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Swami Sivanandas Botschaft des göttlichen Lebens

24. Weg des verehrenden Dienens (7_2)

"... Es ist die Pflicht des Gläubigen, andere Menschen zu verstehen. In Badrinath muss der Priester einen Mantel tragen, wenn er religiöse Zeremonien vollführt. Derselbe Mann wird alle Kleidung bis auf ein Tuch um seine Hüften abwerfen wollen, wenn er einen Tempel in Trivandrum betritt. In Badrinath ist es eiskalt, während in Trivandrum sengende Hitze herrscht. Diese unterschiedlichen Gebräuche sind durch unabänderliche Faktoren bedingt, aber die innere Hingabe des Gläubigen an jedem dieser beiden Orte ist die gleiche. Das müssen wir verstehen. Unterschiedliche Religionen sind notwendig, weil sie unterschiedliche Typen von Menschen ansprechen. Unterschiedliche Rituale sind notwendig, weil sie unterschiedliche Gebräuche der Menschen ansprechen. Unterschiedliche Kleidung ist notwendig, weil sie unterschiedlichen klimatischen Bedingungen entspricht. Unterschiedliche soziale Schichten sind notwendig, weil sie den unterschiedlichen Temperamenten der Menschen entsprechen. Es können nicht alle in dieser Welt der Dualität und Vielfalt gleich denken. Um ein verstehendes Herz zu entwickeln, ist es notwendig, seinen Egoismus zu besiegen, diese dämonische Gewohnheit aufzugeben, anderen die eigene Meinung aufzuzwingen. Ihr solltet euch mit dem anderen identifizieren, seine Schwierigkeiten und seine Lebenssituation anerkennen und dann mit ihm fühlen. Das ist die Pflicht eines jeden Aspiranten. Nur durch diese Art Sadhana kann das Ego besiegt und das Herz geöffnet werden..."

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

29. Maya - die illusorische Macht

Wie man die Täuschung überwindet

1. Das, was die Substanz des Universums bildet, was frei ist von Geburt und Tod, das ist Brahman.

2. Brahman ist die Substanz des begrenzten menschlichen Bewusstseins. Das reine Brahman ist die Leinwand, die Welt ist das Gemälde darauf.

3. Verwechsle nicht das absolute Bewusstsein mit dem individuellen Ich-Bewusstsein.

4. Identifiziere dich nicht mit diesem vorübergehenden Schauspiel. In deiner wahren Natur bleibst du davon unberührt.

5. Die Welt ist eine Illusion. In Wahrheit gibt es weder Ursache noch Wirkung.

6. Jeden Tag sterben Menschen und dennoch glaubt der Mensch, dass er nie sterben wird. Das ist Maya.

7. Durch die Kraft von Maya ignoriert der Mensch die Lehren, die ihm das Leben erteilt, klammert sich an das irdische Dasein und weint schrecklich am Ende.

8. Maya verwüstet den Geist. Wenn du die Natur von Maya vollständig begreifst, wirst du unbeeinflusst bleiben von ihrer täuschenden Kraft.

9. Die Wirkung von Maya ist subtil aber stark. Brich diese Macht durch unaufhörliches Befragen, Unterscheiden und Meditation.

10. Unwirklichkeit ist ein Phänomen, das aufhört zu existieren, sobald die Wahrheit erkannt wird.

11. Du kannst dich nur aus den Fesseln von Maya befreien, wenn du erkennst, dass du eins mit Brahman bist.

12. Die Wahrheit zu erkennen, die allen Erscheinungen zugrunde liegt, ist Weisheit. Du wirst dann in dir das Schönste des Schönen sehen.

13. Wenn die Erkenntnis des Atman einmal erlangt worden ist, wird der Kreislauf von Geburt und Tod gebrochen und zu einem Ende gebracht. Dann gibt es keinen Schmerz und keine Sorgen mehr.

14. Reiße diesen kleinen Schleier des Unwissens herunter. Komm heraus aus diesem Käfig des Fleisches. Tat Twam Asi – Das bist Du.

