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Hallo,

können Yoga-Übungen zur Erleuchtung führen? J. Krishnamurti bestreitet es (siehe das Zitat unten).

"Frage: Sind Yoga-Übungen in irgendeiner Weise dienlich für den Menschen?

Krishnamurti: Meiner Meinung nach muss man auf diese Frage tiefer eingehen. In Europa wie in Indien herrscht offenbar der Glaube, dass man Erleuchtung oder Erlösung finden könne, wenn man Übungen macht, Tugenden pflegt, gut ist, heilige Bücher liest, gute Werke tut oder einem Lehrer folgt. Ich fürchte aber, dem ist nicht so! Ganz im Gegenteil: man verfängt sich in dem, was man übt, und wird dadurch für immer zum Gefangenen, und die Vision wird auf ewig getrübt.

Yoga-Übungen sind wahrscheinlich gut für den Körper. Aber jede andere Art von Übung, wie Laufen, Springen, Bergsteigen, Schwimmen oder was man sonst tun will, liegt auf derselben Ebene. Die Annahme, sie führten zur Erlösung, zum Verständnis, zu Gott, Wahrheit oder Weisheit, ist meiner Ansicht nach reiner Unsinn, – obwohl alle Yogis in Indien das Gegenteil behaupten. Wenn man aber einmal erkennt, dass alles, was man übt, annimmt oder entwickelt, immer den Faktor der Gier in sich trägt, – nämlich etwas zu erlangen, etwas zu erreichen, einen Rekord zu brechen, – dann unterlässt man es. Ein Mensch, der sich mit dem ›Wie‹ beschäftigt, – mit Yoga-Übungen oder anderem – kann damit nur seinen Zeitsinn entwickeln, aber niemals das Zeitlose begreifen.

Schließlich macht man Yoga-Übungen in der Hoffnung, etwas zu erreichen oder zu gewinnen, zum Beispiel Glück, Seligkeit oder was sonst angeboten wird. Glauben Sie wirklich, dass Seligkeit so leicht zu erlangen ist, – wenn man ein paar Übungen macht oder sich stark konzentriert? Muss man nicht erst vollkommen frei von aller selbstsüchtigen Handlungsweise werden? Sicherlich ist doch ein Mensch, der Yoga-Übungen macht, um Erleuchtung zu bekommen, sehr mit sich selbst und seinem geistigen Wachstum beschäftigt; er ist erfüllt von seiner eigenen Wichtigkeit. Es ist aber eine Kunst, den gesamten Vorgang selbstsüchtigen Handelns im Namen Gottes, der Wahrheit oder des Friedens zu verstehen und sich davon zu befreien; und man kann nur mit Selbsterkenntnis, niemals aber mit irgendwelchen Übungen daran gehen. .."

aus Jiddu Krishnamurti, "Religiöse Erneuerung", Knaur 1986

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Om Namah Shivaya!

Die Passage ---> "Yoga-Übungen sind wahrscheinlich gut für den Körper. Aber jede andere Art von Übung, wie Laufen, Springen, Bergsteigen, Schwimmen oder was man sonst tun will, liegt auf derselben Ebene" reicht schon, um die Meinung unter dem Bereich dummes Geschwätz abzulegen.

Allerdings allein mit Yogaübungen - gleich welcher Art - dürfte die Erleuchtung auch nicht oder nur sehr schwer zu erlangen sen.

Om Shanti Olaf

Ja & nein.....,es ist immer Ratsam, den Begriff yoga genauer zu stellen, und in welchen Verhältnis er gestellt wurde....Das Phänomen ist, dass in allen Weltreligionen, das gleiche Thema angesprochen wir. Wahrheit & Liebe ! Übungen sollen uns Menschen sensibel für unser inneres wahres Selbst machen, dass ist der Sinn von Übungen, und das sagt Er Krishnamurti auch, ( zwischen den Zeilen lesen) und alle Größen der yoga - vedânta Lehre, wobei es natürlich Ausnahmen gibt. Auf die Tiefenpsychologie einzugehen ist hier kein Platz. svâmî vivekânanda sagt sehr treffend:
Jede Seele ist ihrem Wesen und vermögen nach göttlich !
Das Ziel ist die Offenbarung dieses innewohnenden Göttlichen durch
Beherrschung der äußeren und inneren Natur.
Erreiche dies entweder durch Arbeit oder durch Andacht oder durch Kontrolle der seelischen Vorgänge oder durch Philosophie, durch eines oder einige oder alle – und sei frei.
Das ist das Ganze der Religion. Lehrzätze oder Dogmen oder Riten oder Bücher oder Tempel oder Bräuche sind nebensächliches Beiwerk. Üben ist unabdingbar !

Om Namah Shivaya!

Üben ist unabdingbar und genau deshalb sollten die Hatha Yogis nicht Asana, Pranayama, Mudra Bandha durch Bergsteigen ersetzen. Selbst Asana allein ist lange gehalten energetisch wertvoller als Schwimmen, Laufen oder Springen.

Om Shanti Olaf

Om Namah Shivaya !

Es ist nicht wichtig, was wir üben, sondern wie wir üben! Wenn ich die Energie, die ich gewinne, meiner Umwelt schenke und widme und liebevolle Gedanken hege, kann sogar das Bergsteigen für einen Yogi erhaben sein. Der Geist des Yogas ist das Stillwerden, der Kontakt mit dem wahren selbst. Der Weg dorthin bestimmst du selber!

Om shanti

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