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Hallo

Da ich alle psychisch bedingten Ängste für unnötig halte und selbst betroffen bin, möchte ich gerne darüber ein wenig Diskutieren und zum Erfahrungsaustausch anregen.
Da ich aus Yogischer Sicht nichts dazu sagen kann, weil ich die ganzen Begriffe noch nicht kennen, beschränke ich mich auf die allgemeine Sichtweise bzw. auf meine eigenen Erfahrungen.

Kurz zu mir:

Ich leide seit knapp 11 Jahren an Ängsten.
Am Anfang wusste niemand was ich habe. Ich weiß nur noch, das ich damals mit einmal ein komisches Gefühl hatte, was ich bis dahin noch nie hatte.
Da ich nicht wußte was es war und mir auch irgendwie bedrohlich vor kam, hat meine damalige Frau einen Notarzt gerufen. Der mich dann in die Notaufnahme gefahren hat.
Dort wurde nichts festgestellt und ich wurde ein paar Stunden später als gesund entlassen mit dem Hinweis, ich möge bitte zum Hausarzt gehen.
So geschehen und in den folgenden ca. 6 Monaten war ich bei einigen Spezialärzten. Ich wurde komplett durch gecheckt. Viele Test und auch MRT wurde gemacht.
Letztendlich war und bin ich organisch völlig gesund und wurde zum Neurologen überstellt.
Die Ärztin hat nach 5 Minuten, in Worten: fünf...., sofort gesagt, ich habe eine Angststörung .
Da ich damals wohl einen ziemlich jämmerlichen Eindruck gehabt haben muss, hat sie mir Valium verschreiben, damit ich erst mal wieder zu mir komme. Und ja, mit Valium habe ich seit Monaten endlich mal wieder Ruhe empfunden, das war schon toll.....
Auch hat sie mir Zoloft verschrieben, damit ich nicht von Valium abhängig werde.

Damit war das aber längst nicht erledigt, das ging ja weiter und wurde immer schlimmer.
In den Monaten, wo ich nicht wußte was mit mir los ist, muss sich meine ganze Psyche völlig verändert haben. Ich habe in dieser Zeit das Fundament für diese Angststörung gelegt und über die folgenden Jahre immer weiter ausgebaut, ja, bis zur Perfektion.
Wie ich heute weiß, habe ich mir damals Verhaltensmuster angewöhnt, getreu dem Motto, was ich immer wieder beharrlich tue, wird eine Gewohnheit.
Aber wie gesagt, damals hab ich das natürlich nicht so gesehen wie heute. Mein Leben war jämmerlich, trostlos und sicher auch mal sinnlos.....
Als erstes war die Arbeit weg. Ich konnte ja unmöglich mit diesen lebensbedrohlichen Symptomen noch irgendwas machen. Es gab Phasen, da hab ich nicht mal aus der Wohnung gehen können.
Aber, eines kann ich sagen, ich hab nicht einmal daran gedacht mich aus dem Leben zu stehlen, niemals...:)
Irgendwann habe ich auch aufgehört meine ganzen Panikattacken zu zählen. Aber wenn ich sage, ich hab 100 davon erlebt in den letzten 11 Jahren, dann ist das wahrscheinlich unter trieben. Manchmal hatte ich mehrere an einem Tag und das Monatelang. Hätte ich das Valium nicht Missbraucht...., egal, ich will es nicht wissen.
Ich denke, jeder der schon mal ne Panikattacke hatte, der weiß wie unangenehm das ist. Ich hab immer gedacht, das ist das Ende, das ist definitiv der Tod. So gesehen, bin ich 1000 Tode gestorben, oder so ähnlich....:)

So, damit ich hier niemanden mit meiner Geschichte langweile. Werde ich das mal in Etappen und nicht in einem Post schreiben....

Vor ca. 3 Jahren habe ich dann meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht. Da ging gar nichts mehr. ich war so fertig mit den Nerven das ich freiwillig in eine Klinik gegangen bin, für 3 Wochen.
Der Grund war, ich habe Valium entziehen müssen und das klappte Zuhause nicht so toll.
Und da, ist etwas mit mir passiert. Irgendwie habe ich da angefangen, das alles aus einer anderen Sicht zu sehen. Denn ich habe später festgestellt, das ich fast ausschließlich die anderen Patienten beobachtet habe und mich eigentlich aus allem raus gehalten habe.
Da ist mir aufgefallen, das bei allen Therapie-Sitzungen, so gut wie keiner wirklich anwesend war. Also die Patienten waren physisch anwesend, das ja, aber sie haben überhaupt nicht mit gemacht.
Und da habe ich zum erstem mal gedacht, hier läuft irgendetwas nicht richtig.
Warum therapiert man Menschen, die dem gar nicht folgen können? Die scheinen ganz andere Dinge zu benötigen, als die, die geboten werden. Das scheinen die Psychologen gar nicht zu sehen.....
Und seit dem Tag, habe ich geschworen, ich finde einen Weg, mir und dann auch anderen zu helfen. Ich habe wirklich den Antrieb, dass das vielleicht meine Bestimmung oder so was ist.
Seit dem bin ich dann anders vorgegangen und bin aus der passiven Patienten Rolle ausgestiegen.
Vor knapp 1 Jahr hab ich meine letzte Tablette genommen.
Ich hab dann angefangen mich selbst zu beobachten. Ich wollte verstehen was da nun alles abläuft mit mir.
Theoretisch wußte ich da schon, dass das alles harmlos ist und so. Aber das Verständnis war damals noch nicht da, aber das wollte ich verstehen lernen.
Einige Wochen später, also ca. vor 2,5 Jahren, hab ich dann zum 1.mal eine Panikattacke überstanden, ohne mich zu wehren. Ich hab es einfach durchlebt und habe dabei den ganzen Energiewirbel in meinem Körper gespürt und mich dabei auf die Atmung konzentriert.
Ich weiß noch, das ich mal wieder nicht wußte was ich machen sollte, rufe ich nen Notarzt oder nicht.
Aber irgendwie hatte ich die Eingebung, leg dich auf die Couch und überlasse die Entscheidung jemand anderen. Ich lag dann wirklich auf der Couch und dachte, na dann hole mich oder laß es sein....
Zu wem ich das gesagt habe? Tja, wohl Gott, keine Ahnung....:)
Ich war wirklich in der Verfassung, das ich alles akzeptiert hätte auch den Tod.
Hinterher kam mir das dann doch recht krass vor, muss ich ja zugeben....
Jedenfalls durchströmte die ganze Energie meinen Körper. Also es kribbelte überall und pickte auf der Brust wie kleine Nadel. Das kam mir auch wie ein Brennen vor. Aber das merkwürdige war, ich habe ganz ruhig geatmet und mich nur auf meine Atmung konzentriert.
Nach ungefähr 1,5 Stunden war die Panikattacke vorbei.
So entspannt habe ich mich noch nie nach einer Panikattacke gefühlt. Sonst hatte ich immer Muskelkater und war am nächsten Tag nur im Bett.....

Na jedenfalls, war das dann wohl die Wende, wie ich heute sagen kann. Seit dem geht es stetig nach Oben.
Ich wußte von da an, das eine Panikattacke mich nicht umbringen kann, sonst gäbe es ja auch Millionen Tote, allein nur in Deutschland pro Jahr. Und außerdem hätte ich auch schon längst tot sein müssen.
Ab da an, hat jedenfalls mein Umdenken stattgefunden.
Wie ich den spirituellen Weg gefunden habe, erzähle ich dann mal später. Ich glaube, ich hab das schon mal irgendwo anklingen lassen aber ich erzähl das dann noch mal neu.
Ich hatte zumindest schon mal tiefe Einblicke zur Wahrheit. Aber das dann mal später....
Das war auch ziemlich krass und ja, da gabs dann doch noch mal ne Krise....