15. Wach auf aus dem Schlummer der Unkenntnis. Brülle Om, Om, Om.

16. Meditiere auf den unsterblichen, aus sich selbst heraus strahlenden Atman und erkenne den atmischen Glanz.

17. Meditiere, erreiche das Ziel der Vollkommenheit, dein eigentliches Selbst.

18. Vedanta bedeutet nicht Abgeschiedenheit vom Leben. Vedanta ist eine Lebensweise.

19. Die Erfahrungen im Wachzustand und die im Traumzustand widersprechen sich.

20. Der Zustand des unbeteiligten Zeugen oder Turiya ist der einzig wirkliche.

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

29. Maya - die illusorische Macht (2)

Das Geheimnis geschäftlichen Erfolgs:

Auf dem Rückweg vom Tempel zu seiner Hütte traf der Meister einen Ladenbesitzer. Der Meister hatte eine besondere Art, Menschen davon zu überzeugen, seine Weise, Gott zu verehren, anzunehmen, und so hielt er dem Mann einen kurzen Vortrag.
„Maharaj, wenn du in den Tempel gekommen wärst, an der Pradosh Puja teilgenommen und den Namen Gottes gesungen hättest, hätte dir das sehr viel Freude gebracht, du hättest das Pradosh Prasad bekommen und den Segen Gottes dazu. Aber du bist ständig damit beschäftigt, Süßigkeiten zu verkaufen und Tee zu kochen. Wenn du damit nur eine Stunde aussetzt, wird dein Geschäft blühen. Eine Stunde Satsang bringt unbezahlbaren Nutzen. Dank der Gnade Gottes wird dein Geschäft ungemein wachsen.“

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

29. Maya - die illusorische Macht (3)

Ein Weg zum Weltfrieden:

Sri Sreenivasadas Poddar war in den Ashram gekommen, als alle gerade das Mittagessen beendet hatten. Der Meister war ein paar Minuten zuvor zu seinem Zimmer gegangen. Sri Poddar wollte ihn sehen. Er war wirklich eine beeindruckende Persönlichkeit.
Ein Schüler ging zum Meister und überbrachte ihm eine Nachricht des Besuchers. Nach einem ziemlich anstrengenden Vormittag saß der Meister zurückgelehnt da, in den majestätischen Anblick des Himalaja versunken. Die Nachricht wurde ihm übergeben und er wurde gefragt, ob man den Gast zu ihm bringen solle. Der Meister stand sofort auf, knöpfte seinen Alphi zu und sagte: „Ich komme selber.“
„Sreenivasadas Poddar? Ja, ja. Ich habe ihn schon einmal gesehen. Er ist ein reicher Geschäftsmann, voller Ideen. Er pflegt immer Kontakt mit allen Mahatmas und engagiert sich immer für neue Pläne. Er hat auch vor langer Zeit das Sankirtan Flugblatt gedruckt.“
Der Meister kam zur Viswanath Ufertreppe, wo Sri Poddar und seine Begleiter warteten. Nach der üblichen Begrüßung stellte Sri Poddar dem Meister seine Familie vor.
„Dieser Junge, Swamiji, ist sehr stark von deinen Büchern beeinflusst worden. Nachdem er sie gelesen hatte, hat er viele schlechte Gewohnheiten aufgegeben, zum Beispiel das Rauchen. Sein Leben hat sich schlagartig gewandelt. Deine Bücher haben eine ungeheure Wirkung auf die Menschen.“
Dann kam das Gespräch auf seine eigenen Pläne.
„Swamiji, wie kann man den Frieden in der Welt sichern? Ich habe einen Plan, Swamiji. Mit deinem Rat und deiner Hilfe hoffe ich, viel tun zu können.“
„Wo ist die Welt, Maharaj? Alles ist nur ein Traum. Warum sorgst du dich um etwas, das nicht existiert?“
Sri Poddar war leicht überrascht, solch eine vedantische Antwort zu erhalten. Der Meister fuhr fort: „Wenn wir uns alle selbst ändern, wird die ganze Welt reformiert. Also übe Japa, Kirtan und Meditation. Alles wird dann gut.“

