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Namasté, liebe Yogavidya-Mitglieder!

Ich lese schon seit längerer Zeit bei Yogavidya und habe mich vor kurzem angemeldet. Nun beschäftigt mich im Zusammenhang mit Yoga die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, Yoga zu praktizieren, wenn man nicht von der Existenz eines Gottes überzeugt ist.
Ich persönlich habe mich in den vergangenen Jahren als Atheisin bezeichnet, weil die mir bekannten Religionen und deren Weltbild unlogisch und zum Teil grausam erschienen. Nach Lektüre der Upanischaden und der Bhagavadgita habe zumindest wieder einen kleinen Zugang zu "Gott", weil mir das dort gesagte so wunderschön und tröstlich erscheint und ich habe für mich persönlich beschlossen, meine Zweifel und mein allzu kritisches Denken zu dem Thema "Gott" einfach mal eine Weile auszublenden. Ich weiß nun von einigen Bekannten, die Yoga aber nun völlig ohne spirituellen Hintergrund, quasi als Sport betreiben. Das kommt mir irgendwie sinnlos vor. Wie steht Ihr dazu? Seid ihr alle völlig überzeugte Gläubige?
Ich hoffe, es ist in Ordnung, hier solche eher philosophischen Fragen zu stellen.

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Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

Erstmal ein ganz klares "Nein!"

Ist alles nur das Resultat des Denkapperates und seiner Funktionen, von dem ewigen ja und wieder, pro und contra, ringelreihe und links herum, in dem Falle auch dieser Gottesbegriff mit dem du dich da schwer tust, verstaendlich, geht mir auch so, ist so wie wir da heran gefuehrt wurden/werden einfach wieder dem "gesunden Menschenverstand"!

Gruebele einfach darueber nicht nach, die Loesung "Antwort" kommt von selbst aus deinem ureigenen Inneren!

Ich koennte dazu mehr sagen, es brennt mir auf der Zunge, aber ich lass mal brennen!
Liebe Claudia,

Yoga heisst übersetzt: Vereinigen, Zusammenbinden.

Mit was??
Das bekommt man in der Praxis ganz von selber raus :-)

Es läuft NICHT über den Kopf.

Alles Gute
Sabine
Lieber Vijaya,
mir sagt die vedische Religion auch sehr zu, zumindest soweit ich mich bisher damit beschäftigt habe. Und das, wo ich eigentlich mit dem Thema "Religion" durch war. Naja, so durch wohl auch nicht, sonst hätte ich mich wohl gar nicht dafür interessiert. Mein Problem ist wohl eher dieses "alles-genau-wissen-und-verstehen-wollen".
Lieber Eduard,

es tut mir leid, dass man dich früher verletzt hat. Aber vielleicht haben gerade diese Erfahrungen dich ja zu deinem jetzigen Weg geführt, der dich offensichtlich glücklich macht.

Ich habe immer ein leichtes Leben gehabt. Ich hatte eigentlich nie Probleme (bis auf die, die auf mein eigenes fehlerhaftes Handeln zurückgingen). Angesichts dessen, was manche Menschen so durchmachen, fühle ich fast schuldig..

Um zum Thema zurückzukommen: Ich werde mich einfach weiter hier umsehen, lesen, lernen, Fragen stellen. Einfach offen sein, Erfahrungen machen. Wer weiß, was kommt.

Sobald sich für mich persönlich die Gelegenheit ergibt, möchte ich auch einmal einen Yogakurs bei Yogavidya machen.

Claudia
Lieber Vijaya,
du dürftest vor 17 Jahren noch die jugendliche Naivität (nicht negativ gemeint!) gehabt haben, etwas glauben zu können, bevor du es verstandesmäßig erfassen konntest. In meinen fast 43 Jahren Leben ist mir diese Fähigkeit leider ein wenig abhanden gekommen...

Aber ich versuche zumindest immer, auch für neue Denkansätze offen zu sein. Daher habe ich auch schon gelentlich meine grundsätzliche Einstellung zu Themen komplett geändert, was bei manchen Menschen vielleicht so rüberkommt, als sei ich leicht zu beeinflussen oder irgendwie labil. Aber ich denke, nur festgefahrene Menschen können nie ihre Meinung ändern.