Ich schreib jedenfalls gerne und das macht mir Spaß. Auch hilft es mir, das alles zu verarbeiten.
Und, ich mag es, über mich selbst zu lachen. Damals habe ich das natürlich alles ganz und gar nicht lustig gefunden aber das war dem Nichtwissen geschuldet...:)

Auch möchte ich betonen, das ich auch heute immer noch Situationen habe, wo mir mulmig wird. Wo ich dann wirklich aufpassen muss, das ich keine Panik bekomme. Aber ne wirklich heftige Attacke, hatte ich seit Monaten nicht mehr. Aber ich heute viel besser damit umgehen.
Was ich alles so mache und wie es dazu kam, das berichte ich das nächste mal, wahrscheinlich morgen...oder so....:)

Da ich ja sehr wissbegierig bin, würde mich von erfahren Yogis interessieren, wie das aus yogischer Sicht gesehen wird.
Wenns geht, bitte keine Reime, Ferse oder der gleichen..
Eigene Worte und Sichtweisen würde ich bevorzugen...:)

Viele Grüße
Kai

PS: Wenn jemand auch von sich erzählen möchte, möchte ich hiermit jeden ermutigen das hier zu tun.!!

Edit: Auweia ist das lang geworden. Tut mir leid...:(

Tags: Angst, Angststörung, psychologie, psychotherapie

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Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

So, kann nicht schlafen also mache ich mal weiter........

Das oben geschriebene ist natürlich die absolute Kurzfassung und sicher nicht vollständig.
Eines möchte ich aber noch sagen, weil ich das wichtig finde.
Ich habe absichtlich Valium geschrieben und nehme das als Oberbegriff für Benzodiazepine. Ich persönlich habe auch Tavor und Diazepam genommen.
Auch möchte ich nicht allgemein Benzodiazepine verteufeln. Ich glaube, es gibt Situationen, da ist es der einzige Weg, wieder einen ruhigen und klaren Kopf zu bekommen.
Ich sage das deshalb, weil es auch viele Leute gibt, die immer wieder sagen, das man Benzodiazepine nicht nehmen soll, weil sie abhängig machen. Sie machen Abhängig, das weiß ich aus eigener Erfahrung und ja, der Entzug war nicht sehr angenehm
Aber ich glaube, diese Leute, die das sagen, die haben noch nie die Hölle erlebt. Akute Angstschübe und Panikattacken sind die Hölle. Genau das ist mit Hölle gemeint, wie es in der Religion verwendet wird, davon bin ich überzeugt.
Das es auch ohne Medikamente geht, das ist klar. Aber diese Option haben viele Angstpatienten gar nicht. Sie sehnen sich zur Ruhe zukommen, sie wollen, dass das endlich aufhört und irgendwann ist man an einem Punkt, da nimmt man alles was Besserung verspricht.
Man muss eben immer bedenken, das viele Angstpatienten eben noch nicht wissen, was Panik ist. Das weiß ich nicht nur von mir sondern auch von sehr vielen anderen Betroffenen und das macht mich wirklich manchmal wütend und die mangelnde Aufklärung werfe ich auch direkt den Ärzten vor.
Aber gut, das soll nicht Thema sein.

So weiter....
Die 1. Panikattacke bewusst erlebt und überstanden....
Ich wußte natürlich sofort, das mir da was bedeutendes widerfahren ist. Das habe ich irgendwie gespürt. Ich habe eine Grenze überschritten, die mir vorher unendlich hoch vor kam, ja, unüberwindbar.
Ich habe natürlich vorher schon öfter mal versucht, eine Attacke bewußt zu durchleben. Aber oft hatte ich nicht den Mut dazu.
Ich habe ja auch vorher viel dazu gelesen und wußte ja theoretisch, das es der einzige Weg ist, dauerhaft davon befreit zu werden. Indem man sich eben der Angst stellt. Aber diese Hürde, die kam mir so unendlich hoch vor, das ich es wohl nie schaffen würde.
Man darf nicht vergessen. Ein langjähriger Angstpatient denkt grundsätzlich negativ....;)
Eine schöne Parallele hab ich erst gestern entdeckt, als ich Batman Begins gesehen habe. Da hat sich der gute Batman auch seinen Ängsten stellen müssen und das waren eben bei ihm die Fledermäuse.
Sein Lehrer hat ihm gesagt, er muss seine schlimmste Angst zum Freund machen, sich mit dieser Angst verbünden.
Als er in seine Bat-Höhle ging und die Fledermäuse auf ihn zu kamen, hat er auch kurz gezögert aber sich dann gestellt. Und dann hat er sich mit ausgebreiteten Armen genau in den Schwarm gestellt und seine Hölle zum Himmel gemacht.
Ich fand das sehr bewegend, weil mir der Hintergrund klar war und das natürlich auf alle Formen der Angst zutrifft.

Und genau das müssen wir auch tun. Wir müssen uns mit unseren Ängsten verbünden, eine Grenze überschreiten, die wir für unüberwindbar halten. Wir machen die Angst zu unserem Freund. Genau das ist Konfrontation, nichts anderes ist es.
Eine Frage zwischen durch:
Gibt es Konfrontation auch im Yoga oder wie wird das genannt?

