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Das Yoga Forum für Ayurveda, Yoga, Meditation und Spirituelles Leben

Der Wege sind viele, besonders beim Yoga. Es ist immer wieder erhebend zu erfahren, wie Menschen zum Yoga gekommen sind. Schreibe doch darüber:

  • Wie bist du zum Yoga gekommen? Oder zu Ayurveda oder Meditation?
  • Welche Erfahrungen hast du gemacht?
  • Was war am Anfang schwer, was leicht?
  • Wer oder was hat dir geholfen?
  • Was hat sich in deinem Leben verändert?

 

Es kann eine interessante Übung sein, über seine Yoga Anfänge zu schreiben. Manchmal hilft es einem selbst, sich bewusst zu machen, warum man mit Yoga begonnen hat, und welche Wirkungen es gehabt hat. Manchmal ist das Zurückbesinnen auf seine spirituellen Anfänge eine gute Grundlage für geeignete Vorsätze.

Es ist auch hochinteressant darüber zu lesen, wie andere zum Yoga gekommen sind. Das kann dir selbst neue Anregungen für deine Yoga Praxis, für das Unterrichten von Yoga geben. Und das kann Yoga Anfänger ermutigen, überhaupt anzufangen, vielleicht durch Besuch eines Yogakurses, oder in einem Yoga Urlaub.

Lies die vielen Beiträge hier durch und lass dich inspirieren. Und schreibe selbst etwas...

Tags: Yoga, anfänger, erfahrung, erfahrungsbericht, preisausschreiben

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Falls du gerne etwas schreibst, aber deinen Namen hier nicht veröffentlicht haben willst: Schreibe doch einen Artikel und schicke ihn an mich (sukadev@yoga-vidya.de ) - dann wird der Artikel anonymisiert hier ins Forum gestellt, und du kannst trotzdem am Gewinnspiel teilnehmen.

 

Als 17 Jaehriger das Buch „Autobiographie eines Yogi“ Paramhansa Yogananda  in Rabat/Marokko zum lesen bekommen.

MIt 18 schickte mich eine nasse Rippenfellentzuendung monatelang in eine Lungenklinik, bettlaegerig las ich unzaehlige Buecher, beim studieren von Prospekten fiel mir ein Titel: „Jung und Gesund durchYoga –atmen sie sich gesund“ auf - dadurch „unbewusst“ Pranayama begann.

2 Jahre spaeter reiste ich nach Indien, nach 10 Monaten des Reisens, ueberkam mich in Nepal eine Gelbsucht, die mit ayurvedischer Medizin kuriert wurde, was mein Interesse an den indischen „Wissenschaften“ Yoga lichterloh  entflammen liess und seither, ueber 30 Jahre das Zentrum  meines Lebens bildet.

Alles begann vor etwa sieben Jahren. Ich betreute beatmete Jugendliche im 12 Stunden Nachtdienst. Meist waren es weitaus mehr, als die vereinbarten Dienste. Doch das Geld stimmte und wir konnten unseren (fremdplatzierten) Kindern einiges bieten, worauf sie in den Jahren davor, durch die häufige Abwesenheit meines Mannes verzichten mussten und hofften so wieder etwas Harmonie in unser Familienleben zu bringen.

Nur mein Rücken und meine Gelenke schmerzten immer mehr und der Konsum an Schmerzmitteln nahm drastisch zu.

Eines Nachts beobachtete ich eine Kollegin, die auf der anderen Seite der Villa die Jugendlichen betreute. Sie unternahm irgendwelche komischen Verrenkungen oder harrte ewig lange in irgendwelchen (unnatürlich wirkenden) Haltungen aus.

Als wir uns später zu einer Zigarette im Hof trafen, berichtete sie mir begeistert von ihrer Yoga-Praxis, die es ihr ermöglichte am Morgen fit und konzentriert in die Uni zu gehen.

Am nächsten Morgen verpasste ich meinen Zug nach Hause. In den zwei Stunden, die ich am Bahnhof ausharren musste, durchstöberte ich den Zeitungskiosk. Mir fiel ein Buch von Anna Trökes im wahrsten Sinne des Wortes vor die Füße: Yoga für den Rücken. Es enthielt auch eine DVD. Ich blätterte es neugierig durch, dann stellte ich es zurück ins Regal, doch es fiel sofort wieder herunter.

