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Permalink-Antwort von Christa Brand am 6. Oktober 2011 um 12:54am
Permalink-Antwort von Dieter Jahnke am 6. Oktober 2011 um 1:59am Liebe Elly,
aus meiner langjährigen Erfahrung heraus möchte ich zunächst einmal bei allen "Rückengeschichten" zur Vorsicht raten. Es gibt durchaus Schweregrade bei denen man sogar von Yogapraxis absehen sollte. Damit ist grundsätzlich nicht zu spaßen, da sich daraus jede Menge Ärger entwickeln kann. Dennoch besteht grds. kein Grund daran zu verzweifeln. Dennoch sollte man sich immer zunächst durch eine medizinisch-orthopädische Untersuchung über das tatsächliche Ausmaß informieren. Insbesondere bei dauerhaften Schmerzen in Verbindung mit Taubheitsgefühlen, oder auch nur deutliche Taubheitsgefühle, die in die Beine ausstrahlen, sprechen für neurologische Ausfallerscheinungen, so dass die Meinung eines Neurologen eingeholt werden sollte. Hierbei könnte ein Bandscheibenvorfall vorliegen, dessen typische Symptomatik das ist, so dass die Hilfe eines Ostheopathen oder Heilpraktikers je nach Ausprägung desselben nur bedingt nützlich sein könnte.
Unabhängig von den Tipps meiner Vorgänger hier im Strang möchte ich dazu noch Folgendes ganz im Allgemeinen schreiben:
Unter das, was der Mediziner "Lumbago" oder "LWS-Syndrom" nennt fällt so ziemlich alles was der Volksmund so als "Hexenschuss", also ein plötzlich einschießender Schmerz im LWS- (Lendenwirbel-) Bereich, oder "Ischias" (Nervenschmerzen des gleichnamigen Nervs), oder auch "ich habe Rücken", bezeichnet. Um nun präzise Übungen nennen zu können, die hier hilfreich sein könnten, wäre es schon ganz gut genau zu wissen, worum es sich speziell handelt, da alle genannten Symptome feine Unterschiede voneinander haben, die auch eine unterschiedliche Verfahrensweise damit bedingen können.
Gibt es bereits erkennbare, aber zum Glück noch nicht stark ausgeprägte degenerative, also Abnutzungserscheinungen, vermutlich an den Wirbelkörpern und/oder den dazwischen befindlichen Bandscheiben, so bedeutet das, man sollte auch die eigene Ernährung entsprechend einrichten (keine Fertignahrung sondern Frischkost, möglichst wenig Fleisch oder wenigstens dunkles Fleisch, alles was Harnsäure enthält meiden) und die Belastungen der Wirbelsäule möglichst minimieren, ohne jedoch dabei die Bewegung oder die Beanspruchung völlig einzustellen. Der Mensch ist ein "Bewegungstier" und auch bei Unterbelastung gibt's unter Umständen Schwierigkeiten, da Muskeln dabei nachlassen und die Knochensubstanz u.U. schwindet, welche auf Belastung angewiesen ist um substanzielle Festigkeitzu erhalten. Also sollte man auch bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates die Bewegung nie ganz einstellen, sondern, sanfte, weniger belastende Bewegungsformen wählen.
Um, wie Christa es oben nannte, Raum im unteren Rücken zu schaffen, wirken insbesondere die sogenannten Krokodilsübungen im Liegen bei Ischias- und LWS-Problemen entlastend und werden von den Teilnehmern meiner Rücken-Yoga-Kurse als sehr angenehm empfunden:
Standardvariante: (Nur bei Schmerzfreiheit ausführen, oder solange sich dabei die eventuell vorhandenen Schmerzen noch gut ertragen lassen und sich diese im Anschluss vermindern. Verstärken sich die Schmerzen, von der weiteren Ausführung zunächst absehen und weiteren fachkundigen Rat einholen.)
