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Hallo

Da ich alle psychisch bedingten Ängste für unnötig halte und selbst betroffen bin, möchte ich gerne darüber ein wenig Diskutieren und zum Erfahrungsaustausch anregen.
Da ich aus Yogischer Sicht nichts dazu sagen kann, weil ich die ganzen Begriffe noch nicht kennen, beschränke ich mich auf die allgemeine Sichtweise bzw. auf meine eigenen Erfahrungen.

Kurz zu mir:

Ich leide seit knapp 11 Jahren an Ängsten.
Am Anfang wusste niemand was ich habe. Ich weiß nur noch, das ich damals mit einmal ein komisches Gefühl hatte, was ich bis dahin noch nie hatte.
Da ich nicht wußte was es war und mir auch irgendwie bedrohlich vor kam, hat meine damalige Frau einen Notarzt gerufen. Der mich dann in die Notaufnahme gefahren hat.
Dort wurde nichts festgestellt und ich wurde ein paar Stunden später als gesund entlassen mit dem Hinweis, ich möge bitte zum Hausarzt gehen.
So geschehen und in den folgenden ca. 6 Monaten war ich bei einigen Spezialärzten. Ich wurde komplett durch gecheckt. Viele Test und auch MRT wurde gemacht.
Letztendlich war und bin ich organisch völlig gesund und wurde zum Neurologen überstellt.
Die Ärztin hat nach 5 Minuten, in Worten: fünf...., sofort gesagt, ich habe eine Angststörung .
Da ich damals wohl einen ziemlich jämmerlichen Eindruck gehabt haben muss, hat sie mir Valium verschreiben, damit ich erst mal wieder zu mir komme. Und ja, mit Valium habe ich seit Monaten endlich mal wieder Ruhe empfunden, das war schon toll.....
Auch hat sie mir Zoloft verschrieben, damit ich nicht von Valium abhängig werde.

Damit war das aber längst nicht erledigt, das ging ja weiter und wurde immer schlimmer.
In den Monaten, wo ich nicht wußte was mit mir los ist, muss sich meine ganze Psyche völlig verändert haben. Ich habe in dieser Zeit das Fundament für diese Angststörung gelegt und über die folgenden Jahre immer weiter ausgebaut, ja, bis zur Perfektion.
Wie ich heute weiß, habe ich mir damals Verhaltensmuster angewöhnt, getreu dem Motto, was ich immer wieder beharrlich tue, wird eine Gewohnheit.
Aber wie gesagt, damals hab ich das natürlich nicht so gesehen wie heute. Mein Leben war jämmerlich, trostlos und sicher auch mal sinnlos.....
Als erstes war die Arbeit weg. Ich konnte ja unmöglich mit diesen lebensbedrohlichen Symptomen noch irgendwas machen. Es gab Phasen, da hab ich nicht mal aus der Wohnung gehen können.
Aber, eines kann ich sagen, ich hab nicht einmal daran gedacht mich aus dem Leben zu stehlen, niemals...:)
Irgendwann habe ich auch aufgehört meine ganzen Panikattacken zu zählen. Aber wenn ich sage, ich hab 100 davon erlebt in den letzten 11 Jahren, dann ist das wahrscheinlich unter trieben. Manchmal hatte ich mehrere an einem Tag und das Monatelang. Hätte ich das Valium nicht Missbraucht...., egal, ich will es nicht wissen.
Ich denke, jeder der schon mal ne Panikattacke hatte, der weiß wie unangenehm das ist. Ich hab immer gedacht, das ist das Ende, das ist definitiv der Tod. So gesehen, bin ich 1000 Tode gestorben, oder so ähnlich....:)

So, damit ich hier niemanden mit meiner Geschichte langweile. Werde ich das mal in Etappen und nicht in einem Post schreiben....

Vor ca. 3 Jahren habe ich dann meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht. Da ging gar nichts mehr. ich war so fertig mit den Nerven das ich freiwillig in eine Klinik gegangen bin, für 3 Wochen.
Der Grund war, ich habe Valium entziehen müssen und das klappte Zuhause nicht so toll.
Und da, ist etwas mit mir passiert. Irgendwie habe ich da angefangen, das alles aus einer anderen Sicht zu sehen. Denn ich habe später festgestellt, das ich fast ausschließlich die anderen Patienten beobachtet habe und mich eigentlich aus allem raus gehalten habe.
Da ist mir aufgefallen, das bei allen Therapie-Sitzungen, so gut wie keiner wirklich anwesend war. Also die Patienten waren physisch anwesend, das ja, aber sie haben überhaupt nicht mit gemacht.
Und da habe ich zum erstem mal gedacht, hier läuft irgendetwas nicht richtig.
Warum therapiert man Menschen, die dem gar nicht folgen können? Die scheinen ganz andere Dinge zu benötigen, als die, die geboten werden. Das scheinen die Psychologen gar nicht zu sehen.....
Und seit dem Tag, habe ich geschworen, ich finde einen Weg, mir und dann auch anderen zu helfen. Ich habe wirklich den Antrieb, dass das vielleicht meine Bestimmung oder so was ist.
Seit dem bin ich dann anders vorgegangen und bin aus der passiven Patienten Rolle ausgestiegen.
Vor knapp 1 Jahr hab ich meine letzte Tablette genommen.
Ich hab dann angefangen mich selbst zu beobachten. Ich wollte verstehen was da nun alles abläuft mit mir.
Theoretisch wußte ich da schon, dass das alles harmlos ist und so. Aber das Verständnis war damals noch nicht da, aber das wollte ich verstehen lernen.
Einige Wochen später, also ca. vor 2,5 Jahren, hab ich dann zum 1.mal eine Panikattacke überstanden, ohne mich zu wehren. Ich hab es einfach durchlebt und habe dabei den ganzen Energiewirbel in meinem Körper gespürt und mich dabei auf die Atmung konzentriert.
Ich weiß noch, das ich mal wieder nicht wußte was ich machen sollte, rufe ich nen Notarzt oder nicht.
Aber irgendwie hatte ich die Eingebung, leg dich auf die Couch und überlasse die Entscheidung jemand anderen. Ich lag dann wirklich auf der Couch und dachte, na dann hole mich oder laß es sein....
Zu wem ich das gesagt habe? Tja, wohl Gott, keine Ahnung....:)
Ich war wirklich in der Verfassung, das ich alles akzeptiert hätte auch den Tod.
Hinterher kam mir das dann doch recht krass vor, muss ich ja zugeben....
Jedenfalls durchströmte die ganze Energie meinen Körper. Also es kribbelte überall und pickte auf der Brust wie kleine Nadel. Das kam mir auch wie ein Brennen vor. Aber das merkwürdige war, ich habe ganz ruhig geatmet und mich nur auf meine Atmung konzentriert.
Nach ungefähr 1,5 Stunden war die Panikattacke vorbei.
So entspannt habe ich mich noch nie nach einer Panikattacke gefühlt. Sonst hatte ich immer Muskelkater und war am nächsten Tag nur im Bett.....