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

29. Maya - die illusorische Macht (4)

Jean Herbert:

Professor Jean Herbert aus Frankreich hatte gerade seine Übersetzung des Buches ‚Jnana Yoga’ von Swami Vivekananda geschickt.
„Was für eine wundervolle Übersetzung das ist! Er ist wirklich ein Sannyasin!“, lobte der Meister. „Seht nur, er ist Chefübersetzer bei der UNO und schreibt darüber hinaus auch noch Artikel für Philosophie-Zeitschriften. Er übersetzt gute indische Bücher auf Französisch und kümmert sich um ihre Veröffentlichung. Wirklich eine wundervolle Arbeit!“
„Alle Sannyasins sollten sein wie er. Nur in einer Höhle zu leben, führt zu nichts. Das Leben eines Sannyasins sollte aktiv sein. Entsagung hat nichts mit Leblosigkeit zu tun. Nur tote Körper sind leblos!
Was bedeutet es schon, die Augen zu schließen? Man sollte Gott überall sehen! Brahman ist überall. Nur die aktive Aufgabe von Egoismus und die aktive Erweiterung des Bewusstseins können einen Menschen letztendlich von seinen Fesseln befreien.“

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

29. Maya - die illusorische Macht (5)

Gott ist die Fülle:

„Wenn du keine Anstrengungen unternimmst, wirst du immer derselbe Aravamudan bleiben. Auch in 10 Jahren noch!“
Sri Aravamudan war wie vom Schlag getroffen, als der Meister ihm das sagte.
„Gott hat dir so viele Möglichkeiten gegeben. Du hast ein guten Geschmack für tamilische Literatur. Du solltest dieses Talent ausbauen - aber du solltest auch Rotis backen können. Lerne Drucktechniken und wie man Korrektur liest. Lerne, wie man Vorträge hält und wie man unterrichtet. Yoga bedeutet die Entwicklung des ganzen Menschen. Eine einseitige Entwicklung führt dich schnell zur Trägheit, während eine ganzheitliche Entwicklung dich zur Erfüllung bringt. So wirst du dich nie müde fühlen und es wird immer genug Möglichkeiten geben, deine Arbeit zu variieren, wann immer du denkst, dass es Zeit für einen Wechsel ist. Das ist das Geheimnis des Erfolges.
Deine Wurzeln aber sollten immer im spirituellen Leben sein. Vielleicht lernst du Sanskrit von einem Lehrer, Hatha Yoga Reinigungstechniken von einem Yogi und Rechnungswesen von einer dritten Person. Wenn deine Arbeit aber abgeschlossen ist, solltest du zu allen „Om Namo Narayanaya“ sagen und dich mit ganzem Herzen und ganzer Seele der Arbeit des göttlichen Lebens widmen. Dann gibt es nichts mehr, was du nicht erreichen kannst. Du wirst die Arbeit von 5 Menschen verrichten können und eine enorme Kraft dabei entwickeln. Achte aber dabei auch auf deine Gesundheit. Iss gesunde Nahrung und übe Asanas, Pranayama und Surya Namaskar. Laufe dann ein paar Kilometer und setze dich danach zur Meditation nieder.
Studiere spirituelle Bücher und lerne, über sie zu sprechen – dann wirst du bald ein Supermann sein!“

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

30. Die Natur der Wahrheit

Erlange Freiheit

1. Die Wahrheit lässt sich nicht als metaphysische Einheit definieren.

2. Wahrheit ist das, was in den 3 Zeitaltern unverändert bleibt. Das ist die vedantische Definition.

3. Wie wurde das Unendliche endlich? Wie wurde aus dem Einen vieles? Wie kam die Sünde in die Welt? All diese Fragen sind identisch.

4. Die Frage: „Warum hat Gott diese Welt erschaffen?“, ist unlogisch. In Gott gibt es kein ‚warum’, weil in Ihm weder Ursache noch Wirkung ist.