1. In der Rückenlage die Augen schließen und die Beine anwinkeln und mit den Füßen so nah an den Körper rücken, dass diese entspannt mit der ganze Fußsohle vor diesem zum Stehen kommen. Die Knie (Ober- und Unterschenkel) bilden dabei etwa einen 90°-Grad-Winkel.
2. Die Arme dabei auf Schulterhöhe mit zum Boden gewandten Handinnenflächen entspannt flach auf dem Boden plazieren, so dass diese mit dem Körper ein T bilden.
3. Dann mit der Ausatmung die sich leicht berührenden Knie zusammen langsam nach rechts sinken lassen, während sich der Kopf mit dem Kinn gleichzeitig zur linken Schulter dreht (dabei den Hals nicht knicken sondern nur um die Längsachse der Wirbelsäule drehen). In der Endposition ist darauf zu achten, dass a) nicht mit Muskelkraft nachgedrückt wird, sollte das untere Knie den Boden noch nicht berühren und vor allem darauf geachtet wird, dass b) beide Schulterblätter, (d.h. der Rücken etwa bis zur Hälfte), in der sanften Dehnung der Endposition auf dem Boden bleiben. Letzteres ist wichtig dafür, dass sich die gewünschte Dehnung an der richtigen Stelle des Rückens befindet. Ein paar Atemzüge normal weiteratmen und in der Endsstellung verweilen. Zu Beginn drei, später dann vier und fünf vollständige Atemzüge (ein und aus) so liegenbleiben.
4. Als Nächstes einatmend die Knie und den Kopf zurück zur Ausgangsposition mit angewinkelten Knien bewegen und ausatmend zur gegenüber liegenden Seite sinken lassen und den Angaben unter 3. Folge leisten.
5. Im Ganzen drei bis fünf Durchgänge ausführen.
6. Zum Ausklang die Augen noch geschlossen halten und der Übung ein paar Momente innerlich nachspüren...
Immer nur das tun, was einem spürbar guttut...
Gute Besserung
OM shantih
Detlef
Danke, für die tollen Tipps werde sie auf jeden fall ausprobieren, und es wird nun auch langsam besser, ob es nun von den Medikamenten kommt oder von dem einmal Krankengymnastik...ich denke ich sollte öfter wie einmal die Woche Yoga ausüben...halt zu hause auch.
Gruß
Elly
Detlef schrieb:Liebe Elly,
aus meiner langjährigen Erfahrung heraus möchte ich zunächst einmal bei allen "Rückengeschichten" zur Vorsicht raten. Es gibt durchaus Schweregrade bei denen man sogar von Yogapraxis absehen sollte. Damit ist grundsätzlich nicht zu spaßen, da sich daraus jede Menge Ärger entwickeln kann. Es besteht grds. kein Grund daran zu verzweifeln. Dennoch sollte man sich immer zunächst durch eine medizinisch-orthopädische Untersuchung über das tatsächliche Ausmaß informieren. Insbesondere bei dauerhaften Schmerzen in Verbindung mit Taubheitsgefühlen, oder auch nur deutliche Taubheitsgefühle, die in die Beine ausstrahlen, sprechen für neurologische Ausfallerscheinungen, so dass die Meinung eines Neurologen eingeholt werden sollte. Hierbei könnte ein Bandscheibenvorfall vorliegen, dessen typische Symptomatik das ist, so dass die Hilfe eines Ostheopathen oder Heilpraktikers je nach Ausprägung desselben nur bedingt nützlich sein könnte.
Unabhängig von den Tipps meiner Vorgänger hier im Strang möchte ich dazu noch Folgendes ganz im Allgemeinen schreiben:
Unter das, was der Mediziner "Lumbago" oder "LWS-Syndrom" nennt fällt so ziemlich alles was der Volksmund so als "Hexenschuss", also ein plötzlich einschießender Schmerz im LWS- (Lendenwirbelsäulen-) Bereich, oder "Ischias" (Nervenschmerzen des gleichnamigen Nervs), oder auch "ich habe Rücken", bezeichnet. Um nun präzise Übungen nennen zu können, die hier hilfreich sein könnten, wäre es schon ganz gut genau zu wissen, worum es sich speziell handelt, da alle genannten Symptome feine Unterschiede voneinander haben, die auch eine unterschiedliche Verfahrensweise damit bedingen können.