Na jedenfalls, war das dann wohl die Wende, wie ich heute sagen kann. Seit dem geht es stetig nach Oben.
Ich wußte von da an, das eine Panikattacke mich nicht umbringen kann, sonst gäbe es ja auch Millionen Tote, allein nur in Deutschland pro Jahr. Und außerdem hätte ich auch schon längst tot sein müssen.
Ab da an, hat jedenfalls mein Umdenken stattgefunden.
Wie ich den spirituellen Weg gefunden habe, erzähle ich dann mal später. Ich glaube, ich hab das schon mal irgendwo anklingen lassen aber ich erzähl das dann noch mal neu.
Ich hatte zumindest schon mal tiefe Einblicke zur Wahrheit. Aber das dann mal später....
Das war auch ziemlich krass und ja, da gabs dann doch noch mal ne Krise....

Ich schreib jedenfalls gerne und das macht mir Spaß. Auch hilft es mir, das alles zu verarbeiten.
Und, ich mag es, über mich selbst zu lachen. Damals habe ich das natürlich alles ganz und gar nicht lustig gefunden aber das war dem Nichtwissen geschuldet...:)

Auch möchte ich betonen, das ich auch heute immer noch Situationen habe, wo mir mulmig wird. Wo ich dann wirklich aufpassen muss, das ich keine Panik bekomme. Aber ne wirklich heftige Attacke, hatte ich seit Monaten nicht mehr. Aber ich heute viel besser damit umgehen.
Was ich alles so mache und wie es dazu kam, das berichte ich das nächste mal, wahrscheinlich morgen...oder so....:)

Da ich ja sehr wissbegierig bin, würde mich von erfahren Yogis interessieren, wie das aus yogischer Sicht gesehen wird.
Wenns geht, bitte keine Reime, Ferse oder der gleichen..
Eigene Worte und Sichtweisen würde ich bevorzugen...:)

Viele Grüße
Kai

PS: Wenn jemand auch von sich erzählen möchte, möchte ich hiermit jeden ermutigen das hier zu tun.!!

Edit: Auweia ist das lang geworden. Tut mir leid...:(

Tags: Angst, Angststörung, psychologie, psychotherapie

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Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

Diese "psychisch gesteuerten Angstattacken" sind, solange keine physischen Ursachen (Nieren,hohe Adrenalinausschuettngen) dafuer vorliegen, Produkte von Gedankenkonstrukten, die sich voellig verselbststaendigen!

Stress, ein Kunstwort, fuer eine Kunstkrankheit der Neuzeit, die aus einer anderen Neuschoepfung "Multitasking" hervorgeht, weil wir uns keine Ruhe geben, keine Innenkehr mehr geben... es gibt schon Leute die koennen Stille nicht ab, finden sie "unheimlich", oder wenn jemand nicht unentwegt spricht - "du sagst ja garnichts geht's dir nicht gut?"

Gedankenapperat will und sucht staendig input und da kommt es bei Ueberlast auch klarerweise zu Kurzschluessen, bei starker Ueberlast halt eben auch zu entsprechend heftigen Kurzschluessen, das eben mal ALLE Sicherungen "ausfliegen", du schreibst ja selbst wenn einem das gelingt, sich zu besinnen und ruhig druch zu atmen.... dann.... und Bingo!

Warum heisst es "Herzattacke", das Herz attackiert den Koerper, es mag nicht mehr auf Vollgas rasen... und nur unter Druck fungieren und "klack" Haupschalter auf "Aus" - Genug!

Also "erstmal entspannen"... und gut durchatmen, dann allmaehlich Innenschau halten und den Gedanken sagen das sie jetzt mal "Pause" haben und um Ruhe bitten! - oder wer ist der "Herr im Hause"?
@mk

