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Hallo Ihr Lieben,
brauche ganz unbedingt Eure Hilfe.
Möchte meinen kleinen Sohn vegetarisch großziehen. Er ist jetzt 6 Monate alt und bekommt bislang nebst Stillen nur Karottenbrei.
Habe mir mehrere Bücher zu dem Thema besorgt, in denen genau aufgelistet ist, in welchen Stufen man die Mahlzeiten dann langsam erweitert.
Leider wird in all meinen Büchern extremst davon abgeraten, die Kleinen vegan aber auch vegetarisch zu ernähren. Es käme sehr häufig zu Mangelerscheinungen wegen Eisenmangel etc....Es sei sehr kompliziert, das alles auszugleichen mit Hülsenfrüchten und dazu Vit-C-haltigen Säften....
Mein Kinderarzt war auch entsetzt und stellte mich als Rabenmutter hin. Schließlich werden im ersten Lebensjahr wichtige neuronale Strukturen entwickelt und ich würde meinem Kleinen quasi damit von Anfang an das Leben schwerer machen....
Mein Mann, der leider noch Fleisch ist, aber der bereit war, die vegetarische Ernährung unseres Sohnes mitzutragen, ist nun sehr verunsichert...
Habe sehr viel zu dem Thema im Internet gesucht und sehr wenig gefunden( was mich sehr wundert...!).
Es gibt ein Buch " Das vegetarische Baby" mit Rezepten. Aber das ist nicht besonders "wissenschaftlich" und überzeugt meinen Mann nicht wirklich.
Also, wie macht Ihr das oder wie habt Ihr das gemacht? Habt Ihr noch mehr zu dem Thema gefunden? Muß ich einen Ernährungswissenschaftler konsultieren, der sich darauf spezialisiert hat und mir einen Ernährungsplan erstellt oder gibt es dazu evtl andere Bücher?
Hoffe sehr auf zahlreiche Antworten!
Herzlichen Dank und liebe Grüße
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Permalink-Antwort von Dominik Kalyana am 27. Juni 2012 um 6:19am Guten Morgen Waldfee :)
Ich habe selbst kein Kind, aber ich habe vor ein paar Tage eine Diskussion diesbezüglich auf facebook in einer veganer-Gruppe mitbekommen.
Wenn du bei fb bist, dann kannst Du mich gerne adden (Dominik Kalyana, gleiches Profilbild we hier), dann füg' ich dich zur Gruppe hinzu.
Vorab schonmal ein Link:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=409986865709404&set=a.1...
Dass Kinder in den jungen Jahren viele Nährstoffe brauchen ist klar.
Es gibt aber sehr viele Völker, die (fast) vegetarisch leben und ihre Kinder so groß ziehen.
Der Unterschied zu uns ist, dass diese Völker ihre Kinder viel länger stillen - wir stillen ja oft schon nach ein paar Monaten ab. Die Mutterlich ist aber, wie bei jeder anderen Spezies auch, genau auf das Wachstum des Neugeborenen abgestimmt. Die enthält alles, was es braucht. Und so, wie ich das gehört habe, bekommt erst die Mutter Mangelerscheinungen, bevor irgendetwas mit der Milch nicht in Ordnung ist.
Die Wissenschaft streitet sich zur Zeit sehr darüber, ob wir Vegetarier oder von vornherein Omnivoren waren. Alles deutet auf ersteres hin. Der Omnivorismus ist nur ein "Notprogramm", wir schlechte Zeiten. Auch Kanninchen können Fleisch essen - tut ihnen aber genauso wenig gut, wie es uns gut tut.
Ich bin kein Ernährungsphysiologe und auch kein Kinderarzt - aber beide haben auch irgendwann mal nur aus Büchern gelernt und geben das Wissen nun weiter, deswegen würde ich in Anbetracht der damaligen Einstellung gegenüber diesem Thema nicht verängstigt sein. Unterhalte dich einfach mit Müttern, die ihre Kinder so erzogen haben und selbst so leben.
Liebe Grüße,
om shanthi,
dominik
Permalink-Antwort von Ravi Glückspilz-Chuzpe am 27. Juni 2012 um 7:57am Hallo Waldfee,
danke für diesen interessanten Beitrag.
Wenn du ihn stillst wird er auf jeden Fall nicht vegan ernährt solange du das tust. ;-)
Da ich auch verunsichert bin halt ich mich jetzt mal mit Aussagen zurück.
Oder ein weitere Fragen:
Wovon ernährten sich hauptsächlich unsere Vorfahren?
Was aß Ötzi und seine Sippe?
Wie muss die Nahrung eines Säuglings/Kleinkindes beschaffen sein, damit der Körper alles bekommt, was er benötigt?
Gibt es Völker, die sich rein vegetarisch/vegan ernähren und wie füttern sie ihren Nachwuchs?
