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Om Yogis,

beim Luftanhalten während Kapalabhati gibt es folgende Möglichkeiten.

1. Anhalten des Atmes durch Schließen des Kehlkopfdeckels

2. Stoppen des Atems ohne Schließen des Kehlkopfdeckels, der Atem ist dann wie in der  

   Schwebe zwischen Ein-u. Ausatmen

 

Gibt es eine bevorzugte oder richtige Variante bei Kapalabhati?

Zumindest ist bei der 2. Variante + Mula Bandha die energetische Wirkung wesentlich stärker (zumindest bei mir). Der Kopf wird klar, verstopfte Nase wird frei und es ist viel Energie spürbar, so dass ich den Atmen nicht lange halten kann.

 

Om Shanti

Sven

 

 

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Hallo Martin !

Finde ich ganz toll, dass du auch testest und ausprobierst. Ich merke halt (ohne messen), dass die Herzfrequenz im Atemverhalt schon zunimmt und sich bei J.B. wieder absenkt. Bei der Ausatmung gehts dann kurz wieder etwas nach oben. Ich finde es auch legitim, die körperlichen Dinge, die in den Schriften beschrieben sind, auch zu testen.

Ja, mit den Nadis das ist so eine Sache -"was bedeutet das aus feinstofflicher Sicht" ! Vieles wird beschrieben, aber was bedeutet das wirklich für den Einzelnen. Diese Frage stelle auch ich mir immer wieder. Ich kann nur sagen, dass gerade in der Phase des Ausatmens/Rechaka eine körperliche Veränderung in Armen und Beinen spürbar wird. Es läßt sich schwer erklären und ist auch nicht immer spürbar. Jedenfalls entwickelt sich auch Hitze. Wenn man anstrengungslos Pranayama ausführt und es draußen keine 30 Grad ist, ist Wärme schon ein Zeichen, dass etwas passiert. Auch wahrnehmungsmässig tut sich etwas - aber auch nicht immer, tja schlecht beschreibbar diese Sachen.

Und das Ziel des Pranayama ???
– Feuerstein, S. 555, Tradition d. Yoga, 2009 -
Die nachfolgenden Sätze finde ich persönlich sehr treffen und aufschlussreich. Vielleicht auch für dich ?


„Die große Aufgabe des tantrischen Yogin besteht darin, den bioenergetischen Energiefluß im zentralen Kanal zu stabilisieren. So lange die Lebensenergie in Ida und Pingala auf und abosziliert, bleibt das Bewusstsein nach außen gewandt, d.h. es wird von solaren und lunaren Energien dominiert. In dem er/sie die Lebenskraft durch den axialen Kanal zwingt, stimuliert der Yogin die Energie der „schlafenden Kundalini“, bis sie wie bei einem Vulkanausbruch empor rast, das Scheitelzentrum überflutet und damit den ersehnten Zustand seliger Ekstase (Samadhi) herbeiführt. ...so ereignet sich jetzt die Vereinigung von Sonne und Mond – (Ha . tha ) - das vereinte Strömen der Lebensenergie, die sonst auf die Bahnen Ida und Pingala verteilt ist.“ – Feuerstein, S. 550, Tradition d. Yoga, 2009

„(...) Sie wollen über die Bedingtheit des Körper-Verstand-Systems hinaus- und in den transzendenten Bereich von Sein-Bewußtsein-Seligkeit (Sat-Chid-Ananda) hineintreten. Zu diesem Zweck müssen sie die Lebenskraft wie einen Laserstrahl bündeln und entlang der Wirbelsäule hinauf zum Scheitel lenken – dem Ort des großen okkulten Energiezentrums.“ – Feuerstein, S. 551, Traditioin d. Yoga, 2009

„ ... Das heißt: mit Hilfe kontrollierter Atmung (Pranayama) – bei der die Lebensenergie (Prana) von der rechten und linken Nadi abgezweigt und in die zentrale Bahn gelenkt wird – kann die schlafende Prinzessin geweckt werden. Fachleute beschreiben diesen Zustand oft als Erhitzung der Kundalini und man kann ihn mit der Auslösung einer atomaren Kettenreaktion mit Hilfe einer konventionellen Bombe vergleichen.“
– Feuerstein, S. 555, Tradition d. Yoga, 2009

Freue mich auf weitere Beiträge


Shivaram
Hallo Shivaram !

Vielen Dank für Dein Posting! Diese Stellen sind auch in meinem "Feuerstein" dick unterstrichen und am Rand prangen Ausrufenzeichen! Ich freue mich sehr, dass Du Dich darauf beziehst!!

Also Sat-Chit-Ananda. :-))))) Das angeboren Recht des Menschen auf Erleuchtung und immer währendes Glück! Seufz. Eine Frage der richtigen Technik? Ja auch, aber nicht nur... Doch welch eine Verheißung! Hätte ich nicht schon davon gekostet, ich würde es wohl verurteilen ... ;-))

Hier noch zwei Stellen:

Patanjali 2.50: "Pranayama wird geübt mit umsichtigem Einfühlen in die Ausatmung, die Einatmung und das Anhalten, die Körpergegend, in der sich die Atmung abspielt, die Länge jeder Atemphase und in die Anzahl der Atemzüge. Dabei wird der Atem lang und zugleich sanft geführt." (a.a.O. S.144)

Patanjali 2.51: "Bei der vierten Art von Pranayama sind Aus- und Einatmung und das Anhalten kein Thema mehr, sie geschehen von allein." (a.a.O. S.145)

Vielen Dank für all Eure Mühe!

- Martin -
Lieber Ratna,

herzlichen Dank für Deine Instruktionen! Wirklich hilfreich! (Das wunderbare an der Atem Stille ist ja, wie sie mit der Gedanken Stille einher geht ... :-))

Liebe Grüße

Martin

ps. In wenigen Minuten fahre ich los in der Westerwald ...

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