5. Sat, Chit und Ananda (Sein, Wissen und Glückseligkeit) sind keine Eigenschaften von Brahman, sie sind Brahman selbst.

6. Moksha, Befreiung, ist das letztendliche Ziel des Menschen.

7. Moksha ist die Befreiung aus der Knechtschaft des Geistes und der Materie.

8. Der Sinn menschlichen Lebens ist es, das Gefühl einer getrennten Persönlichkeit zu verlieren und sich in Gott aufzulösen.

9. Leben im reinen Geist ist das einzig wirkliche ewige Leben. Deshalb lebe in deinem eigenen Atman (höheres Selbst).

10. Wo jeder Klang aufhört, alle Farben verschwinden, alle Gedanken dahinschmelzen, wisse, da ist das Selbst oder Brahman.

11. Absolutheit bedeutet reine Existenz ohne Bewegung oder Veränderung.

12. Es gibt keine Kraft, die größer ist als die der Seele, Brahma-Tejas.

13. Gott ist die Vollendung. Spirituelle Perfektion zielt letztendlich auf diese Vollendung - die Gottesverwirklichung.

14. Kraft, Energie ist der dynamische Aspekt der Realität. Ohne diesen Aspekt ließen sich die Vorgänge des Erschaffens, des Bewahrens und der Zerstörung nicht erklären.

15. Das Universum ist Ausdruck der Göttlichen Kraft – Para Shakti. Es ist eine freudlose Welt, die von Veränderung, Verfall und Tod infiziert ist.

16. Das Ego in dir, das ‚Ich’ ist der Handelnde, der Genießer, der Denker, der Empfangende.

17. Wahrer Besitz ist der Besitz von Weisheit. Anderer Besitz verschwindet, er ist nicht von Dauer.

18. Die höchste Kraft oder Intelligenz, die das Schicksal der Menschheit formt, ist Eins.

19. Nach Erlangen von Weisheit gibt es keine Wiedergeburt mehr. Dies ist ein allgemeingültiges Gesetz. Für die aber, die eine Mission zu erfüllen haben, gibt es eine Wiedergeburt.

20. Rishi Apoulantram wurde als Vyasa wiedergeboren. Sanat Kumara als Skanda. Narada und Vasishtha werden immer wieder geboren.

21. Nichts stirbt. Alle Dinge ändern sich. Das ist die absolute Wahrheit.

22. Angst und Sorgen werden so lange entstehen, wie es ein Gefühl von Dualität gibt.

23. Überkomme Begriffe wie ‚Gut’ und ‚Böse’ und schaue die Wahrheit, die hinter diesen Konzepten steht.

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

30. Die Natur der Wahrheit (2)

Der Herzens-Entferner:

Eine Gruppe von hohen Bahnbeamten, allesamt Freunde von Sri D. C. Desai, einem treuen Anhänger des Meisters, wartete im Büro auf den Meister. Als dieser eintrat, begrüßten ihn alle. Einer der Beamten zeigte reges Interesse an Asanas und Pranayama.
„Ich kann fast alle Asanas ausführen, Swamiji, aber Paschimottanasana (Vorwärtsbeuge) geht doch noch über meine Grenzen.“
„Übe weiter und die Schwierigkeiten werden bald überwunden sein.“
Sogleich sprang der Offizier von seinem Stuhl, setze sich mit nach vorne gestreckten Beinen auf den Boden und ging sogleich in die Stellung.
„So weit schaffe ich es, Swamiji.“
Er beugte sich nach vorne und berührte seine Zehen.
„Wundervoll! Das sind schon 50 Prozent Erfolg und für deinen Fall schon völlig ausreichend.“
Das Thema wechselte nun zum therapeutischen Nutzen von Asanas und Pranayama. Einer der Beamten hatte hohen Blutdruck und so zeigte ihm der Meister die Atemübung Sitali. Einem anderen zeigte er Bhastrika gegen Schläfrigkeit und für grenzenlose Energie.
Ein anderer Beamter berichtete, wie ihm vor einigen Jahren alle Zähne gezogen worden seien und wie sich dies nachteilig auf seinen Gesundheitszustand ausgewirkt habe. So sei sein Sadhana gestört worden, da er nicht einmal mehr morgens früh aufstehen oder auch nur ein paar Kilometer am Stück laufen konnte.
„Mein Rat ist“, sprach der Meister, „gehe niemals zu einem Zahnarzt, es sei denn der Fall ist sehr ernst. Viele von diesen Ärzten haben eine Manie, alles zu entfernen – Zähne raus, Mandeln raus, Blinddarm raus, Lungen raus!“
„Aber die Herzen können sie noch nicht entfernen“, warf einer der Anwesenden ein.
„Das kann bis jetzt nur unser Swamiji!“, rief ein anderer und alle lachten.
„Swamiji, wie schnell und lautlos du unsere Herzen zu dir nimmst! Ich glaube, du bist der einzige Arzt der Welt, der das kann.“
Nachdem die Unterhaltung noch ein wenig weiter gegangen war, schloss der Meister: „Nun, vielen Dank an euch, ihr seid doch alle sehr beschäftigt und wollt vielleicht gehen.“
Aber bevor sie gingen, lernten sie noch einige einfache Übungen vom Meister, unter anderem die „alter-Mann-Bett-Übung“.