Das ist ja das paradoxe an der Sache, nicht nur bei Angststörung.
Jeder hat doch schon mal irgendwie gehört, das negativer Stress krank macht.
Das scheint aber irgendwie einem Verdrängungsprozess zu unterliegen und man handelt somit gegen besseres Wissen.
Selbst sehr viele Angstpatienten, die wissen theoretisch schon wie sie sich heilen könnten, aber sie schaffen es trotzdem nicht.
Ich erkläre mir das so, das man einfach nicht den Mut und das Vertrauen hat, das dann auch in der Praxis umzusetzen.
Alles neue ist ja erst mal auch irgendwo mit Skepsis behaftet.
Es ist am Anfang verdammt schwer, wenn man eben mal bewusst sich ruhe verordnet, sich hinlegt und tiefe und ruhige Atmung übt. Da kommt man zwangsweise mit seinen Emotionen in Berührung, die man sonst immer mit viel mentalem Lärm vermieden hat. Eine der schlechtesten Angewohnheiten ist sicher das rum grübeln. Das ist eine der sinnlosesten Beschäftigungen, die nur unnötig Energie verschwendet und keine Ergebnisse bringt.
Das einzige was man damit erreicht, ist sich eine negative Denkweise anzueignen, die sich dann wirklich irgendwann so manifestiert, das man nur noch solche Gedanken anzieht und nährt.
Aber sagt das mal jemanden........Vor Jahren hat man mir wahrscheinlich das auch oft gesagt aber ich war überhaupt nicht in der Lage zuzuhören. Und genau das ist doch das Problem.
Ich hab ne Bekannte, die ruft mich nur an, wenn sie Probleme hat. Und jedes mal sagt sie, ich hab ja recht aber naja, so ist das Leben, was soll man machen......
Manchmal denke ich, die will absichtlich leiden, das glaube ich wirklich. Das ist ihre Identität, die sie für sich erschaffen hat. Das ist ihr Sinn des Lebens.
Wenn man erst mal in solch einem Hammsterrad drinnen ist, dann ist das sehr schwer den Ausgang zu finden.
Und wenn dann noch ne ausgeprägte Angststörung dazu kommt, dann ist der Ausgang noch viel weiter weg bzw. weiß man ja dann nicht mal, das es überhaupt einen Ausgang gibt und man stellt die Suche nach dem Ausgang ein und leidet vor sich hin.
Etwas zu verändern, das bedeutet ja auch, sich auf unbekannte Wege zu begeben und ich denke, davor haben die meisten Menschen wohl Angst. Also Angst vor Veränderungen. Nicht das Vertrauen zu haben, das man etwas schaffen kann, was heute noch unerreichbar scheint. Hinter jeder neuen Mauer lauert die Gefahr. Das da vielleicht das Paradies liegen könnte, darauf kommt man nicht......

Viele Grüße
Kai
yo monchichi...

Ich hab ne Bekannte, die ruft mich nur an, wenn sie Probleme hat. Und jedes mal sagt sie, ich hab ja recht aber naja, so ist das Leben, was soll man machen...... Manchmal denke ich, die will absichtlich leiden,

das kenn ich all zu gut... so eine/n Bekannte/n hat wohl Jeder mindestens eine/n!

Auch die "Aber"-sager... ich stimm dir zu, diesen SCHRITT zu machen, das ist das schwierige an der ganzen "Befreiungsgeschichte" diesen Schritt des Loslassen, die Angst etwas zu verlieren, etwas "ans Herz gewachsenes" aufzugeben, mal was Anderes zu machen, zeigt unsere mentale Abhaengigkeit von Gewohnheiten, seien diese auch noch so unbequem und leiderzeugend, wir tun uns schwer davon abzulassen, das ist Anhaften in seiner ultimativen Form!

Und der Weg des Yoga - besser der achtfache Pfad in sicherer Weg dorthinaus!

Hallo Kai,

du möchtest doch immer den Yogabezug - jetzt weiß ich nicht, ob hier schon von Abhinivesha, Angst, als Teil der Kleshas, gesprochen wurde aus den großartigen Yoga-Sutras von Patanjali, siehe Buch von Sukadev.

DIE KLESHAS = Leid / Abhinivesha = ANGST
Laut meinem Lexikon ist „Klesha“ männlich.
„Klesha“ bedeutet Schmerz, Leid, Betrübnis.
Die Kleshas bezeichnen im Yoga fünf Leidfaktoren oder leidschaffende Faktoren, die den Geist an der Oberfläche festhalten, festklammern, ihn nicht zur Ruhe kommen lassen – mit dem Resultat, dass sie den Geist davon abhalten, das Selbst zu erfahren/verwirklichen.

Strenge Hierarchie bei den Kleshas:

Avidya = Unwissenheit steht an der Spitze von allen, Avidya bereitet den Boden für die vier folgenden Kleshas:
Asmita = Ichbezogenheit;
Raga = Zuneigung;
Dvesha = Abneigung;
Abhinivesha = Angst. Angst allgemein und letztlich Angst vor dem Tod.
Und alles Leid hat - wie schon gesagt - seinen Urgrund in Avidya, der Unwissenheit.

„Das Yoga-Lexikon“ von Wilfried Huchzermeyer merkt weiter an:

„Die Kleshas verursachen karmische Ansammlungen, deren Wirkung sich im gegenwärtigen Leben wie auch in künftigen Geburten entfaltet. Ziel der Yoga-Praxis ist es, den Kleshas zunächst ihre Kraft zu nehmen und sie letztlich ganz auszulöschen.“

Mein Tipp: Auch nachlesen bei „Samskaras“, sie sind ein endlos faszinierendes Thema – es sind die im Unterbewusstsein eingelagerten Muster von Denken, Handeln und Fühlen, quasi auch alle Ergebnisse und Folgen unserer vielfältigen Verhaftungen.

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WIKIPEDIA-Version / unbearbeitet
Bedeutung der Kleshas im Yoga [Bearbeiten]

Im Yoga werden fünf Kleshas unterschieden: Avidya (Unwissenheit), Asmita (Identifizierung, Ego), Raga (Wunsch), Dvesha (Abneigung), Abhinivesha (Furcht). Kleshas sind bestimmte Strukturen, Muster und Kräfte im menschlichen Geist, die die Wahrnehmung und die Handlungsweise des Menschen steuern und ihn immer wieder in Situationen bringen, die leidvoll erfahren werden.

In einem Artikel der „VIVEKA – Hefte für Yoga“ werden die Kleshas mit „Unkraut“ verglichen und der menschliche Geist mit einem Garten. Während die Zierpflanzen gesät und bewässert werden müssen und intensiver Pflege bedürfen, um zu gedeihen, sprießt und wuchert das „Unkraut“ ohne jede besondere Pflege. Es nimmt den Garten in Besitz, wenn der Gärtner nachlässig oder untätig wird. Und so ist es auch mit den Kleshas: Sie brauchen keine Pflege, um groß und allgegenwärtig zu werden und den Geist zu beherrschen, sie sind einfach da. Sich selbst überlassen, wird der Geist durch die Kleshas geprägt.