Okay, dachte ich. Es ist egal ob ich die 20 Euro für Schmerzmittel oder für dieses Buch ausgebe und, wenn es hilft, tut es mir noch was Gutes. Ich kaufte das Buch.

Zu Hause, nachdem ich ausgeschlafen hatte, vertrieb ich alle aus dem Wohnzimmer, legte mir eine Decke auf den Boden und die DVD in den Player. (Das Buch hatte ich bereits auf der Zugfahrt durchgelesen). Zuerst kam ich mir ziemlich albern vor, aber die erwünschte Wirkung setzte schon nach einigen Tagen des Übens ein.

Wenige Wochen später verfügte ich über einige weitere Bücher, eine Yogamatte und hatte mich zu einem Kurs angemeldet, den ich allerdings schnell abbrach, weil er mich nicht ansprach. Stattdessen verlegte ich meine Übungsstunden auf die Nächte und führte immer mehr Asanas in meine Arbeit ein. Mit Begeisterung beobachtete ich, dass auch bei den Patienten die Wirkung ganz offensichtlich zu beobachten war.

Ich durchstöberte die großen Buchläden nach weiterer Literatur und stieß auf Ayurveda. Von heute auf morgen habe ich unsere Ernährung umgestellt. Unsere Kinder murrten zunächst, doch sie entdeckten schnell die Experimentierfreude und schon bald machten sie meine Asanas nach und forderten immer mehr Geschichten, die ich natürlich zu erfinden hatte. Das, was wir mit viel Kraft und großem finanziellen Aufwand nicht geschafft hatten, erledigte Yoga im Handumdrehen. Unsere Familie wuchs wieder zu einer Familie zusammen und ganz nebenbei senkte sich mein Schmerzmittelkonsum auf Null.

Schon bald beschlossen wir zurück in den Spreewald zu ziehen. Mein neuer Job war fortan so unregelmäßig, dass die Yogamatte oft zu kurz kam, was mir mein Körper sehr schnell mitteilte. Da ich zu Hause die Zeit zum Üben kaum fand, begann ich wieder (inzwischen war ich in der Altenpflege gelandet) die Asanas in meine Arbeit zu integrieren. Die SeniorInnen nahmen das Angebot dankbar an und mein Rücken wurde wieder ruhiger. Ich absolvierte einen Kurs und stellte fest, dass ich zwar die Asanas, die wir dort übten, beherrsche, aber dennoch erst am Anfang meines Yoga-Weges stehe.

 

Das alles liegt nun schon einige Jahre zurück. Unser Kleiner lebt inzwischen wieder in der Nähe seiner leiblichen Eltern. Zu Beginn diesen Jahres warf mich die 9. Fehlgeburt aus der Bahn. Ich wurde krank geschrieben, in eine Klinik eingewiesen und dort für mein Yoga und meine Meditation ausgelacht. Helfen konnte man mir allerdings dort nicht. Im Gegenteil.

Das Erste, was ich nach der Entlassung tat, war meine Yogamatte ausrollen und mir Übungsfolgen suchen, die meine Psyche mehr in den Mittelpunkt stellen. Seitdem bekomme ich von meinen Therapeuten die Rückmeldung, dass sie sich die Fortschritte nicht erklären könne. Es gab, seitdem ich wieder praktiziere, nicht einen einzigen Rückfall mehr. (Vorher in der Klinik und auch zu Hause, bekam ich die jede Woche). Meine ehemaligen Mitpatienten schauten mich oft neidisch an und wollten das Geheimrezept wissen, welches mich voran bringt, da ich Medikamente strikt abgelehnt hatte.

Einige haben inzwischen ebenfalls mit dem Üben begonnen und holen sich regelmäßig Anleitungen bei mir. Ach die Kinder der Mitpatienten kommen und übe, wenn wir uns treffen. Bei vielen ist die Veränderung spürbar.

Im Herbst werde ich die Yogalehrerausbildung beginnen und meinen Weg fortsetzen.