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30. Die Natur der Wahrheit (3)

Das ganze Leben ist nur ein Schauspiel:

Ein Anhänger aus Sri Swami Sukadevanandajis Ashram war gekommen. Der Meister wusste, dass er ein guter Dramatiker war und bat sogleich, dass ihm alle Dramen, die er geschrieben hatte, gegeben würden. Mit einem sichtlichen Überströmen von Dankbarkeit begann der Anhänger die Bücher eins nach dem anderen zu überfliegen und vergaß dabei alle um ihn herum, sogar die Anwesenheit des Meister.
Es dauerte eine ganze Weile, bis seine Aufmerksamkeit von den Büchern zum Autor wechselte.
„Du hast viele wunderschöne Werke in Form von Dramen geschrieben, Swamiji.“
„Der Ruhm gebührt Gott, der alle Handlungen veranlasst“, antwortete der Meister voller Bescheidenheit.
„Swamiji, Du hast der Schauspielkunst neues Leben gegeben. Jetzt wissen die Leute, dass man sogar Schauspiele spirituell nutzen kann. Alle Vorurteile Unwissender gegen die Bühne werden verschwinden.“
Der Meister kommentierte: „Ich hatte immer das Gefühl, dass man spirituelle Wahrheiten der Öffentlichkeit in einer Form präsentieren muss, die sie am meisten schätzen können. Wenn ich feststelle, dass viele Leute ins Theater gehen, schreibe ich sofort ein Stück. Wenn ich feststelle, dass Menschen nur an Geschichten interessiert sind, schreibe ich philosophische Geschichten. Was schadet es schließlich, ein Schauspiel aufzuführen? Tatsächlich spielen wir alle jeden Tag Hunderte von Szenen. Die ganze Welt ist ein großes Drama. Unsere wirkliche Natur ist eine Sache; unsere angenommene Natur ist dem diametral entgegengesetzt. Dieses Große Spiel des Lebens lehrt uns unzählige Lektionen. Genauso vermitteln die Stücke und Dramen den Menschen spirituelle Ideen.“

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30. Die Natur der Wahrheit (4)

Hingabe:

Sri Mathur, der Direktor der Paramarth Bank in Rishikesh wartete früh morgens auf den Meister nahe seiner Hütte. Als der Meister herauskam, fiel Sri Mathur ihm auf dem blanken Boden zu Füßen. Er legte dem Meister ein paar Silbermünzen zu Füßen.
„Swamiji Maharaj, heute ist mein Geburtstag. Ich bin gekommen, um deinen Segen zu suchen, damit ich mich an den Weg der Rechtschaffenheit halte und an Gott denke.“
Der Meister segnete ihn und gab ihm goldenen Rat. Später sagte er über Sri Mathur:
„Mathuriji ist eine sehr fromme, edle Seele. Er muss sehr viel zu tun haben und ist doch sehr regelmäßig in seinem Sadhana. Schaut euch seine Hingabe an! Er ist den ganzen Weg von Rishikesh hergekommen. Er würde auch gern Sannyas nehmen, aber seine familiären Umstände erlauben es ihm im Moment nicht. So führt er praktisch das Leben eines Sannyasin.“

