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Zwischen Assam und Tibet, im Süden vom dichten tropischen Dschungel, im Norden von 7000 Meter hohen Gipfeln des Himalaya eingeschlossen, liegt Bhutan – das geheimnisvolle Land des Donnerdrachen. Erst seit 1974 ist das „verbotene Königreich“ für Besucher geöffnet. Dzongs, mächtige Trutzburgen des Lamaismus, thronen über strategisch wichtigen Taleingängen. Die Dzongs sind Fluchtburgen, Zentren des zentralen religiösen Lebens wie auch politischer Macht und prägen das Land unverwechselbar.

Wunderschöne Klosteranlagen (wie das oben abgebildete "Tigernest"), malerische Landschaften, liebenswürdige und gastfreundliche Bewohner erwarten den Besucher in diesem einzigartigen Land, in dem Spiritualität allgegenwärtig ist und Weisheit viele Namen hat.

Veränderungen haben es hier traditionell schwer. Verantwortlich dafür ist sicher auch die abgeschiedene geografische Lage: Bis in die 60er-Jahre war Bhutan nur in einem fünftägigen Fußmarsch von Indien aus zu erreichen. Zerrissen durch drei Haupttäler, eng und tief eingeschnitten in die karge Natur und eingekeilt zwischen den Großmächten Indien und China, findet das Land seit Jahrhunderten seinen eigenen Weg des Überlebens. Mit Erfolg. Bhutan ist politisch und wirtschaftlich weitgehend unabhängig.

Längst ist die Reise dorthin schneller möglich, wenn auch nach wie vor unvorhersehbar. Die staatliche „Druk Air“ verbindet das Königreich mit der Außenwelt – insofern es das Wetter zulässt. Hängen die Wolken über den Bergen von Paro zu tief, müssen schon mal Gepäck oder Passagiere zurückbleiben, um den Aufstieg über den Himalaja zu schaffen. Vollgetankt hebt sowieso keine Maschine ab, zu schwer wäre das Fluggerät. Stattdessen gibt es auf dem Weg nach New Delhi regelmäßig einen Tankstopp. Die Passagiere nehmen es gelassen; kein Wunder, gilt doch diese Strecke als schönster Flug der Welt – Himalaja satt.


Natürlich ist es nicht mehr als ein (gern gepflegter) Mythos, dass sich Bhutan gegen den globalen Fortschritt wie ein letztes Bollwerk stemmt. Druk Yul, das „Land des Donnerdrachens“, verändert sich. Im Vergleich zum Wandel im Rest der Welt wirkt es aber immer noch wie aus der Zeit gefallen. Auch touristisch: Nur gut 30.000 ausländische Gäste (ohne Nachbarländer) passieren jährlich die beiden Grenzübergänge am einzigen Flughafen des Landes in Paro oder über den Landweg im südlichen Phuentsholing. Noch immer ist eine Bhutan-Reise vor allem eine Frage des Geldes: Sie ist nur über eines der staatlichen oder lizensierten, internationalen Reisebüros zu buchen. Pro Tag wird ein Minimumbetrag von ca. 150 Euro beziehungsweise 190 Euro (Hochsaison) fällig. Zudem kontrolliert die Tourismusbehörde die Preise für Pauschal­angebote, um Dumpingpreise, so die offizielle Version, zu verhindern (Details unter bhutan.gov.bt). Wohl auch deshalb hält sich der Ansturm der Backpacker und Trekker in Grenzen. So gehört der Snowman-Trek, der über zwölf Pässe zwischen 4500 und 5100 Metern führt, zwar zu den schönsten Wanderungen im Himalaja, doch das Abenteuer dauert gut drei Wochen und ist ein entsprechend exklusives Vergnügen.

Wie der reglementierte Tourismus, so sind auch die in homöopathischer Dosierung umgesetzten Veränderungen der umsichtigen Königsdynastie der Wangchucks zu verdanken, die das Land seit 1907 mit viel Verantwortung führt. Innerhalb der letzten vier Jahrzehnte hat sich Bhutan vom asiatischen Armenhaus zu einem Vorzeigemodell entwickelt. Nicht zuletzt aufgrund einer genialen Idee des Königs im Jahr 1979. Damals stellte Jigme Singye Wangchuck in einem Interview erstmals seine Philosophie des „Bruttonationalglücks“ vor. Fortan war nicht mehr unbegrenztes Wirtschaftswachstum in der Verfassung verankert, sondern Zufriedenheit und Nutzen für die Bevölkerung. Nachhaltige Entwicklung, Umweltschutz und Bewahrung der Kultur sollen nun alle staatlichen Entscheidungen bestimmen. Nur Bolivien und Ecuador vertreten in Ansätzen ähnliche Vorgaben. Vor allem beim Umweltschutz gilt Bhutan heute als Musterbeispiel. 75 Prozent des Landes sind von Wald bedeckt und ein Viertel davon steht unter Naturschutz. Strom aus Wasserkraft und Tourismus sind die wichtigsten Einnahmequellen.

