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Eine kleine Geschichte über die Verbannung der Reinkarnationslehre aus dem Christentum

Dass die Reinkarnationslehre im heutigen christlichen Glauben nicht mehr existiert, ist wahrscheinlich einer machthungrigen Frau, Kaiserin Theodora, zu verdanken. Sie ließ all jene Stellen, die in der frühen Bibel auf die Reinkarnation hinwiesen, entfernen. Eine scheinbar kleine Tat mit epochalen Folgen: Wie anders wäre die Geschichte vielleicht verlaufen, hätten die Menschen immer gewusst, dass sie selbst es sind, die die Früchte ihrer (Misse-)Taten ernten werden und korrigieren müssen.

Am Anfang der Christenheit war die Reinkarnation eine der Säulen im ganzen Glaubensgebäude. Ohne sie hätte das Christentum jeder Logik entbehrt. Wie könnte ein gütiger Gott dem einen Menschen goldene Löffel und dem anderen nur das Hungertuch geben in seinem angeblich einzigen Erdenleben? Frühe Kirchenfürsten und Theologen wie Origenes, Basilides oder der Heilige Gregor lehrten die Wiederverkörperung der Seele. 

Blenden wir zurück ins 6. Jahrhundert n. Chr., wo sich am Hof des byzantinischen Kaisers Justinian jene Verschwörung ankündigte, die 1.400 Jahre lang die Menschen in falschen Vorstellungen über die Realität von Leben und Tod gefangen hielt. Noch im Jahrhundert davor war die Reinkarnation unbestrittene Tatsache in der christlichen Kirche. Dafür stritt man sich darüber, wie sehr Jesus Mensch oder Gott gewesen sei. Nestorius, Abt von Antiochia, war der Ansicht, man dürfe Maria nicht ‚die Mutter Gottes' nennen, schließlich habe sie nur den ‚menschlichen' Jesus geboren. Doch ein Konzil verurteilte Nestorius als Häretiker (Ketzer), schickte ihn in die Wüste und stellte fest, Jesus sei zur gleichen Zeit menschlich und göttlich gewesen. Einer von Nestorius erbittertsten Gegnern war Eutyches, der wiederum behauptete, Jesus sei nur von göttlicher Natur gewesen, weil seine Menschlichkeit in der Göttlichkeit aufgegangen sei. Diese Lehre nennen wir heute Monophysitismus (also die Lehre, nach der die zwei Naturen Christi zu einer neuen gottmenschlichen verbunden sind.). 451 verurteilte dann das Vierte Allgemeine Konzil den Monophysitismus ebenfalls als Häresie und verfolgte seine Verfechter. Einer der eifrigsten Häscher war der spätere Kaiser Justinian.

Konzil von 451 n. Chr. unterstreicht die Wiedergeburt

Wie schon erwähnt war während dieser religiösen Kontroversen die Wiedergeburt nie ein Diskussionsthema gewesen. Man hielt sie für ein fundamentales Dogma, das am Konzil von 451 sogar nochmals bekräftigt wurde. Wer hätte damals ahnen können, daß sich die christliche Theologie mit der Thronbesteigung Justinians (527) grundlegend ändern sollte und unter welch tiefgreifenden Auswirkungen die nachfolgenden Jahrhunderte deswegen zu leiden hatten.

Die treibende Kraft im Hintergrund war eine Frau: Theodora, die Gattin von Kaiser Justinian. Sie hatte einen steilen sozialen Aufstieg hinter sich ­und die Tochter eines Bärenbändigers im Zirkus von Konstantinopel bediente sich dabei der ältesten Waffe der Frau. Einst war sie eine blutjunge und hübsche Hure, deren Dienste selbst vom Adel gerne in Anspruch genommen wurden. So verfiel auch Hacebolus, der junge Statthalter von Pentapolis, ihren Reizen und nahm Theodora mit sich nach Nordafrika. Doch sie mißbrauchte das Vertrauen des Statthalters und häufte sich auf Kosten der Bevölkerung große Reichtümer an. Als sie in ihrer Raffgier den Bogen überspannte und Hacebolus von Beschwerden des Volkes überhäuft wurde, warf er Theodora aus seinem Palast hinaus und konfiszierte alle ihre Güter. Nur mit den Kleidern auf ihrem Leib kämpfte sie sich nach Alexandria durch. Vor den Toren der Stadt wurde sie von einem Eremiten namens Eutyches freundlich in dessen Höhle aufgenommen. Es war jener Eutyches, der den Monophysitismus ins Leben gerufen hatte und nun hier in der Verbannung lebte. Später sollte sich Theodora dieses gestürzten Mönches erinnern und zur Durchsetzung ihrer Pläne bedienen.

