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Swami Sivanandas Botschaft des göttlichen Lebens

24. Weg des verehrenden Dienens (7_2)

"... Es ist die Pflicht des Gläubigen, andere Menschen zu verstehen. In Badrinath muss der Priester einen Mantel tragen, wenn er religiöse Zeremonien vollführt. Derselbe Mann wird alle Kleidung bis auf ein Tuch um seine Hüften abwerfen wollen, wenn er einen Tempel in Trivandrum betritt. In Badrinath ist es eiskalt, während in Trivandrum sengende Hitze herrscht. Diese unterschiedlichen Gebräuche sind durch unabänderliche Faktoren bedingt, aber die innere Hingabe des Gläubigen an jedem dieser beiden Orte ist die gleiche. Das müssen wir verstehen. Unterschiedliche Religionen sind notwendig, weil sie unterschiedliche Typen von Menschen ansprechen. Unterschiedliche Rituale sind notwendig, weil sie unterschiedliche Gebräuche der Menschen ansprechen. Unterschiedliche Kleidung ist notwendig, weil sie unterschiedlichen klimatischen Bedingungen entspricht. Unterschiedliche soziale Schichten sind notwendig, weil sie den unterschiedlichen Temperamenten der Menschen entsprechen. Es können nicht alle in dieser Welt der Dualität und Vielfalt gleich denken. Um ein verstehendes Herz zu entwickeln, ist es notwendig, seinen Egoismus zu besiegen, diese dämonische Gewohnheit aufzugeben, anderen die eigene Meinung aufzuzwingen. Ihr solltet euch mit dem anderen identifizieren, seine Schwierigkeiten und seine Lebenssituation anerkennen und dann mit ihm fühlen. Das ist die Pflicht eines jeden Aspiranten. Nur durch diese Art Sadhana kann das Ego besiegt und das Herz geöffnet werden..."

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Swami Sivanandas Botschaft des göttlichen Lebens

26. Entsagung – Die wichtigste Bedingung (13)

Der Holzkohle-Test:

Der Meister bekam ein Tigerfell geschenkt. Er wollte es einem verdienten 
Aspiranten geben. Während er die Angelegenheit bedachte, bemerkte er: 
„Tigerfelle gibt es viele, aber keine Meditierenden.“
Als Yogesh den Wunsch äußerte, das Tigerfell zu haben, sagte der 
Meister: „Ich werde erst den Holzkohle-Test mit dir machen, bevor ich es 
dir gebe.“
Mit dem Holzkohle-Test meinte der Meister, dass man ein glühendes Stück 
Holzkohle auf den Meditierenden legt, um sicher zu gehen, dass er 
tatsächlich meditierte und sich jenseits der Körperbewusstseins befand.

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Swami Sivanandas Botschaft des göttlichen Lebens

26. Entsagung – Die wichtigste Bedingung (15)

Der Avanti Brahmane:

Ein Bewohner des Ashrams beklagte sich beim Meister, dass ein anderer Bewohner drohte, ihn zu schlagen. Um ihm Mut zuzusprechen, sagte der Meister: „Kennst du die Geschichte des Avanti Brahmanen? Hör dir diese Geschichte an. Sie wird von Krishna in der Bhagavata erzählt.
„Es war einmal ein Brahmane. Er verlor seine Frau, sein Vermögen und alle seine Besitztümer. Er wurde von ein paar Gaunern gefesselt, sie bespuckten und schlugen ihn. All diese Qualen erduldete der Brahmane geduldig. Diese Geduld musst auch du entwickeln. Denke an diese Geschichte und entwickle Geduld.