 

Abschließend kann ich nur sagen: Ich bin nicht zum Yoga gekommen. Yoga kam zu mir. Und das war das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist.

Mein Weg zum Yoga wäre eventuell interessant, kann aber nicht schreiben, da mir angezeigt wird, dass Fehler auf der Seite aufgetreten sind. Liegt das an meinem Rechner oder am System?

Angelika 

Moeglicherweise an Browsereinstellungen... oder Sicherheitseinstellungen ABER: Sukadev schreibt gleich am Anfang u.A.:


"Schreibe doch einen Artikel und schicke ihn an mich (sukadev@yoga-vidya.de )"

 

angelika schrieb:

Mein Weg zum Yoga wäre eventuell interessant, kann aber nicht schreiben, da mir angezeigt wird, dass Fehler auf der Seite aufgetreten sind. Liegt das an meinem Rechner oder am System?

Angelika

Mir wuchsen die Probleme über den Kopf: anstrengende Kinder, Partnerschaftsprobleme, kranke Eltern, unaufgearbeitete seelische Konflikte, Stress. Irgendwann las ich in einem Flyer dass ein Yoga-Kurs angeboten wird und ich dachte mir: okay Entspannung hat noch nie geschadet, eigentlich bin ich mehr der Power-Typ - aber na gut. Tja, nach der ersten Stunde war ich sehr überrascht wie gut gelaunt, völlig gedehnt und entspannt ich war. Ich hatte Yoga völlig falsch eingeschätzt. Daheim machte ich dann täglich einige Asanas, die ich mir merken konnte, nach und konnte kaum die nächste Übungsstunde abwarten. Auf der Sportartikelfachmesse in Frankfurt kam ich dann erstmals mit Yoga Vidya in Kontakt, was sich als großer Glücktag für mich herausstellte. Ich werde das nie vergessen: Diese hektische, große, miefige, mit Menschen überfüllte Festhalle und mitten drin 2 Tische, in gelbes Licht gehüllt,  Räucherstäbchen dufteten, Mitarbeiter in gelber Kleidung strahlten eine wahnsinnige Gelassenheit aus. In so ein Zentrum wollte ich auch mal hin und freute mich sehr, dass es eines nur 7 Kilometer weiter gab! Bereits nach 2 Wochen hatte ich eine Abneigung gegen Fleisch die ich mir erst gar nicht erklären konnte. Nachdem ich mich dann näher mit Yoga beschäftigte wurde mir alles etwas klarer ;-). Seitdem weiß ich das mich Yoga mit den Asanas, Atemübungen und Meditation mein ganzes Leben begleiten wird, ich bin ruhiger und spiritueller geworden, habe viele alte, sture Ansichten überdacht, nehme mich selbst nicht mehr so ernst, kann mit dem Thema Tod besser umgehen, bin gelassener geworden und lebe seitdem sehr gesund, weil ich weiß dass ohne eine ordentliche Ernährung keine dauerhafte Gesundheit möglich ist. Was mich besonders freut ist, das ich seither viele tolle gleischgesinnte Menschen kennen gelernt habe.

Wie bin ich eigentlich zum Yoga gekommen?

Vor 10 Jahren, als ich gerade 30 geworden war, bekam ich plötzlich Rücken-, Knie-, und Fußgelenksschmerzen und ging zum Arzt.

Fortan sollte ich nicht mehr joggen, nicht mehr schwer tragen und es schien dem Arzt fraglich, ob ich mit 40 überhaupt noch aufrecht laufen könne. Krankengymnastik und Einlagen waren die Therapie, die ich als wenig hilfreich empfand. Um gezielter Muskeln aufbauen zu können, meldete ich mich dann in einem Fitnessstudio an und bekam dort den ersten Kontakt zu Yoga. Zunächst war es für mich eigentlich ähnlich wie Pilates oder Gymnastik, aber ich fand die Lehrerin sehr sympathisch, die sich besondere Mühe gab, geeignete Übungen und Bewegungsabläufe für mich zu finden. So bin ich dabei geblieben und hatte auch bald weniger Probleme mit meinem Bewegungsapparat.

