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BHAJAN NOAM: "Die Kommerzialisierung des Yoga in den letzten zwei Jahrzehnten zeigt schon jetzt ihre Folgen. Yoga ist zu einem Business geworden wie jedes andere. Nach der Ausbildung zum/zur YogalehererIn gilt es, das investierte Geld wieder möglichst schnell reinzubekommen. Man hat vielleicht noch seinen alten Job und übernimmt 'nebenher' Yogakurse an Volkshochschulen, in Fitnesscentern, Physiotherapiepraxen oder in einem eigenen angemieteten Raum. Man baut sich Druck auf, als YogalererIn möglichst bald selbständig zu werden und ist bereits schon halb im Burnout von seinen bisherigen beruflichen Tätigkeiten plus der Versorgung der Familie, vielleicht den Streitigkeiten in der Partnerschaft, emotionalen Achterbahnfahrten, finanziellen Sorgen, Ärger mit 'Konkurrenten auf dem Markt' usw. - Das mag einwenig überzeichnet klingen, doch in meinen Seminaren habe ich solche Geschichten leider schon zigfach gehört. Was hat das mit einer wirklichen Berufung zum/zur YogalehrerIn zu tun? Es ist tatsächlich sehr weit davon entfernt.

Es gilt, sich im Yoga wieder zurückzubesinnen auf die traditionellen Werte und Ideale. Ein Yogapraktizierender sucht sich einen Meister, lernt von ihm, lebt mit ihm und taucht so tiefer und tiefer in die spirituelle Welt ein. So entsteigt er allmählich dem Sumpf der materiell orientierten Welt, durchschaut deren Fallen und Verlockungen und nähert sich dem Licht seiner göttlichen Seele. Wenn der Meister nun meint, dass der Reifegrad erreicht ist, wo der Schüler beginnen kann zu lehren, schickt er ihn mit seinem Auftrag hinaus in die Welt. Jetzt trägt er das unvergängliche Licht der Lehre in sich und kann die Flamme weiterreichen. Der Schüler ist zu einem Kanal geworden, zu einer Flöte der Göttlichen Melodien. Jetzt ist er berufen. Er muss und wird keine Schüler suchen, die Schüler finden ihn. Das Universum kündet von ihm und die, die ein feines Gehör haben, folgen dem Ruf. - So war es in der alten Welt. Nicht anders ist es auch heute noch. Alles andere ist Maya und leidet naturgemäß an den Folgen der Verwirrung und Verblendung."

                                                                                   * * * *

Folgenden Artikel habe ich heute im Internet gefunden und ich denke, der eine oder die andere erkennt sich darin. Die Lösungen, die empfohlen werden, sind noch reichlich halbherzig, aber immerhin ein erster Ansatz. "Seid wieder Suchende" ist der beste Satz, den ich hierbei entdeckte und in meine Überschrift übernommen habe. 

ÄNDERUNG AUS AKTUELLEM ANLASS!

Da sich die Autorin Madhavi Guemoes in einer Mail an mich heftig darüber echauffierte, dass ich ihren Artikel hier in Gänze wiedergab, werde ich ihn jetzt in einzelnen Zitaten anführen. Auf ihrer eigenen Seite erwähnt sie mich mit folgenden etwas unyogischen Worten:

"Vorhin entdeckte ich, dass ein Yogi Knallkopp einfach meinen Yogalehrer Burnout Artikel, den ich vor ein paar Tagen verfasst habe, komplett kopiert und auf seinem Blog veröffentlicht hatte, sogar mit meinem gebastelten Artikel Bild. Netterweise gab es am Ende des Artikels noch eine klitzekleine Quellen-Angabe. Merci."

(Diese Fotos sind nicht aus dem Artikel, sie wurden von mir eingefügt, ebenso die untere Zeichnung).

In ihrem Artikel "Yogalehrer Burnout: Wenn man den Yogaschüler von der Matte schubsen möchte" (nun ja, ich habe mittlerweile erfahren, dass sie Mitschreiber auch aus dem Internet schubsen möchte) schreibt Madhavi Guemoes: "Es ist erschreckend. Immer mehr Yogalehrer leiden unter Yogalehrer Burnout. Sie wirken gelangweilt, spulen ihre Yogaklassen nur noch halbherzig ab, sind blässlich und komplett fertig mit den Nerven." Weiter schreibt sie: "Ich kann mich auch an eine Zeit erinnern, in der ich total abgekämpft Yogaklassen unterrichtet habe, als meine Kinder noch Kleinkinder waren und Schlaf, haha, so selten war wie ein blauer Diamant zur Geburt. Ich war am Ende.Manchmal kamen mir 90 Minuten länger vor als ein Flug nach Indien, ich schaute alle zwei Minuten auf die Uhr und hätte am liebsten jeden Yogaschüler, der aufmuckte, aus dem Kopfstand gestossen, bitte nicht weitererzählen – glücklicherweise ist nie etwas passiert." 

Ihrer Meinung nach kommt Yogalehrer Burnout immer wieder vor, es sei zwar manchmal nur eine Phase, die man aber sehr ernst nehmen solle, sonst ende es in einer Katastrophe für den Yogalehrer, für dessen Ruf und vor allem für die Schüler, die man wahrscheinlich nie wiedersehen werde. 