Zurück in Konstantinopel, schlief sie sich zielstrebig die Gesellschaftsleiter hoch. Sie wurde eine der Konkubinen Justinians, später seine Lieblingskonkubine und schließlich, im Jahre 523, gar seine Frau. Vier Jahre später sollte sie mit ihrem Gatten zusammen die höchste weltliche Macht erringen: die Kaiserkrone.

Theodora will ihre eigene Apotheose

Theodora hatte es geschafft ­ - wenigstens beinahe. Denn ihr brennender Ehrgeiz trieb sie noch immer an. Eine weitere Stufe konnte noch erklommen werden, die letzte: Ihre eigene Vergöttlichung. Erst dann war sie den alten Cäsaren ebenbürtig geworden. Es war nämlich noch nicht allzulange her, dass die römischen Imperatoren automatisch zu Göttern gemacht wurden und ihren Eingang in die Tempelhallen fanden. Dieser Sitte hatte das Christentum jedoch ein Ende gesetzt. Und hier nun erwies sich die biblisch anerkannte Tatsache der Wiederverkörperung als unüberwindlicher Stolperstein: Denn wie könnte sie als Göttin in die Ewigkeit eingehen, wenn alle Menschen wiedergeboren werden? Was sollte dann verhindern, dass die sündige Kaiserin nicht wieder als ganz normaler Mensch geboren würde ­ womöglich als einfache Bettlerin? Solange der Glaube an die Reinkarnation im Bewußtsein der Christen verankert war, würden die Menschen Theodora niemals als Göttin akzeptieren, das wusste sie. Deshalb musste die Lehre von der Wiedergeburt mit Stumpf und Stiel ausgemerzt werden.

Als willige Helfer erkor sich Theodora die monophysitischen Mönche, die bald darauf von ihrem Kirchenbann befreit wurden. Sie sollten dafür sorgen, dass die Reinkarnationslehre vollständig aus allen kirchlichen Schriften verschwand.

Man könnte nun denken, dass ein solches Ansinnen praktisch nicht durchführbar sei. Doch Theodora hatte ihr eigenes Agentennetz über das ganze Reich gespannt und dafür gesorgt, daß ‚ihre' Mönche nach und nach die kirchliche Führung übernehmen konnten. Dann stand ihr auch die gesamte Macht des byzantinischen Kaisers zur Verfügung, denn Justinian war längst zu ihrem willigen Werkzeug geworden.

War der Kaiser ­besessen?

Der zeitgenössische Geschichtsschreiber Procopius führt in seiner ‚Apocrypha' besonders viele Beispiele an. So erzählt er von einem Mönch, der nach Konstantinopel reiste, um dem Kaiser ein an Bauern begangenes Unrecht vorzutragen. Er wurde sofort vorgelassen, doch kaum hatte der Mönch einen Fuß in den Thronsaal gesetzt, als er zusammenzuckte und zurückwich. Er weigerte sich, vor den Kaiser zu treten und stürzte verängstigt in sein Quartier zurück. Dort sagte er dem Kämmerer, er habe den ‚Herrn der Dämonen' auf dem Thron sitzen gesehen und seine Gegenwart sei so schrecklich gewesen, dass er sie nicht habe ertragen können. Man möge sich daran erinnern, dass zu jener Zeit Hellsichtigkeit sehr weit verbreitet war. Der Dämon, den der Mönch erblickte, war also beileibe nicht sein eigenes Phantasieprodukt, sondern eine Realität der Astralebene, die wir heute in der Regel nicht mehr wahrzunehmen vermögen.

An anderer Stelle zitiert Procopius die Mutter Justinians, die einmal ihren Vertrauten gestanden habe, Justinian sei nicht der Sohn von Sabbatius, ihrem Gatten, noch eines anderen Mannes, sondern er sei von einem Dämon gezeugt worden.