Aber ich schweife schon wieder ab, soweit wollte ich noch gar nicht vorspringen...:)
Jedenfalls war nach dieser ersten bewußt durchlebten Panikattacke, die ich in Zukunft mit PA abkürzen werde, nichts mehr so wie es war.
Ich weiß noch, das ich völlig in Euphorie war. Das hat auch viele Wochen angehalten aber wie so oft, der nächste Test kam.....
Ich hab dann insgesamt noch 5 PA´s bewußt durchlebt und jedes mal war es danach ein euphorisches Gefühl, das Tagelang anhielt.
In dieser Zeit, habe ich auch angefangen, mich auf den spirituellen Weg zu begeben. Ich wußte aber damals noch nicht, das es spirituell war. Das war vor ungefähr 2 Jahren.
Eine Freundin hat mir da von einem Buch erzählt, das The Secret heißt. Sei hat mir auch gleich den Film da gelassen, den ich dann gesehen habe.
Und ja, irgendwie fand ich das logisch. Zwar nicht alles aber dennoch Teilweise.
Zumindest hat es ausgereicht, das ich mehr darüber wissen wollte. Und bei meiner Forschung bin ich auf die Ursache gestoßen, die Frau Rhonda Byrne zum Umdenken bewogen hat. Und das war der Master Key, von Charles Haanel.
Sofort habe ich das Buch gekauft. Erst dachte ich, naja, das Buch ist von 1910 oder so, aber naja, mal schauen und für knapp 10€ wäre es auch kein großer Verlust....
Aber, das Buch war ein Seegen für mich. So klar und deutlich geschrieben, unglaublich. Sodas ich dann nicht mehr lange nachdenken musste um es auszuprobieren.
Ich laß das Buch jeden Tag. Ich hab es sogar meine Bibel genannt. Egal wo ich hin ging, das Buch war immer dabei.
Ich habe jeden Tag mich hingelegt und wollte meinen Geist zur Ruhe bringen. Am Anfang ging das so gut wie gar nicht. Aber es wurde immer besser. Ich habe das bestimmt nen ganzen Monat gemacht, jeden Tag.
Ich habe auch sehr oft gespürt, das ich kurz davor war, das etwas entscheidendes mit mir passiert. Notiert habe ich dazu im Tagebuch, das ich glaube, das ich kurz vorm Durchbruch bin.....:)
Auch habe ich dann mehr wissen wollen. Ich kaufte Bücher von Eckart Tolle, Jack Kornfield und Dale Carnegie.
Dale Carnegie kann ich auch sehr empfehlen, das Buch: Sorge dich nicht- Lebe, ist mit das beste was ich je gelesen habe.
Auch bin ich da zum 1.mal auf Yoga gestoßen, im Internet.
Durch stöbern bin ich dann auch auf die Vorträge von Sukadev gestoßen und habe mir so gut wie alle Vorträge aufs Handy geladen und habe sie täglich gehört. Musik hab ich damals gar nicht mehr gehört. Ich war so fasziniert von der mir unbekannten Welt der Spiritualität, das ich mich nur noch damit beschäftigt habe.
Der Master Key war aber meine Bibel, das war meine Zuflucht.
Vor ungefähr 1,5 Jahren kam dann eine Erfahrung, die ich niemals vergessen werde. Da lag ich wie jeden Tag auf der Couch und übte Entspannung. Aber diesmal war es anders. Ich hatte immer einen gewissen Punkt, da habe ich schon gespürt, wenn ich den überwinde, dann passiert da was. Aber ich habe es nie geschafft. Die Entspannung war schon gut aber nicht vollkommen, so zumindest hab ich das im Tagebuch notiert....:)
Ich hatte viel visualisiert und habe dann z.B. Licht Erfahrungen gemacht. Immer wenn ich aus der Entspannung gekommen bin, ist fast Minutengenau immer 1,5h vergangen. Aber das kam mir vor wie paar Minuten. das war schon verblüffend. Auch habe ich viele Ursprungsübungen gemacht, so wie es Haanel empfahl.
Da nimmt man einen Gegenstand und verfolgt ihn in Gedanken zurück, wie er also entstanden ist. Das habe ich jeden Tag gemacht, das macht mir auch heute noch Spaß.....:)
Ziel sollte es sein, Ursache und Wirkung zu verstehen. Und ja, irgendwann war es dann auch so weit.
Aber zuerst hatte ich oft so was wie Ideen in Gedanken. Wie man dieses und jenes besser machen könnte oder wie ich meine Wohnung weiter verschönern könnte usw. Ich denke, das war vielleicht so was wie Inspiration.
Schlau wie ich war, habe ich alle Ideen aufgeschrieben und wenn ich heute das manchmal lese, kann ich fast gar nicht glauben das mir das mal eingefallen sein soll.....:(
Es war wirklich unglaublich teilweise, gar nicht zu beschreiben. Seit dem kann ich zumindest sagen, ja Haanel erzählt keine Märchen. Der Mann hat das selbe erlebt und gelebt. Anders kann man so ein Buch auch niemals geschrieben haben, das halte ich für ausgeschlossen.
Ich wollte dann immer mehr wissen und hab dann auch Tolle gelesen und seine Übungen mit dem inneren Körper spüren, habe ich täglich gemacht.
Auch das ist einfach nur unglaublich wie ich finde. Ich hatte Phasen, da kam ich mir vor wie in einem 3D HD-Film. Alles so plastisch und so farbig.
Auch wußte ich sofort, auch Tolle hat sich das nie und nimmer ausgedacht. Auch der Mann weiß wovon er schreibt, weil er es selbst erlebt hat und so lebt.
Von da an war ich endgültig davon überzeugt, das es etwas gibt, das man mir nie gesagt hat. Die Erfahrungen waren einfach zu deutlich und unglaublich phantastisch.
Aber leider, hab ich dann ein paar Wochen später ne Krise bekommen.
Heute denke ich, das war alles zu viel für mich und zu viele neue Eindrücke mit einmal. Ich konnte das alles nicht verarbeiten. Ich weiß noch, dank meinen Büchern, die ich täglich füllte, das ich mir fremd vor kam. Ich hatte das Gefühl, das ich nicht wußte, was ich nun damit anfangen sollte. Warum das ganze? Ab da an hab ich auch wieder angefangen zu zweifeln und so kam es wie es kommen musste....
Die Angst kam zurück und die absurdesten Dinge wurden wieder meine Panikauslöser. Die 1. Panikattacke nach Monaten und ich habe meinen ganzen Mut und mein Vertrauen verloren. Weg, als ob es nie da war. Ich hatte wieder Angst zu sterben bei der Panikattacke. Also genau wieder wie es jahrelang der Fall war.
Auslöser war eine simple Missempfindung am Hals. Ich hab mich so rein gesteigert, das ich glaubte, mein Hals dehnt sich immer weiter aus. Also wirklich völlig absurd.
Die nächsten Tage habe ich bei meinen Eltern verbracht und war drauf und dran, mich wieder Einzuliefern. Ich hab nur noch gehadert mit allem und das ich eh ein Versager bin und nur so......
Irgendwie hab ich das dann doch geschafft und hab mich dann überwunden es noch mal ohne Arzt zu versuchen.
Tja, und nun versuche ich bis heute, wieder diesen Zustand von damals zu erreichen in der Hoffnung ,das ich heute besser damit umgehen würde.
Ich weiß, das es etwas gibt in unserem Geist, was anders ist als alles andere; dass das alles kein Humbug ist.
Zumindest ist die Einsicht geblieben und das Verständnis.
Aber ich sage mir, ich hab das einmal geschafft und was jemand einmal schafft, das kann er immer wieder schaffen.
Es waren zwar nur kleine Einblicke zum großen ganzen aber das hat mich geprägt und ich möchte niemals diese Erfahrung missen wollen.
Ich muss aber zugeben, das ich nach diesem Rückschlag schon in ein tiefes Loch gefallen bin. Ich habe wirklich auch mal gedacht, das ich jetzt komplett durchdrehe und es gab auch Tage da habe ich mein zukünftiges Leben in einer geschlossenen Anstalt gesehen.
Aber das ist jetzt alles auch schon wieder über 1 Jahr her. Und ich merke selbst, das ich oft viel zu ungeduldig bin. Und manchmal denke ich, dass das vielleicht mein Hindernis ist, ich mein größtes Hindernis bin.
Wenn ich heute meine Bücher von damals lese, kann ich manchmal gar nicht glauben das ich das geschrieben habe.
An manchen Tagen habe ich dutzende Seiten geschrieben, in einem rutsch. Unglaublich finde ich das.
Aber zumindest weiß ich mit Sicherheit, es geht....unter bestimmten Umständen...:)

Natürlich ist das jetzt auch stark gekürzt aber ich denke, das reicht ja auch aus....:)
Das solls dann auch zu mir persönlich gewesen sein. Als nächstes würde ich meine Sicht zum Thema Angststörung angehen wollen.
Ich möchte es aber so machen, das ich nicht nur schreibe was man meiner Meinung nach machen kann und sollte, sondern möchte auch darlegen warum das auch funktioniert.
Mir geht es auch darum, nicht nur zu sagen mach das und jenes, sondern ich möchte, das man auch versteht warum das funktioniert und nur so funktionieren kann.
Ich weiß ja selber, das man nem Angstpatienten immer nur sagt, mach das und das aber ich hab nie einen Arzt oder Psychologen erlebt, der mir auch gesagt hat warum, das alles so gemacht wird.
Auch was eine Panikattacke überhaupt ist und was da abläuft. Was Ängste sind und wie sie entstehen....usw....
Meiner Meinung nach ist das Basiswissen, was jeder wissen sollte, der mit Ängsten zu tun hat.

Viele Grüße
Kai

Und sorry, das ich so viel geschrieben habe. War gerade in Schreiblaune...:)

Ueber den Atem kann Mensch Kontrolle ueber den Denkapperat erlangen, das hast du schon herausgefunden, das was dir da wiederfaehrt, geschieht halt tatsaechlich nur im Kopf und da dort, im Hirn auch wichtige Druesen, die Hormone und andere Substanzen produzieren die bestimmte Steuerungsmechanismen auf Koerperfunktionen ausueben, liegen, kann ueber bewusstes Atmen die Funktionen diese Energiezentren, die Koerperfunktionssteuerungsstoffe.

So werden diesen Druesen z.B. der Zirbeldruese (Epyphyse) in der Lehre von den "Energiezentren" (Chakra) des Koerpers, bestimmten Chakren zugeordnet. Das 7. Energiezentrum, das Scheitelchakra (Sahashara) findet in der Zirbeldruese seinen materiellen Gegenpart, das 6. Energiezentrum (Ajna-Chakra) steht fuer die Hypophyse, im Kehlkopf, unterer Halsbereich die findet sich die Schilddruese, das Vishuddha Chakra ist hier angesiedelt. Die Schildruese produziert ebenfalls wichtige Hormone, erhoehte Werte durch Ueberfunktion, koennen Nervosität, Gewichtsverlust und seelische Spannungen bewirken.

Dann kennt die "yogische Wissenschaft" noch ein Nebenchakra im Gaumenbereich, das "Lalana Chakra" diesem Nebenchakra wird als "Sitz" der Empfindungen von Ehrgefuehl, Depression, Selbstkontrolle u.A auch das Angstgefuehl zugeordnet!