In den Yoga-Sutras des Patanjali heißt es über die Kleshas, dass sie sehr unterschiedlich wirken können: Sie können „schlafen“, schwach, unterbrochen oder auch sehr aktiv sein. Es kommt auch vor, dass ein Klesha besonders stark ausgeprägt ist, so dass es die anderen dominiert.
Avidya [Bearbeiten]

Avidya bedeutet so viel wie Nichtwissen, aber nicht im Sinne von Unwissen oder unbekannt, sondern im Sinne von vorhandenem, aber falschem Wissen bzw. Täuschung. Avidya wird als die „Mutter“ oder „Quelle“ betrachtet, aus der die anderen Kleshas entstehen. Wie ein „Schleier“ legt es sich über die Wahrnehmung und trübt diese. Die Wahrnehmung des Menschen ist in der Regel höchst subjektiv, und so kann sie in einer Situation richtig oder auch falsch sein. Unter Avidya versteht man eine falsche Art des Verstehens, eine falsche (subjektive) Art der Interpretation einer Situation. Avidya ist das Ergebnis von angehäuften Erfahrungen: In einer bestimmten Situation wurde einmal auf eine bestimmte Art empfunden, gedacht, verstanden, gehandelt – fortan wird automatisch, mechanisch, beinahe blind wiederholt. Der Mensch ist in seiner Wahrnehmung und seinem Handeln festgelegt (samskara). Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Unklarheit mit Klarheit verwechselt wird: Man fühlt sich klar und ist tatsächlich befangen. Oder umgekehrt: Man misstraut der eigenen Wahrnehmung und schließlich stellt sie sich doch als richtig heraus. Ein ganz einfaches Beispiel wie Avidya sich im Alltagsleben zeigt: Eine Person verhält sich sehr abweisend, ist mürrisch und unfreundlich. Leicht wird daraus der Schluss gezogen, diese Person habe vielleicht eine Abneigung gegen uns oder ist unseretwegen verärgert. Tatsächlich verhält es sich jedoch so, dass diese Person zur Zeit ein Problem mit sich selbst, mit seinem Familienleben oder seiner Gesundheit hat, oder vielleicht hat sie einfach nur einen schlechten Tag.

Nach der klassischen vedantischen Auffassung ist das Nichtwissen die Kraft, die das Ich aufbaut und dazu verführt, sich und seine Erfahrungen fälschlich für wirklich und sein Verhalten für richtig und angemessen zu erachten. Dieses Nichtwissen kann, so wird weiter ausgeführt, weder als seiend oder bestehend (sat) noch als nicht-seiend oder nicht-bestehend (a-sat) bezeichnet werden, sondern nur als unerklärbar. Denn wenn es unwirklich wäre, so wird argumentiert, dann wäre es nicht mächtig genug dem inneren Auge des Menschen die Erkenntnis der unmittelbaren Wirklichkeit des Selbstes zu verhüllen. Wenn es aber andererseits wirklich, das heißt von absoluter Unzerstörbarkeit wäre, so könnte es nicht so leicht vom Wissen (Vidya/Rigpa) aufgehoben werden; das Selbst (Atman) könnte dann nie als Urgrund allen Seins entdeckt werden. Weiterhin heißt es, Nichtwissen kann nicht als seiend bezeichnet werden, da es sich ständig verändert. Seine Form sei also flüchtig, vergänglich, überwindbar. Sein Wesen sei eben Vergänglichkeit und dass dies der Suchende in dem Augenblick erkennt, da er über den "Täuschungszauber" hinausgelangt.
Asmita [Bearbeiten]

Mit Asmita ist das (übermächtige) Ego gemeint, die Identifikation mit dem Ich. Es bedeutet, sich selbst sehr wichtig zu nehmen. Es bedeutet sowohl Selbstbezogenheit, Hochmut und Stolz als auch umgekehrt ein minderwertiges Bild des Selbst oder Selbstmitleid. Asmita zeigt sich immer dann, wenn man den Ehrgeiz hat, besser als andere sein zu wollen oder wenn jemand immer recht haben möchte. Aber auch Gefühle wie: „Immer geht es nur MIR schlecht...“ oder „Immer werde ICH ausgenutzt...“ haben ihren Ursprung in Asmita. Es bedeutet, die vollständige Identifikation mit einem momentanen Gefühl: Man erlebt einen Fehlschlag und schon identifiziert man sich mit dem Gefühl, ein Versager zu sein.
Raga [Bearbeiten]

Raga bedeutet Wunsch, Verlangen oder Begierde – Eigenschaften, die häufig der Grund für eine bestimmte Verhaltensweise sind. Raga bedeutet, etwas haben zu wollen, was man vielleicht gar nicht unbedingt braucht, oder was einem sogar gar nicht gut tut (z.B. übermäßiges Essen, Konsum als Ersatzbefriedigung). Der Mensch will etwas haben, und wenn er es hat, ist es nicht genug. Raga verlangt nach immer noch mehr, nach einer Steigerung, nach dem nächsten „Kick“. Nur der wunderschöne, strahlende Sternenhimmel reicht nicht aus, um die Sache perfekt zu machen, fehlt noch ein guter Rotwein und ein paar Sternschnuppen wären auch nicht schlecht. Raga meint die kleinen und großen Süchte des Menschen, der selbst dann zugreift, wenn er etwas gar nicht gebrauchen kann. Raga bedeutet die Verhaftung in der materiellen Welt.
Dvesha [Bearbeiten]

Dvesha ist so etwas wie das Gegenteil von Raga: die (unbegründete) Ablehnung, Angst vor Veränderungen und dem Unbekannten. Es wurde einmal eine negative Erfahrung gemacht, fortan wird alles abgelehnt, was damit in Verbindung steht. Beispiel: Im Urlaub in Spanien wurde das Auto aufgebrochen und ausgeraubt. Künftig hasst der betroffene Mensch Spanien und die Spanier und macht dort nie wieder Urlaub. Oder: Ein Mensch wurde früher einmal von einem Hund gebissen und lehnt nun alle Hunde als grundsätzlich aggressive Tiere ab. Gerade ältere Menschen halten gerne am Traditionellen fest und lehnen Veränderungen und Neuerungen kategorisch ab – auch das ist eine Form von Dvesha. Es muss aber differenziert werden, denn nicht jede Ablehnung muss gleich Dvesha sein: Wenn jemand es vermeidet, nachts allein durch ein düsteres Viertel zu gehen, weil dort Gefahren lauern könnten, so ist das nicht Dvesha, sondern begründete Vorsicht, eine realistische Einschätzung der Lage.
Abhinivesha [Bearbeiten]