Glücklicherweise ergab sich für mich dann die Möglichkeit 2 Jahre in Indien zu leben und zu arbeiten. Dort habe ich eine ganz andere Ahnung von Yoga bekommen, plötzlich standen nicht mehr Muskeln und Gelenke im Vordergrund, sondern tiefe Dankbarkeit. Ich habe mich zur Yogalehrerin ausbilden lassen und freue mich jeden Tag Yoga zu praktizieren und weitergeben zu können. Mittlerweile bin ich 40 Jahre alt und laufe immer noch aufrecht

Om, Yoga hat mich mein ganzes Leben begleitet. Schon meine Eltern hatten ein Yoga Buch von Lysebeth in das ich als Kind hineingeschaut habe. Das waren aber wieder sporadische Geschichten. Als Jugendlicher kamen dann die unterschiedlichen Berichte im Fernsehn, sowohl Yoga Lehrer die vorgestellt wurden und Kindern Yoga vermittelten, als auch Berichte über Indien die unter anderem Yoga zum Thema hatten. Als junger Erwachsener hat sich dann mein Interesse erst einmal verlagert. Nach dem ich während meines Studiums eine Weiterbildung in Gestalt-Körper-Arbeit absolviert habe, war das Thema Yoga plötzlich hoch aktuell. Zu diesem Zeitpunkt habe ich intensiver angefangen Yoga zu praktizieren. Während meiner Laufbahn als Buchhalter hatte ich immer wieder Probleme mit dem Rücken, das hat ab diesem Zeitpunkt nachgelassen, bzw. sie sind ganz verschwunden. Die Auseinandersetzung mit dem Thema wurde immer intensiver und so entschloss ich mich vor einigen Jahren im reifen Alter von 54 Jahren meine Yoga Lehrer Ausbildung durch zu führen. Mitlerweile habe ich diese Ausbildung abgeschlossen und praktiziere täglich Yoga. Diese Entscheidung hat für mich viele positive Aspekte. Chandrashekara Pete Brosinski

Begonnen hat es mit Ausgleichübungen für das Training. Einige Übungen indischer Ringer (Dand, Bethak) sind sehr interessant. Auch Training mit indischen Keulen. Eigentlicher Start war dann der Sonnengruß nach einer Videoanleitung von Sukadev :)

Dann warf mich eine böse Verletzung aus jeglichem Training. Meine ganze Motorik war eingeschränkt. Und ich wollte auch paar Fragen zum Sonnengruß loswerden.

Ich blicke in die Zeitung. Und am nächsten Tag war "Tag der offenen Tür" aller Yoga Zentren in Kassel.

Als erstes in das Zentrum von Corinna und Andreas, Yoga Vidya. Dann 10er Karte. Dann Monatskarte. Und Yogalehrerausbildung. Und seitdem erfahre ich viele positive Auswirkungen auf Körper und Geist

 

:))

Danke, es ist schön, dass man hier seine Erfahrungen teilen darf!

Vor 15 Jahren entschloss ich mich, um Kraft und Wohlbefinden zu steigern, regelmäßig Sport zu treiben und auch viele Wege, für die man doch so gern das Auto nutzt, mit dem Fahrrad oder zu Fuss zu erledigen. Walken, Schwimmen, Inlinern etc. machten Spass, aber bald schlichen sich Schmerzen im Knie, in der Hüfte, etc ein. - Ausdauersport war gut, aber es fehlte wohl etwas.- Ich meldete mich für Yoga an und merkte bald, dass der Schmerz vom Laufen am Dienstag, am Mittwoch nach der Yogastunde nicht mehr vorhanden war. -Das hat meine Aufmerksamkeit geweckt!- Was konnte ich noch vom Yoga mitnehmen, um für den Stress im Alltag Ausgleich zu finden? - Es dauerte eine Zeit, bis ich eine tiefe Entspannung erlernt hatte, die ich mitnehmen konnte zu stressvollen Zahnarztbesuchen, auf langen Reisen, usw.

Yoga ist ein ständiger Lernprozess geblieben, der uns wohl irgendwo in unserer schnell lebigen Zeit abhanden gekommen ist. Beim Yoga habe ich gelernt wieder nach Innen zu hören und mich weniger an Äußerlichkeiten zu orientieren.