Was immer man von diesen Berichten halten mag ­ das Vorgehen Theodoras und Justinians war tatsächlich teuflisch. Um ihre Pläne verwirklichen zu können, mußte Theodora zuerst die Westkirche (des gefallenen weströmischen Reiches) unter ihre Kontrolle bringen. Dazu verhalfen ihr Belisars Armeen, die den byzantinischen Einfluß auf Rom sicherstellten und es der Perfidie Theodoras erlaubten, den Papst abzusetzen. An seine Stelle trat ein Günstling der Kaiserin.

Nachdem sie sich so der Opposition der Westkirche entledigt hatte, konzentrierte sich Theodora wieder auf Konstantinopel und rief mit der Hilfe des ihr hörigen Patriarchen Mennas die Synode der Ostkirche von Konstantinopel (543) zusammen. Diese widerrief die Verurteilung des Monophysitismus und ebenso die Bekräftigung der Reinkarnationslehre aus dem Jahre 451. Dies war der erste Todesstoß, den sie der Reinkarnationslehre versetzten.

Die Synode war für die nahezu dreitausend über das ganze Reich verstreuten Bischöfe jedoch nicht bindend. Deshalb wurde ein Konzil einberufen, welches die gefassten Beschlüsse sanktionieren sollte. Es wurden an alle Bischöfe Einladungsbriefe verschickt. Sie waren jedoch so abgefasst, dass man hoffen konnte, keiner der Bischöfe der Westkirche würde am Konzil teilnehmen. Papst Virgilius, der Verbündete von Theodora, tadelte die Briefe denn auch aufs Heftigste und bekräftigte dadurch manchen Bischof, dem Konzil fernzubleiben.

Ein abgekartetes Spiel

Selbst die Kirchenfürsten der Ostkirche schienen der Einladung nicht so recht Folge leisten zu wollen. So konnte das Fünfte Allgemeine Konzil erst zehn Jahre später (553) in Konstantinopel zusammentreten. Von den über dreitausend Bischöfen waren genau 165 anwesend, darunter nur gerade sechs aus dem Westen.

Theodora war in der Zwischenzeit 39jährig gestorben (547). Doch Justinian war bereits so den dunklen Kräften und dem Ehrgeiz Theodoras verfallen, dass er die unvermeidlichen Schritte zur Vergöttlichung seiner Frau weiterverfolgte. Auf Druck des Kaisers entschied das Häuflein Bischöfe stellvertretend für die ganze Kirche, dass von nun an die Reinkarnationslehre als Ketzerei zu gelten habe und jeder, der sie vertrete, verdammt sei.

Damit verfluchten sie jedoch auch Männer wie Origenes, den Begründer der Kirchenwissenschaft und Theologie, dessen Schriften Theodora am meisten gefürchtet hatte. Origenes leitete die berühmte Katechetenschule in Alexandria, wo sich auch die größte Bibliothek des Altertums befand. Kein Kirchengelehrter nach Origenes konnte jemals wieder auf so umfangreiches Material zurückgreifen, denn die Bibliothek wurde 389 von einem christlichen Glaubensfanatiker, dem Patriarchen Theophilus, in Brand gesteckt. Diese unglaubliche Schandtat zerstörte wertvollstes Kulturgut und hat die historische Forschung erheblich erschwert. Vermutlich war genau dies das Motiv von Theophilus' Frevel: In dem Feuer gingen nicht zuletzt die Schriften des Urchristentums unter, die einen sehr genauen Einblick in die Anfänge christlicher Lehre gaben und bezeugt hätten, daß die Reinkarnation ein fundamentaler Teil des Christentums war.

Origenes nun lehrte die Präexistenz der Seelen, dass also die Seelen der Menschen schon vor der Entstehung der Welt vorhanden waren. Für ihn bestand der Sinn allen Lebens in der materiellen Welt darin, dass sich alle Seelen durch viele Inkarnationen hindurch läutern und veredeln, bis alle, durch Befolgen der Gebote Jesu und durch ihre Liebe und Hingabe zu Gott, wieder zurück in die Arme ihres Schöpfers gelangen. Und zwar alle Seelen, nicht nur jene, die an Jesus glauben. Origenes schrieb: „Diese Rückkehr zu Gott muss man sich aber nicht als ein plötzliches Geschehen vorstellen, sondern als ein allmähliches, stufenweise im Laufe von unzähligen und unendlich langen Zeiträumen sich vollziehendes." (Peri Achon III, 6,6).