In gewisser Weise glaube/fühle ich ja schon so etwas wie ein "göttliches Bewusstsein", kann mir nur keinen personalen Gott vorstellen. Vielleicht werde ich ja irgendwann Antworten finden, wenn ich aufhöre, danach zu suchen.

Ich freue mich jedenfalls sehr über Eure Beiträge.
Hallo Claudia

Wenn du einen personalen Gott finden solltest, mach ein Bild von Ihm.....:)
Und zu deiner Frage: "Muss man gottgläubig sein, um sinnvoll Yoga zu praktizieren?"
Nein, muss man nicht.
Warum denn auch? Warum sollte man gottgläubig sein, um Yoga zu praktizieren?
Wenn ich das richtig verstanden habe, ist Yoga die einzige spirituelle Richtung, die alle anderen Glaubensrichtungen anerkennt. Da wird niemand bevorzugt oder ausgeschlossen.
Letztendlich denke ich, wird das Wort "Gott" das eigentliche Problem sein. Ist zwar mein Lieblingsthema aber ich lasse es dann doch.......
Suchen musst du übrigens nicht. Warum sollte sich "Gott" auch selbst suchen wollen?! ;)

Viele Grüße
Kai
Vielen Dank für Eure Antworten.
Vermutlich ist es wirklich dieses Wort "Gott", welches es mir schwer macht. Es ist mit ganz bestimmten Vorstellungen verbunden, die ich nur schwer ablegen kann.
Ich werde trotzdem die täglichen Inspirationen von Sukadev weiter geniessen, auch wenn das Wort "Gott" dort fast immer vorkommt...
Liebe Claudia,

ich freue mich sehr dass du zu Yoga Vidya gefunden hast. Wenn du möchtest, lese und höre viele Vorträge von Sukadev über Yoga an.

http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/horsendungen-auf-einen-bli...

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Deine Frage überraschte mich schon ein wenig! ob es überhaupt sinnvoll ist, Yoga zu praktizieren, wenn man nicht von der Existenz eines Gottes überzeugt ist.

Yoga ist so aktuell, fast jeder kennt Yoga und spricht über Yoga.

Die zentrale Frage ist und bleibt: "Wer bin ich". Wenn diese Frage in einem stark wird, dann beginnt der spirituelle Weg mit Yoga, ansonsten ist Yoga ein Hilfe um Körper und Geist zu harmonisieren, und um mehr Energie zu bekommen usw.

Wie wunderbar, dass du ohne Vorkenntnisse die Bhagavad Gita und die Upanishaden gelesen hast, und sie wohl auch gut verstehst, sonst hätte nicht dein umdenken eingesetzt. Du hast mit Sicherheit in deinen früheren Leben dich schon mit den Schriften, somit auch mit Yoga beschäftigt, und dieses Wissen kommt jetzt langsam wieder an die Oberfläche.

Das besondere bei Yoga ist, dass nicht das äußere angesprochen oder studiert wird, sondern das innere. Das heißt: in jedem Menschen ist das Göttliche als Bewußtsein... verborgen. Wir suchen solange im äußeren nach etwas was in uns ruft (z.B. wer bin ich eigendlich, was ist Gott, warum bin ich hier, was kommt nach dem Tod usw). Wenn die Sehnsucht, manchmal auch das Leiden immer größer wird, geschied oft etwas unverhofftes, was uns einen Weg nach innen zeigt, z.B. durch ein Buch, oder eine Freundin nimmt einen ohne Grund zu einer Yogastunde mit, oder durch Fragen usw., das wäre dann der Beginn des spirituellen Erwachens

Erleuchtung ist, wir sind wieder zu Gott geworden. Wir sehen in allen Menschen sich selbst als Gott. Die geistige Aktivität hat für immer aufgehört zu sein. Wir sind zum reinen Bewußtsein geworden. Ein ewiger Augenblick der Glückseligkeit. Mit den beschränkten Worten des Geistes nicht beschreibbar, da der Geist natürlich nicht höher steht als Gott, oder Bewußtsein.