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Swami Sivanandas Botschaft des göttlichen Lebens

26. Entsagung – Die wichtigste Bedingung (16)

Die Freigiebigkeit des Meisters:

Obwohl dem Meister Tausende von Rupien für sein göttliches Werk gespendet wurden, machte er sich nie Gedanken darüber, ob davon etwas für den nächsten Tag übrig war. Seine Schüler sahen ihn manchmal, wie er so hohe Beträge wie hundert Rupien einem Bettler gab.
„Lasst es ihn genießen“, sagte er dann. „Er hat nie erfahren, was Genuss im Leben ist.“
Obwohl seine Bücher nur unter großen Schwierigkeiten gedruckt werden konnten, verteilte er sie zu Tausenden innerhalb von wenigen Tagen. Manchmal protestierten seine Schüler und sagten: „Swamiji, wir haben keine Bücher mehr für den Verkauf übrig.“
Der Meister antwortete dann: „Das macht nichts. Wir dienen damit demselben Zweck. Wir verkaufen die Bücher, um der Menschheit einen Dienst zu erweisen und denselben Dienst erweisen wir, wenn wir sie verschenken. Warum macht ihr euch also Gedanken?“
„Swamiji, das ist wahr“, sagten sie dann, „aber einige Bücher werden an Leute verschenkt, die sie nie lesen werden. Wieso werden Bücher so wahllos verschenkt?“
„Er wird sie vielleicht nicht lesen“, lautete dann die Antwort, „aber er wird sie jemandem weitergeben, der sie liest und Nutzen daraus zieht. Irgendjemand wird Nutzen aus den Büchern ziehen. Deswegen verschenke ich sie einfach. Das Schlimmste, was jemand damit machen kann, wäre, die Blätter heraus zu reißen, um Lebensmittel darin einzuwickeln. Derjenige, der die Lebensmittel kauft, wird sie wieder auswickeln und lesen, was darauf steht.“

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Swami Sivanandas Botschaft des göttlichen Lebens

26. Entsagung – Die wichtigste Bedingung (17)

Mit gutem Beispiel vorangehen:

Einmal kam ein Aspirant in den Ashram, um Yoga zu üben. Ein Besucher, der unter Tuberkulose litt, hielt sich ebenfalls im Ashram auf. Der Meister bat den neuen Aspiranten, die Kleider des Kranken zu waschen. Der Aspirant schreckte vor dieser Aufgabe zurück, da er in dem Ashram gekommen war, um Yoga zu üben und nicht, um niedrige Arbeiten zu übernehmen wie das Waschen der Kleider von Kranken.
Nicht lange danach sah man den Meister selber, wie er am Ufer des Ganges die Kleider des Kranken wusch.

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Swami Sivanandas Botschaft des göttlichen Lebens

26. Entsagung – Die wichtigste Bedingung (18)

Wie man Beleidigungen erduldet:

Beim Parlament der Religionen, das im April 1953 im Ashram abgehalten wurde, waren spirituelle Führer und Würdenträger aus allen Teilen des Landes anwesend.
Im Laufe der Tagung wünschte ein Swami, der nicht auf dem Programm stand, die Gelegenheit zu sprechen. Die Organisatoren waren nicht bereit, ihn auf die Rednerbühne steigen zu lassen. Der Meister hörte den Aufruhr und bat die Organisatoren, den Mann sprechen zu lassen.
Anstatt über Religion und Spiritualität zu sprechen, begann der Swami mit einer bösartigen Tirade, indem er dem Meister vorwarf, auf Englisch anstatt in der Landessprache Hindi zu schreiben.
Der Meister saß wie immer da, als ob sein Geist von all dem, was da vor sich ging, abgeschaltet hätte.
Als er an der Reihe war, seine Rede zu halten, sagte der Meister, indem er sich an den Swami wandte: „Er hat eine wunderbare Rede gehalten!“
In der gleichen Weise verunglimpften eine Frau und ihr Mann den Meister, indem sie ihn in Rishikesh und Hardwar schlecht machten. Seine Schüler ärgerten sich darüber. Der Meister wollte aber seinen Schülern eine Lektion geben. Daher bereitete er ein aufwendiges Abendessen vor und lud das Ehepaar dazu ein. Der Mann saß zu seiner Rechten und die Frau zu seiner Linken und seine Schüler mussten sie mit Liebe bedienen.