Gibt es bereits erkennbare, aber zum Glück noch nicht stark ausgeprägte degenerative, also Abnutzungserscheinungen, vermutlich an den Wirbelkörpern und/oder den dazwischen befindlichen Bandscheiben, so bedeutet das, man sollte auch die eigene Ernährung entsprechend einrichten (keine Fertignahrung sondern Frischkost, möglichst wenig Fleisch oder wenigstens dunkles Fleisch, alles was Harnsäure enthält meiden) und die Belastungen der Wirbelsäule möglichst minimieren, ohne jedoch dabei die Bewegung oder die Beanspruchung völlig einzustellen. Der Mensch ist ein "Bewegungstier" und auch bei Unterbelastung gibt's unter Umständen Schwierigkeiten, da Muskeln dabei nachlassen und die Knochensubstanz des Bewegungsapparates u.U. schwindet, welche, ähnlich wie die Muskulatur auf Belastung angewiesen ist um substanzielle Festigkeitzu erhalten. Also sollte man auch bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates die Bewegung nie ganz einstellen, sondern, sanfte, weniger belastende Bewegungsformen wählen.
Um, wie Christa es oben nannte, Raum im unteren Rücken zu schaffen, wirken insbesondere die sogenannten Krokodilsübungen im Liegen bei Ischias- und LWS-Problemen entlastend und werden von den Teilnehmern meiner Rücken-Yoga-Kurse als sehr angenehm empfunden:
Standardvariante: (Nur bei Schmerzfreiheit ausführen, oder solange sich dabei die eventuell vorhandenen Schmerzen noch gut ertragen lassen und sich diese im Anschluss vermindern. Verstärken sich die Schmerzen, von der weiteren Ausführung zunächst absehen und weiteren fachkundigen Rat einholen.)
1. In der Rückenlage die Augen schließen und die Beine anwinkeln und mit den Füßen so nah an den Körper rücken, dass diese entspannt mit der ganze Fußsohle vor diesem zum Stehen kommen. Die Knie (Ober- und Unterschenkel) bilden dabei etwa einen 90°-Grad-Winkel.
2. Die Arme dabei auf Schulterhöhe mit zum Boden gewandten Handinnenflächen entspannt flach auf dem Boden plazieren, so dass diese mit dem Körper ein T bilden.
3. Dann mit der Ausatmung die sich leicht berührenden Knie zusammen langsam nach rechts sinken lassen, während sich der Kopf mit dem Kinn gleichzeitig zur linken Schulter dreht (dabei den Hals nicht knicken sondern nur um die Längsachse der Wirbelsäule drehen). In der Endposition ist darauf zu achten, dass a) nicht mit Muskelkraft nachgedrückt wird, sollte das untere Knie den Boden noch nicht berühren und vor allem darauf geachtet wird, dass b) beide Schulterblätter, (d.h. der Rücken etwa bis zur Hälfte), in der sanften Dehnung der Endposition auf dem Boden bleiben. Letzteres ist wichtig dafür, dass sich die gewünschte Dehnung an der richtigen Stelle des Rückens befindet. Ein paar Atemzüge normal weiteratmen und in der Endsstellung verweilen. Zu Beginn drei, später dann vier und fünf vollständige Atemzüge (ein und aus) so liegenbleiben.
4. Als Nächstes einatmend die Knie und den Kopf zurück zur Ausgangsposition mit angewinkelten Knien bewegen und ausatmend zur gegenüber liegenden Seite sinken lassen und den Angaben unter 3. Folge leisten.
5. Im Ganzen drei bis fünf Durchgänge ausführen.
6. Zum Ausklang die Augen noch geschlossen halten und der Übung ein paar Momente innerlich nachspüren...
Immer nur das tun, was einem spürbar guttut...
Gute Besserung
OM shantih
Detlef
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