Ich glaube u n e r s c h ü t t e r l i c h a n G o t t in mir. Leider ist das Wort Gott zu oft falsch gebraucht worden, oder missverstanden worden. Man kann Gott auch als Unendlichkeit, Brahman, Selbst, Krishna, Allmächtiger, Allvater, Herrgott, Schöpfer, Urschöpfer, Weltenlenker, Jehova, Allah... nennen. Eigentlich rufen und verehren wir uns selbst, aber natürlich nicht die physische Hülle/Körper, sondern was drin steckt.


Dein Segen ist: "dass du alles-genau-wissen-und-verstehen-willst".

NAMASTE
Rafaela


Eduard Heinrich Alfons Jolmes schrieb:


Claudia schrieb:
Lieber Eduard,

es tut mir leid, dass man dich früher verletzt hat. Aber vielleicht haben gerade diese Erfahrungen dich ja zu deinem jetzigen Weg geführt, der dich offensichtlich glücklich macht.

Ich habe immer ein leichtes Leben gehabt. Ich hatte eigentlich nie Probleme (bis auf die, die auf mein eigenes fehlerhaftes Handeln zurückgingen). Angesichts dessen, was manche Menschen so durchmachen, fühle ich fast schuldig..

Um zum Thema zurückzukommen: Ich werde mich einfach weiter hier umsehen, lesen, lernen, Fragen stellen. Einfach offen sein, Erfahrungen machen. Wer weiß, was kommt.

Sobald sich für mich persönlich die Gelegenheit ergibt, möchte ich auch einmal einen Yogakurs bei Yogavidya machen.

Claudia

Hallo Claudia,

du hast ganz recht damit. So sehe ich das auch.
Alle Erlebnisse haben mich letztendlich hier hin geführt.
Ich habe die innere Haltung, dass ich das Leben so gewählt habe, wie ich es gelebt habe und lebe.

Du brauchst Andere wegen ihres Karmas und Lebens nicht bedauern.
Wer weis schon, wieviel und welches Karma du in vorigen Leben erschaffen hast.
Wenn dein Leben ohne große Krisen ablief hast du eventuell eine fortgeschrittene Seele, die gutes Karma erschaffen hat.

Alles genau wissen wollen hat Vor- und Nachteile.

Jaya mata Kali - Eduard


Du hast schon recht, aber so leichte Bauchschmerzen habe ich bei der Karmalehre noch.
Sie scheint mir zwar logischer und sinnvoller als andere religiöse Erklärungen für das, was Menschen so zustößt. Aber könnte sie nicht Tätern die Möglichkeit geben, sich damit entschuldigen, nur ein "Werkzeug" zu sein, das dem Opfer hilft, sein Karma abzuarbeiten?
"Religion" ist das was Mensch um den Gottesbegriff gebastelt hat!

Darum ist Religion durchaus zu vernachlaessigen, Sadhana aber, Praxis, die Arbeit an sich Selbst, wort woertlich: "geradewegs auf ein Ziel zugehen, etwas zu volbringen, auszufuehren" ist grundlegend wichtig fuer den der meint noch irgendwo "hin" gelangen zu muessen, aber auch fuer den Menschen der sich nur erinnern, festigen moechte!

Sicher kann Mensch auch "einfach nur so Asana" ueben (die meisten machen geanu das und kein Yoga, aber die meisten meinen Asana praktizieren sei schon Yoga!), es gibt keine Regel, kein Gesetz wo steht das Mensch das nicht darf oder XYZ muss. Karma ist der universell-kinetische Hyperregulator der zwecks Kontrolle der Eigenverantwortung die jedem Lebewesen samt seiner Freiheit mitgegeben ist, Resultate von allen Handlungen auch den Aktionen des Verstandes, zeitigt.

Unsere, moeglicherweise aus Unwissenheit geborene Missachtung dieser universellen Regulatoren, die nur aus der Wechselwirkung "falsch vs. richtig" heraus agieren und dort ihren Ursprung haben, die erwuenschte wie eben auch (leider) unerwuenschte Reaktionen zeitigen, die Konfrontation mit den negativen Resultaten, veranlasst Mensch letztendlich zu fragen "Warum?"