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Swami Sivanandas Botschaft des göttlichen Lebens

26. Entsagung – Die wichtigste Bedingung (19)

Die Liebe des Meisters:

Eine sehr ergebene Schülerin des Meisters kam in den Ashram und nahm Sannyas. Ihre Kinder und Angehörigen waren entsetzt. Sie versuchten vergeblich, sie zurück zu holen.
Es ergab sich, dass ihr Sohn in ein Trainingslager der Luftwaffe in Dehra Dun kam. Er wollte die Gelegenheit nutzen, um seine Mutter im Ashram zu besuchen, der etwa 20 Meilen von Dehra Dun entfernt liegt. Die übrigen Familienmitglieder befürchteten, sie könne ihn überzeugen, auch im Ashram zu bleiben, falls er sie besuchen sollte. Daher nahmen sie ihm das Versprechen ab, unter keinen Umständen in den Ashram zu gehen.
Der Junge schrieb seiner Mutter, dass er sie nicht im Ashram besuchen konnte, so sehr er sich auch wünschte, sie zu treffen, da er den Angehörigen sein Versprechen gegeben hatte. Die Mutter antwortete ihm, dass er nicht in den Ashram kommen müsse, sie aber bei der Polizeistation in der Nähe des Ashrams treffen könne. Sie erzählte dem Meister nichts von diesem Treffen.
Auf diese Vereinbarung hin kam der Junge mit einem Taxi zur Polizeistation. Er traf dort seine Mutter, die ihm erklärte, warum sie sich entschlossen hatte, in den Ashram zu gehen. Es lag ihr viel daran, dass der Junge wenigstens den Segen des Meisters erhielt, nachdem er den weiten Weg nach Rishikesh gemacht hatte. Sie wäre sehr traurig gewesen, wenn er ohne den Segen des Meisters wieder abgereist wäre.
Der Sohn weigerte sich heftig und sagte seiner Mutter, dass er der Familie versprochen hatte, niemals einen Schritt über die Schwelle des Ashrams zu tun. Tränen waren in den Augen der Mutter, als sie daran dachte, welche Gelegenheit er verpassen würde, wenn er den Meister nicht träfe.
Genau in diesem Augenblick entdeckten sie zu ihrer großen Überraschung den Meister, der gerade von seiner nahe gelegenen Hütte auf sie zu kam. Seine Schüler hatten ihn draußen auf einem Stuhl sitzen sehen. Auf einmal sagte er zu ihnen: „Ich werde zu ihm gehen“ und machte sich auf den Weg, ohne Schuhe. Seine Schüler liefen ihm mit seinen Schuhen hinterher.
Der Meister sprach liebevoll mit dem Jungen, während er mit ihm auf einer Bank bei der Polizeistation saß. Er bestellte Kaffee und etwas zu essen. Er ließ sich auch eine Girlande geben und legte sie dem Jungen um. Nachdem er etwa 45 Minuten mit ihm gesprochen hatte, ging der Meister zu seiner Hütte zurück.
Die Mutter fragte den Jungen, ob er immer noch nicht von der Größe und Liebe des Meisters überzeugt sei. Sie bat ihn, mit ihr zu kommen, um dem Meister die Ehre zu erweisen. Der Junge war einverstanden, sagte aber, dass er sich nur vor dem Meister verneigen, sich aber nicht niederwerfen würde. Als er aber zum Meister kam, fiel er ihm unwillkürlich zu Füßen!
Es ist unnötig zu sagen, dass der Junge vollständig überwältigt war.

