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Heute war das Wetter bei der Hinfahrt gut und bei der Rückfahrt regnete es. Innerlich ging es mir am Anfang des Tages nicht so gut. Ein Reinigungsprozess zog durch mich durch und zerrte an meiner guten Laune. Auf der Rückfahrt radelte ich fröhlich durch den Regen. Äußerlich wurde ich naß und in mir schien die Sonne.

Als ich in das Altersheim trat, begegnete mir der junge Altenpfleger. Er hatte mein Buch über das Altersheim jetzt ganz gelesen. Zuerst äußerte er Kritik. Ich hätte mich gründlicher über das Altersheim informieren sollen. Insbesondere hätte ich die böse Oberpflegerin ungerecht behandelt. Er kenne sie schon zehn Jahre und sie sei in Wirklichkeit ein sehr netter Mensch. Leider hatte sie mir ihre nette Seite noch nicht gezeigt. Außerdem muss in jedem spannenden Buch ein Bösewicht vorkommen. Sonst ist es kein guter Krimi.

Nach seiner ausführlichen Kritik überraschte er mich damit, dass er das Buch insgesamt gut fand und es sogar an Bekannte weiterverschenkt hatte. Besonders erfreut hatte ihn, dass ich die schwierigen Arbeitsbedingungen im Altersheim gewürdigt hatte. Er fühlte sich gesehen. Seine Dankbarkeit äußerte sich auch darin, dass er meine Mutter heute besonders liebevoll behandelte. Er legt ihr in ihrem Rollstuhl eine Decke auf den Schoß, damit sie nicht friert.

Meiner Mutter ging es heute gut. Sie war geistig noch wacher als sonst und konnte fast alle Lieder mitsingen. Das lag aber auch daran, dass ich zuerst die Lieder auf der Ukulele spielte, die sie gut erinnert. Meine alte Fangemeinschaft erfreute ich mit dem neuen Lied "Mein Hut der hat drei Ecken." Wir sangen wieder fast zwei Stunden lang. Die Stimmung war gut und meine Mutter freute sich. Freude entsteht bei ihr hauptsächlich durch die Gruppenstimmung. Ich muss also erstmal die Stimmung in der Gruppe zum Kochen bringen. Dann springt der Funke auf meine Mutter über. Das gelang heute gut. Schließlich bin ich ja der Rockstar im Altersheim. Ich rockte das Altersheim mit meinen Kinderliedern.

Frau Trotzki war auch wieder dabei. Ich soll euch alle grüßen. Sie freut sich, dass sie eine so große Fangemeinde hat. Inhaltlich war heute beim Kuchenessen die "Heiligkeit" das Thema. Was ist heilig? Frau Trotzki meinte als überzeugte Christin sofort, dass Gott heilig sei. Wir konnten uns auch noch auf Jesus und die Apostel einigen. Schließlich haben sie auf Gemälden ja auch einen Heiligenschein um den Kopf.

Mehr Heilige kannte Frau Trotzki nicht. Sie ist eine evangelische Christin. Da hat man es nicht so sehr mit den Heiligen, anders als in der katholische Kirche. Da gibt es für jeden Tag einen Heiligen. Von Heiligen in anderen Religionen hatte sie noch nichts gehört. Dabei geht es im Buddhismus darum, dass man ein Heiliger (Arhat) wird. Das ist das Ziel des ganzen Strebens. Ebenso ist es im Hinduismus. Da ist es das höchste Ziel ein Jivanmukta, eine befreite Seele, zu werden. Das erreicht man zum Beispiel auf dem Weg des Yoga. Ein Yogi ist sozusagen ein Heiliger in der Ausbildung.

Bei den evangelischen Christen wird man durch die Taufe ein Heiliger. Man tritt ein in die Gemeinschaft der Heiligen. Durch die Taufe ist man automatisch gerettet und kommt nach dem Tod ins Paradies. Man sollte sich aber bemühen sich auch in seinem Leben wie ein Heiliger zu verhalten. Das vergessen leider viele Christen. Sie meinen, dass es ausreicht einmal im Jahr zu Weihnachten an Gott zu denken. Und vielleicht auch noch zu Ostern, damit der Osterhase die Ostereier bringt. Oder habe ich jetzt etwas verwechselt? Das war wohl eher die germanische Göttin Östera, die das Frühlingsfest feiert. Bei den Christen geht es Ostern um Tod und Auferstehung.

Ich hatte meine Auferstehung jedenfalls auf dem Heimweg, als ich etwas erschöpft von den Leidenergien im Altersheim durch den Regen nach Hause radelte. Der Regen durchnässte mich und mich erfassten trübsinnige Gedanken wie: "Ich bin allein, ich bin mickrig, keiner liebt mich, mein Leben ist elend." Plötzlich erleuchtete mich die Idee, dass ich ja der Heilige bin. "Ich lebe im Licht und alle lieben mich." Mit diesem Gedanken ging es mir spontan wieder gut. Na ja, an der Heiligkeit arbeite ich noch. Aber im Yoga und im Buddhismus ist es eine spirituelle Technik sich in seinem Zielzustand zu sehen. Dadurch erweckt man die Kundalini-Energie in sich und kann tatsächlich ins Licht durchbrechen. Jedenfalls schien in mir wieder die Sonne und so hatte der Tag einen guten Abschluss. https://www.youtube.com/watch?v=DBuHN2_FgNM

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