Das letzte der Kleshas ist Abhinivesha, was soviel bedeutet wie „die Wurzel der Angst“. Gemeint sind alle Formen von Angst und Furcht: Unsicherheit, Zweifel, Panik, Existenzängste, Angst vor der Zukunft, Angst vor Krankheiten, vor allem die Angst vor dem Tod. Dieses Klesha ist sehr mächtig, denn im Yoga geht man davon aus, dass der Geist die Realität bestimmt. Wenn eine Person also von der Angst vor einer bestimmten Krankheit total dominiert wird, wird die Wahrscheinlichkeit als hoch betrachtet, dass die Person gerade diese Krankheit auch wirklich bekommt.

Om Namo Narayanaya
Gruß, Devaki

Liebe Yogi(ni)s,

hier ein Thread zum Thema Angststörungen:

http://mein.yoga-vidya.de/group/vatayoginis/forum/topics/angststoer...

Namaste, Frieden, Licht und Liebe

Yogi108
Namaste Nachtschattten!

zu den Kleshas: Der Gautama soll mal, einen Seidenschal hochgehalten haben der komplett verknotet war und die Schueler gefragt haben wie sie die Knoten loesen wuerden.

Wie wuerdest du dabei vorgehen, die Antwort ist die Anwort auf deine Frage nach der Aufloesung der Kleshas!

Zu dem "stolpern" ueber den Begriffsgebrauch Un-kraut, das Kraut, das zur Un-zeit, un-erwuenscht waechst:
Mit Unkraut werden Pflanzen der spontanen Begleitvegetation in Kulturpflanzenbeständen, Grünland oder Gartenanlagen, die dort nicht gezielt angebaut werden und aus dem Samenpotential des Bodens oder über Zuflug zur Entwicklung kommen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist das Hauptkriterium, um eine Pflanze als Unkraut zu bezeichnen, dass sie unerwünscht ist.

Quelle

...und GENAU so... verhaelt es sich mit den Kleshas, nur das diese, im Vergleich zu Un-kraeutern, zu nichts wirklich nutze sind!

Sicher hast du auch Recht wenn du schreibst"...mit etwas negativem verbinden viele "Unkräuter" sind die besten Heilpflanzen - Brennesseln z.B." die Heilpflanze "Urtica Urens" wird, wenn sie an einem unerwuehnschten Platz waechst, eben zu Un-Kraut, das hat nichts mit Attributen wie "schlecht" oder "gut" zu tun, sondern nur "fehl am Platze", so verhaelt sich das auch mit den Kleshas.

Und eben auch mit der eigentlich natuerlichen "Alarmanlage" Angst, in normalen Zustand, wird Mensch duch den Sinne schaerfender Schutzmechanismus Angst, vor drohenden Gefahren geschuetzt, in unnatuerlicher Funktion von diesem Schutzfaktor bedroht!

Interessant was einige Philosophen dazu zu sagen hatten:

Augustinius dachte das Angst aus dem Bewusstsein von "Gott" getrennt zu sein ensteht..."erleuchtend" auch, was Hegel, Kirkegaard, Heidegger, Jaspers und Sartre dazu schrieben.

So sah Hegel in dem Phaenomen Angst einen notwendigen Uebergang auf dem Weg des Bewusstseins zum Selbstbewusstsein. Die Ueberwindung der Angst werde durch Gleichmut und Gelassenheit vollzogen.

Martin Heidegger sah in der Angst eine Grundbefindlichkeit des Menschen, welche diesem die Unabgeschlossenheit des eigenen Verstaendnishorizontes zum Gewahrsein bringe und ihn zur Entschlossenheit befaehige.

und die Biochemiker:
Epinephrin oder Adrenalin, ist ein im Nebennierenmark gebildetes und in Stresssituationen ins Blut ausgeschüttetes Hormon. Als Stresshormon vermittelt Adrenalin eine Steigerung der Herzfrequenz, einen Anstieg des Blutdrucks, eine Erweiterung der Bronchiolen, eine schnelle Bereitstellung von Energiereserven durch Fettabbau (Lipolyse) sowie die Freisetzung und Biosynthese von Glucose. Es reguliert ebenso die Durchblutung und die Magen-Darm-Tätigkeit

Quelle:
Hallo

Vielen Dank @Devaki Erika-Ha. Ich bin aber ehrlich, ich verstehe das noch nicht und werde mir das in den nächsten Wochen intensiver ansehen und hoffentlich auch verstehen...:)

@nachtschatten
Wie ich mir das damals gewünscht hätte aus heutiger Sicht?
Gute Frage, die ich mir auch immer wieder stelle, weil ich dort vielleicht den Schlüssel vermute, das es dann nicht zu ausgeprägter Angststörung kommt.
Bei mir hat ja alles mit Panikattacken zu tun gehabt, so hat es ja auch angefangen, ohne Vorwarnung.
Ich denke, nach dem ich damals in der Notaufnahme war und ohne negativen Befund wieder entlassen wurde, hätte mir ein Arzt sagen können: "Machen sie sich keine Gedanken, das kommt und geht und ist nicht weiter schlimm, auch wenn es sich unangenehm anfühlt. Es ist ein sehr häufig vorkommendes Phänomen und an einer Panikattacke ist noch niemand gestorben. Ihr Körper möchte ihnen damit sagen, das ihre Lebenssituation zu überdenken ist. Was das sein könnte, das können aber nur sie wissen. Ich gebe ihnen hier noch eine Broschüre zum Thema Panikattacken mit, da steht alles drin was sie wissen müssen.........."
Ich denke, so was in der Art hätte mich vielleicht davon abgehalten, das in Gedanken immer weiter zu spinnen. Wissen kann ich es natürlich nicht, das ist klar.
Dann kam ja noch die lange Wartezeit hinzu, das ich überhaupt ne Therapie machen konnte. Ich meine, ich hatte noch mal knapp 6 Monate Zeit die Angststörung zu nähren. Und das reicht meiner Meinung nach völlig aus, um seine Psyche umzuprogrammieren und sich neue Gewohnheitsmuster anzueignen.