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

21. Kapitel - Die letzten Tage (20)

Vertrauen in Gott:

Swami K., ein hervorragender Arbeiter, war für die Poststelle und die Buchhaltung verantwortlich. Er war rund um die Uhr beschäftigt und arbeitete Tag und Nacht. Er wurde von allen bewundert, da er beinahe 20 Stunden pro Tag auf den Beinen war. Er stellte auch ein Buch mit den Lehren des Meisters zusammen.
Niemand ahnte, dass ausgerechnet dieser Swami eines Tages mit dem gesamten Geld verschwinden würde. Normalerweise öffnete er die Poststelle um 5 Uhr morgens. Eines Morgens entdeckte man, dass er verschwunden war. Das erste, was Verdacht erregte, stand im Zusammenhang mit einer Geldsendung des Meisters an jemanden in Bombay. Der Umschlag war da, aber das Geld fehlte. Dann wurde entdeckt, dass weder auf dem Sparkonto, noch in der Kasse Geld war. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, war auch das Geld verschwunden, das für Bürgschaften gegenüber der Regierung bestimmt war und in der Poststelle aufbewahrt wurde. Sogar die Sparkonten von einigen armen Leuten fehlten.
Sobald die Ladenbesitzer in Rishikesh davon hörten, verweigerten sie dem Ashram künftige Kredite. Jedem der Läden schuldete der Ashram mehr als 1.000 Rupien.
Der Postinspektor und die Polizei erschienen. Der Meister lächelte wie immer und zeigte keine Spur des Bedauerns.
„Er war ein sehr guter Arbeiter. Seht nur, was für ein schönes Buch er zusammengestellt hat!“, sagte er jedes Mal, wenn jemand zu ihm kam und ihn auf die Sache ansprach.
Das größte Problem ergab sich bei der täglichen Lebensmittelversorgung. Aber Tag für Tag kam der für das Essen nötige Betrag auf wundersame Art und Weise zusammen. Am ersten Tag kam jemand, der nichts von dem Zwischenfall wusste, in den Ashram und lud alle zum Essen ein, weil an jenem Tag sein Geburtstag war.
Irgendwie wurde diese Krise überwunden. Der Meister sagte ruhig. „Es ist nicht unsere Verantwortung noch eure, sondern nur Seine.“
Sogar nach diesem Ereignis nahm der Meister jeden im Ashram auf. Wenn der Sekretär sich darüber beklagte, „Swamiji, wir sind in einer finanziellen Krise und du nimmst immer mehr Leute im Ashram auf“, erklärte der Meister: „Jeder bringt seine eigene Lebensmittelmarke mit, auf der sein Schicksal geschrieben steht. Wenn Gott jemanden in diesen Ashram bringt, schickt er das Essen für ihn schon im voraus. Wir können ihn also ruhig aufnehmen.“

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

27. Das spirituelle Leben

Ein Leben voll Glückseligkeit

1. Der Geist ist manchmal verärgert und manchmal ruhig. Gib dem niemals nach. Sei gelassen.

2. Vergiss dich selber vollständig in den Sorgen und Nöten deiner Mitmenschen.

3. Säe den Samen der Arbeit zur günstigsten Zeit, wenn er am fruchtbarsten ist.

4. Bringe den Schwachen Trost, Licht in die Dunkelheit und den Verzweifelten Hoffnung.

5. Dein Herz ist durch Heuchelei, Unaufrichtigkeit, Boshaftigkeit usw. sehr eng geworden und verkümmert. Es ist deine beschwerliche Pflicht, es jetzt zu öffnen.

6. Dein Herz ist härter als Granit oder Stahl, da es der Hort schlechter Eigenschaften gewesen ist wie Habgier, Geiz, Grobheit, Zorn, Eifersucht und Stolz. Es ist deine oberste Pflicht, es zu erweichen.

7. Das Verlangen nach Ruhm, Ehre und Genuss unter dem Deckmantel der Frömmigkeit ist der Erzdämon und ein Hindernis auf dem spirituellen Weg.

8. Leidenschaft macht uns blind und zum ärmsten aller Bettler. Unser Sehorgan tut viel Böses. Vernichte den lustvollen Blick, die Untreue des Auges. Schlage den Weg der göttlichen Entwicklung ein und versuche, Gott in allem zu sehen.

