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Antworten
Lieber Hans-Joachim,
eine gute Frage.
Ja, ich habe Ziele – ganz gewöhnliche sogar.Ich arbeite, plane, freue mich, ärgere mich, hoffe.
Erkenntnis hebt das Menschliche nicht auf.Sie macht es nur durchsichtiger.
Spirituelle „Ziele“ im Sinne von etwas erreichen müssen habe ich weniger.Eher ein Interesse an Klarheit.
Nicht, um besonders zu sein –sondern um nicht dauernd einer Verwechslung aufzusitzen.
Das Leben läuft weiter ganz normal.Nur der Anspruch, etwas Endgültiges werden zu müssen, verliert an Gewicht.
Vielleicht ist das alles.
HerzlichHans Christian
Hans-Joachim,
vieles in deinem Text weist in eine richtige Richtung –
aber es braucht Präzision, sonst wird aus Einsicht schnell Mystikpoesie.
„Jeden Moment stirbst du und wirst neu geboren.“
Ja – wenn damit gemeint ist:
Keine Erscheinung bleibt identisch.
Gedanken wechseln, Gefühle wechseln, Körperzellen wechseln.
Im Bhagavad-Gita heißt es:
„Wie der Mensch alte Gewänder ablegt und neue anzieht, so legt das Selbst alte Körper ab und nimmt neue an.“
Doch noch radikaler ist die Einsicht des Yoga-Vāsiṣṭha:
Nicht nur Körper wechseln – jeder Augenblick ist ein neues Weltaufleuchten im Bewusstsein.
Aber: Wer stirbt da eigentlich?
Du sagst: Das Ich ist nur temporär.
Richtig – wenn wir vom psychologischen Ich sprechen.
Das Bündel aus Erinnerung, Reaktion, Geschichte.
Doch die Brihadaranyaka Upanishad fragt:
„Wenn alles vergeht – was bleibt als Zeuge?“
Hier liegt der entscheidende Punkt.
Wenn im nächsten Moment „ein anderer“ da ist –
wer bemerkt diesen Wechsel?
Etwas bleibt konstant, sonst wäre kein Wandel erkennbar.
Der Tod, den du erwähnst, ist nicht der Feind.
Er ist die permanente Auflösung von Formen.
Ohne ihn gäbe es keine Bewegung.
In der christlichen Mystik spricht Meister Eckhart davon, dass der Mensch „in jedem Augenblick neu geschaffen“ wird.
Nicht als Drama – sondern als ontologische Tatsache:
Die Schöpfung ist kein Ereignis der Vergangenheit, sondern geschieht jetzt.
Und dein Satz über das „Jetzt“ ist wichtig:
Das Jetzt ist keine messbare Sekunde.
Es ist der Raum, in dem Zeit erscheint.
Im Mandukya Upanishad wird das als Turiya beschrieben –
nicht Vergangenheit, nicht Zukunft, nicht Traum, nicht Wachen –
sondern das, worin all das geschieht.
Aber Vorsicht:
Es geht nicht darum, „zu glauben“, dass man jeden Moment stirbt.
Es geht nicht um ein besonderes Erlebnis.
Es ist eine Frage der Erkenntnis, ja –
aber nicht im Sinne eines erweiterten Zustandes,
sondern im Sinne klarer Unterscheidung:
Das wechselnde Ich
ist nicht das Wirkliche.
Das Wirkliche
stirbt nicht von Augenblick zu Augenblick.
Es trägt die Augenblicke.
Der Tod hilft dir nicht,
weil er dich vernichtet –
sondern weil er jede falsche Fixierung auflöst.
Und so bleibt am Ende vielleicht nicht die poetische Aussage:
„Du stirbst ständig.“
Sondern die nüchterne Einsicht:
Was du wirklich bist,
ist nie geboren worden –
und kann daher auch nicht sterben.
namaste Hans Christian,
du hast schon soviel heilige Schriften gelesen und alles verstanden.
Hast du überhaupt noch spirituelle Ziele oder Ziele im Normalleben???
lg hans-joachim
Ich stimme zu,sehe ich genauso...