So geht es weiter zu all den anderen Energiezentren des Koepers, die ueber Botenstoffe die sie produzieren, alle moeglichen Koerperfunktionen steuern, diese feinstofflichen Kraftzentren finden ihren entsprechenden Gegenpart in den verschiedenen Druesen, das 4. Energiezentrum die Thymusdruese (Anahata oder Herz Chakra). das 3. (Manipura) Nebenieren-und Bauchspeicheldruese, Solarplexus, das 2. das Geschlechtszentrum, Geschlechtsdruesen, abschliessend mit dem Wurzelzentrum dem sogenannten Muladhara, der Sitz der "Kundalini, der kosmischen Energie im Menschen!

Damit wollte ich nur aufzeigen das allein durch Atemuebungen/kontrolle Einiges moeglich ist!
Es gibt die unterschiedlichsten Methoden, wie z.B. Bandhas um diesen Zentren zu energetisieren oder zu "erwecken".

Denn in der "yogischen Wissenschaft" wird dem Atem, so wie er dem Koerper Sauerstoff zufuehrt der in der eingeatmeten Luft vorhanden ist, auch "Prana" Lebensenergie zugefuehrt und diese wirkt u.A. auch auf die Chakren, ueber die sich bestimmte Koerper- wie geistesregungen wiederum steuern lassen!

Daher sind Atemuebungen fuer gestoerte Funktionen wie die unter der du leidest, sehr gut mit Atem"therapie", Meditation, Tiefenentspannung (Savasana), Musik"meditation" (Yoga-Nidra, Nada Brahma) besser zu ertragen, oder im Ernstfall gar zu loesen!

Ausfuehrliches dazu findest du hier:

- om tat sat om -

Hallo MK

Danke für die Erklärungen.
Ich weiß, das Yoga auch ne Wissenschaft ist und ich dazu noch nichts weiß.
Mit der Atmung, so wie ich das berichtet habe, muss man das auch so sehen, das ich das aus der Vergangenheit geschrieben habe, wie ich das damals empfunden habe.
Ich hatte damals keine Ahnung von Yoga, also noch weniger wie heute...:)
Heute weiß ich, das die Techniken ihren Sinn haben und verstehe intuitiv, warum das funktionieren muss.
Erstaunlich dabei ist, das man, ohne es zu wissen, dennoch diese Praktiken anwendet. Das man, wenn man sich selbst intensiv mit sich selbst beschäftigt, von ganz alleine auf diese Ur-Richtigen Dinge kommt.
Im Prinzip hab ich ja damals schon gewisse Yoga Aspekte berücksichtigt, ohne es zu wissen.
Der Körper weiß also wie es geht, oder der Geist, der das steuern kann.
Du musst aber auch bedenken, das ich immer von einem Angstpatienten ausgehe, der nicht weiß was mit ihm los ist.
Man will nur eines, das es endlich aufhört und das so schnell wie möglich. Geduld, ist leider keine Tugend bei Anstgestörten.
Die haben doch gar keine Ahnung von den ganzen Yoga-Praktiken und höchst wahrscheinlich hat man nicht mal die Nerven sich jetzt auch noch damit zu befassen. Die Einsicht, die ist doch gar nicht vorhanden. Es gibt keine freie Gehirnzelle, die dafür empfänglich wäre.
Erzähl doch mal einem langjährigen Angstpatienten was von Chakren und wie das alles funktioniert?!
Das kannst du vergessen, der Mensch schaltet ab und kann nicht folgen, weil er viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist.
Die Aufmerksamkeit ist vollständig nach innen gerichtet. Ein Angstpatienten achtet auf jedes Symptom in seinem Körper, auf jede Missempfindung.
Angstpatienten habe sich einen feinen Sinn für ihren Körper angeeignet. Jede Missempfindung wird bewertet, egal wie absurd es auch ist. Selbst ein Haar, was zart auf der Wange liegt, kann einen Angstschub auslösen.
Das habe ich nicht nur bei mir damals beobachtet sondern ich hab keinen Angstgestörten jemals getroffen, bei dem das nicht so wäre. In irgendeiner Form haben das alle Angstgestörten.
Ein Angstpatient hat sein ganzes Leben auf Sicherheit ausgerichtet. Man hat sich bestimmte Routinen angewöhnt und natürlich Meidungsverhalten.
Man hat sich quasie völlig umprogrammiert. Und die fiktive Wahrheit, ist zur absoluten Wahrheit geworden.
Natürlich ist es nicht die reale Wahrheit aber es ist die eigene Wahrheit. Und jeder Mensch lebt ja auch irgendwo seine eigene Wahrheit.
Man darf nicht vergessen, das ein Angstgestörter so gut wie alles erst mal negativ sieht.
Das kommt daher, weil das ganze Denken auf Vermutungen beruht und dann wird natürlich auch vom schlimmsten ausgegangen. Würde man nämlich vom best möglichen ausgehen, dann würde man ja auch keine Angststörung haben.
Die ganze Angststörung ist ja auf Vermutung aufgebaut, das ist die Basis. Man glaubt zu wissen was passieren wird. Also Hellsehen...:)
Wenn man das nun jahrelang praktiziert, dann geht das in Fleisch und Blut über. So ist das ja mit allen Gewohnheiten.
Mach etwas immer wieder und es wird irgendwann zur Gewohnheit.
Daher ist für mich eine Angststörung, die Fähigkeit, eine fiktive Realität zu erschaffen. Danach zu leben und zu handeln.
Auch darf man nicht vergessen, das man nicht die Angststörung kontrolliert, sondern das die Angststörung den Menschen kontrolliert.
Ich habe oft Leuten davon erzählt, die das nicht kennen und somit auch nicht nachvollziehen können. Ich sage dann, stell dir dein schönes Leben vor und dann negiere alles.....

Die Atmung ist natürlich einer der Schlüssel. Aber auch hier muss man bedenken, Angstgestörte haben am Anfang gar nicht die Geduld sich hinzusetzen und mal eben paar Minuten gleichmäßig und tief zu atmen.
Angstgestörte haben ein massives Problem damit, sich mit ihren Emotionen auseinander zu setzen. Weil, sie verbinden so gut wie jede Emotion mit etwas negativen, das ihnen schaden könnte. Weil, es beruht ja wie gesagt, alles auf Vermutungen und Hellsehen.....
Ich versuche das alles deshalb so ausführlich zu schreiben, damit man vielleicht ein wenig versteht, wie ein Angstgestörter denkt und fühlt. Man darf wie gesagt nicht vergessen, so gut wie alles, was man als "normal" bezeichnen würde, ist bei einem Angstgestörten eben nicht normal sondern genau im Gegenteil; also im Zweifel immer negativ.

Daher macht es auch für mich am meisten Sinn, bei den Emotionen anzusetzen und bei der Atmung..
Sicher, im Endeffekt wird man mit einer Kombination von vielen anderen Dingen zum Ziel kommen. Aber irgendwo muss man ja anfangen.
Am Anfang wird sich kaum einer, seiner Angst sofort stellen. Das wäre zwar der einfachste und schnellste Weg aber das macht kaum einer, weil das Vertrauen und der Mut gar nicht vorhanden ist und auch gar nicht vorhanden sein kann. Das Selbstvertrauen ist so ziemlich auf dem Null-Punkt.
Daher würde ich sagen, am Anfang ist eine Kombination von Atmung und Emotions-Umwandlung ein guter Weg.
Wie das aus meiner Sicht funktioniert, kommt später.....)
Der Königsweg wäre natürlich bei der Ursache anzusetzen und die ist nun mal im Denken zu finden. Negatives Denken durch positives zu ersetzen ist ja bei allem der Schlüssel, so auch bei Angststörungen.
Aber auch das, kann man am Anfang vergessen.
Erzählt mal einem Angstgestörten, du musst doch nur positiv denken, dann wird das schon. Ich glaube, das ist mit das schlimmste was man einem Angstpatienten raten kann.....
Wie ich schon mal sagte, das ganze wissen über Ängste ist ja vorhanden und tausendfach dokumentiert. Das es dennoch so viel Menschen mit Ängsten gibt, hat daher für mich andere Gründe.
Es gibt ja unendlich viele verschiedene Formen der Angst. Die Angststörung bildet für mich da den Höhepunkt. Sozusagen der Olymp im Bereich der Angst.....:(

