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Eine Meldung aus Absurdisthan: Wie Chefs durch Meditation unerbittlich werden

DIE WELT berichtet: Immer mehr Topmanager meditieren, um ihre geistige Leistungskraft zu stärken. Für die Mitarbeiter ist das keine gute Nachricht. Denn viele Bosse machen sich damit vor allem eines: noch härter.

DIE WELT schreibt weiter, Zitat: >Wenn es hart auf hart kommt, wird Ray Dalio zum Ninja-Kämpfer. Seine Angreifer sieht er dann wie in Zeitlupe. Gefühle schaltet er aus. In solchen Momenten, berichtet der Milliardär, spüre er eine wunderbare Ruhe, seinen klaren Geist. Er ist ganz Herr der Lage – "mit der Kraft eines Ninjas".

Solche Krieger sind allerdings auch gnadenlos. Das wissen Dalios Mitarbeiter nur zu gut. Der 66-Jährige ist Gründer und Chef von Bridgewater, dem größten Hedgefonds der Welt. Rund 1500 Angestellte hat Dalio – und keine Geduld mit denen, die er für Minderleister hält.

"Leute zu feuern ist für mich keine große Sache", sagt er. Der Chef lässt jedes Gespräch in der Firma aufzeichnen, um "schleimige Betrüger" unter seinen Leuten auszumachen, die Kritik nicht offen äußern.

Kraft für diese Härte schöpft Dalio in der Stille. Er übt sich seit Jahrzehnten in Transzendentaler Meditation(TM). Diese Praxis sei gar der wichtigste Baustein für seinen Erfolg im Leben, bekennt er in dem gerade erschienenen Buch "Super Mind" eines New Yorker Psychiaters.

Meditation habe ihm die geistige Mitte gezeigt und unglaubliche Kreativität freigesetzt. Letztlich sei all sein Erfolg nur eine Frage der inneren Haltung./span>

DIE WELT meint, Zitat: >Immer mehr Manager nehmen ihr mentales Kraftzentrum in den Fokus. Körperlich fit – ob durch Joggen, Schwimmen oder Bergsteigen – halten sich die meisten sowieso. Mit dickem Bauch und Bluthochdruck ist ein Pensum aus Weltreisen, nächtlichen Verhandlungsrunden und dauernder Erreichbarkeit kaum zu schaffen.

Längst aber hat der Zwang zur Selbstoptimierung auch die Köpfe erfasst. Auch die Manager reiten auf der Welle der Achtsamkeit. Es geht nicht darum, weich zu werden. Sondern hart zu bleiben.

Vom Ayurveda-Retreat auf Mallorca bis zur Meditation mit dem Privatguru: Um die eigene Leistungskraft zu beflügeln, ist den Chefs keine Therapie zu verwegen. Vom Morgengruß mit Katzenbuckel bis zum abendlichen Einschlafmantra – jede Sekunde wird genutzt, um auch aus Geist und Seele das Maximum herauszuholen.

Ein Leben im Leistungsmodus. Das allerdings kann gravierende Nebenwirkungen haben – für jeden einzelnen Manager, aber auch für seine Mitarbeiter.

Das Geschäft mit der Achtsamkeit ist in Deutschland längst ein Millionenmarkt. Bücher mit Titeln wie "Gelassen wie ein Buddha" oder "Den Alltag entschleunigen. Das Leben entdecken" schaffen es auf die Bestsellerlisten.

Es gibt Achtsamkeits-Apps, die Manager und andere Menschen auf ihren Smartphones mehrmals täglich zum Innehalten anleiten. CD-Produzenten wetteifern um die beste Entspannungsmusik.

Selbst der Erfolgsmönch und Verwalter der Abtei Münsterschwarzach, Anselm Grün, schwenkt auf das Thema ein: Nach zig massentauglichen Titeln wie "Einfach Leben" oder "Jeder Tag ein Weg zum Glück" veröffentlichte der Benediktiner-Pater, der sich selbst und sein Kloster stets optimal vermarktet, zu Jahresbeginn 2016 die "Rituale der Achtsamkeit"./span>

Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Meditation zu tun. Es ist das Gegenteil davon. Meditation macht dich mitfühlend. Meditation bringt dich in eine zufriedene Haltung, in der alles Gewinnstreben und Übervorteilen anderer verschwindet. In der Meditation fühlt man sich auf eine liebevolle Weise mit allen Mitlesen verbunden. Was hier beschrieben wird, könnte man wohl eher irgendwelchen negativen Ritualen zuordnen. (Bhajan Noam)

Dann ist zu lesen, Zitat: >Norbert Reithofer begann zu meditieren, als die Welt um ihn herum zusammenbrach. "Rundum kracht es, und man steht an der Spitze eines Unternehmens und muss es da durchmanövrieren", erinnert sich der einstige BMW-Chef an die Weltfinanzkrise 2008/09.

Zum Ausgleich richtete er den Blick nach innen. Auch Klaus Kleinfeld tut das regelmäßig. Der einstige Siemens-Chef und heutige CEO des US-Aluminiumriesen Alcoa hat in New York einen Privatlehrer in Transzendentaler Meditation.

Bei geschlossenen Augen, aufrechtem Sitz und dem immer gleichen in Gedanken wiederholten Mantra bewältigt er die Härten des Alltags. Das Aus für die größte Aluminiumschmelzhütte der USA etwa, das er im Januar verkündete und das bisher über 300 Menschen den Job kostete.