Derart königlich beglückt huldigt das Volk seinem Oberhaupt bei jeder Gelegenheit. Ihren bisherigen Höhepunkt erreichte die royale Euphorie im Herbst 2011: König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck (der 5. Druk) heiratete Jetsun Pema, eine bürgerliche Pilotentochter. Bhutan war begeistert. Und als sich das frisch vermählte Paar nach der Trauung nicht auf eine mondäne Hochzeitsreise Richtung Karibik begab, sondern selbst entfernten Gegenden der Heimat seine Aufwartung machte, war ein „Königspaar der Herzen“ geboren. Die junge Königin pflegt ihre Nähe zum Volk auch weiter, und zwar im Stil einer 23-Jährigen: per Facebook. Mehr als 54.000 Freunde folgen Jetsun Pema auf ihrer Seite. Kein Glamour, kein Prunk, keine Jetset-Reisen finden sich unter ihrer Foto-Rubrik, stattdessen Impressionen von Trips durch die oft karge Landschaft, Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung, Gespräche mit Bauern und Marktbesuche zwischen Karotten und Kartoffeln. Mittendrin ein Kuss mit dem Gatten. Neid, Gerüchte, Regenbogen­presse? Nein, nur stolze Untertanen.


Doch Besucher, die nach Thimphu kommen, mit all den Bildern eines vermeintlich altertümlichen Bhutans im Kopf, werden zunächst mit einer anderen Realität konfrontiert. Die Hauptstadt mit ihren rund 100.000 Einwohnern bietet wenig Platz für Romantik. Hochhäuser, eine mehrspurige „Autobahn“, knapp 20 Kilometer lang Richtung Flughafen in Paro, hohe Jugendarbeitslosigkeit (50 Prozent der Bhutaner sind unter 21 Jahre alt). Gerade die Jungen zieht es immer stärker in die Großstadt. Vor einem guten Jahrzehnt gab es eine einzige Diskothek. Das „X“ hatte überschaubare Öffnungszeiten: vier Stunden am Samstagabend. Jetzt treffen sich viele Jugendliche, gestylt mit westlichen Haarschnitten und löchrigen Jeans, fast täglich zu modernen Beats – und reichlich Alkohol, das größte soziale Problem des Landes. Geraucht wird allerdings kaum. Der König hat’s verboten, er will ganz Bhutan zur „non smoking area“ deklarieren.

Noch aber haben Traditionen selbst auf Thimphus wichtigster Einkaufsstraße, Norzin Lam, eine Chance. Männer tragen den Gho, Frauen die Kira. Ohne die traditionelle Nationaltracht ist der Alltag undenkbar, wird kein Geschäft gemacht, kein Büro betreten. Thangka-Maler bieten ihre religiösen Rollbilder an, Souvenirläden wechseln mit lokalen Supermärkten, deren Warenangebot für den täglichen Gebrauch vor allem der Landbevölkerung zusagt. Die Hauptstädter selbst lassen sich immer häufiger von Restaurants, Bars, Elektronikläden und Internet-Cafés in ihren Bann ziehen. Moderne und Tradition auf engstem Raum – in Bhutan kein Widerspruch.

Quelle: Lonely Planet Traveller Magazin, Ausgabe Juli/August 2013. 

Der Weg zum Kloster Taktsang (Tigernest) 

Bereits um 8 Uhr wurden wir abgeholt und nach zehn Min. Fahrt waren wir am Ausgangspunkt zur Wanderung zum berühmten Kloster Tigernest. Insgesamt waren wir sechs Stunden unterwegs. Nach einer Stunde Aufstieg waren wir am ersten Aussichtspunkt mit Cafeteria. Von dort aus gingen wir nochmals zwei Stunden, bis wir dann auf 3000 m Höhe im Kloster Taktsang ankamen. Das Kloster liegt auf einem Felsvorsprung, der einige hundert Meter in die Tiefe ragt. Es entstand, als der Guru Rimpoche im 8. Jahrhundert auf einem Tiger angeflogen kam und auf dem Felsvorsprung meditierte. Im 17. Jahrhundert wurde hier erstmals ein Kloster gebaut. Leider brannte es auch mehrmals ab. Zuletzt völlig 1998. Da Archivaufnahmen da waren, wurde es in nur zwei Jahren originalgetreu wieder aufgebaut. 2005 wurde es offiziell feierlich wieder eingeweiht. Man hat auch die Möglichkeit bis zum Aussichtspunkt bei der Cafeteria hinauf zu Reiten. Talwärts ist es eher gefährlich.

Text und Video: Bhutan-Spezialist Heinrich Heinz

 

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

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Tags: Bericht, Bhajan_Noam, Bhutan

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