Ich werd dann erst mal den Link von @mk richtig lesen. In Zukunft möchte ich ja auch wissen, wie im Yoga Ängste behandelt werden. Welche Gemeinsamkeiten es gibt usw....
Ich denke, man sollte auch nicht vergessen, das ja oft nur Angstgestörte zum Yoga finden, die schon gewisse Einsichten erlangt haben. Ein akuter Angstpatient dagegen, der kommt doch niemals nur auf die Idee zum Yoga zugehen...;)
Es sind aber genau die armen Seelen, die eben noch nicht soweit sind. Ich war auch mal einer von ihnen, das werde ich auch niemals vergessen. Und ich glaube an euch, auch wenn ihr euch verloren vorkommt und das Leben euch bedrohlich vorkommt. Glaubt nicht dran, was die Stimme im Kopf euch einreden will und kämpft um euer Recht ein glückliches Leben zu leben. Das ist euer Geburtsrecht, dieses Recht hat jedes Lebewesen!!!
Und ja, ich weiß, das man das als Betroffener nicht mehr hören kann, immer die selbe Leier....;)

Weil es mir gerade auffällt. Ich schreibe sehr oft von Angstgestörten. Und möchte vorsichtshalber sagen, das ich das nicht negativ meine. Es könnte ja sein, das es sich für den ein oder anderen negativ anhört oder so.
Da es hier vorrangig um Angststörung gehen soll ist der betroffene ein Angstgestörter. Ich bin ein Angstgestörter, weil ich eine Störung habe...:)

Viele Grüße
Kai
Lieber Kai,

ich bin ganz sprachlos und sehr berührt von dem was du geschrieben hast und erlebt hast, und wie gut du damit umgagangen bist. Das geschriebene von dir muss ich erst mal verdauen.

Auch dass du uns das alles im Yoga Vidya Forum schreibst, da reichen Worte des Dankes garnicht aus. Ich wünsche dir sehr dass du auf Dauer tiefen und unerschütterlichen inneren Frieden findest. Und dass durch deinen Beitrag (Gottesdienst) vielen Mensch geholfen wird sich aus ihrer schwierigen Lage der Angststörung zu befreien, und Vertrauen zu ihrer inneren Kraft finden.

Ich glaube, jetzt kommt auch eine Zeit wo du dich besonders mit der Liebe beschäftigen wirst, und solltest.

DANKE!

Liebe Grüße
Rafaela
Hallo Kai,

ich werf mal meine Erfahrung und meine Perspektive in den Raum, die nicht auf Yoga-Wissen fußt, sondern "nur" auf an mir selbst erlebten Veränderungen.

Ich habe auch ein relatives hohes Angst-Level was körperliche Symptome angeht (würde aber keine Diagnose bekommen, weil ich keine Tabletten nehme, nicht vermeide, und panikgeprägte Gedanken auch nicht automatisch für die Realität halte). Anders als du nehme ich nicht Gedanken als Ursache meiner Angst wahr, sondern eher die als körperliche Realität vorhandene, spürbare Angst als Ursache von negativen Gedanken.
Yoga habe ich in der Hoffnung angefangen, dass es mir hilft, diese autonomen Reaktionen runterzuregeln. Das ist bisher nicht passiert, aber es hat mir trotzdem geholfen - und zwar dabei, meine körperlich-emotionalen Reaktionen nicht nur wahrzunehmen, sondern auch anzunehmen. Ich bin immer mal wieder genervt, wenn sich Symptome zeigen, und Yoga und Achtsamkeitsübungen helfen mir dann dabei, wieder Frieden zu finden und das Denken (inklusive Suche nach Erklärungen oder Lösungskonzepten und Rezepten) loszulassen - und meine Angst sogar ein bisschen zu mögen.

Dein "Da ich alle psychisch bedingten Ängste für unnötig halte" klingt für meine Ohren eher als würdest du etwas ablehnen, was Teil von dir und deines Lebens ist? "Unnötig" enthält ja auch eine Bewertung, du gestehst den Ängsten damit doch auch keine volle Daseinsberechtigung zu? Korrigier mich bitte, falls ich da was reininterpretiere, was nicht der Fall ist.

Ich glaube, eine große Chance beim Yoga liegt darin, zu lernen, Angst genauso wie andere Gefühle komplett ohne Beurteilung (auch nicht bzgl. nötig/unnötig) zu akzeptieren (akzeptieren schließt ein, dass man etwas nicht loswerden oder besiegen/überwinden will) und vielleicht auch mehr zu spüren als im Kopf zu erleben - ohne darauf impulsiv zu reagieren. Das geht glaube ich schon in die Richtung von Konfrontation in der Verhaltenstherapie, aber es klingt freundlicher.

Eine andere Chance sehe ich darin, mit mehr Übung in der Meditiation immer mehr zu lernen, auch subtile, indirekte Kontrollversuche als solche Wahrzunehmen und auch mal bewusst darauf verzichten zu können - mit subtilen Kontrollversuchen meine ich beispielsweise Dinge unbedingt verstehen zu wollen (Gefühl von Orientierung & Sicherheit) und z.B. Yoga intellektuell durchdringen zu wollen.
Weil ich mich deswegen bewusst stärker auf das tatsächliche Üben konzentiere, und zur Abwechslung mal die Theorie überwiegend ignoriere, kann ich dir leider auch keine passenden Yoga-Fachbegriffe nennen. Für mich persönlich ist es ein echt großer Fortschritt, dass ich bei Yoga nicht nach Erklärungen und Theorien zu oder konkreten Techniken gegen Angst stöbere. :-)


LG
V.
Yo Kai, wie Rafaela auch schrieb, super das du hier so locker deine sehr negativen Erfahrungen schildern kannst und wie du dich damit auseinander gesetzt hast, offensichtlich hast du schon ganz guten Abstand davon gefunden.


monchichi schrieb:
Ich hatte damals keine Ahnung von Yoga, also noch weniger wie heute...:)
Heute weiß ich, das die Techniken ihren Sinn haben und verstehe intuitiv, warum das funktionieren muss.
Erstaunlich dabei ist, das man, ohne es zu wissen, dennoch diese Praktiken anwendet. Das man, wenn man sich selbst intensiv mit sich selbst beschäftigt, von ganz alleine auf diese Ur-Richtigen Dinge kommt.
Im Prinzip hab ich ja damals schon gewisse Yoga Aspekte berücksichtigt, ohne es zu wissen.
Der Körper weiß also wie es geht, oder der Geist, der das steuern kann.


Das ist der beste Beweis das "Yoga" tatsaechlich weit, weit mehr ist als nur "Gymnastik"!

Die Weisen und Seher, die dieses System mal zu einer Lehre, ich erlaube mir das Wissenschaft zu nennen, zusammen fuegten, belauschten und beobachteten den Kosmos, die Natur, den Koerper, seine Funktionen, die Gesetzmaessigkeiten, die Zusammenhanege und konnten so ganz klar darlegen wie Alles funktioniert, wie das Eine mit dem Anderen, wie ALLES - Mikrokosmos und Makrokosmos in gigantischen Netzwerken miteinander verbunden ist, Informationen austauscht und interagiert.

Darum haben z.B. viele der Uebungen Namen aus dem Tier-und Pflanzenreich, der Kosmologie (Sonne, Mond) oder der Mythologie wie Garuda, Heuschrecke, Krokodil, Kraehe, Fisch, Baum, Berg, Bogen, Halbmond usw.

Und es stimmt ebenfalls wie "greentara" schreibt, die ganze Theorie, diese fremden Sanskritbegriffe die Originalnamen der Uebungen in der Tat nicht unabdingbar von Noeten sind, die sind bestenfalls fuer Lehrer und fuer die Orientation wichtig, das WICHTIGSTE beim Yoga ist eben die Praxis und wie du erfahren hast ist das Wissen um Yoga sogar "inhaerent", natuerlich, meist latent bei JEDEM und in ALLEN Lebewesen vorhanden!

(In uns klingen alle 50 Sanskritlaute!)