9. Überwinde die Trägheit, die dich in den Ruin führen kann.

10. Derjenige, der allen selbstsüchtigen Handlungen entsagt, der die Gegensätze überwindet, wird aus dem Kreislauf von Geburt und Tod befreit.

11. So wie die Eule, die in der hellen Sonne nicht sehen kann, ist auch ein weltlicher Mensch wegen seiner Unwissenheit, seiner Selbstsucht und seiner Eitelkeit nicht fähig, Gott zu erkennen.

12. Krankheit ist ein Segen; sie hilft dir, deinen Geist nach Innen, auf Gott zu richten.

13. Leid ist eine Feuerprobe, in welche die Natur den Menschen wirft, um ihn zu einem höheren übermenschlichen Wesen zu formen.

14. Stehe auf, wache bei Zeiten auf. Warte nicht, bis harte Schicksalsschläge dich zur Besinnung bringen.

15. Beklage dich nicht darüber, dass du keine Zeit für spirituelle Übungen hast. Schlafe weniger und plaudere weniger. Dann wirst du genügend Zeit für Sadhana haben. Siehe Gott in jedem Gesicht, in allem.

16. O Ram, wiederhole den Namen Gottes unaufhörlich. Singe ihm zu Ehren. Meditiere. Diene den Heiligen.

17. Sei harmonisch im Umgang mit allen und überall.

18. Wenn du dich nicht um Gottesverwirklichung bemühst, solange Gott dich mit einem menschlichen Körper gesegnet hat und du dieses wertvolle Leben mit sinnlichen Genüssen vergeudest, bist du ein ausgewiesener Narr. Du wirfst die kostbare Perle des Chintamani (Edelstein) weg und nimmst eine Glasscherbe. Der Verlust ist in der Tat erbärmlich.

19. Disziplin, Selbstbeschränkung und tiefe Meditation sind notwendig, um den Willen Gottes zu erfahren.

20. Erwacht, Kinder des Lichts! Zieht euch nach innen zurück. Schränkt eure Sinne ein. Erlangt das Licht der Lichter.

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

27. Das spirituelle Leben (2)

Dienst an den Schülern:

Während der ersten Zeit im Ashram fragte der Meister stets, wenn er sein Mittagessen einnahm, nach einem zweiten Teller und gab etwas von seiner Mahlzeit, was immer er auch aß, auf diesen zweiten Teller. Nachdem er sein Mittagessen beendet hatte und ohne danach zu ruhen, nahm er diesen Teller, bedeckte seinen kahlen Kopf mit einem dünnen Tuch und ging von Zimmer zu Zimmer, um seinen Schülern von diesem Prasad zu bringen.
An einem sehr heißen Tag schlossen die drei Schüler, die im Büro arbeiteten, die Tür, um sich in einem kleinen Nebenraum auszuruhen.
Als an diesem Tag der Meister mit dem Teller kam, sah er, dass die Bürotür und die Tür des anderen Raums geschlossen waren und dachte sich, dass seine Schüler sich ausruhten. Also ging er zur Küche, die in der Nähe des Büros lag und gab dem dort arbeitenden Swami das Prasad mit der Anweisung, es den Schülern ins Büro zu bringen, wenn diese aufwachten.
Ein paar Minuten später hörte der Swami einen der Schüler im Büro lachen. Er kam mit dem Prasad und sagte: „Oh! Swamiji hat dieses Prasad in der Küche gelassen und mich gebeten, es euch zu bringen, da er dachte, ihr würdet euch ausruhen.“
Es gab eine weitere erinnerungswürdige Begebenheit in den frühen Tagen des Ashrams, in einer Zeit, in der die Einkünfte gering und Obst selten und teuer war.
Eines Tages kamen einige Schüler zum Meister, um Arbeit und Anweisungen zu bekommen.
Auf einmal wandte sich der Meister seinem persönlichen Koch zu und fragte ihn, ob Orangen da seien. Als der Koch bejahte, bat der Meister ihn, sie zu bringen.
Der Koch war ein wunderbarer Mensch und dem Meister sehr ergeben. Als er gebeten wurde, das Obst zu bringen, rührte er sich nicht von der Stelle, sondern sagte: „Die sind nur für dich, Swamiji, und für niemanden sonst.“
„Ah! Nur eine, nur eine“, bat der Meister.
„Nein, Swamiji. Sie sind sehr teuer und schwer zu bekommen in dieser Jahreszeit. Wir haben nur einige wenige für dich gekauft, Swamiji.“
„Ah! Sehr selten? Sehr teuer?“
„Ja, Swamiji. Es ist Sommer und es gibt nicht viele Orangen in den Läden.“
„Ah! Fürchterlich teuer? Ich verstehe!“
Daraufhin ging der Meister in die Küche und brachte die Orangen!
„Hm! Das sind sehr schöne Orangen, auch wenn sie sehr teuer sind. Sie sind sehr gut.“
Der Meister schälte eine und gab jedem der beiden Schüler ein paar Stücke. Dann warf er einige Stücke in den Ganges.
„Die Fische können auch etwas davon bekommen. Wenn sie so teuer und so selten sind, warum sie nicht auch mit den Fischen teilen?“
In der Zwischenzeit hatten sich einige Affen auf dem Dach versammelt und er warf ihnen auch ein paar Stücke zu. Eine nach der anderen wurden so alle Orangen verbraucht!

