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Eigentlich heißt es im Yoga, Gegensatzpaare sind zu vermeiden. Warum? Sie entsprechen nicht der Wahrheit. Kategorien sind Artefakte, Machwerke unserer Buddhi. Wir teilen die Welt in angenehm und unangenehm, in schön und häßlich und gut und böse, weil das unsere Entscheidungen im Alltag beschleunigt. Praktisch, aber nicht echt. Befasst man sich mit der Wahrnehmungspsychologie, stellt sich zum Beispiel heraus, dass Kontraste oft verstärkt werden, was eigentlich eine Täuschung ist. Man kann die Welt kann zwar in Gunas aufteilen oder im Ayurveda in Kapha, Pitta und Vatha, aber faktisch gibt es nur Mischungen aus diesen Eigenschaften.
Dies sollte man sich auch im Umgang miteinander immer vor Augen führen. Es gibt keine guten Menschen und schlechten Menschen, kranke oder gesunde, sattvige oder tamasige, sondern jeder ist von allem ein bißchen. Und so sollten wir uns selbst so sehen wie alle andern auch, mit Stärken und Schwächen und vor allem unterschiedlichen Verhaltensweisen in unterschiedlchen Situationen. Alles andere schränkt uns ein und unsere Handlungsmöglichkeiten auch. Denn wenn jemand böse ist, nervt, dumm ist, einen aufregt, gehen wir ihm aus dem Weg. Und verpassen die Momente wo er zärtlich ist, liebevoll und fürsorglich.Und was ist mit dem Menschen, dem man aus dem Weg geht? Er wird eine Nervensäge, weil man das von ihm sowieso erwartet, er wird böse, weil er dazu erklärt wurde. Ich spreche nicht für ein naives Umgehen miteinander, ohne Vorsicht und Achtsamkeit. Natürlich muss man bei jedem genau hinsehen, wie er auf einen wirkt, was er mit einem macht. Und ihm unter Umständen auch meiden, wenn man spürt, dass Gefühle wie Aggression in einem entstehen. Aber auch dann ist es wichtig es vor sich selber und dem andern damit zu begründen, dass man selber das Problem hat, nicht dass der andere ein Problem ist. Und man sollte immer wieder genau hinsehen, ob man nicht mit der eigenen Zuwendung aus einem dummen, aggressiven oder hinterhältigen Menschen einen aufgeklärten, netten und offenen machen kann - durch das eigene Vorbild. Nichts neues, was ich da geschrieben habe: Jesus hat schon vor längerer Zeit ganz klare Ansagen gemacht: Liebet eure Feinde und liebe deinen nächsten wie dich selbst. Aber heutzutage erscheint es mir wichtig, es immer wieder zu betonen, dass nur eine Sache gegen Kriege und Gewalt hilft: Liebe. Man kann auf Dauer nicht alles verurteilen und wegsperren, alles vermeiden und ausgrenzen, was böses bewirken könnte. Aber mit Liebe kann man nach und nach dem Bösen den Nährboden entziehen. Dieser Weg ist langwierig und anstrengend und erfordert sehr viel Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten. Aber swadyaya gehört nicht umsonst zu den Yamas und Niyamas, den zehn Geboten des Yoga. Nur wer sich selbst kennt, beherrscht sich auch.
Angelika

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Kommentar von angelika am 20. November 2011 um 8:53am

Liebe Radha, ich weiß jetzt nicht, ob ich dich ganz richtig verstanden habe. Bei mir kommt an, du liebst einen Teil von dir selber nicht, den du, warum auch immer, abgekapselt hast. Du kannst den harten Weg gehen, der ist allerdings unschlagbar wirksam: Du kannst dich in einer Rückführung oder Hypnosesitzung mit deinem schlimmen Erlebnis auseinandersetzen, das dich so das fürchten gelehrt hat, dass du Angst hast , dich zu erinnern. Dann fällt die Last von deiner Seele, weil du weißt, es ist alles schon längst passiert und jetzt, jetzt jetzt gibt es gar keinen Grund irgendetwas abzukapseln.
Oder du bleibst direkt im Hier und Jetzt und hälst die Augen offen. Schau dich um, wieviele Menschen dir gutes tun. Denke dir, die können sich nicht alle irren. Die lieben dich. Und zwar ganz und gar. Das kannst du ausprobieren, in dem du mit ihnen sprichst und ihnen den Teil offenbarst, für den du dich schämst oder der dir Angst macht. Keiner wird dich deswegen verstoßen. Also bist du auch etwas wert, auch gut, auch richtig. Wie jeder andere auch. Gott ist immer da und liebt dich. Wenn er uns zwischendurch mal quält hat er einen Grund. Dann sind wir nur zu bockig, um ihn wahrzunehmen. Mir hat mal eine Psychotherapeutin gesagt, wir sind wie ein Kind im Einkaufswagen. Wenn Gott uns schnell an den Süßigkeiten vorbeischiebt, dürfen wir nie vergessen, dass er es gut meint.

Alles Liebe Angelika

Kommentar von angelika am 21. November 2011 um 9:47pm

Liebe Radha, meinst du, dass du dich und andere oder dein Verhalten oder das von anderen nicht richtig auseinander halten kannst? In der Psychologie spricht man von Ich- Schwäche. Für Yogis und Yoginis ist ein zu starkes Ego allerdings eher etwas wenig erstrebenswertes. Sich in andere hineinversetzen ist etwas gutes. Aber man soll sich auch selber spüren können, wissen, worin man sich von anderen unterscheidet. Es ist ja jeder Mensch aus gutem Grund anders.Wir sind alle gleich viel wert, zeigen aber unterschiedliche Aspekte Gottes.
Auf die Idee mit der Rückführung bin ich gekommen, weil es einen Abschnitt in unserer Entwicklung gibt, wo wir tatsächlich verschmelzen. Das ist die Schwangerschaft und die ersten Monate im Leben. Da kann ein Kind noch nicht wissen, wo es anfängt und die Mutter aufhört, es empfindet alles als Einheit. Wenn in dieser Phase etwas besonders intensives passiert, könnte ich mir vorstellen, dass man da wieder hinstrebt. Falls das so ist, könnte eine Rückführung helfen, sich zu lösen und sein eigenes Wesen zu finden.
Alles Liebe Angelika

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