Hier mal meine Geschichte:

Ich bin duch eine schwere phyische Erkrankung, ebenfalls zuerst durch Atemuebungen zum Yoga gestossen, ich war damals 17jaehrig, gerade in meiner Ausbildung und eines Morgens lag ich im erwacht Bett und nichts ging mehr, konnte weder einatmen, noch mich bewegen, nur die periphaeren Gliedmassen wie Finger und Zehen bewegen, dann ueberkam mich Panik und drehte mich auf die Seite und zugleich ein Bein aus dem Bett und zog mich, die Matratze festklammernd hoch, dann ginges ploetzlich wieder, ich dachte ich haette "schlecht getraeumt", schlecht gelegen, geschlafen oder sowas, irgendwie fiel mir das Atmen schwer, das fuehrte ich auf die Schlaflage zurueck und begann den Tag,der auch ohne jede Zwischenfaelle, voellig normal verlief.

Naechsten Morgen genau das Selbe, die gleiche Situation, nur irgendwie intensiver, ich kam mir vor wie "in der Matratze", ich hoerte meine Mutter in der Kueche werkeln und da schrie ich ihren Namen, rief nach ihr, aber kraftlos wie ich war, war das nicht laut genug... Luft konnte ich auch nicht holen, so schien es zumindest, also gleiche Aktion wie den Morgen zuvor, nur diesmal "rollte" ich mich mehr oder weniger aus dem Bett, nun wusste ich das "da was sein musste", diese Gefuehl zu erwachen und nichts machen zu koennen, grauslich!

Ich war sehr verstoert, "was kann das sein?" haemmerte es in meinem Kopf... nach der Morgenwaesche, beim Fruehstueck fragte mein Mutter ob mit mir "was sei", ob ich was haette, da erzaehlte ich ihr was mir an den letzten beiden Morgen wiederfahren war, sie wollte das ich sofort zum Arzt gehe, das tat ich dann auch. Nach kurzer Untersuchung (Abhoeren und Abklopfen des Brustkorbes) schickte sie mich zum Roentgen. Nach dem Roentgen fragte man mich ob ich warten koennte und nach etwas Wartezeit wurde ich gebeten mit der Aufnahme sofort zu meiner Aerztin zurueck zu kehren, was ich auch tat. Die eroeffnete mir das ich eine "feuchte Rippenfellentzuedung" (Resultat einer verschleppten, nicht auskurierten Grippe, Lungenentzuendung) hatte und und diese "Haeutchen" das zwischen Lunge und Brustkorb liegt war durch die Entzuendung mit Fluessigkeit durchsetzt und drueckte auf den rechten Lungenlappen, daher die Atembeschwerden und wenn ich lag dann war das halt viel intensiver als in einer Aufrechthaltung (Gravitation).

Also ab ins Krankenhaus, eine Speziallungenklinik, dort nach unzaehligen Untersuchungen, Test's und weiteren Roentgenaufnahmen (!!!!) unterrichtete man mich das ich mich auf einen laengeren Aufenthalt einrichten sollte.... das meine Erkrankung i.d.R. mit einer Tuberkulose einher geht, das riss mir die Socken weg, ich war ploetzlich wie in einem Vacuum.... das war's, meine Ausbildung, mein Leben, alles "schwomm" ploetzlich in undurchsichtigen Nebel der Zeit dahin.....irgendwo ins Unfassbare.

Das nervigste waren diese Untersuchungen... ich wurde Punktiert, um die Koerperfluessigkeit aus dem Lungenbereich zu entfernen... musste taeglich 3x irgendwelches Zeugs inhalieren, bekam sehr, sehr starke Antibiotika (Cortison, Rifampimycin und Streptomycin) nach kurzer Zeit war mein ganzes Gesicht und Oberkoeper mit winzigen Pickelchen uebersaet, die meinten das kaeme von der "Medizin", davon war ich ganz und garnicht angetan, konnte aber nichts machen.

Dann bekam ich von Besuchern Buecherbroschueren gebracht, ich war bettlaegerig und sollte nach Moeglichkeit nicht aufstehen, also was tun.. lesen und Musik hoeren... der Buchtitel "jung und gesund durch Yoga" erweckte meine Aufmerksamkeit, ich erbat mir diese Buch... da gab es tatsaechlich ein Kapitel "Heilatmung bei Lungenerkrankungen", es hiess dort verstaerkt mit dem Bauch und Zwerchfell zu atmen um den Lungen so viel Ruhe wie moeglich zur Selbstheilung zu geben und trotzdem dem Koerper ausreichend Sauerstoff, der ebenfalls zur Genesung wichtig war, zu zu fuehren.

Mir wurde ein Aufenhalt von mindestens 3-6 Monaten prognostiziert, dann machte mein Gesundheitszustand ploetzlich grosse Fortschritte, es konnte keine Tuberkulose nachgewiesen werden, trotzdem wollte man mich zur Beobachtung weiter dort behalten, ich protestierte, nutzte aber nichts, dann legte man mir einen "kleinen Eingriff" nahe um ein Stueckchen der Lunge, fuer weitere Test ab zu schneiden, was ich rigoros, mit dem Hinweis das all die anderen Test's nichts Positives ergaeben haetten, ablehnte, nun hatte ich endgueltig genug, kam mir allmaehlich vor wie ein Versuchskaninchen a la "oh' lucky man", auch die staendigen Roentgenaufnahmen machten mir Sorgen war das doch radioaktive Strahlung, wenn auch ganz schwach, aber immerhin, ich las irgendwo das es maximal eine pro Jahr sein sollte, bei mir waren es Dutzende innerhalb einiger Wochen/Monate!!!!!!!!!!

Nun, ich fuehlte ich wieder total fit, machte mit einem anderen Studenten schon Waldlaeufe und "Pranayma" und draengte auf meinen Entlassung, selbst der Professor sagte: "Sie machen sehr gute Fortschritte, ihr Heilungsvorgang ist signifikant!" und erwaehnte das die starke Medikation allmaehlich abgesetzt werden sollte. Darauf hin sagte ich: "Ja, ich mach ja auch, fast den ganzen Tag lang, regelmaessige Atemuebungen!" Da schaute er mich leicht ueberrascht an und meinte "und...?" ich zeigte ihm das Buch, da laechelte er und meint "Ah' Yoga, gut, sehr gut, machen sie das mal fleissig weiter, wir duerfen das hier als therapeutische Massnahme nicht anwenden!"

Ich war platt, der Mann, studierter Mediziner, wusste davon und es durfte therapeutisch nicht angewendet werden...? Das war in den fruehen 70'ern, hoffe das sich das heute geaendert hat, besser geaendet wurde!

Nichtsdestotrotz wurde so mein Interesse fuer Yoga geweckt... oder wurde gefuehrt... ist aber egal, mir wurde jedoch in den vielen Jahren immer bewusster und klarer was Yoga eigentlich wirklich ist, fuer mich ist es seit geraumer Zeit "die Koenigs-Wissenschaft der Wissenschaften"!


- om tat sat om -

Om, lieber mk,

danke dass du deine Geschichte geschrieben hast. Es zeigt mir immer wieder, dass bei hochentwickelten Menschen oft eine leidvolle Weg und Leben dahinter steckt. Jeder muss wohl durch solche Erfahrungen durchgehen und durchstehen, wie auch Kai.

Ich bin euch im Namen von Yoga Vidya sehr dankbar, und wenn ihr Wünsch habt, meldet euch, ich erfülle alle. Hi

hari om tat sat
Yo Rafaela,

das schrieb ich um allen die hier lesen und einen Aus-weg, einen Weg suchen, erkennen das sie nicht allein sind, das viele,oder sogar Jede/r ein aehnliches "Paeckchen" zu schleppen und aehnliche Knoten zu loesen hat, haben oder hatten.

Sicher ist der "Weg" nicht einfach, nur auch nicht kompliziert, es liegt ganz und gar in den eigenen "Haenden", besser im eigenen Handeln, loslassen und erkennen!

Was ich noch "unterschlagen" habe war, das ich nach nur 4 woechigen Aufenthalt in der Lugenklinik einen "Heimurlaub" erhielt und auf diesem "Heimurlaub" erlitt ich eine akute Blinddarmentzuedung, obwohl ich die ganze Zeit unter "aerztlicher Aufsicht" und "medizinischer Kontrolle" war!