Und ja, die ganze Angststörung sehe ich als schlechte Angewohnheit an. Ich kann da zu keinem anderen Schluss kommen.
Gut, ich gebe ja zu, das ich stark geprägt bin von Charles Haanel seinen Ansichten. Das war mein 1. Buch zum Thema Spiritualität, ohne das ich es damals wusste....:)
Mein Leitspruch bis heute ist auch von ihm. Was ich immer wieder tue, wird mechanisch. Also eine Gewohnheit. Und, das sich ähnliche Gedanken anziehen.
Und da ich mich selbst studiert habe und natürlich noch immer tue, kann ich das nicht anders sehen und komme zu dem selben Ergebnis.
Als Grundlage, habe ich dann für mich diese Erkenntnisse genommen und sie zu meiner Wahrheit gemacht. Dabei hab ich dann irgendwann festgestellt, das sie auf alles im Leben zutreffen.
Und getreu meinem Leitspruch, habe ich auch damals angefangen mit Affirmationen.
Man sollte vielleicht dazu wissen, das ich sehr starke Flashbacks entwickelt hatte. Meistens war es, das mein Kopf explodiert. Dieses geistige Filmchen hatte ich sehr oft. Der Auslöser war immer irgendeine Missempfindung am Kopf, ein ziehen an der Schläfe z.B oder ein Kribbeln auf dem Kopf. Und dann, war immer die Annahme, das es ein Schlaganfall sein könnte. Das war meine Angst, ich hatte Angst vor Schlaganfall.
Das hab ich mir so gut angewöhnt, das ich nicht mehr darüber nachdenken musste. Das lief sozusagen völlig automatisch ab, wenn die richtigen Auslöser da waren.
Und das hab ich dann mit den Affirmationen in den Griff bekommen. Da mit war gewährleistet, das bei Missempfinden, nicht gleich was negatives damit verbunden wird.
Affirmationen sind ja im Grunde nichts anderes als positive Selbstgespräche. Und da man nicht 2 Gedanken zur selben Zeit denken kann, wird so eben bei einer auftretenden Missempfindung, sich etwas positives vermittelt.
Man nimmt natürlich nur positive Affirmationen, das sollte klar sein....:)
Ich wollte ja aus dem Leiden raus. Also habe ich mir Eigenschaften gesucht, die ich brauchte, die ich ausprägen wollte.
Ich bin mutig, ich bin stark, ich bin perfekt, ich bin voller Energie usw.....
Da ich dann irgendwann festgestellt habe, das man das alles in eine Affirmation packen kann, habe ich dann auf Haanels Affirmation zurückgegriffen die alles enthält, wie ich finde.
Ich bin ganz, perfekt, stark, machtvoll, liebevoll, harmonisch und glücklich.
Die nehme ich bis heute. Die bekomme ich gar nicht mehr aus dem Kopf.
Am Anfang, hab ich die stundenlang, eigentlich bei allem immer wieder affirmiert. Irgendwann, nach Tagen, hat sich das so verselbstständigt, das ich zuhören konnte, wie mein Geist das sagte. Also das war schon abgefahren.....:)
Dabei konnte ich mit der Zeit auch feststellen, das sich meine Denkweise allmählich ändert.
Missempfinden waren nun nicht mehr automatisch mit etwas schlechtem verbunden.
Sicher, am Anfang ist das nicht so einfach und ich habe mich sehr oft zwingen müssen, einfach weiter zu affirmieren.
Der "Denker" sagt am Anfang immer wieder, ich bin in Gefahr, tu gefälligst was, deine bescheuerte Affirmation wird nicht helfen......:)
Ich denke, am Anfang ist das völlig normal, das man auch immer wieder mal Zweifel hat.
Was mach ich hier eigentlich? Mir geht es doch gar nicht gut und perfekt bin ich schon mal gar nicht usw.....
Dieses geistige hin und her wird auch ne Weile so gehen.
Ich hab mir dann gesagt, meine Angststörung beruht ja auch auf falschen Tatsachen. Und wenn ich mir schon etwas angewöhnen kann, was nicht der Realität entspricht, dann kann ich ja wenigstens etwas nehmen, das positiver klingt und vielleicht sogar nen praktischen Nutzen hat....:)