Die Kirche vernichtet Beweise

Wie abgekartet dieses Fünfte Konzil im Grunde war, deutet allein die Tatsache an, dass bedeutende Teile der Konzilakten, die den Fall Origenes betreffen ‚zufälligerweise' verloren gegangen sind, obwohl man fünfzehn Anathemas gegen den 300 Jahre zuvor verstorbenen Kirchenvater formulierte.
So heißt es an einer Stelle nur: „Wer nicht verflucht... Origenes samt seinen gottlosen Schriften und alle anderen Häretiker, welche verflucht sind von der heiligen katholischen Kirche, ... der sei verflucht."

Die ersten Evangelien enthielten wie die Schriften Origenes oder Basilides viele Informationen, für deren Sicherstellung die heutige Wissenschaft jeden Preis zahlen würde. Basilides, der um 125 in Alexandria lehrte, soll seine Doktrin von den Aposteln Matthäus und Petrus (durch seinen Schüler Glaucus) erhalten haben. Dieser frühe Gnostiker hatte 24 Bücher als ‚Interpretationen der Evangelien' geschrieben. Keines seiner Werke ist heute noch vorhanden. ­Die Heilige Kirche hatte sie alle verbrannt. Dabei hätten gerade sie ein unschätzbares Licht auf die Anfänge des Christentums geworfen, da sie viel früher entstanden waren, als die kanonisierte Bibel, welche erst 325 im Konzil von Nicaea abgesegnet wurde. Doch Dekrete und Gesetze allein können einen tief verwurzelten Glauben nicht so leicht ausradieren. Deshalb dauerte es einige Jahrhunderte, bis die Kirche endlich alle alten christlichen Schriften konfisziert, zerstört oder so stark verfälscht hatte, daß die Lehre der Wiederverkörperung kaum mehr in ihnen zu finden war und nach und nach aus dem Bewußtsein der Menschen schwand.

Die Lüge von einem einzigen Leben kam vielen raffgierigen und machthungrigen Kirchenfürsten sehr gelegen. Schon früh gierte die Kirche nach weltlicher Macht, die nicht die ihre sein durfte und verkaufte die Lehren ihres Herrn, um selbst den Herrn spielen zu können. Die Kirche häufte sich ungeheure Reichtümer und riesige Ländereien an und ihre Führer gebärdeten sich wie Fürsten.

Sie hatten die Macht an sich gerissen. Denn wo früher dank der Wiedergeburt die Versöhnung Gottes mit allen Seelen gnadenvoll leuchtete, herrschte nun das Dogma der ewigen Verdammnis mit eiserner Faust. Seit dem sechsten Jahrhundert hatte jeder Mensch nur noch ein Leben zur Verfügung, das ihn ­ unter gewissen Umständen ­ ins Himmelreich führen konnte. Der Schlüssel dazu war der Glaube an die ‚Erlösertat' von Jesus dem Christus. Und auf Jesus hatte die Kirche das Monopol. Sie war die einzige Mittlerin zwischen Ihm (dem Himmelreich also) und den Menschen. So stand zum Beispiel zu Zeiten von Franz von Assisi (12./13. Jh.) auf den privaten Besitz einer Bibel die Todesstrafe! Und wer nicht an Jesus glaubte, beziehungsweise an die Kirche als alleinige Stellvertreterin Jesu, fiel der ewigen Verdammnis anheim.

Die Bibel lehrt es noch immer

Die Kirche verrichtete hervorragende Arbeit, als sie die Wiedergeburt aus der christlichen Lehre eliminierte. Eine solch effektive Verfälschung hätte selbst den Kommunismus stolz gemacht. Doch wie beim Kommunismus war auch in der Kirche schlampig gearbeitet worden. So entgingen den Augen der federbewehrten ‚Liquidatoren' einige wenige Hinweise auf die Wiedergeburt, die sich noch heute in jeder Bibel finden lassen:

„Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären: dem sollst du den Namen Johannes geben. Große Freude wird dich erfüllen, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken, und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein. Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren. Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen. (Lukas 1:13­-17)

Verschiedentlich wird in der Bibel darauf hingewiesen, daß Johannes der Täufer der wiedergekehrte Prophet Elija sei. So auch in der Prophezeihung des Maleachi, der vier Jahrhunderte nach Elija lebte: „Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare Tag, seht, da sende Ich zu euch den Propheten Elija." (Maleachi 3:23)