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27. Das spirituelle Leben (3)

Wie sich Sankalpa (Wunsch) erfüllt:

Zwei junge Brahmacharis aus dem Ramakrishna Ashram in Almora kamen zum Meister, um dessen Segen zu erhalten. Einer von ihnen sagte, er habe sich seit Jahren den Segen des Meisters gewünscht.
„Swamiji, ich bin so glücklich, dich heute zu sehen“, sagte er. „Mein lang gehegter Wunsch ist heute in Erfüllung gegangen. Obwohl mein Urlaub beinahe zu Ende ist und meine Aussichten, deinen Segen zu erhalten, gering waren, habe ich mich entschlossen, hier nicht fortzugehen, bevor ich dich nicht gesehen hatte. Ich bin froh, dass mein Wunsch erfüllt worden ist.“
Meister: „Dein Wunsch war sehr stark, deswegen ist er erfüllt worden.“
Brahmachari: „Ich möchte einige deiner Bücher kaufen. Welchen Preis nimmst du von Leuten wie mir?“
Meister: „Wieso fragst du nach dem Preis? Ich werde dir alle Bücher umsonst geben. Welches Buch möchtest du jetzt?“
Brahmachari: „Ich hätte gern deine Gita.“
Der Meister bat Swami Satchidanandaji, ihm ein Exemplar zu geben. Die Gita und andere Bücher wurden für beide Brahmacharis gebracht. Der Meister signierte die Bücher und gab sie ihnen.
Beide Brahmacharis freuten sich sehr und dankten dem Meister immer wieder. Der Meister erinnerte sich an einige Ereignisse, die er in Almora erlebt hatte und erwähnte die Namen einiger Personen, die den Ramakrishna Ashram dort leiteten.

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Swami Sivananda – Ein moderner Heiliger

28. Weg der Selbst-Eroberung

Wie man das Ego überwindet:

1. Sprich zu Gott, der in dir wohnt und dich führt. Lege deine Gemütszustände immer in seine Hand. Er wird alles in Ordnung bringen.