Ich denke, letztendlich ist es dieser Innere Kampf, den es zu bestehen gilt. Und das trifft ja nicht nur bei ausgeprägter Angststörung zu. Aber da eben noch mal ganz besonders.
Mein "Denker" oder Ego bzw. wie auch immer man es nennen will, war so stark ausgeprägt, das ich ja gedacht habe, das ist alles wahr, was ich so denke. Es gab ja nur schwarz oder weiß. Zwischentöne gab es damals bei mir nicht.
Es ist schon sehr erstaunlich wie man sich seine eigene Wahrheit so zurecht spinnen kann, das man irgendwann an nichts anderes mehr glaubt und es für die ultimative Wahrheit hält. Also nicht nur theoretisch glaubt, sondern auch mit jeder Zelle seines Körpers davon überzeugt ist.
Jedenfalls sollte man nicht erwarten, das man sich mit täglich paar Minuten Affirmation nun ändert. Das ist nicht so.
Man kann einfach nicht erwarten, dass das mit ein paar Minuten am Tag getan ist. Ich kann nicht jahrelang negative Gedanken nähren und dann erwarten, das ich mit 10 Minuten nun die Erfüllung bekomme.
Dieser Prozess läuft langsam und wachsend ab. Das geht nicht von heute auf morgen. Und ja, ein starke Wille und Beharrlichkeit sind unerlässlich. Viel hilft hier auch viel.
Wenn ich es für richtig halte, den ganzen Tag zu affirmieren, dann werde ich sicher schneller Fortschritte machen als wenn ich nur paar Minuten am Tag affirmiere.
Auch wo ich dann angefangen habe meine Atmung zu kontrollieren, habe ich dabei immer affirmiert. Mein Ego müsste abgelenkt werden, sonst hätte ich bei den Entspannungsübungen wahrscheinlich nur gegrübelt und wäre nie zur Ruhe gekommen.
Eine richtige Entspannungstechnik hatte ich am Anfang gar nicht. Ich hab mich dabei selbst beobachtet und habe mir gemerkt, wie der Körper wann und wie reagiert. Und irgendwann bin ich so von selbst in vollständiger Entspannung versunken. Später hab ich dann festgestellt, ich mache Tiefenentspannung, ist genau das selbe.....:)

Auch ist mir damals aufgefallen, das lautes Denken noch mal förderlicher ist als inneres Denken. Das ist noch mal viel intensiver und lenkt ungemein mehr ab.
Ich hab z.B. mal ne Zeit lang versucht, alles was ich mache zu kommentieren. Man bleibt im hier und jetzt und hat gar keine Zeit sich in anderen Zeitzonen aufzuhalten, also der Vergangenheit und Zukunft.
Ich denke, jemand, der ne starke Angststörung ausgeprägt hat, der hat auch große Schwierigkeiten sich abzulenken. In Gedanken ist man immer irgendwie in sich gekehrt und lauscht seinen Symptomen und Missempfindungen, um diese dann zu bewerten. Ich zumindest war ständig auf der Lauer.....)
Klar, ich kam mir schon manchmal recht seltsam vor aber was solls...
Ich sehe oft Kinder auf der Straße, die sich mit sich selbst unterhalten. Also richtig intensiv. Als mir das mal aufgefallen ist, seit dem beobachte ich das ziemlich oft.
Die haben noch ihre Phantasie, was wir erwachsenen wohl verlernt haben.
Dabei gilt es als erwiesen, dass das Bewusstsein nicht unterscheiden kann, ob man etwas nur denkt oder tatsächlich erlebt. Wenn man sich das zunutze macht, kann man sich alles in Gedanken vorstellen und sogar die zugehörigen Emotionen spüren.
Auch an diesem Punkt ist es wieder die Praxis, die man nun mal machen muss. Nur vom Lesen wird das nichts, man muss es tun, immer wieder. Was ich immer wieder tue, wird mechanisch.....;)
Was ich mir auch angewöhnt habe, das ich nur noch Dinge tue, die ich wirklich auch machen will. Wenn ich etwas nicht machen will, dann tue ich es gar nicht erst. Ich lasse es einfach sein, egal was andere vielleicht darüber denken würden.
Denn irgendwann ist mir mal klar geworden, das ich oft Dinge anfange, sie aber nicht bis zum Ende durchziehe. Und da ist mir klar geworden, das ich damit Misserfolg manifestiere.
Und was andere Denken, das ist nicht mein Problem.
Sicher, einige Dinge muss ich tun, weil es nicht anders geht und Konsequenzen hätte.

Ich will damit nur sagen, das es allein mit Atemübungen und Entspannung oder 3mal Om singen nicht getan ist. Die Lebensumstände sind ja dann immer noch die selben und da ist für mich die nächste Krise vorprogrammiert, wenn man das nicht auch angeht.
Für mich, ist das ein all umfassender Lebenswandel, den man vollzieht. Das schließt alle Bereiche des Lebens ein.
Dazu zählt dann auch, das man sich klar macht, ob die derzeitige Lebenssituation so optimal ist. Und wenn das nicht so ist, dann muss man bereit sein, notfalls auch Konsequenzen zu zuziehen, die weh tun können.
Dazu zählt genauso ein schönes aufgeräumtes zu Hause. Im Dauer-Müll kann sich niemand wohlfühlen.
Ausreichend Bewegung gehört da natürlich auch zu.
Aber gut, ich denke, wenn ein akuter Angstpatient erst mal auf einen gutem Weg ist, dann kommen die anderen Schritte von alleine. Man wird ja mit der Zeit mutiger und bekommt mehr Selbstvertrauen.
Optimal wäre es natürlich, wenn man keine psychisch bedingten Ängste mehr hat. Das ist natürlich auch mein Ziel.
Denn, wer wirklich Angst frei ist, der hat auch eine ganz andere Lebensweise, die ja auch mit Gesundheit gleichzusetzen ist. Man ist ja deshalb nicht automatisch leichtsinnig, ganz im Gegenteil. Das Urteilsvermögen ist doch viel ausgeprägter, weil es nicht mit mentalem Lärm überflutet wird.
Natürliche Ängste wird man natürlich auch weiterhin haben. Aber darum geht es hier ja nicht.

Viel Grüße
Kai
Hi Kai,



monchhichi schrieb:
Du schreibst auch, das du die Ursachen deiner Angst nicht in deinen Gedanken siehst. Wo siehst du die Ursache deiner Ängste und dann wäre für mich die Frage, wer oder was bedroht dich, das du überhaupt Angst hast?