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

30. Die Natur der Wahrheit (5)

Wahrer Geist des Dienens:

Sobald der Meister das Büro betreten hatte, fragte er Swami Vishnu: „Vishnuji, warst du heute morgen bei Shroff uns hast ihn Asanas gelehrt?“
„Ja, Swamiji.“
„Das ist gut. Manche ältere Leute haben vielleicht eine gewisse Scheu, mit anderen Asanas zu praktizieren. Sie denken vielleicht, sie könnten im Kopfstand umkippen und andere würden darüber lachen. Deshalb kommen sie nicht in die Yogastunde. Um ihnen zu helfen, solltest du zu ihnen in ihre Räume gehen und ihnen Asanas beibringen. Das ist der wirkliche Geist des Dienens.
Ein anderer wichtiger Punkt ist, nicht gleich wegzugehen, sobald die Asanapraxis vorbei ist. Wiederhole erst ein paar Minuten ein Mantra und meditiere ein paar Minuten. Wiederhole auch die Shanti-Mantras und verlasse dann den Ort. So wird selbst die Yogastunde zu einer Stunde für ganzheitlichen Yoga. Die Wirkungen einer solchen Asanastunde werden viel anhaltender sein.“

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

30. Die Natur der Wahrheit (6)

Ein Segen:

Srimati Kanta Rana aus Delhi, eine junge Verehrerin mit guten spirituellen Zügen war ein paar Tage im Ashram. Sie informierte den Meister, dass ihr Schwiegervater, ein Ingenieur in Rente, sich entschlossen hatte, ein Häuschen auf dem Ashramgelände erbauen zu lassen, um zeitweise dort zu leben. Sie hatten geplant, dass der Meister heute den Grundstein dafür legen solle.
„Das ist eine hervorragenden Idee. Nur wer tiefe spirituelle Charakterzüge hat, hat solche Neigungen. Es ist ein seltenes Streben.“
Der Meister fuhr fort: „Denke nicht, dass Du unglücklich bist, weil Du Deinen Mann verloren hast. Es ist alles Gottes Wille, und da Er unser Vater ist, ist alles, was er tut, nur zu unserem Besten. Krishna selbst sagt in der Bhagavad Gita, dass er denjenigen, die er am meisten liebt, die Zentren ihres Vergnügens nimmt. Er erzählte dir eine Geschichte. Höre zu!
Krishna und Arjuna reisten einst inkognito in eine Stadt. Sie gingen zum Haus eines Reichen und baten um etwas zu essen. Der hochmütige Mann beschimpfte sie in schlimmsten Ausdrücken, lehnte es ab, ihnen Essen zu geben und kam sogar mit einem Stock, um sie zu schlagen. Arjuna verlor fast die Beherrschung und als Krishna das bemerkte, wollte er schnell weggehen. Vorher segnete er jedoch noch den reichen Mann, dass er noch reicher werden möge mit noch viel mehr Kühen, Häusern und anderen Reichtümern. Arjuna war überrascht über dieses merkwürdige Verhalten Krishnas, sagte aber nichts.
Dann gingen sie zur Hütte eines armen Mannes. Er war mager wie ein Skelett, hatte aber große Hingabe an Gott. Als die beiden göttlichen Reisenden ihn um Essen baten, lief er sofort und brachte gute Milch – das einzig Essbare, das er gerade hatte, bat Krishna und Arjuna , sich zu setzen und bewirtete sie. Da sie verkleidet waren, konnte er sie nicht als Gott erkennen.
Der arme Mann sagte: „Bhagavan, wie gesegnet bin ich, Euren Darshan (Präsenz, Erscheinung) zu haben! Ihr scheint große Verehrer Gottes zu sein. Befehlt! Was soll ich für Euch tun?“