Das Matthäus-Evangelium bezieht sich an drei Stellen auf diese Prophezeiung, die anderen Evangelien an sieben Stellen. Wie man den Bemerkungen der Jünger entnehmen kann, wurde unter den Juden schon viel über die Rückkehr Elijas und anderer hebräischer Propheten spekuliert. Als Jesus beispielsweise mit seinen Jüngern vom Berg der Verklärung hinabstieg, fragten sie ihn: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, Elija müsse zuerst kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wieder herstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen; doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer sprach. (Matthäus 17:10­-13)

Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: ...Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende Meinen Boten vor dir her, er soll den Weg für dich bahnen... Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll. Wer Ohren hat, der höre! (Matthäus 11:7, 10, 14­-15)

Dasselbe steht auch in Markus 9:11­-13 und Lukas 7:24-­35.

Der Tetrarch Herodes hörte von allem, was geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden. Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? (Lukas 9:7­-9, auch Markus 6:14-­17)

Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. (Matthäus 16:13-­14; Markus 8:27-­28; Lukas 9:18­-19)

Diese Bibelstellen beweisen, daß die Menschen zu Jesu Lebzeiten an die Wiedergeburt glaubten. Deshalb war es für sie klar, daß sich die alten Propheten erneut inkarnieren (‚in carnere' ­ ins Fleisch kommen) würden, um Jesus zu helfen. Somit war Johannes der Täufer in einem früheren Leben tatsächlich der Prophet Elija gewesen. Er war auch Ezechiel. Dies allerdings geht nicht aus der Bibel hervor.

Damals wußte man, daß alle Menschen wiedergeboren werden: Unterwegs sah Jesus einen Mann der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, so daß er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. (Johannes 9:1-­3)

Dieser Vorfall belegt, daß die Jünger das Gesetz von Karma und Reinkarnation kannten; denn es ist klar, daß ein Mann, der bereits blind geboren wurde, nicht in diesem Leben gesündigt haben konnte. Jesus bestätigt wiederum, daß Menschen tatsächlich aufgrund Verfehlungen in früheren Leben krank geboren werden können, weist aber darauf hin, daß dieser Mensch nur deswegen blind sei, damit er von Jesus geheilt und an ihm das Wirken Gottes offenbar werden könne.

Die Reinkarnationslehre würde die Macht der Kirche brechen

Hätten die Christen hingegen weiterhin an die Wiedergeburt geglaubt, so wäre die Kirche schnell aller weltlichen Macht enthoben worden. Dies belegen die Beispiele der hinduistischen und buddhistischen ‚Kirchen', die niemals auch nur annähernd eine solche Machtfülle angestrebt oder besessen hatten wie die katholische. Wir wüssten, dass es eine ewige Verdammnis nicht gibt und jeder Mensch irgendwann zu Gott zurückkehrt. Und wir wüssten vor allem, dass in Wirklichkeit keine Kirche der Welt uns den Weg zu Gott versperren und Wegezölle fordern kann.

Doch im Mittelalter bestimmte die katholische Kirche, wieviel der Glaube an den Erlöser und die Eintrittskarte ins Paradies zu kosten hatte. Sie entschied, welcher Geldbetrag einen von der Sünde des Betrugs, Ehebruchs oder noch schlimmeren freisprach. Und sie verdiente gut dabei. So erstaunt es nicht, dass die Reinkarnation im Konzil zu Lyon (1274) und im Konzil zu Florenz (1439) erneut verurteilt wurde. Mit dem Ablass presste die Heilige Kirche ihre Schäflein wie reife Zitronen aus. Zur Zeit der Gegenpäpste in Avignon hingen den Jesus-Figuren am Kreuz sogar Geldbeutel um die Hüften ­ als Zeichen dafür, dass der Herr Geld auch nicht abgeneigt gewesen sei. Welche Häresie!