Also, es war an einem Wochenende, spaet Abends, viele Freunde zu Besuch und ich bekam urploetzlich diese graesslichen Bauchkraempfe, alles moegliche versucht... nichts, es wurde immer schlimmer, fing an zu hyperventilieren, Notarzt und ab... Diagnose: Blinddarmdurchbruch - Notoperation auf der Unfallstation.... dabei hatte ich meine erste ausserkoerperliche Erfahrung, ich erinnerte mich, als ich aus der Narkose allmaehlich zu mir kam, daran das ich die ganze Operation von "oben", wie ein Zuschauer mit verfolgte, sogar das mir die Atemmaske, weil zu klein, gewechselt wurde und "irgendwas" Panik unter den gruen bekittelten Menschen die teils, ueber micht gebeugt, teils im Raume anwesend waren, ausgeloest hatte.. ich war dabei wieder zu mir zu kommen, zeigte Regungen, ja ich sah sogar den Schnitt, die offene Wunde in meinem Bauch, alles mit gruenen Tuechern zugedeckt und die Instrumente,die behandschuhten Haende der Aerzte und Schwestern, ich konnte alles wahrnehmen, gar hoeren, aber nichts tun!

Das erzaehlte ich am Tag danach, bei der Visite dem Prof, der meinte nur: "Das gibt es!"

Seither hatte ich einen sehr tiefen und intensiven "Glauben" durch diese Erfahrung, das da "mehr" sein muss, als wirso tagein-tagaus er-leben!

Als ich eines Tages mit meiner Grossmutter darueber sprach, erzaelte sie mir ihre Geschichte von einem Herzanfall.

Sie sagte es krampfte sich nur ganz ploetzlich ihre linke Brustseite zusammen, was stechende Schmerzen waren, dann verlor sie das "Bewusstsein" und die Zimmerdecke "tat sich ueber ihr auf" und sie "hoerte Engelsgesang, so was schoenes habe ich noch nie zuvor gehoert!" Und sie hatte das Gefuehl allmaehlich durch diese Oeffnung in der Zimmerdecke zu entschweben, dann kam ihr der Gedanke an ihren noch anwesenden Sohn und Gesichte von ihren Kindern und Enkeln, da sagte sie "Ich kann noch nicht, ich muss mich noch um meine Lieben kuemmern!" Das war wohl der Moment wo sie einen Schrei loss liess und ihr Sohn, mein Onkel damals noch sehr jung, aber instruiert, gab ihr die lebensrettenden Nitro-Glycerin-Tropfen und sie kam wieder "zurueck"!

Yo, noch einige andere Dinge die sich spaeter einstellten, aber damit will ich es hier und Heute mal genug sein lassen!

- om tat sat om -
Yo mk,

was heißt Yo übersetzt?

Ja, diese Erfahrungsberichte sind ganz wertvoll für alle. Es zeigt, es ist wirklich die Wirklichkeit diese Nah-Toderfahrungen, und dass es nach dem (Tod) was in wirklichkeit kein Tod sondern Leben ist, weiter geht, bis zur nächsten Geburt. Tod und Geburt gehören zusammen, ansonsten ist alles LEBEN.

hari om tat sat
- Genau so ist es, nenen wir es "Sein" oder um einen Sanskritbegriff einzuwerfen das "Brahman", oder eben "Gott", das "goettliche Sein", das vollstaendige erwacht-Sein!

Darum wird in der Geisteswissenschaft vom rechten Leben, rechter Anschauung, rechten Sein und Handeln (Yoga Vidya) zwischen den verschiedenen Stufen der Erkenntniss (Samadhi) bis hin zum Tod (Maha-samadhi) keine scharfe Trennlinie gezogen!

So wie die Butter und der Kaese in der Milch, der Wein in den Trauben, das Brot im Weizen!

Das verhaelt sich genauso wie die Erfahrung eines Schuelers der sich auf den "Weg" begibt, am Anfang wird angenommen das man selbst etwas tut, schafft, Umstaende werden laesst, dann wiederum denkt er Dinge wiederfahren dem Selbst, dann kommt Mensch an einen Punkt wo er sich nicht mehr sicher sein kann ob ueberhaupt etwas wirklich geschieht nd irgendwer der Taeter ist!

Deswegen schwieg der Nazarehner als Pilatus ihn fragte "was ist Wahrheit?"

Die "Wahrheit" koennte nur die gegenwaertige Wirklichkeit sein und die laesst sich nicht in Worte fassen! Die Sinneseindruecke erwachen voellig spontan und simultan mit dem Erwachen der Sinne, keine Sinne, keine Sinneseindruecke, keine Wahrnehmung; keine Wahrnehmung - keine "Wahr-heit"!

Auch darum wurden dem Nazarehner in der Bibel die Worte "lasst die Toten ihre Toten begraben, du aber folge mir nach!" oder noch deutlicher: "Wer die Hand an den Pflug gelegt hat und zurueckblickt, taugt nicht fuer das Reich Gottes!"


Was ist der Inhalt dieser Message, was soll uns das sagen?

Vermeintliche Loyalitaet zu unserem Leben, zu Erlebten, zu Erlittenen, zu Ver-gangenen, auf Unwissenheit begruendet, in bester Absicht aufrecht erhalten; wird uns mit seinen Fesseln, wie schwere Ketten im Kerker uns der Freiheit berauben, uns in der Vergangenheit festhalten und das spontane, gegenwaertige Leben ersticken! Verharre nicht im Unglueck, im Gestern weil Mensch glaubt, sein Glueck sei Verrat an seiner ungluecklichen Mutter, dem Vater, den Kindern, den Verwandten, Freunden, den Naechsten! Halbherzigkeit laesst den Suchenden von Mal zu Mal an sich selbst scheitern, weil er fuechtest, sein Erfolg bedeute Treulosigkeit den (vielleicht) erfolglosen Anderen der "Welt" gegenueber. Darum heisst es: "Lass die Toten ihre Toten begraben" und verabschiede Dich in Achtung vor Deinesgleichen und lebe Dein Leben!

Samadhi, Nirvana, Shambala, Vaikuntha, das "Reich Gottes", Tabula Rasa, der Stein der Weisen wird nicht im Gestern gefunden. Es will im Heute er-und begriffen werden, damit es sich in die Zukunft hinein entfalten kann. Samadhi aber ist nichts anderes als die spirituelle Vitalitaet des "Goettlichen", die alles Sein durchpulst. Es ist auch die hoffnungsfrohe Unbekuemmertheit und Narrheit Gottes, das rasa Lila Krischna's - angesichts der laecherlichen Ernsthaftigkeit aller vermeintlichen Notwendigkeiten und Sachzwaenge der "Welt" des Gestern.

Immer jetzt ist die Zeit des Heils, der Erleuchtung, der Erkenntniss, der Befreiung - wo sonst?

Der Schlaf ist der "kleine Tod", dem geben wir uns tag-taeglich ohne Aengste, bdingungslos hin, weil wir durch die Erfahrung "vertrauen" das wir "naechsten Morgen" wieder erwachen, fuerchten aber den 'grossen Tod, Samadhi ist seine groessere Schwester, der Tod selbst und der ist die endgueltige, unabwendbare Befreiung aus dem materiellen Grab, der Mahanirvikalpa Samadhi!

Darum gibt es keinen Grund Angst zu haben, die kann nur auf Unwissenheit begruenden, darum gilt es die Schleier der Unwissenheit mit dem Schwert der Erkenntniss und der Leuchte des Wissens zu zerteilen und die Finsterniss zu erhellen und energisch die Arbeit an sich selbst, dem Voranschreiten im Guten, im Yoga zu betreiben!

(Yo, ist nur ein Kunstwort, bedeutungslos, bejahend ;-)) )
Hallo

Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte. Ich lese so was sehr gerne, weil es auch mir immer wieder zeigt, zu was ein Mensch alles in der Lage ist, was er alles aushalten kann.
Ich persönlich glaube, das gerade Menschen, die sehr leiden, irgendwann an den Punkt kommen, wo sie nichts mehr zu verlieren haben und dann eben auch andere Wege suchen und dann gehen, die ihnen vorher völlig fremd waren. Und dann, wie Phönix aus der Asche steigen und ungeahnte Möglichkeiten haben.....

