicht ganz "zufällig" so ist, wie sie ist.

(einen ham wa noch ...)

P.S.S.: Was die Vorstellung des Absoluten als eine (menschliche) Person angeht, so vermute ich, dass das bereits sozusagen "der Anfang vom Ende" einer (einstmals) authentischen Überlieferung oder Lehre ist. Denn diese Vorstellung kann nicht im Sinn der ursprünglichen "Erfinder" gewesen sein, und findet sich eigentlich fast überall dort, wo eine Überlieferung/Lehre "buchstabengetreu" ... also fundamentalistisch, exoterisch, dogmatisch und häufig auch ziemlich radikal ... ausgelegt und interpretiert wird.
Hallo

Auch von mir vielen Dank @MK für die sehr interessanten Texte.
Ich persönlich kenne die ganzen Weisheiten nur aus spirituellen Büchern, die nichts mit Yoga zu tun haben.
Ich muß mir erst noch alle wichtigen Yogi Bücher kaufen und dann studieren.
Ich komme aber immer mehr zu der Überzeugung, dass das ganze Wissen tatsächlich von den Yogis stammt.
Ich bin jedenfalls immer wieder fasziniert.

Viele Grüße
Kai

PS: Mal ne Frage am Rande. Ist das eigentlich Hinduismus oder gehört da Yoga nicht mit rein?

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