Krishna verstand die spirituelle Sehnsucht seines Herzens. Er schaute sich um und stellte fest, dass sein einziger Besitz eine Kuh war. Als er das Haus verließ, sprach Krishna einen Fluch: „Möge die Kuh sterben !“
Arjuna wurde wütend bei dieser abscheulichen Tat Gottes selbst.
„Was! Du verfluchst den armen Mann, der uns so liebevoll bewirtet hat und segnest den hochmütigen Verbrecher, der uns beschimpft hat. Was für eine Ungerechtigkeit!“
Krishna antwortete: „Mein lieber Arjuna, sei ruhig. Dieser arme Mensch ist ein großer Anhänger von Mir (Gott). Ich liebe ihn ebenfalls sehr. Die Kuh ist das einzige, woran er hängt. Wenn sie nicht mehr ist, wird er sich ganz Mir hingeben und bald Moksha (Befreiung) erlangen. Der Reiche hingegen wird seine Reichtümer plötzlich vermehrt finden. Das wird seinen Egoismus, seine Bindung und seinen Sorgen noch erhöhen!“
Der Meister fuhr fort: „Deshalb sollte man sich immer freuen, wenn einem Dinge, die einem Vergnügen bereiten, genommen werden. Dadurch wird man frei, den ganzen Tag Sadhana zu praktizieren. Dein Schwiegervater ist ein guter Aspirant. Er hat sich vom öffentlichen Leben zurückgezogen. Warum sollte er sich weiterhin belasten? Er kann genauso gut seine Tage friedvoll in stiller Kontemplation am Gangesufer verbringen. Abgeschiedenheit allein gibt dir ewigen Frieden und Freude. Genug mit Freunden und Verwandten! Wenn du in Delhi bleibst, gibt es viele Störungen, selbst wenn du spirituelle Neigungen hast. Hier kannst du ungestört bleiben.“
Als Srimati Kanta Rana gegangen war, sprach der Meister zu den Schülern über Rentner: „Sie können ihre ganze Zeit dem Sadhana widmen. Wie wenige von ihnen tun das! Shri Shroff ist ein guter Aspirant. Er ist ein geistiger Sannyasin, so wie Srimati Kanta eine geistige Sannyasini ist. Es gibt eine andere Art geistiger Sannyasins. Sie schwelgen in großartigen Reden und diskutieren über Vedanta und hohe Philosophie. Sie singen, tanzen und wiederholen Mantras, aber du wirst schnell mit ihrer Hohlheit konfrontiert, wenn du sie bittest: Maharaj, du hast 5.000 Rupies. Bitte spende 1.000 dem Ashram; er braucht es! Sie werden sich nicht von einem einzigen Cent trennen. Das ist der Typ heuchlerischer geistiger Sannyasins.
Aber Shri Shroff ist nicht so. Er möchte ein Haus im Ashram bauen mit dem ausdrücklichen Ziel, die Divine Life Society das Gebäude nutzen zu lassen, wann immer er es nicht selbst benutzt.“

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

30. Die Natur der Wahrheit (7)

Ausgewogenheit bei der Ernährung:

Sri K. S. Venkataramani wollte wissen, ob Brahma-Buti nützlich für ihn wäre.
„Ja, es ist sehr gut. Weiche über Nacht Mandeln in Wasser ein, zieh die Haut ab, mache eine Paste daraus und nimm sie zusammen mit Brahma-Buti am Morgen ein. Bereite eine Limonade und trinke sie zum Beispiel nach deinem Morgenkaffee.“
„Swamiji, ich dachte es als Ersatz für Kaffee, auf den ich ganz verzichten will.“
„Nein, nein. Du brauchst nicht auf Kaffee zu verzichten. Er ist notwendig für Hirnarbeiter wie dich. Das Verbot gilt nur für die, die jeden Tag kannenweise Kaffee trinken. Achte immer auf Ausgewogenheit in der Ernährung. Dann wird alles, was du isst, egal was, sattwig sein.“

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