Gruß Eduard
Permalink-Antwort von Ursula am 27. Juni 2012 um 10:00am Hallo Waldfee,
als mein Sohn klein war, habe ich mich nach Dr.Bruker gerichtet und bin gut damit gefahren, zumal mein Sohn starker Allergiker war.
Hier ein Buch zum Umgang mit Kleinkindern: Bilogischer Ratgeber für Mutter und Kind: Ernährung, Stillen, Impfu...
Hier noch eins mit dem Titel: Iss, mein Kind von Ilse Gutjahr eine langjährigen Mitarbeiterin (Diätköchin von Beruf soweit ich weiß) von Dr. Bruker.
Heute bin ich direkt froh, dass ich damals seine Bücher von einer Bekannten empfohlen bekam.
Om Shanti !
Permalink-Antwort von Satyadevi am 28. Juni 2012 um 3:15pm OM OM OM, Mandelmilch soll sehr gut sein. Am besten selber herstellen. Ansonsten kenne ich mich leider nicht so gut aus mit Babyernährung. Werde aber gleich meine Freundin Chitra fragen, ob sie hier diesbezüglich etwas posten kann :-) Liebe Grüße Satyadevi OM Shanti
Permalink-Antwort von Ursula am 28. Juni 2012 um 3:27pm Über die Verwendung von Mandelmilch anstatt von Kuhmilch bzw. Babymilch aus Milchpulverprodukten steht auch etwas in den von mir oben empfohlenen Büchern. Aber ich glaube, am besten ist doch, so lange wie möglich selbst zu stillen. Bis zum 6. oder 8. Lebensmonat ausschließlich und dann langsam mit dem Zufüttern beginnen. Manche Mütter stillen bis zum 4. Lebensjahr, das ist aber schon sehr lange. Bis zum 2. lebensjahr kann man aber auf alle Fälle stillen.
Ich kann übrignes nicht empfehlen, Mandelmilch selbst herzustellen, sie wird dann zu grob. Man bekommt sie sehr fein und in Bioqualität im Reformhaus. Auch nicht jedes Baby mag sie.
Liebe Satyavedi, dein Tipp mag gut gemeint sein, ist aber nur halb oder noch weniger Wissen und das halte ich nicht für gut, wenn es um so etwas wichtiges und elementares wie Ernährung von Säuglingen geht.
Am besten ist es, sich wirklich gut zu informieren, wie Waldfee es machen will, wenn man sich Gedanken über die Ernährung von Kleinkindern macht, man kann nämlich auch viel falsch machen und dem Kind falsches essen angewöhnen.
Permalink-Antwort von Satyadevi am 28. Juni 2012 um 3:45pm Om liebe Ursula, ich schreibe das, was ich von einer Mutter weiß, die sich mit dieser Thematik sehr beschäftigt hat.
Natürlich sollte man die Milch nur selber herstellen, wenn man die dementsprechenden Gerätschaften hat, um es sehr fein zu verarbeiten. Frisch ist immer gesünder, als ein Fertigprodukt. Das sagt mir mein logischer Verstand :-).
Ich habe geschrieben, dass ich selber mich nicht so gut auskenne und meine Freundin bitte, etwas mehr zu posten.
Om Om
Permalink-Antwort von Julia am 30. Juni 2012 um 1:04pm Hallo,
natürlich muss das jeder für sich selbst (und seine Kinder) entscheiden, aber ich habe es bei meinen beiden Großen folgendermaßen gehalten und werde das auch bei der Jüngsten (11 Monate alt) wieder so machen:
Im ersten Lebensjahr hat keines meiner Kinder Fleisch bekommen, weder als püriertes Hipp-Rindfleisch noch z.B. als Fleischwurst oder so. Ich habe die großen Kinder bis fast 2 Jahre gestillt, so dass ich wusste, dass sie an Vitaminen und Mineralstoffen über die Muttermilch sowieso gut versorgt sind. Im Laufe des zweiten Lebensjahres hat mein Sohn dann nach Fleisch "verlangt", er wollte gerne Wurst bzw. Leberwurst auf dem Brot essen. Das war aber auch zu einem Zeitpunkt, wo er schon so viele Zähnchen hatte, dass er alles gut kauen konnte. Ich habe mir einfach überlegt - wie soll ein Baby (fast) ohne Zähne in der Steinzeit überhaupt Fleisch hinunterbekommen haben? Da muss man schon ziemlich gut kauen können, denn Mixer hatten die damals noch nicht! Meine Tochter wollte erst wesentlich später Fleisch essen, was wir ihr auch erlaubt haben. Jetzt mit 12 Jahren ist sie aus eigener Überzeugung Vegetarierin geworden.
Ich selbst bin eigentlich auch Vegetarier, habe jedoch in den Schwangerschaften und Stillzeiten jedesmal "Fleischhunger" bekommen. Dem gebe ich auch nach und esse in dieser Zeit (also auch im Moment) Bio-Fleisch.
