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Ich spielte auf der Ukulele das Lied "Froh zu sein bedarf es wenig". Eine runzelige, fast zahnlose alte Frau sah es als eine Art Lach-Yoga an. Sie begann lauthals zu lachen. Ihre zwei verbliebenen Zähne wippten auf und ab. Mit ihrer guten Laune steckte sie die kleine Runde von alten Frauen mit Lebensfreude an. So geht Glück im Altersheim.

Danach sangen wir laut "Mein Hut der hat drei Ecken." Ich ersetzte dann den Hut durch die Namen der Senioren, also "Ella hat drei Ecken", "Gisela hat drei Ecken", "Elfi hat drei Ecken" und natürlich "Der Nils, der hat drei Ecken". Der Meister durfte ja nicht fehlen. Auch er ist eine eckige Persönlichkeit, aus der Normalität des westdeutschen Konsumkapitalismus gefallen. Ihr kennt seine drei Ecken nicht? Die erste ist die Liebe, die zweite der Frieden und die dritte das innere Glück. Diese drei Dinge brachte er ins Altersheim. Immer wieder, bis alle Alten ins Licht erwachen.

Die innere Reinigung ist ein langer Prozess. Die Volkslied-Mantren drangen in meine Mutter ein und lösten innere Verspannungen. Immer wieder musste sie laut gähnen. Das geschieht oft bei der inneren Entspannung. Ich sang die Lieder immer wieder, bis alle Alten in eine Art Trance fielen. Sie wollten nicht mehr aufhören zu singen. Aber irgendwann ist immer Schluss. Mit dem Leben und mit dem Singen.

Elfi bestand darauf noch einmal den Schneewalzer zu hören. Also sang ich für sie ihr Lieblingslied. Dann stand sie auf und ging. Frau Trotzki war leider krank, so dass sie nicht mitsingen konnte. Mit ihr hätten wir "Froh zu sein" als Kanon singen können. Das liebt sie. Für meine Mutter gab es immer wieder "Auf, auf zum fröhlichen Jagen" und "Die Gedanken sind frei". Und natürlich die Hamburger Nationalhymne "An de Eck steiht en Jung mit nem Tüddelband". Das ist auch ein Lied, mit dem ich immer wieder das Altersheim rocke.

Alle Lieder lehren letztlich den Weg des positiven Denkens. Auch mit wenig äußeren Dingen kann man froh sein, wenn die innere Einstellung stimmt. Es genügen eine kleine Gruppe alter Leute, eine Ukulele und Meister Om Om. Wer das Lied "Die Gedanken sind frei" kennt, kann damit auf immer den Sorgen entsagen. Und wenn man einmal hinfällt, dann steht ein Hamburger Jung auf und geht einfach weiter. Der fröhliche Jäger hat seine Berufung gefunden, wie der fröhliche Yogi. Dann bringen der Beruf und das Leben Spaß.

Mehr ist nicht zu berichten. Ansonsten war alles wie immer. Ich aß meine zwei Stücken Kuchen. Diesmal gab es leckeren Pflaumenkuchen mit Sahne und Zitronenquarktorte. Meine Mutter bekam ihre Apfelsinenstückchen und ich telefonierte mit meiner Schwester. Sie will mich Mitte Mai zu meinem Geburtstag besuchen.

https://www.youtube.com/watch?v=ZyPQ-hvAJwA

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Kommentar von Ayurveda am 8. April 2017 um 2:24pm

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