@greentara
Du bist ja auf dem spirituellen Weg wahrscheinlich schon länger unterwegs. Da ist das doch klar, das mit der Zeit immer mehr Einsichten dazu kommen und alles irgendwie lockerer wird. Du praktizierst wahrscheinlich regelmäßig Atemübungen und meditierst.
Mir geht es ja auch darum, die Menschen, die eben noch in dieser akuten Angstspirale gefangen sind, den Ausgang aufzuzeigen, das man dann auch die Motivation hat, weiter zumachen.
Und genau das halte ich für den aller schwersten Schritt bei Menschen, die an schwerer Angststörung leiden.
Denn, wenn man das mal überwunden hat, dann gehen die nächsten Schritte ja doch viel einfacher.
Mit der Erfahrung wächst man eben, aber am Anfang, da hat man Null Erfahrung und die ganzen Einsichten sind doch noch gar nicht ausgeprägt. Man hat ganz andere Sorgen, in denen man feststeckt.
Meiner Ansicht nach, braucht man am Anfang irgendwie die Motivation, das man auch wirklich an sich arbeiten will und das können eben die meisten am Anfang nicht. Da gibt man die Eigenverantwortung an Ärzte ab.
Sicher, ich gehe von den Extremen aus, aber ich denke, das ist bei allen Formen von psychisch bedingten Ängsten das selbe. Der Unterschied ist für mich nur im Grad der Ausprägung zu finde.

Um es nochmal zu betonen. Für mich, geht es um psychisch bedingte Ängste. Nicht um natürliche Ängste. Das ist ein entscheidender Unterschied, wie ich finde.
Das Problem dabei ist, das psychisch bedingte Ängste, die selben körperlichen Reaktionen hervorrufen wie natürliche Ängste. Es ist nur eine fiktive Gefahr und keine reale Bedrohung aber der Ablauf ist der selbe.
Das Unterbewusstsein kann das nicht unterscheiden. Was wir in Gedanken als Wahr einstufen, wird automatisch als Wahr im Unterbewusstsein abgespeichert. Es unterliegt dann keiner Bewertung mehr, muss also nicht neu durchdacht werden. Das läuft dann blitzschnell ab, wo denken gar nicht möglich wäre.
Das ist ja auch von der Natur ganz hilfreich so gemacht. Wenn man wirklich in Gefahr ist, dann hat man keine Zeit erst alles durch zu denken. Dann springt der Überlebensinstinkt sofort an, das man z.B. Fliehen oder Kämpfen kann.
Und das selbe passiert leider auch bei psychisch bedingter Angst. Das Unterbewusstsein denkt, man muss Fliehen oder Kämpfen. Diese fiktive Flucht, kennen wird dann z.B. als Panikattacke.

Bei einer realen Gefahr läuft das in etwa so ab, mit meinen Worten formuliert:
Adrenalin wird ausgeschüttet, damit der Körper leistungsfähiger wird, natürliches Doping.....
Die Atmung stellt sich auf schnelles Rennen um, wird also flacher und schneller. Schweißt strömt aus, weil der Körper gekühlt werden muss beim schnellen Rennen, damit er nicht überhitzt (Verdunstungskälte).
Die Wahrnehmung wird geschärft, was ich als Tunnelblick bezeichnen würde, also höchste Konzentration, Fokussierung. Auch verkrampft sich der Magen, weil der nun bei der Flucht nicht gebracht wird. Alle Energie wird für die Flucht benötigt und was nicht benötigt wird, das schaltet die Körperintelligenz auf Sparflamme. Daher hat man oft bei einer Panikattacke auch Harndrang und Durchfall und hat das Gefühl, das der Magen wie ein Stein ist bzw. ein Druckgefühl im Bauch.
Und bei einer realen Gefahr heißt es dann eben, laufe oder stirb.
Bei einer Panikattacke nun, flüchten wir ja nicht. Und so bleibt die ganze Energie im Körper zurück.
Da diese enorme angestaute Energie aber nicht durch Bewegung abgebaut wird, sucht es sich andere Ventile. Die Energie muss ja trotzdem aus dem Körper abgeführt werden.
So empfindet man z.B. starkes kribbeln am Körper. Dort wird die überschüssige Energie an die Zellen abgegeben, die diese dann verarbeiten, was wir z.B. als kribbeln empfinden. Die Muskeln reagieren natürlich auch ohne zu rennen, daher zittern man eben.
Der Schweiß, der ja trotzdem fließt, wird den Körper trotzdem in gewissem Maße kühlen. Es fehlt zwar der "Fahrtwind" aber dennoch wird der Körper etwas gekühlt (Verdunstungskälte) Das kann man gut an kalten Gliedmaßen erkennen, wie z.B. kalte Füße oder Hände.
Die flache, schnelle Atmung ist ja auch genauso vorhanden. Das nennen wir dann aber Hyperventilation.
Beim Yoga übt man das sogar durch das praktizieren von Kapalabhati mit voller Absicht.
So wie ich Kapalabhati verstehe, nutzt man die Hyperventilation dazu, seine Energie bewusst zu spüren, eben der strahlende Schädel......
Der Unterschied ist für mich, der Yogi empfindet es als etwas positives, der Paniker als etwas negatives.
Ich hab für mich mal eine kurze Definition für Panikattacken gesucht und bin zu der Überzeugung gelangt:
Eine Panikattacke ist die Entladung überschüssiger Energie.
Daher war auch mein 1. Ansatz, die Emotionen anzugehen. Das man eben diese Emotionen mit etwas positivem verbindet und nicht wie es bei Angstgestörten üblich ist, mit etwas negativem.
Im Prinzip müsste sich also ein jeder Yogi über eine Panikattacke sogar freuen, mehr Energie zu spüren geht ja fast gar nicht, würde ich mal behaupten wollen...:)

Im Prinzip, hat man die selben Emotionen auch, wenn man z.B. zum 1. Date geht, wo man bestimmte Hoffnungen mit verknüpft hat.
Nur nennt man es dann nicht Panikattacke sondern Aufregung. Ich kann es zwar nicht beweisen, aber ich denke, da läuft genau das selbe ab wie bei einer Panikattacke. Alle Symptome sind die selben. Es ist also genau das selbe, nur anderer Bezeichnung, der positiver behaftet ist. Für mich ist das ein und das selbe.....
Natürlich wäre es ratsam, ohne Hoffnungen zu einem Date zugehen. Aber wer kann das schon....
Irgendwas spinnt man sich ja doch oft was zurecht, damit man hinterher sich schlecht fühlen kann......:)

Viele Grüße
Kai

PS: @Rafaela
Ich weiß nicht wo das hier hinführen wird, keine Ahnung. Ich hoffe, das es konstruktiv ist und wird; das daraus vielleicht so was wie eine Motivation entsteht, das Betroffene sich selbst helfen wollen.
Allerdings weiß ich auch, das die akut Betroffenen, sich in speziellen Angstforen aufhalten und dort meist nur darüber schreiben, wie schlecht es ihnen doch geht, sich so also noch gegenseitig selbst bestätigen. Also genau so, wie es nicht förderlich ist......
@greentara
Dein "Da ich alle psychisch bedingten Ängste für unnötig halte" klingt für meine Ohren eher als würdest du etwas ablehnen, was Teil von dir und deines Lebens ist? "Unnötig" enthält ja auch eine Bewertung, du gestehst den Ängsten damit doch auch keine volle Daseinsberechtigung zu? Korrigier mich bitte, falls ich da was reininterpretiere, was nicht der Fall ist.
Ich glaube, da hast du mich falsch verstanden oder ich dich...:)
Und ja, ich lehne es ab, das psychisch bedingte Angst zum Leben gehört. Das würde bedeuten, das es Lebensnotwendig wäre und das ist es für mich nicht.
Wie gesagt, ich rede hier immer von fiktiver Angst, die nichts mit der Realität zu tun hat. Dazu gehört natürlich auch, sich Sorgen zu machen. Sorgen sind nichts anderes als Angst. Meist handelt es sich um Zukunftsangst oder man hadert mit der Vergangenheit, das man dieses oder jenes nicht gemacht hat oder, hätte ich das doch nur anders gemacht usw....
Du schreibst auch, das du die Ursachen deiner Angst nicht in deinen Gedanken siehst. Wo siehst du die Ursache deiner Ängste und dann wäre für mich die Frage, wer oder was bedroht dich, das du überhaupt Angst hast?

Viele Grüße
Kai

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