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Hallo zusammen,

nun ist es ja bald wieder soweit, und die alljährliche Erinnerung an die biblische Christusgeburt wird (von den meisten von uns) wieder zelebriert. Dabei sind wir es im Allgemeinen gewohnt, uns diese als ein historisches Ereignis vorzustellen. Aber es gibt natürlich auch andere Sichtweisen.

Eine davon betrachtet die Geschichte über die Geburt Christi eher als eine symbolische Erzählung. In diesem Zusammenhang ist manchmal auch von der "mystischen Geburt des Christuskind im Menschen" die Rede. Und das finde ich ziemlich bemerkenswert. Denn in einigen östlichen spirituellen Lehren ist ebenfalls von der "Geburt" eines "inneren Kindes" die Rede ... wie überhaupt in vielen Traditionen auch von einer Art "zweiten Geburt" gesprochen wird.

Könnte es also sein, dass es nicht so sehr um die tatsächliche Geburt eines historischen Gottessohns geht, sondern um die symbolisch dargestellte Erleuchtung eines "normalen" Menschen, der nach dieser "zweiten Geburt" erst wirklich zu einer Art "Höheren Bewusstsein" erwacht?

Falls ja, wäre es natürlich egal, ob es wirklich einen historischen Jesus gegeben hat, der dieses Christusbewusstsein erlangt hat. Denn die Geschichte wäre dann ja eher eine vorbildliches Beispiel für das, was jeder Mensch zu erreichen in der Lage wäre. Selbst wenn es einen historischen Jesus tatsächlich gegeben hat, würde das nichts an dem Vorbildcharakter der Geschichte ändern. Denn dann wäre dieser mit Sicherheit nicht der erste oder gar einzige Mensch gewesen, dem das gelungen ist ... und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch nicht der letzte.

So abenteuerlich diese Interpretation nun auch klingen mag, sie würde einige sehr merkwürdige Punkte im Zusammenhang mit der überlieferten Geschichte wesentlich verständlicher machen. Zum Beispiel die Jungfrauengeburt. Denn für diese zweite Geburt - die Erleuchtung - bedarf es keiner körperlichen Zeugung ... sondern "nur" einer geistigen. Es würde auch erklären, warum die Jesusgeschichte in verschiedenen Variationen in sehr vielen unterschiedlichen Kulturen überall auf der Welt erzählt wurde ... auch schon lange vor Entstehung der Bibel. Immer wieder geht es um eine jungfäuliche Geburt und einem "wundertätigen" Menschen, der schliesslich nach seinem Tod wieder aufersteht.

Und irgendwie bekäme die christliche Jesusgeschichte dadurch auch eine "yogische Komponente", oder?


Weihnachtliche Grüße
mic

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Hallo mic,

so abenteuerlich finde ich deine Gedanken gar nicht. Wir hier meditieren um Mitternacht - Christus soll ja um Mitternacht geboren sein - um ihn im Herzen zu gebären. Die Vorstellung ein inneren Kind zu gebären ist sehr weit verbreitet.
Allerdings weiß ich nicht, in wie weit man sagen kann, dass erst die "zweite Geburt" zu einer Geburt des "Höheren Bewusstseins" führt. Eigentlich ist man ja als Kind viel näher als Erwachsener am höheren Bewusstsein. Viel reiner, viel ungelifteter.Und wie ist das dann, wenn wir das jedes Jahr feiern? Steigt das Höhere Bewusstsein dann jedes Jahr prozentual?
weihnachtliche Grüße
Rukmini
Hallo Rukmini,

ein interessanter Gedanke ... hm ... es heisst ja auch immer wieder, dass wir werden sollen, wie die Kinder. Nicht ganz ohne Grund vermutlich.

Und was die Bewusstseinserhöhung angeht, so hoffe ich das doch ganz stark! *g*

Medition ist dabei mit Sicherheit eine sehr gute Hilfe ... besonders in dieser Nacht!


Herzliche Grüße
mic
Sehr gut erkannt "mic", in den Schriftensammlungen, die im Christentum als "Bibel" verehrt werden, finden sich viele Stellen die allegorisch, als Gleichnisse zu verstehen und nicht fuer "bare Muenze" zu nehmen sind, etlichen Textstellen kann gar ein mehrfach Sinn nachgewiesen werden.

Im uebrigen sehen viele diese Zeit des Lichterfest in Zusammenhang mit der Mittwinternacht, die laengste Nacht, der kuerzeste Tag, wenn kein Schnee liegt, recht grau in grau und duester-dunkel in der noerdliche Hemisphaere, die Inder feiern Diwali oder Dipawali meist schon im November, auch ein Lichterfest.

Die Wende, Mensch bringt Licht und Gruen (Tannengruen, das einzige in der Winterzeit weit verbreitet, erhaeltliche Gruen) in die Wohnstaetten der Menschen, wohl urspruenglich um das "wiederkehrende Licht", das Leben und Nahrung bringt, zu begruessen, vielleicht ein uralter, Brauch aus vorchristlichen Zeiten.

In der Heimat, des Nazarehners, gab es bestenfalls Zedern, an anderer Stelle (von Noah und der Arche) kommt ein Olivenzweig vor, hier ist bemerkenswert das die Taube mit dem Olivenzweig ueber die Jahre zum Friedenssymbol mutierte.

Es gibt da die verschiedensten Annahmen, wissen kann es ja Heute keiner mehr... es sind Ueberlieferungen und sollte Mensch "Ueberlieferungen" einfach so, ungefragt, Glauben schenken?

Die Orthodoxe Russiche Kirche feiert "Weihnachten" am 6.Januar....wege einem abweichenden Kalender!

Es gibt gerade was den historischen Jesus von Nazareth anbetrifft viele Kontroversen, so erkennt ihn der Islam nur als Prophet an, immerhin - betont aber das die Bezeichnung "Gottes Sohn" Blasphemie sei! (Auslegungssache)

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