2. Stelle morgens ein Programm für den Tag auf. Prüfe dich abends und rekapituliere, was du gemacht hast.

3. Schreibe über deine Rückfälle, Schwächen, Fehler und Versuchungen in einem spirituellen Tagebuch.

4. Gehe dein spirituelles Tagebuch noch einmal durch. Mache neue Vorsätze und halte sie ein. Nähere dich dem Göttlichen.

5. Der Weg der Gottesverwirklichung ist einfach. Es ist der Weg der Selbstaufgabe, Wahrheit und Liebe.

6. Mache Selbstaufopferung, Selbstaufgabe, Selbstbeschränkung, Selbstanalyse, Selbstreinigung und Selbsterkenntnis zu deinem Motto und Ideal.

7. Vernichte Lust und Habgier in dir. Du bist göttlich.

8. Dein wahrer Feind ist dein Ego. Bewahre seiner Sprunghaftigkeit und seinen Versuchungen gegenüber Gleichgültigkeit.

9. Die vollständige Ausrottung des Egoismus ist der eigentliche Kern der Spiritualität.

10. Befreie dich vom Egoismus und du wirst von Gott erfüllt sein.

11. Vergiss das kleine Ich, um das höhere Ich zu erlangen.

12. Betreibe täglich Selbstanalyse, Selbstbetrachtung und Selbstreinigung. Das ist der Weg zu letztendlicher Befreiung und ewiger Glückseligkeit.

13. Glaube, Glaube, bedingungsloser Glaube ist notwendig, um Gottesverwirklichung zu erreichen.

14. So wie die Kompassnadel immer zum Nordpol zeigt, muss dein Wille unerschütterlich auf den göttlichen Willen ausgerichtet sein.

15. Vergiss Gott in guten, problemlosen Zeiten nicht. Sei sorgfältig bei der Auswahl deiner Freunde und Bekannten.

16. Genauso wie Ton von den Händen des Töpfers geformt wird, solltest du dich von den Händen Gottes formen lassen. Er wird dir die richtige Form geben.

17. Habe Glauben, Glauben, Glauben. Glauben in dein eigenes Selbst, in Gott, in den Guru und in die heiligen Schriften.

18. Wenn du aufrichtig bist, wirst du Gott mit Sicherheit erreichen, egal welchen Weg du zu ihm einschlägst.

19. Vertraue auf Gott. Er wird dich auf jeder Stufe begleiten und dich Schritt für Schritt auf dem spirituellen Weg leiten.

20. Alles ist eins. Spüre das Einssein mit allem Lebenden. Lerne, den Atman in allem um dich herum zu erkennen.

21. Trenne dich nicht von den anderen. Erfahre die Fülle des allumfassenden Lebens.

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28. Weg der Selbst-Eroberung (2)

Karma Yoga:

„Das Verteilen von Prasad ist eine spirituelle Übung. Derjenige, der das Prasad verteilt, sollte ein guter Karma-Yogi sein. Es können zum Beispiel wichtige Personen anwesend sein, die unmittelbar nach der Zusammenkunft weggehen. Sie werden nicht auf das Prasad warten. Sie müssen zuerst bedient werden. Die anderen können warten. Ihr solltet immer die Fähigkeit zur Unterscheidung nutzen. Du hast Punditji so wenig gegeben“, wies der Meister den Prasad-Verteiler zurecht, nachdem die Eröffnungszeremonie der Erweiterung der Jubiläumshalle beendet war.
„Swamiji, wir hatten nur sehr wenig vorbereitet. Wir hatten nicht so viele Teilnehmer erwartet.“
„Jede Zusammenkunft ist heilig. Auch die Eröffnung eines Bürogebäudes ist eine Gelegenheit für alle, Kirtan zu singen und Satsang zu halten. Alle müssen eingeladen und bedient werden“, sagte der Meister.
„Wir werden uns in Zukunft daran halten, Swamiji.“
„Selbst wenn nur wenig Prasad und eine große Gruppe da ist, müssen erst die Besucher bedient werden und wir werden uns das teilen, was übrig bleibt. Das ist der Geist des Karma Yoga. Habt ihr das jetzt verstanden?“

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