RWE-Chef Peter Terium ist ebenfalls ein Fan des Meditierens, und der Gründer und Chef der Modemarke Diesel, Renzo Rosso, betreibt regelmäßig Yoga./span>

DIE WELT spricht eine Warnung aus, Zitat: >Meditation und Achtsamkeit kann Menschen zu mehr Empathie verhelfen, muss es aber nicht. Je nach Anwendung kann es den Einzelnen stählen und härter machen. Matthias Weniger, Chef des Instituts für Stressmedizin am Bergmannsheil-Klinikum in Gelsenkirchen, kennt die Ruhelosen und Getriebenen.

Sie sitzen reihenweise in den Meditations- und Achtsamkeitskursen, die der Arzt, Psychotherapeut und Trainer für Führungskräfte in großen Konzernen anbietet. Immer häufiger hört er den Wunsch, "doch schnell mal ein paar Meditationstechniken" zu lernen, um in der Karriere wieder voll durchstarten zu können. Und immer häufiger begegnen ihm Coaches, die genau das bieten. "Ein Armutszeugnis für die Zunft", wie Weniger findet.

Als junger Arzt hat Weniger Station am Krankenhaus des Dalai Lama im indischen Dharamsala gemacht. "Achtsamkeit fördert den klaren Geist, hilft, sich selbst zu fokussieren", sagt Weniger. "Sie soll aber auch das Mitgefühl mit anderen schulen."

Dieser spirituelle Aspekt, zu dem Empathie und Nächstenliebe gehören, dürfe nicht vernachlässigt werden. "Wer Meditation allein nutzen will, um die eigene Leistung zu steigern, gefährdet sich und andere."

Sich selbst setzt er unter zusätzlichen Leistungsdruck – noch besser meditieren, noch gelassener werden, und zwar auf der Stelle. Anderen begegnet er im schlimmsten Fall als Mensch, der seine Emotionen ausblendet.

Weniger hat für solch seelenlose Getriebene ein drastisches Beispiel: Kamikaze-Flieger aus dem Zweiten Weltkrieg. Auch die praktizierten Meditation, bevor sie sich in den Tod stürzten.

Lars Windhorst kennt die Todesangst des Absturzes. Helmut Kohls viel gepriesener Wunderknabe legte einst eine spektakuläre Pleite hin. Aber viel schlimmer als das: Er überlebte im Jahr 2007 nur knapp einen Flugzeugabsturz.

Seitdem hat er den unbändigen Wunsch, es allen zu zeigen. "Als Investor möchte ich mich mit den Besten messen und natürlich unter ihnen bestehen", sagt der entschlossene junge Mann mit dem scharfen, funkelnden Blick.

Seine Investmentgruppe Sapinda fordert den Chef fast rund um die Uhr. Der hat seinen Schlaf auf ein Minimum reduziert und bringt sich frühmorgens mit joggen und Yoga in Schwung. Es geht Windhorst darum, die Müdigkeit aus dem Kopf zu vertreiben und dadurch die eigene Leistung zu steigern.

Das Mitgefühl mit dem Gegenüber, Mitleid gar, stellt er in persönlichen Gesprächen nicht in den Vordergrund./span>

Foto: img.welt.de

Der vollständige Artikel: http://www.welt.de/wirtschaft/article156019448/Wie-Chefs-durch-Medi...

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Tags: Bhajan_Noam, Chef, Meditation

Kommentar von kshamà am 11. Juni 2016 um 11:16am

Namaste, liebe Bhajan Noam,
es ist doch immer wieder erstaunlich wie das Pendel zur anderen Seite schlägt. Alles Liebe

Kommentar von D.Jahnke am 12. Juni 2016 um 6:31pm
@ kshama - Meditation heist micht unbedingt - sanftes Herz !
Kommentar von kshamà am 13. Juni 2016 um 8:10am

@D.Jahnke
ich danke dir, natürlich ist ein sanftmütiges Herz für mich erst einmal die Grundlage in allem, meines persönlichen Tuns.
Den Artikel finde ich erschrenkend, da er für mich wieder die klare Vemarktung aufzeigt. Meditation wird zum Mittel des Zwecks. Immer mehr, immer besser=Konkurenz. Ich gehe davon aus, das wir in einer sehr bewegten Zeit leben, wo die Entwicklungstendenz des Menschen offen ist. D.h.in welche Richtung das Pendel ausschlägt. Auch in diesem Sinne, liegt es für mich auf der Hand eines jeden, in welche Richtung es ausschlägt. Und dies bei klarem Verstand zu erkennen.
Ob das sogenannte "Gute" oder "Böse" die Oberhand gewinnt.
Welche Orientierung, welcher Charakter der Gesellschaft, entsprechend die Charakterbildung des Menschen wird in unserer Gesellschaft geprägt und gefördert ?
So interpretiere ich für mich diesen Artikel ... was immer ich haben will liegt außerhalb von mir. Dies kann ich mir aneignen und dient nur dem Zweck.
Erich Fromm sprach schon in den 70 igern vom Marketingcharakter:
... für den Markding-Charater verwandelt sich alles in einen Marktartikel – nicht nur die Dinge, sondern auch der Mensch....dies geht sehr schön aus dem Artikel hervor. Entlassungen ect. ...
“ ...Das Prinzip besteht darin, einen möglichst hohen Profit zu erzielen. ...Dieser Mensch, Marketing Charakter, ist so entfremdet, das er seinen Körper nur noch als Instrument für den Erfolg wahrnimmt. ...”
Aus E.Fromm Band VII
Ganz schön krank finde ich das. Namaste

Kommentar von D.Jahnke am 13. Juni 2016 um 2:59pm

@ kshama - svasti. Die Welt ist relativ, sie ist mit dem Verstand sinnverwandt.

Kommentar

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