Wie im ZDF-Morgenmagazin vom 26.03.2009 berichtet wurde, scheint in Expertenkreisen eine Abkehr von der bisherigen Praxis der Entlastung des Rückens stattzufinden. Nach bis dato herrschender Meinung sollten schwere Gegenstände zur Entlastung des Rückens, insbesondere, wenn schon Schmerzen auftreten, durch Gehen in die Hocke (Knie), so nah wie möglich am Körper, mit geradem Rücken und aus den Beinen heraus, indem diese wieder gestreckt werden, angehoben werden.
Neuere Untersuchungen der Göttinger Schmerzklinik belegen, dass gerade diese Technik des Hebens den Rücken so weit zu entlasten scheint, dass eine dauerhafte Praxis dieser Art die Rückenmuskulatur derart schwächen kann, dass das wiederum zu Schäden führen, oder vorhandene Schäden und/oder Schmerzen verstärken könnte. Deshalb kehrt man insoweit zurück zu der früheren Annahme, dass das Heben mit abgerundetem Rücken die korrekte Form des Verhaltens sei, da hierbei die Rückenmuskulatur gestärkt und so weiteren Problemen vorgebeugt werde...
Quelle:
http://morgenmagazin.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,1872,7545909,00.html mit weiteren Nachweisen.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/722554?inPopup=true (Video zum Thema)
Anmerkung:
Wie so oft scheint wieder einmal der "Goldene Weg der Mitte" des Problems Lösung zu sein. Ich vertrete eine vermittelnde Ansicht und gehe davon aus, dass nicht pauschal eine der genannten Grundlagen-Auffassungen die richtige ist, sondern richte mich, die Erkenntnisse beider grundlegender Meinungen zur Rückenschonung beachtend, nach dem jeweiligen Belastungsgrad für den Rücken. Das bedeutet, um die Rückenmuskulatur nicht zu sehr zu schwächen und den Rücken beweglich zu halten, kann es durchaus angeraten sein, kleinere bis mittlere Lasten mit abgerundetem Rücken und geraden Beinen, also aus dem, bzw. mit Kraft des Rückens selbst zu heben.
Denn nur Muskeln, die angemessen beansprucht werden, bleiben auch leistungsfähig. Bei höheren Belastungen sollte jedoch zu der Technik des Hebens aus der Hocke, also mit Kraft der Beine und geradem Rücken, gewechselt werden. Bei welcher Last genau das getan werden sollte ist einzelfall- und von der Konstitution des/der Hebenden abhängig...
Begründung: Es ist mit der aktuellen Untersuchung grundsätzlich richtig anzunehmen, durch die Entlastung des Rückens beim Heben mit Kraft der Beine entsprechend der herrschenden Meinung könne dieser auf längere Sicht geschwächt werden, gerade weil dabei die Hubkraft aus den Beinen und kaum oder gar nicht aus dem Rücken stammt und die Rükenmuskulatur dabei zu wenig beansprucht wird.
Doch scheint diese "neue" Auffassung zu verkennen, dass beim Heben großer Lasten, gerade durch den nach der Meinung ihrer Vertreter besser gebogenen Rücken, die Bandscheiben im Moment größter Beanspruchung nur ungleichmäßig belastet werden, sogar eine extrem einseitige Belastung stattfinden kann, die meiner Ansicht nach durchaus geeignet erscheint, einen Vorfall begünstigen oder sogar auslösen zu können. Genau das ist bei der Ausführung des Hebens nach der bisher herrschenden Meinung nicht der Fall. Dabei werden die Bandscheiben durch die aufrechte Positionierung des Rückens im Moment größter Anstrengung nahezu gleichmäßig und daher weniger schadensgeneigt belastet.
Die vermittelnde Ansicht scheint somit insgesamt einer umfassenden Problemlösung am nächsten zu sein, da diese die nützlichen Erkenntnisse beider vorherrschenden Auffassungen verbindet, ohne jedoch deren jeweilige Schwachstellen zu übernehmen.
Wie in anderen Bereichen der Gesundheitsförderung gilt auch hier, wer sich zu wenig bewegt neigt eher zu Schmerzen als derjenige, der sich ausreichend gesundheitsschonende Bewegung, etwa durch Yoga, verschafft...
Selbst bei Schmerzen sollte, solange das noch erträglich ist, auf sanfte, gesundheitsschonende Bewegung nicht verzichtet werden... Unter fachkundiger Anleitung ausgeführt kann das u.a. Linderung verschaffen und einen eventuell notwendigen Heilungsprozess fördern.
Allen ein gesundes Leben
Detlef (Santoshananda)