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Lebst du, um zu arbeiten, oder arbeitest du, um zu leben?

Ein Artikel von Carina Maiwald - Als ich 20 Jahre alt wurde, habe ich festgestellt, dass ich noch viel zu jung bin, um in einem Job festzuhängen, den ich nicht leiden kann. Und es war nicht mal ein mieser Job. Ich hatte viele Urlaubstage, faire Arbeitszeiten, flexible Tagespläne. Sogar mein Team war großartig. Das Gehalt auch. Selbst die Chefs waren erträglich. Aber reicht das?

Was muss passieren, dass man solch einen Job, der für viele Menschen gar ein Traumjob sein mag, an den Nagel hängt? Das man ihm den Rücken zukehrt und sich sagt: Egal was kommt, ich gehe nicht mehr zurück.

Das Leben passiert. Oder eher gesagt: Es passiert nicht. Montags wird auf freitags zugearbeitet. Die Wochen werden gezählt, bis der nächste kleine Urlaub ansteht. In dem sich alljährlich wiederholenden All-Inclusive-Urlaub auf Mallorca muss man sich vom Arbeitsstress erholen, nur um anschließend in der Heimat wieder in den gleichen Kreislauf einzusteigen.


Ein Jahr im voraus werden die seltenen Brückentage verplant und es wird ausdiskutiert, wer im Folgejahr den Dienst zur Weihnachtszeit schieben muss. Überstunden ohne Produktivität. Leistung ohne Anerkennung. Du arbeitest an den Träumen von anderen, anstatt an deinem eigenen Traum.


Der eine Kollege meckert dauernd, ist aber seit 30 Jahren in derselben Anstellung. Der andere Kollege meckert auch und kündigt kurze Zeit später. Zwei Wege, die mir offen gezeigt wurden: Bleibe hier, sei still und bleibe unzufrieden oder gehe und lebe.


Tagtäglich wird Potential an Leben und Wissen in die Luft geschleudert. Wie Konfetti an Karneval. Nur, um anschließend drauf zu treten. Schließlich muss man ja bis (mindestens) 16 Uhr brav an seinem Computer hängen und kein Wort darüber fallen lassen, wie sehr man das nächste Wochenende herbeisehnt. Oder?

Freiheit ist nicht für jeden etwas. Es ist in Ordnung, den goldenen Käfig als Sicherheit zu akzeptieren. Aber genau so ist es auch in Ordnung, daraus ausbrechen zu wollen. Die Gründe dafür sind nur sekundär. Wenn das Herz einem zuflüstert, dass es unglücklich ist, dann gebraucht es nicht mehr Argumentationen.

Neuanfänge haben etwas Zauberhaftes an sich. Vertraut man auf die Magie der ungewissen Zukunft, geschehen Wunder. Zufälle fügen sich zu glücklichen Lehrstunden, Begegnungen formen deine Geschichte und am Ende bist du so viel reicher, als du es dir jemals hättest erträumen können. Übrigens spreche ich hier nicht von finanziellem Wohlstand, sondern von all den anderen Definitionen, die Reichtum für mich bedeuten. Es sind spezielle Menschen, seltene Erfahrungen und strahlende Glücksmomente. Es ist die Anzahl der Nächte, in denen du mit einem Lächeln eingeschlafen bist. Wie viele davon kannst du aufzählen?

Es kommt niemals die richtige Zeit, um sich selbständig zu machen. Du bist zu jung. Oder zu alt. Zu gefestigt, zu naiv. Aber genau diese Paradoxe erlauben uns, darin eine Chance zu sehen. Fehler passieren so oder so – also mache sie besser jetzt, um länger davon zu lernen.

Quelle: http://blog.fotografie-maiwald.com/lebst-du-um-zu-arbeiten-oder-arb...

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Tags: Arbeit, Bhajan_Noam, Chance, Job, Sicherheit, Traum, Traumjob, Zeit

Kommentar von Diamir am 6. Januar 2017 um 11:29am

Mein Lehrer sagte zu mir: "I never worked a day in my life. I play."

Sholem Legem

Kommentar

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