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Die Metaperspektive August 2009
Kolumne von Dr. Christian Brehmer
www.bewusstseins-evolution.de


Das Phänomen

So der Titel des Leitartikels von Astrid Ludwig in der Online Ausgabe der „Frankfurter Rundschau“ vom 1. August 2009. Welches Phänomen? Gemeint ist der Dalai Lama.

Frankfurt „gerät fast in Ausnahmezustand… Der Ministerpräsident gibt eine Pressekonferenz mit `seiner Heiligkeit`, und mehr Journalisten schreiben mit als bei den Bundestags- oder Hessenwahlen. Wirtschaftsbosse, Politiker, Künstler, Oberbürgermeisterin Petra Roth, alle werden sie dem lächelnden, friedfertigen Mönch ein Stelldichein geben. In den nächsten vier Tagen werden täglich 10 000 Anhänger und Besucher die Ränge des WM-Stadions füllen.

Was ist das? Die fortschreitende Boulvardisierung des Alltags und politischen Lebens? Die Rückkehr zur Religion, die Heilssuche in schwierigen gesellschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Zeiten? Ist das der ewige Hang der Deutschen nach einer Leitfigur, wenn alles um sie herum ins Wanken gerät? Oder einfach nur die Sehnsucht nach einem sinnstiftenden Element, nach Frieden und der Botschaft von Gutem?...
Von solchen Besucherzahlen und positiver Aufmerksamkeit können Islam und christliche Kirchen nur träumen...“

Wir haben hier schlichtweg die Verwirklichung des Menschenmöglichen vor uns. Der Dalai Lama ist 74, er ist gesund und er ist selten ermüdet, trotz eines voll gepackten Terminkalenders. Er ist bescheiden, weise und humorvoll, voller Engagement für die Probleme unseres Planeten und besonders für die seines Landes. Er hat die Aura eines Erleuchteten. „Der Spiegel (16.7.07) nannte ihn auf der Titelseite „Der Gott zum Anfassen“. Laut einer Umfrage ist der Dalai Lama in Deutschland beliebter als Papst Benedikt in seinem eigenen Land.

Verba docent, exempla trahunt – Worte belehren, Beispiele reißen mit. Vielleicht sollten wir uns von dem Beispiel des tibetischen Mönches mitreißen lassen und etwas von seiner Lebensführung integrieren. Er sagte einmal zu den „Geist-Reichen“ der Hochburg westlichen Denkens, der Harvard University in den USA:
„Seit meiner Kindheit habe ich eine Vorliebe für Wissenschaft und Technologie, sie sind
unbedingt notwendig für das Wohl des Menschen. Blicken wir aber nach innen, so ist
dort, obwohl unser Kopf nicht gerade groß ist, noch viel Raum zu erforschen. So wäre
es wohl der Anstrengung wert, die Hälfte unserer Energie nach außen und die andere
Hälfte nach innen zu richten.“

Hier haben wir den Schlüssel zur „Voll-Menschlichkeit“ (A. Maslow): „Die Hälfte unserer Energie nach außen und die andere nach innen richten“. Vielleicht beginnen wir zunächst etwas bescheidener. Zum Beispiel jeden Tag etwas Yoga. Mit regelmäßiger Praxis lernen wir, dass wenn unsere Energie nach außen gerichtet ist, ein Teil unserer Energie nach innen gerichtet bleibt. Wir ermüden nicht so schnell, und wir sind verbunden mit dem Potenzial kreativer Intelligenz in uns. Und nur mit dieser, die Rationalität ergänzenden Intelligenz, kommen wir aus unserem Gegenwartsdilemma heraus. „Du kannst das Problem nicht lösen von der Ebene, wo das Problem seine Wurzeln hat.“ (A. Einstein)

Friedensnobelträger, Politiker und Heiliger in einer Person. Wir brauchen mehr von solchen „Voll-Menschen“ im Kapitol, im Kreml und im Bundestag. Aber auch in den Chefetagen von Banken und Konzernen. Platon, von dem das Abendland bis heute zehrt, wollte, „dass die Philosophen Könige sind und die Könige Philosophen“. Er hatte einen ganzheitlichen, einen die Spiritualität mit umfassenden Begriff der Philosophie. Nach Abschluss seines Hauptwerkes „Der Staat“ versuchte er seine Erkenntnisse bei Dionysios II. in Syrakus politisch zu verwirklichen. Aber es blieb bei der Gründung der „Akademie“ in Griechenland, deren Glanz bis in die Gegenwart hinein ausstrahlt. Kein geringerer als Wirtschaftsminister Freiherr von und zu Guttenberg befasst sich mit der Lektüre von Platons „Politeia“, in der es heißt: „Wenn nicht entweder die Philosophen in den Staaten an die Regierung kommen oder die Mächtigen von heute ernsthaft und gründlich zu philosophieren beginnen und politische Macht und Philosophie zusammenfallen, haben die Missstände für die Staaten kein Ende.“ („Die Zeit“, 16.7.09, S.6)

So kann uns ein Tibeter zu den Wurzeln unserer eigenen Kultur führen. Egal ob wir nun an einem Meditationskurs mit dem Dalai Lama teilnehmen oder mit Pater Willigis Jäger die christliche Mystik wieder entdecken, Hauptsache wir begeben und auf dem Weg nach innen. Denn „du selbst bist die Veränderung, die dir erwünscht von dieser Welt.“ (Mahatma Gandhi)

Morgen früh stehe ich etwas eher auf, mache Yoga und gehe danach in die STILLE…

Mit der Bitte um Weiterleitung

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