Die Ursache sehe ich in realen Erlebnissen, auf die ich in einem Forum nicht im Detail eingehen möchte, und den im Körper gespeicherten Erfahrungen. Wenn zwischen tatsächlich bedrohlichen oder zumindest belastenden Situationen der Vergangenheit und aktuellen Situationen reale Gemeinsamkeiten da sind, kommt erstmal die Angst. Die ist nicht immer in der aktuellen Situation auch notwendig um mich zu schützen (manchmal schon), hier kommt Achtsamkeit ins Spiel, ich kann die Angst auch spüren und mich trotzdem mutig verhalten, aber die Angst selbst sehe ich als Teil eines sehr wichtigen Überlebens- und Selbstschutzsystems, und nicht als fiktiv.
Hallo greentara

Ich sehe das auch so, das unsere Erfahrungen, der Vergangenheit, uns geprägt haben. Das ist sozusagen das Ergebnis, was man heute ist. Im guten wie im schlechten Sinne.
Ich sehe natürlich bedingte Angst auch als Überlebensmechanismus an, das habe ich auch nie bestritten und werde ich auch nie. Das sind ja unsere Überlebensinstinkte, wenn man uns an die Wäsche will. Vergiftung würde für mich auch dazu zählen.
Diese natürlichen Ängste, kommen aber von Außerhalb auf uns zu. Psychisch bedingte Ängste dagegen, kommen aus dem Inneren von uns. Und da hat man immer die Wahl, es unterliegt unserer Kontrolle.

Wenn ich dich richtig verstehe, dann bis du aufgrund deines Umfeldes in ständiger Lebensgefahr?

Viele Grüße
Kai

Edit: Ich würde es gut finden, wenn du ein Beispiel aufzeigst, wann es dir komisch wird.
Ich glaube nämlich, das hier vielleicht ein Missverständnis vorliegt...:)
Hallo Antje

Naja, ich hab irgendwann festgestellt, das es mir besser geht, wenn ich offensiv damit umgehe. Es ist ja nun mal nichts, wofür man sich schämen muss.
Schlecht ging es mir ja eigentlich all die Jahre, wo ich nicht offensiv damit umgegangen bin. Wo ich also nur für mich, in meinem Schneckenhaus war.

Zu den Kleshas.
Ich hab mich jetzt dazu ein wenig eingelesen und naja, es ist ja genau das um was es hier auch geht.
Es geht ja um die Auslöschung dieser Kleshas.
Und mal ehrlich, wenn man keine Angst mehr vor dem Tod hat, was soll uns dann noch erschrecken?
Ob ich das nun unbedingt mit Unkraut vergleichen würde, da bin ich mir noch nicht sicher. Weil ich ja glaube, das jede Pflanze ihren Sinn hat, sonst wäre sie nicht entstanden. Schwierig....hm
Das seh ich dann schon sehr ähnlich wie Antje und glaube, das wir Angst vor Unkraut haben, weil suggeriert wird, das Unkraut was schlechtes ist.
Mit Unkraut, verbindet man ja im allgemeinen was negatives. Aber schaut man genauer hin, stimmt das ja auch nicht. Wenn man Unkraut essen kann, dann nennen wir es Nahrungsmittel. Andere Lebewesen brauchen aber das Unkraut und die würden dann dazu Lebensmittel sagen....:) schwierig schwierig........

Viele Grüße
Kai
@yogi108:
" ...sondern in der realen Welt.."

ich verstehe was du meinst, aber liest sich wie ein kleiner Scherz deinerseits!


Wuerden da nicht schon die Keimsilben lam, vam, ram und meditation "in die Chakren atmen" (Visualisation) positiv wirken?

Wie waere es mit einigen yogischen, Ernaehrungsphysiologischen Tips, wie salzig, sauer, suess, weiche, gekochte Gerteide (Reis, Wezien, Hafer, keinen Gerste, Hirse oder Roggen!), Vollkornpasta, desweiteren Spargel, rote Beete, Karotten, gruene Bohnen, Okra, Suesskartoffel, rote Linsen, Mungbohnen, Tofu, Sesamoel, Olivenoel, Butter, Ghee, Sahne, mandeln besonders gut, Fruehstueck ist ein Muss, warme Getraenke und Speisen, keine kalten, geeisten Getraenke oder Speisen (Eis) keine koffeinhaltigen Getraenke, warme Kraeutertees mit kleinen "Snack" am Nachmittag, besonders rohe gruene Gemuese sollten moeglichst gemieden oder gekocht verzehrt werden, Fruechte sind all ok, aber keine unreifen, es solten suesse, gut gereifte Fruechte sein, als Gewuerze: Zimt, Kardamon, Gelbwurzel und (wenig) Nelken..... ausfuehrlicheres dazu hier (english):

- Mantra, Asana-Pranayma Empfehlungen, dazu?.....


- om tat sat om -



monchhichi schrieb:

Wenn ich dich richtig verstehe, dann bis du aufgrund deines Umfeldes in ständiger Lebensgefahr?


Bin ich nicht - ich habe ja auch nur von Gemeinsamkeiten der Situationen gesprochen.

Es geht auch gar nicht um Lebensgefahr, es gibt auch andere Dinge, die sehr unangenehm sind.

Beispiel von mir, sorry, wie schon gesagt, ist mir hier zu persönlich. Aber das ist ähnlich wie mit Ratten, die immer einen Stromstoß bekommen, nachdem ein bestimmter Ton kommt. Nach einer Weile löst der Ton dann physiologische Angstreaktionen aus, unabhängig davon, ob der Stromstoß noch kommt oder nicht. Auch das ist für mich gesunde Angst.
Diese Reaktionen lassen sich nicht bewusst unterdrücken und sind auch nicht einfach nur eine schlechte Angewohnheit der Ratten, sie sind Teil des Überlebenssystems. Sie lassen mit der Zeit von selbst nach, wenn auf den Ton längere Zeit kein Stromstoß mehr kommt, kommen aber auch schnell wieder, wenn die Bahn einmal geprägt ist. Das, worin wir uns von Ratten unterscheiden, ist nur, dass wir uns bewusst gegen bestimmtes Verhalten (z.B. Vermeidungsverhalten) entscheiden können.
Ich glaube nicht, dass man sich gegen Gefühle entscheiden kann.
Ansonsten glaube ich dass eine weitere Vertiefung dieser Frage keinen Sinn macht, weil hier einfach sehr verschiedene Sichtweisen aufeinandertreffen und die wichtigsten Unterschiede benannt sind - jedem das seine.

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