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Antworten
Lieber Hans-Joachim,
man spürt, dass du nicht theoretisch sprichst.
Wer im Hospiz arbeitet, redet anders über das Leben. Nüchterner. Wahrhaftiger.
„Nichts ist selbstverständlich“ –
das ist keine spirituelle Floskel, sondern tägliche Erfahrung am Sterbebett.
Und genau hier berühren sich deine Worte mit den klassischen Überlieferungen.
Im Bhagavad-Gita heißt es:
„Was entsteht, vergeht; was vergeht, entsteht neu.“
Nicht als Trost, sondern als Beschreibung der Ordnung der Erscheinung.
Alles, was wir selbstverständlich nennen – sprechen, gehen, denken – ist kontingent.
Es kann morgen anders sein.
Auch im Yoga-Vāsiṣṭha wird immer wieder betont:
Die Welt ist flüchtig wie ein Traum.
Gerade deshalb soll man sie nicht geringschätzen, sondern klar sehen.
Dankbarkeit ist dabei kein moralischer Imperativ.
Sie ist eine Folge von Einsicht.
Wenn ich erkenne, dass nichts in der Erscheinung garantiert ist,
dann wird jeder Schritt kostbar.
Nicht dramatisch – kostbar.
Und doch würde ich einen Schritt weitergehen.
Du schreibst: „Nichts ist selbstverständlich.“
Auf der Ebene der Funktionen stimmt das.
Aber die Brihadaranyaka Upanishad fragt tiefer:
Was ist es, das all diese wechselnden Zustände erlebt?
Was bleibt, wenn Gehen nicht mehr möglich ist, wenn Denken schwer wird, wenn der Körper versagt?
Im Hospiz zeigt sich nicht nur die Zerbrechlichkeit –
es zeigt sich auch etwas anderes:
Oft eine stille Präsenz, die nicht zusammenbricht, obwohl alles andere zerfällt.
Das ist kein romantischer Gedanke.
Es ist eine Beobachtung, die viele Mystiker teilen.
Meister Eckhart spricht davon, dass im „Grund der Seele“ etwas Ungeborenes bleibt – unabhängig von Gesundheit oder Krankheit.
Dankbarkeit also – ja.
Aber nicht nur für Funktionen.
Sondern vielleicht auch für das schlichte Sein.
Für das Bewusstsein selbst, das all diese Zustände trägt.
Denn wenn „alles im nächsten Moment in Frage gestellt“ werden kann,
dann stellt sich die eigentliche Frage:
Was ist es, das diese Infragestellung bemerkt?
Dein Impuls ist richtig:
Halte inne.
Sei dankbar.
Lebe wach.
Aber nicht aus Angst vor dem Verlust.
Sondern aus Klarheit über die Vergänglichkeit der Formen –
und aus stiller Achtung vor dem, was sie trägt.
Vielleicht ist es am Ende nicht „nichts“,
sondern das Auflösen falscher Sicherheiten –
damit das Wesentliche sichtbar wird.