Ich habe mir vor ca. 7-8 Jahren (?) die DVD von Ursula Karven bestellt und habe angefangen damit zu Hause regelmäßig zu üben. Davor habe ich Callanetics gemacht, bin aber nach und nach ganz umgestiegen. In meinem Fitness-Center wurde auch Yoga angeboten. Ich habe nur die Asanas praktiziert und wollte nichts darüber wissen. Ich wusste, dass es das Richtige ist, die Asanas zu machen, das reichte mir. Zumal ich mich, was das Spirituelle anbelangt, mit Metaphysik/New Age beschäftigt habe.

Später habe ich Yoga Vidya im Internet entdeckt. Ich hab mir Bad Meinberg im Internet angesehen - es hat mich magisch angezogen. Ich wusste, da muss ich dringend hin, möglichst bald. Gleichzeitig habe ich auch entdeckt, dass es in meiner Stadt in Rastatt auch Yoga Vidya gibt und habe dann dort mit Yogakursen angefangen.

Vor etwas über einem Jahr bin ich dann zu einem Tag der offenen Tür nach Bad Meinberg. Damals war ich noch Studentin und hatte wenig Geld. Deshalb bin ich mit dem Wochenendticket die ganze Nacht durchgefahren. Ich hatte dann gerade genug Zeit um zu essen, eine Hausführung mitzumachen und einen Vortrag über Yogalehrerausbildung über die Hälfte mitzubekommen. Dann musste ich schon wieder zum Zug.

Bald war ich dann wieder dort, habe ein Einführungsseminar gemacht und bin gleich eine Woche als Helfer in der Küche geblieben - hatte ich von vorne herein so geplant gehabt. Danach hat sich mein Leben wieder (denn es gab viele Veränderungen in letzter Zeit) ziemlich verändert. Ich habe nie wieder Kaffee getrunken und so gut wie jeden Tag Pranayama und Yoga praktiziert! Jetzt mache ich die Ausbildung zum Ayurveda Gesundheitsberater, weil mich dieses Thema auch interessiert.

Tja, wie bin ich eigentlich zum Yoga gekommen? Es ist anfänglich eine eher traurige Geschichte und darüber zu schreiben fällt mir auch heute noch nicht so leicht.

Ich stand kurz vor meinem 37 Geburtstag, als mein Mann mir in unserer Küche eröffnete, er hätte in seiner Sekretärin die Liebe seines Lebens gefunden und er würde mich und unsere 2 Kinder nun nach 17 gemeinsamen Jahren verlassen. In mir brach eine Welt zusammen, ich hatte das Gefühl, dass mir mein Plan des Lebens genommen wurde, mich plagten enorme Zukunftsängste, ich sah mich als allein erziehende Mutter zweier Kinder mit kleinem Mini-Job, wie sollte ich das alles schaffen? Dazu diese tiefe Enttäuschung, Vorwürfe, Vertrauensbrüche, halt alles was so dazu gehört. Ich fühlte mich von allen verlassen, auch und insbesondere von Gott! Der Berg vor dem ich stand schien mir unüberwindbar und es gab Momente, in denen mich nur die Liebe zu meinen Kindern noch am Leben hielt. In den ersten Wochen und Monaten fiel ich förmlich in mich zusammen, es war mir kaum noch möglich etwas zu essen und so nahm ich enorm ab.

Irgendwann war mir klar, dass ich es allein nicht schaffen konnte und so nahm ich das Angebot einer Gesprächstherapie in einer Frauenberatungsstelle in Anspruch, was mir sehr gut tat und half. Es ist etwas anderes, einmal jemand völlig fremden seine Geschichte zu erzählen, ohne das dieser bewertet oder voreingenommen reagiert. So überstand ich, besonders auch durch die Unterstützung meiner Familie die kommende Zeit. Das kuriose ist, dass das Leben weiter geht, das einen der Alltag einholt, es so viel zu erledigen und zu entscheiden gibt, dass die Zeiten der Trauer kürzer werden, obwohl man das am Anfang nie für möglich gehalten hätte.