Und die Suche beginnt, Mensch faengt an zu fragen, meist unter Leidensdruck, unter "Qualen", Schmerz..... es gibt zahlreiche Wegweiser, bei manchen ist es Intuition, es ist in Religionen, in den diese Religionen begleitenden Schriftwerken "versteckt", in einigen noch relativ rein erhalten, bei anderen schon stark verhuellt, durch unzaehilge Jahhunderte von Ueberlieferungen und Uebersetzungen aus/in Sprachen die Heute vielfach schon keiner mehr spricht, lesen oder schreiben kann, schwer verstaendlich geworden, teils aber auch in ganz gewoehnlicher Prosa, in Gedichten, Erzaehlungen, Mythologien, Liedertexten oder in Literatur zu finden, denn dieses Fragen, die uns innewohnende Gewissheit das "was nicht stimmt" oder auch das Wisssen "worum es geht, was Sache ist" ist der Motor, die Kraft die auch die Antworten hervorbringt!

Und das, diese Kraft, dieser Spirit, dieses wesenlose, ursprungslose, ungreifbare, unangreifbare, unfassbare, unnahbare, unendliche, allgegenwaertige, alles druchdringende.... dieses ist was Mensch als "Gott", als "Goettlichkeit" als "goettlich" , ja um den Ueberblick zu behalten unzaehlige "Goetter" erfunden und benannt, ihnen Kraefte und Zustaendkeiten zugeordnet hat, somit "Dieses" zu bezeichnen und so zu verstehen sucht, all diese Begriffe, all diese Zuordnungen, bilden nur einen winzigen Funken von dem, was "Dieses" wirklich ist, das laesst sich weit besser jenseits der begrenzten dualen Begrifflichkeit, des materiellen Planes, eben in der Versenkung, dann wenn der "Suchende", der Verstand, das Denken, der Kopf, still geworden ist, finden!

Ein recht gut beschriebener Weg dorthin, in dieses Erkennen, in diese Klarheit heisst YOGA!

Aber eben nur wenn auch die Gebrauchsanleitung, die Wegweiser, die "Ash-tanga" (acht-Glieder) befolgt werden und nicht aus Unwissenheit oder gar selbstverliebter Torheit, versucht wird die ersten beiden Etappen einfach zu ueberspringen, die muessen dann halt irgendwann nachgeholt werden - der Trick heisst - "Integral" eben ALLUMFASSEND !

Wie die Geschichte von dem Wagner, der ein Rad macht, setzt er die Speichen zu lose ein das sie herausfallen, ist das Rad nutzlos, macht er das Rad nicht 100% rund, holpert und klappert der Karren, macht er es nicht stabil genug zerbrichts, schlaegt er es zu fest auf die Nabe, dreht es sich nicht, so muss jeder Handgriff geschickt und ordentlich ausgefuehrt werden, dann fuehrt die Anstrengung der Arbeit auch zum gewuenschten Ziel!


- hari om -
Namastasje!
Sicher dieser Aussage eine Pauschalisierung vorgeworfene werden, nur ist das kein Urteil, bin ja kein Richter und es gibt auch keinen Angeklagten, das ist nur eine Feststellung, oder bessereinen Darstellung meiner Erfahrungen in Yogastudios und entsprechenden Klassen, da gehtes ausschliesslich um abnehmen, Detox und um "Figur zu machen, der Gipfel sind die Yoga-Weltmeisterschaften, die ebenfalls nur Asana Weltmeisterschaften darstellen!
Yo, mir auch - YV.de Meinberg ist sicher was ganz anderes als "die Welt hier draussen"!

In den "Fitness-Wellness"-Studios sind tatsaechlich "die meisten" an nichts weiteren interessiert, manche fragen explizit ob da noch was mit Glauben oder Gott laeuft, schon gemeinsames chanting zum Beginn der Yogasession wird vielfach mit "i am not religious!" abgelehnt!

Fand ich immer recht "erleuchtend".... ;-)

Die morgendlichen Meditations-und Pranyama Kurse werden meist NICHT in Anspruch genommen, aber nichtsdestotrotz sind wir alle Brahman!

- hari om -

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