Liebe Autorin, wenn du in diesen Ängsten lebst, bist du schon längst in der Falle. Jeder Meister wird dir sagen, gestalte deine Yogastunde so, wie du sie für dich persönlich gestalten würdest, dann kommt sie auch optimal bei deinen Schülern an. Was ich dazu sagen möchte, ist: Wir sind auf keinem Thron, es gibt kein oben und unten. Wir sind mit den Schüler auf einer Ebene und lernen gemeinsam von einander.  

Vielen Yogaschülern geht es übrigens nicht besser (Bhajan Noam):

Dem Erleben der Autorin nach ist Yogalehrer zu sein nicht immer unproblematisch. Es gäbe Krieg um Yogaklassen, um das sanfteste Lächeln, den schönsten Spagat, um Schüler, um einen Platz auf dem "Thron". Die meisten Yogalehrer krebsten am Existenzminimum herum, rasen eifrig wie die Wilden durch die Stadt für 25,- Euro pro Yogastunde. Davon müssten sie viel machen. Am Ende könne man gerade mal die Miete zahlen und sei ausgebrannt, ist ihre Meinung. Als Anzeichen für einen Yogalehrer Burnout nennt sie unter anderem:

Ein bloßes Abspulen des Yogaunterrichts; kein individuelles Kümmern um die Yogaschüler; kurz vor einem Nervenzusammenbruch sein, wenn ein Yogaschüler aus der Reihe tanzt; schnippisch und zickig werden, wenn die Yogaschüler der Anleitungen nicht folgen.

Danach beschreibt die Autorin einige Tips, wie man aus dem Yogalehrer Burnout herauskommen könne:

Regelmäßiges eigenes Praktizieren. sich eine Auszeit nehmen, sich Feedback geben lassen von anderen Yogalerern, die Yogaklassen reduzieren usw. 

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, findet ihn unter:  http://www.kaerlighed.de/yogalehrer-burnout-anzeichen-und-loesungen/

P. S.:  ;-)

Der Gerechtigkeit, Offenheit und Ehrlichkeit halber, auch wenn die Autorin mir erneut Diebstahl vorwerfen mag, veröffentliche ich hier noch ihre "netten" Worte über Artikelraub und yogisches Verhalten (was der Autorin selbst aber offensichtlich abhanden gekommen ist):

Yogisches Verhalten im Internet

Während ich das hier schreibe, habe ich mich schon wieder einen Zacken beruhigt. Vorhin entdeckte ich, dass ein Yogi Knallkopp einfach meinen Yogalehrer Burnout Artikel, den ich vor ein paar Tagen verfasst habe, komplett kopiert und auf seinem Blog veröffentlicht hatte, sogar mit meinem gebastelten Artikel Bild. Netterweise gab es am Ende des Artikels noch eine klitzekleine Quellen-Angabe. Merci.

Manche denken jetzt bestimmt: Mensch, Madhavi, ist doch nicht so schlimm, da fand jemand deinen Artikel inspirierend, wollte ihn yogisch teilen, hab dich nicht so. Ist doch ein großes Lob.
Bullshit. Das macht man einfach nicht. Einfach copy/paste in die Tasten hauen, damit man schnell Content auf seinem Blog hat. Das geht gar nicht.


Deshalb habe ich mir gedacht, schreibe ich mal einen kurzen yogischen Knigge, wie ein Yogi sich im Internet bitte zu verhalten hat, denn anscheinend wissen einige das noch nicht, wie das so funktioniert. Das, äh, Internet.
Man klaut einfach keinen fremden Inhalt. Da brauchen wir auch nicht lange um den heißen Brei herumzureden. Das findet man übrigens auch in den Yoga Sūtras von Patanjali. Aber dafür interessiert sich ja keine Sau mehr. Also hier:3. Yama = asteya = nicht stehlen.

Man kann Beiträge zitieren, sich volle Kanne inspirieren lassen, dafür machen wir das ja, kann fragen, ob man etwas nutzen darf, aber KLAUEN…..pfui!
Och, warum denn nicht?
Nun das möchte ich gern erläutern. Hier meine Ideen für yogisches Verhalten im Internet:

Artikel klauen ist scheiße

Blogger schuften Tag und Nacht. Sie sind Grafiker, Techniker, Journalisten, Autoren, Marketing-Experten, Social-Media Cracks und noch so viel mehr in einer Person. Manchmal schreibe ich die halbe Nacht durch, nur, damit ich hoffentlich etwas Inspirierendes zustande bekomme und veröffentlichen kann. Kostenlos, für jedermann.
Wenn jemand sich nun einen Artikel, ohne meine Erlaubnis, von meiner Seite zieht, findet nicht nur Google das scheiße (doppelter Content), sondern auch ich, die sehr lange daran gewerkelt hat.
Jemand, der sich also nicht die Arbeit und Gedanken gemacht hat, bekommt die Lorbeeren, den Traffic auf seiner Seite – und der wahre Autor steht flennend in der Ecke.

>>> Wenn euch ein Artikel gefällt, könnt ihr ihn gern zitieren, verlinkt aber bitte zum Originaltext. Content-Klau, auch wenn er lieb gemeint ist, kommt, wie ein dämlicher Seitensprung, immer heraus. Karma, Baby.

Autorin: Madhavi Guemoes >>> http://www.kaerlighed.de/yogisches-verhalten-im-internet/

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Tags: Bhajan_Noam, Burnout, Lösungen, Suchende, Yoga, Yogalehrer, Yogaschüler

Kommentar von Lakshmi Priya am 22. Januar 2015 um 5:39pm
teach what you practise, practise what you teach!

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