Das kommende fasse ich nun etwas zusammen. Nach der Trennung hatte ich mir einen sogenannten Jahresplan ausgedacht. Ich wollte nun erst einmal zu Ruhe und Kräften kommen, mich auf die Zukunft der Kinder konzentrieren und vielleicht beruflich etwas mehr durchstarten. Nun kommt es erstens anders und zweitens als man denkt und so lernte ich völlig überraschend und ungeplant meinen jetzigen Mann kennen und lieben und zog gemeinsam mit meinen Kindern von der Stadt auf‘s Land. Alles schien perfekt!

Doch das geschilderte passierte in so komprimierter Zeit und im nach hinein glaube ich sagen zu können, dass meine Seele dieser Geschwindigkeit nicht standhalten konnte. Ich verlor mich irgendwo, zwischen neuer Heimat, neuem Mann, neuem Job und der Sorge um meine Kinder, denen das einleben schwerer als gedacht fiel. Ich fühlte mich für alles und jeden verantwortlich und so erlebte ich den zweiten großen Zusammenbruch in meinem Leben.

Und da nun kommt endlich Yoga ins Spiel!

Eine liebe Freundin nahm mich mit zur Yogastunde und ich hatte vom ersten Moment an das Gefühl, dass es passt. Ich spürte bei den Atemübungen endlich wieder Energie in mir und es war einfach nur schön, in dieser Stunde ganz bei mir zu sein, an nichts anderes denken zu müssen, sich sorgen zu müssen. Es war, als ob ich mich Stück für Stück neu entdeckte oder endlich wieder fand.

Ich war schon seit meiner Kindheit ein sehr spiritueller Mensch, habe oft Zwiegespräche mit Gott geführt, mich immer irgendwo geborgen gefühlt und vielleicht war ich deshalb so enttäuscht, dass er es zugelassen hatte, dass gerade ich so leiden musste. Natürlich war auch ich nicht frei von Fehlern und nun kam es mir so vor, dass ich meine persönliche Rechnung für all das erhalten hatte, es nun an der Zeit war zu „bezahlen“.

 

In den Yogastunden spürte ich endlich wieder so etwas wie Frieden in mir, es schien, als würde diese Art göttliche Verbindung neu entstehen. Ich bekam eine Ahnung davon, dass es so viel mehr gibt und ich wollte mehr wissen. So besorgte ich mir allerlei Bücher, u.a. auch das Buch „Yoga und Philosophie“ und während ich es las, fiel es mir manchmal wie Schuppen von den Augen, so das ich es beiseite legen musste um mich zu fangen. Ich erkannte mich wieder, wie all die Eindrücke und Erfahrungen meines Lebens mich geprägt hatten, in mir Verhaltensmuster abgespeichert waren, die einfach so abgerufen wurden, sich immer auf‘s neue wiederholten und mich immer wieder in ähnliche Situationen brachten. Es war ein Kreislauf in dem ich steckte und ich war wie ein Gefangener meiner eigenen Gedanken. Vielleicht war auch das der Grund, warum ich über Jahre hinweg unter Migräne litt, ich war bestimmt von meinen Gedanken.

So ging ich wöchentlich zu meiner Yogastunde, besuchte im Urlaub wunderbare Yogakurse, nahm an Workshop‘s teil und kam dann irgendwann zu einer Yogalehrerin die integralen Yoga nach Swami Sivananda lehrte. Diese Mischung, zwischen Körperlichkeit und spiritueller Praxis war genau das, was ich brauchte. Ich beschäftigte mich mit der Bhagavad Ghita, Patanjali, las Bücher von Hesse, Tolle u.a. und fand dadurch den Schlüssel zu meinem, wie soll ich es nennen....Erwachen?! Die wohl größte Entdeckung für mich ist Buddhi, die Unterscheidungskraft! Ich bin demnach all dem o.g. nicht ausgeliefert, ich habe die wunderbare Möglichkeit zu erkennen und zu handeln, Situationen und mich zu verändern.
Dazu kommt das wunderbar tröstliche, dass es etwas in einem gibt, dass unveränderlich ist, egal was auch passiert. Es ist das Bewusstsein, das Wissen darüber, welches in uns allen schlummert und nur darauf wartet erweckt zu werden und das wir alle als Grundlage die Glückseeligkeit schon in uns tragen. Wenn man sich das vor Augen führt, dann hilft es über so vieles hinweg. All die Sorgen die wir uns über unser Leben machen, all die Wünsche die wir erfüllt haben wollen, all die Selbstzweifel die uns täglich plagen.