 

Quelle: ZeitenSchrift-Druckausgabe Nr. 9. (hier leicht gekürzt)

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Tags: Bhajan_Noam, Christentum, Lehre, Reinkarnation, Wiedergeburt

Kommentar von Maeggie am 21. März 2018 um 3:48pm

Hierzu möchte ich anmerken:
Die Reinkarnationslehre ist meiner Meinung nach völlig zu Recht aus der christlichen Theologie verschwunden, weil sie dort nichts zu suchen hat.
Der Verweis auf den Propheten Elija taugt nicht als Beweis dafür, dass die Reinkarnatiomslehre biblisch ist.
Denn wenn man das Alte Testament aufmerksam liest, stellt man fest, dass Elija nicht gestorben ist, sondern in den Himmel entrückt wurde. Bevor am Ende der Zeit der Messias kommt, muss Elija auf die Erde zurückkehren - so glauben es fromme Juden bis heute.
Ebenso wenig "beweist" die angeführte Stell aus dem Johannes-Evangelium einen christlichen Glauben an die Reinkarnation. Reinkarnation ist überhaupt nicht das Thema dieser Stelle.
Vielmehr räumt Jesus hier auf mit der Vorstellung von Krankheit oder Behinderung als Strafe Gottes.
Wenn man weiter liest, wird klar, worum es hier eigentlich geht: um Gottes Barmherzigkeit.

Kommentar von Bhajan Noam am 21. März 2018 um 5:31pm

Warum reagierst Du abweisend gegenüber der Reinkarnationslehre? Reinkarnation hat gar nichts mit Glauben und Religion zu tun. Sie ist schlicht eine Tatsache jenseits von Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus u.a., die viele Menschen erfahren durften, dazu zähle auch ich.

 

Im orthodoxen Judentum gilt sie als eine normale Gegebenheit, über die nicht diskutiert werden muss. Die Drusen, die sich im 11. Jahrhundert vom Islam abspalteten, leben in Israel, im Libanon und in Syrien. Für sie ist Wiedergeburt eine Alltäglichkeit. Über die Drusen gibt es zu dem Thema eine Menge Forschungen, die unwiderlegbar die Reinkarnation beweisen. Kleine Kinder erzählten zum Beispiel ihr früheres Leben, wer sie waren, wie sie hießen und wo sie gewohnt hatten – man ging dem nach und fand heraus, dass es der Wahrheit entsprach.

 

Der jüdische Arzt Eli Erich Lasch erhielt von seinen Patienten eine Fülle solcher Informationen und begann daraufhin nachzuforschen. Die Ergebnisse stehen in seinem Buch „Sie sind wieder da“.

 

Jesus spricht im Thomas-Evangelium: "Heute, wenn Ihr Euer Ebenbild seht, freut Ihr Euch. Wenn Ihr aber Eure Bilder seht, die vor Euch geworden sind, wie viel werdet Ihr ertragen?" (Thomasevangelium, Vers 84)

 

Ich habe vor längerer Zeit etwas zur Reinkarnation geschrieben, vielleicht kannst Du damit etwas anfangen.

 

 

Reinkarnation 

 

© 2018 Text: Bhajan Noam – Gleich zu Beginn sei dies gesagt: Es gibt nur EIN LEBEN. Dieses Leben erfährt, wenn man es bildhaft für sich so ausdrücken möchte, unendlich viele und gewiss sehr unterschiedliche Abschnitte, erfreuliche und unerfreuliche Inkarnationen. In Wahrheit aber ist das Leben ein unablässiges Fließen. Die Seele fließt mit dem Fluss der Erfahrungen einen scheinbar langen Weg von den Quellen hin zum Meer der großen Einheit. Dazu benutzt sie immer wieder neue Boote. Wenn eins von der gewaltigen Strömung verschlissen wurde, nimmt sie sich ein neues. Doch der Weg geht unaufhaltsam zum Meer. Wir brauchen niemals – und können es auch gar nicht –  gegen die Strömungen zu schwimmen, nur um alte Boote zu suchen. Es geht in jedem Abschnitt einzig darum, sich jetzt und immer wieder jetzt ganz dem Fließen hinzugeben. Für neue Schiffe ist hinlänglich gesorgt.

 

Die Wasser der großen Flüsse machen kein Problem daraus, dass sie einstmals vom Himmel herunterfielen, dass sich ihnen Felsen in den Weg stellten, dass sie Hals über Kopf  steile Abhänge hinunter stürzten, dass sie zwischendurch getrunken und wieder ausgeschieden wurden... Wasser fließt und findet immer den leichtesten Weg an Widerständen vorbei. Und es fließt  a b w ä r t s !

 

Wenn der Mensch sich vor dem Leben verneigt – innerlich, wahrhaftig, mit seinem ganzen Wesen – dann ist er weich, ist er nachgiebig und geschmeidig. Und das ist auch die Qualität des eigentlichen Lebens, es schmiegt sich in alle Unebenheiten und Rauheiten und glättet sie, löst die Widerstände mit der Kraft unendlicher Zeit auf und trägt den Abraum gelassen mit sich fort.