Von einer komplett vegetarischen oder gar veganen Ernährung würde ich bei Kindern jedoch abraten. In meinem Bekanntenkreis wachsen zwei Kinder vegetarisch ernährt auf und die beiden sind auffällig klein und eher blass. In einer Dokumentation über ein Kloster in China habe ich gesehen, dass die Kinder, die in dem Kloster (als Waisenkinder) aufwuchsen und sogar vegan ernährt wurden, ebenfalls kleiner als die anderen Kinder waren uns sich sogar in der Schule überhaupt nich konzentrieren konnten. Sie waren ständig müde.
Fazit: Ich würde den Kindern kein Fleisch aufdrängen und es ist auch nicht nötig, solange sie gestillt werden. Allerdings würde ich meinen Kindern auch kein Fleisch vorenthalten, wenn sie es von sich aus essen möchten.
Permalink-Antwort von Ursula am 2. Juli 2012 um 10:13am In der Steinzeit gab es zwar noch keinen Mixer, aber ich denke, dass Babys in der Steinzeit feste Nahrung bestimmt von der Mutter vorgekaut bekamen. ;-)
Permalink-Antwort von waldfee am 2. Juli 2012 um 1:19pm Liebe Dominik,
vielen Dank für Deine Antwort. Bin nicht bei Facebook (und möchte da auch nicht sein (o;)- aber die Beiträge zu dem Foto sprechen wirklich Bände über unsere Gesellschaft....
Permalink-Antwort von waldfee am 4. Juli 2012 um 11:14pm Huch, habe gerade erst gesehen, daß meine sehr lange Antwort vom Montag -warum auch immer- auf ein Minimum geschrumpft ist....Komisch!
Naja, mittlerweile ich habe zum Glück beim www.vebu.de eine Menge gefunden:
http://www.vebu.de/gesundheit/saeuglingekleinkinder/185-vegetarisch...
Viele liebe Grüße-
om shanti!
Permalink-Antwort von Satyadevi am 17. Juli 2012 um 7:42am Hier noch etwas mehr Hinweise von Pro Vegan: Vegane Ernährung von Kindern und Kleinkindern
Es wird immer wieder gefragt, ob man auch schon Kinder vegan ernähren sollte. Allein die Frage zeigt schon, welche Verunsicherung die Manipulationen und Falschinformationen der Tierindustrie und der von ihnen bezahlten skrupellosen Helfer angerichtet haben. Denn es ist für mich als Arzt ein unverantwortlicher Skandal, den Kindern nicht in jedem Lebensalter die bestmögliche und damit die vegane Ernährung zukommen zu lassen. Ein Kind sollte zuerst nur mit Muttermilch ernährt und anschliessend sollten nach und nach die veganen Nahrungsmittel eingeführt werden. Denn viele chronische Erkrankungen haben ihren Ursprung in der nicht-veganen Ernährung im Kindesalter! Die vegane Ernährung für Kinder und Kleinkinder wird daher selbstverständlich u. a. auch von der „Amerikanischen Gesellschaft für Ernährung“ (ADA) und dem „Ärztekomitee für verantwortungsvolle Medizin“ (PCRM) empfohlen. Aber natürlich sollte die vegane Ernährung der Kinder nicht nur vegan, sondern auch gesund und damit abwechslungsreich sein. Eltern haben deshalb die Pflicht, sich im Interesse ihrer Kinder das kleine, aber notwendige Wissen über gesunde vegane Ernährung anzueignen. Deshalb habe ich hier einige Tipps für Eltern in Form von Links zusammengestellt:
http://www.vegetarismus.ch/heft/2005-1/veganeKinder.htm
http://www.peta.de/web/veganekinder.151.html
http://www.simorgh.de/vegan/vegan_nutrition_for_kids.pdf
(schon 2002 war bekannt, wie gesund die vegane Ernährung für Kinder ist!)
https://www.facebook.com/groups/162979397132517/ (Vegane Eltern Schweiz)
Permalink-Antwort von Robert am 14. September 2012 um 3:51pm Angeregt auch durch die Argumente und Diskussionen hier auf der Seite habe ich ein paar Wochen (beinahe) vegan und über ein halbes Jahr vegetarisch gelebt und erlebt. Schweinefleisch esse ich seit über 20 J. nicht (aus dem Gefühle heraus sowie aus dem pseudo-homöopathischen Argument siehe Dr.Reckeweg). Jetzt bekomme ich aber öfter spontan Lust auf Fleisch und werde mir wieder Rindfleisch aus Südamerika (Rinder, die noch Gras auf der Weide fressen) kaufen. Ich meine, abgesehen vom Instinkt dass es kaum möglich ist, sich Vitamin B12 oder auch B1 auf Dauer zuzuführen, obwohl ich immer die Sojamilch mit dem entsprechenden B12 - Zusatz (von alpro) gekauft habe.
Hätte ich ein Kind, würde ich es nicht riskieren. Bewusst einkaufen ja, aber übertreiben nein.
Namasté und herzlich willkommen bei
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