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ich bin im 2. Jahr der Ausbildung zur Yogalehrerin. Ich habe seit etlichen Jahren viel Freude am Yoga und das tiefe Einsteigen jetzt ist für mich wunderbar und ein Weg, den ich froh bin, gefunden zu haben.
Nun bin ich im Zusammenhang mit der theoretischen Beschäftigung, konkret, mit der Karma Lehre und auch im Zusammenhang mit dem Buddhismus/Zen - für den ich mich auch interessiere - darauf gestossen, dass die Nationalsozialisten im 3. Reich (Hitler, Himmler, u.a.), östliche Lehren, darunter den Hinduismus - auch Yoga, den Zen-Buddhismus /Meditationstechnicken (Japan, Samurei…), …. für ihre schrecklichen Zwecke benutzen wollten - z.B. für die Soldaten in der SS - …. den Holocaust - ….….oder - ich weiss nicht genau genug bescheid - benutzt haben ….???

Ich bin darüber sehr irritiert

und wäre dankbar für eine Antwort von Dir - . Freundliche Grüsse und herzlichen Dank

Tags: Drittes, Himmler, Hitler, Nationalsozialismus, Reich

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Die Frage Yoga und Nationalsozialismus ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Mathias Tietke hat ja ein ganzes Buch darüber geschrieben ("Yoga im Nationalsozialismus"). Darin zeigt er, dass es ein paar Nazis gab, die fernöstlichen Ideen gegenüber aufgeschlossen waren - und andere, die es nicht waren. Er zeigt, dass es Yogalehrer und Indologen gab, die mit Nazi Ideen sympathisierten - und andere, die damit nichts zu tun hatten, manche sogar dafür hingerichtet wurden.

Die Nazis haben leider alles Mögliche ins Gegenteil verkehrt und Grässlichstes damit bewirkt.

  • Aus den katholischen Mönchsorden haben sie die Inspiration für die SS bekommen.
  • Aus den Vorläufern den Computer (Hollerith Maschinen) entstand diese unmenschliche Bürokratie, welche die Kriegswirtschaft und den Holocaust erst ermöglichten.
  • Die Erkenntnisse der Biologie wurden für Rassenlehre missbraucht.
  • Der Darwinismus wurde zum Kampf der Rassen und Überlebenskampf der Völker untereinander umgedeutet.
  • Die Medizin wurde zum Töten genutzt.
  • Philosophen mit Nietzsche, Komponisten wie Wagner, Dichter wie Goethe wurden vereinnahmt und in ihr Gegenteil verkehrt (wagner z.B. war Pazifist).
  • Keltisch-germanische Kraftorte wurden zu Nazi-Kraftorten.
  • Die Gewerkschaftsbewegung war Vorbild der NSDAP als Arbeiterpartei.
  • Mit den Kirchen haben die Nazis Konkordate etc. geschlossen.
  • Sie haben Naturheilkunde, Homöopathie etc. propagiert.

So könnte man jetzt immer weiter fortfahren.

Ja, auch einzelne Nazis haben sich mit fernöstlichen Techniken beschäftigt. Manche waren recht belesen – und haben eben auch damals bekannte östliche Werke studiert wie Bhagavad Gita, Yoga Sutra, Upanishaden.
Allerdings war weder Yoga noch Buddhismus noch irgendeine Meditation Teil eines systematischen Ausbildungsprogramm der Nazis. Und auch wenn Himmler persönlich die Bhagavad Gita kannte und sehr pervertiert interpretierte, gab es kaum andere unter den Nazi Schergen. Die SS-Schergen und die Soldaten wurden erheblich mehr mit Drogen verschiedenster Art aufgeputscht – und der Prozentsatz der Frontsoldaten und KZ-Schergen, die meditiert haben, war sicherlich verschwindend gering.

Ja, es gab auch Indologen wie Hauer und Yogalehrer wie Peryth Shou, die dem Nationalsozialismus nahestanden.
Es gab aber auch solche wie Karl-Otto Schmidt, Heinrich Jürgens, Boris Sacharow, die sich davon fernhielten. Und es gab solche wie Max Moecke, die von den Nazis umgebracht wurden.

Zwar hatte der Nationalsozialismus als eine seiner vielen Wurzeln die „Ariosophie“, die „Inspiration“ unter anderem aus der Theosophie und damit auch aus Indien und Buddhismus.

Allerdings waren die „westlichen“ Wurzeln der Nazis erheblich größer.

  • Man darf heute weiter mit gutem Gewissen in die Kirche gehen – auch wenn es Nazis unter den Christen gab.
  • Man darf Biologie studieren – auch wenn die meisten der Biologie Professoren für die Nazis geforscht haben.
  • Man darf Chemie studieren – auch wenn Chemiker die neuesten Explosionsstoffe und das Gas erfunden und hergestellt haben.
  • Man darf Goethe und Nietzsche lesen und Wagner hören – auch wenn recht viele Nazis ihre Werke sehr geschätzt haben.
  • Man darf im Wald spazieren gehen – auch wenn die Nazis Märsche in den Wald en masse zelebriert haben.
  • Und man darf Yoga und Meditation übern – auch wenn es ein paar wenige Nazis gab, die meditiert haben und Yoga geübt haben, und auch wenn eine Minderheit unter den Yogalehrern damals auch mit Nazi Gedankengut sympathisiert hat.
  • Man darf zum Heilpraktiker gehen – auch wenn das Heilpraktikergesetz von den Nazis stammt.
  • Man darf einen PC haben -auch wenn die Computer Entwicklung durch die Nazis große Impulse bekommen haben und ohne die Frühformen der Computer, die Hollerith Maschinen die Verbrechen in dieser Größe nicht möglich gewesen wären

In diesem Sinne: Es ist gut, wenn die Yoga Übenden sich bewusst sind, dass auch Yoga zu dem vielen gehörte, das in bestimmten Aspekten von den Nazis missbraucht wurde.
Aber es gibt keinen Grund, deshalb seine Yoga Praxis in Frage zu stellen.

Wenn dich Yoga zur Zeit des Nationalsozialismus interessiert, findest du einiges unter

http://wiki.yoga-vidya.de/Kategorie:Yoga_im_Nationalsozialismus

http://wiki.yoga-vidya.de/Yoga_Geschichte

Das muß Du nicht sein, irritiert, ein Messer oder Feuer, sind an sich neutrale Dinge, sie werden je nach Gesinnungsabsicht der jeweiligen Person genutzt, zur Waffe - das macht den Unterschied, sonst nichts - so auch der yoga - er ist neutral gut, jedoch in den Händen von...( )..eine starke Waffe..! Hiranyakashipu, Name eines mächtigen Dämonen Königs, hatte durch seine yogischen Übungen enorm große Segnungen von brahmâ erhalten, die er aber zur Unterdrückung einsetzte......Er wurde letztendlich von Lord - vishnu in der Form als Lord - narasimha getötet.

Danke Sukadev für die Ausführung!

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