 

Das Leben aber, das niemals endende kosmische Sein und der göttliche Funke, der innerste Kern der Seele, sind EINS. Was wir als Seele bezeichnen, ist in Wahrheit nichts als der Informationsträger für längst Vergangenes und als solcher gehört sie eigentlich noch gänzlich zur materiellen Welt, zur Welt der Körper, zur Welt der Ruderboote, Schlachtschiffe oder Raumschiffe. Die Seele besteht aus Energie, doch Energie ist nichts anderes als weniger dichte Materie. Sogenannte Materie ist eine dichtere Schwingung, Energie ist eine feinere Schwingung, beides ist diesseitig. Das Leben jedoch, das unendliche Sein und der göttliche Funke sind vollkommen jenseits davon. Es stellt sich als „Nichts“ aus diesseitiger, aus wissenschaftlicher Sicht dar, und es ist ALLES aus der jenseitigen Sicht des WISSENS.

 

Wir sind nicht die Erfahrungen, die wir in diesem oder anderen Abschnitten der Unendlichkeit gemacht haben, wir sind DAS. Wir sind nicht die Boote, auch nicht der Kapitän, der Lenker der Geschicke, wir sind weit jenseits der Schicksalsströme, geborgen in unendlicher Liebe. 

 

Die sogenannte Reinkarnationstherapie ist überflüssig, wenn wir dieses ursprüngliche WISSEN haben. In diesem WISSEN ist alles Wissen, sind alle Erfahrungen, Erinnerungen und Empfindungen enthalten, und vollkommen  g l e i c h g ü l t i g  – im wortwörtlich doppelten Sinn: von gleichem Wert, von gleicher Substanz einerseits und andrerseits gänzlich unwichtig. Je mehr wir uns mit unserem Bewusstsein nach innen bewegen und unser eigentliches Wesen entdecken und erkennen, desto leichter können wir die Prägungen dieser momentanen Verkörperung und nach und nach auch aller anderen Verkörperungen ablegen. Es werden für uns scheinbar relevante Themen aus „früheren Leben“ auftauchen, ganz natürlich, doch daraus sollten wir keine Geschichten weiterspinnen, denn sie sind genauso unreal wie die Vorstellungen, die wir von diesem Leben entwickelt haben. Sie sind lediglich Anekdoten, Witze, auch wenn sie wie Dramen ausschauen.

 

Und in diesem Licht sollte man sich Folgendes vor Augen führen: Die sogenannte Reinkarnationstherapie ist, wie alles andere, nur ein Teil im Prozess des großen Seins. Sie kann nicht außerhalb davon geplant werden. Es gibt keine Terminabsprache außerhalb des Prozesses. Das zu wissen oder zu ahnen, ist doch auch ganz lustig und entspannend. Oder?   

 

© 2018 Text: Bhajan Noam

 

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

 

 

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Kommentar von Maeggie am 21. März 2018 um 7:35pm

Zunächst einmal: das hier von dir zitierte Thomas-Evangelium zählt nicht zu den kanonischen Schriften des Neuen Testaments, sondern zu den apokryphen Evangelien. Daher können seine Inhalte auch keine verbindlichen Glaubenslehren für Christen enthalten und sind mit Recht von der Kirche nicht autorisiert.
Aber damit möchte ich die Leser dieses Forums nicht langweilen.
Der Glaube an die Reinkarnation ist meiner Meinung nach genau das: ein Glaube. So wie mein Glaube an die Einmaligkeit des irdischen Lebens.
Es gibt empirisch belegte Tatsachen - dazu gehört weder die Reinkarnation noch die Auferstehung noch das ewige Leben bei Gott, an das ich glaube.
Und es gibt Glaubenswahrheiten. Über die kann man sich austauschen, das finde ich immer wieder spannend.
Aber diskutieren in dem Sinne, dass am Ende einer recht hat und der andere seine Meinung notgedrungen ändern muss kann man darüber nicht.
In Fragen des Glaubens geht es nicht darum, recht zu haben und recht zu behalten.
Über den Cartoon habe ich mich übrigens sehr amüsiert. Ich glaube, er macht auf ganz witzige und sympathische Weise deutlich, worum es dir geht.

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