Es bedarf wahrscheinlich oft einer großen Veränderung, eines Schicksalschlages, der uns heraus reißt aus unserer vermeintlich heilen Welt und so kann ich heute sagen, dass meine persönliche Krise das war, was nötig war. Alles hat seine Zeit, ich hatte knapp zwanzig Jahre als Ehefrau und Mutter und es hätte sich wohl nicht viel verändert. So aber habe ich irgendwie eine neue Chance bekommen und so hat Gott mich nie verlassen, sondern mich in gewisser Weise, wenn auch schmerzlich, dazu gebracht neue Wege zu gehen. Manchmal bedarf es wohl eines Zaunpfahles im Leben.

Durch Yoga bin ich ein gutes Stück voran gekommen meinen Frieden mit mir und meinen Mitmenschen zu schließen. Ich habe gelernt, dass ich nicht für alles verantwortlich bin, dass ich Dinge geschehen lassen kann, Situationen manchmal einfach hinnehmen muss, mich nicht ständig gegen alles zu stellen um mir dann meistens selbst im Weg zu stehen. Ich bin dabei loszulassen, meinen Kindern ihre Freiheit zu geben. Ich versuche die Vergangenheit ruhen zu lassen, das ist nicht leicht, denn wir zerren immer wieder Bilder aus vergangenen Zeiten in unser Leben, positiv wie negativ, sagen DAS war unser Leben. Nach 5 Jahren kann ich heute sagen, dass ich ein freundschaftliches Verhältnis zu meinem ersten Mann habe, er gehört zu meiner Familie, wir sehen uns alle an Geburtstagen oder auch zu Weihnachten, das ist besonders für die Kinder schön, sie müssen sich nicht entscheiden, wie sollten sie auch?! Für mich ist wichtig, dass ich heute sagen kann, dass ich damals auch eine schöne Zeit mit ihm hatte und das nicht alles schlecht war, denn das war es ja auch wirklich nicht.

Für die Zukunft habe ich natürlich auch Wünsche, aber ich fixiere mich nicht mehr so darauf wie früher, denn ich weiß auch, dass alles anders kommen kann. Durch Yoga lebe ich mehr im Jetzt und ich bin dankbar dafür, dass ich noch einmal einen so lieben Mann an meiner Seite gefunden habe, neue Menschen und Impulse in mein Leben getreten sind, ich weiß heute vieles mehr zu schätzen, was ich früher für selbstverständlich hielt.
Natürlich gibt es auch für mich Höhen und Tiefen, aber es kommt mir so vor, als ob die Ausschläge schwächer geworden sind, ich irgendwie eine Art Mittelmaß gefunden habe und manchmal leichter und schneller mit Schwierigkeiten umgehen und sie überwinden kann, was mir auch mein Umfeld bestätigt.

Für mich ist Yoga sehr wichtig geworden, so wichtig, dass ich im kommenden Jahr die Ausbildung beginne. Ob ich einmal unterrichten möchte lasse ich offen, für mich steht meine persönliche spirituelle Entwicklung im Vordergrund, ich möchte noch so viel wissen und lernen. Ich habe hier nun die körperliche Seite des Yoga‘s etwas vernachlässigt, möchte Euch aber nur kurz schreiben, was für ein tolles Gefühl es war zum ersten Mal den Kopfstand zu stehen, ich hatte so ein breites Grinsen im Gesicht! Auch ist es mir schon gelungen, durch besondere Übungen einen beginnenden Migräneanfall zu verhindern, ganz zu schweigen von meiner sog. Kalkschulter, die mich heute nur noch wenig plagt. Also auch hier hat sich vieles zum positiven entwickelt!

So schließe ich meinen Bericht voller Dankbarkeit und wünsche allen Licht, Liebe und Gottes Segen!

 

(eingegangen per Email mit der Bitte, das anonym zu veröffentlichen)

 

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