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Die heiligen Quellen unter dem Dom zu Paderborn und die Sage von einer Verbindung nach Horn-Bad Meinberg

"Von diesem Born geht die Sage, er stünde in Verbindung mit Wassern des Teutoburger Waldes, besonders dem Gewässer im Hohlenstein, der bei Veldrom (zwischen Horn und Paderborn) liegt. Vor vielen Jahren hat man einmal in diese Höhle zwei Enten gesetzt, um zu erfahren, wie weit dieser Spalt wohl ginge. Und die sind unter dem Dome in der Paderquelle wieder zum Vorschein gekommen." (Paul Zaunert, Westfälische Sagen, Jena 1927)

Der Brunnen im Dome

Im Dome zu Paderborn quillt ein tiefer kühler Brunnen, die Pader, von welchem die Stadt ihren Namen hat. Unten in dem Brunnen ruhen Schätze von Gold und Edelsteinen, die mehr wert sind als das ganze Paderbornsche Land, aber niemand vermag sie zu heben, denn ein schwerer Bann hält sie von alten Zeiten her gefangen. Aber auch ein steinernes Muttergottesbild ruht unten in der Tiefe. Über dieses hat der Zauber keine Macht und jeder, der das rechte Wort und die rechte Zeit weiß, kann das Bild herausheben. Wenn aber das Bild gehoben sein wird, kommt alles nur erdenkliche Glück über Haus, Stadt und Land, wo es sich befindet.

Ein Bischof von Paderborn hatte von diesem Segen spendenden Muttergottesbilde gehört und ihn verlangte gar sehr danach. Er begann also die Magie zu studieren und las alle Bücher über Zauberei und Schatzgräberei, die er nur bekommen konnte, aber nirgends fand er das rechte Mittel, wie er den Schatz im Brunnen heben könnte. Darüber wurde er zuletzt ganz traurig und missmutig. Da meldete sich eines Tages ein Mann, der versprach ihm, das Bild aus dem Brunnen heraufzuholen und verlangte als Entgelt nur die Erlaubnis, in dem von der Muttergottes gesegneten Lande wohnen zu dürfen. Der Bischof ging voller Freude darauf ein, gewährte auch dem Manne die dreitägige Vorbereitungsfrist, die er sich ausbat und schritt am dritten Tage mit ihm in den Dom. Gerade als Mittag war, stellten sie sich an den Rand des Brunnens und der Fremde fing an, nachdem er dem Bischof das größte Stillschweigen auferlegt hatte, aus einem Buche halblaut zu lesen. Nachdem er drei Zauberformeln, die eine noch stärker als die andere, gebraucht hatte, versiegte das Wasser im Brunnen, das erst sehr unruhig geworden war und eine Treppe wurde sichtbar, die auf vielen Stufen hinabführte. Auf dieser stieg der Zauberer hinunter und verschwand am Ende durch eine kleine Tür im Brunnen. Es dauerte gar nicht lange, da kam er zurück und trug das schwere Steinbild, das ganz grau und verwittert aussah, auf seiner Schulter. So wie er heraufstieg, kam das Wasser langsam hinter ihm her und als er oben war, stand es gerade wieder so hoch im Brunnen wie vor der Beschwörung. Ein unbeschreiblich angenehmer Duft ging von dem Muttergottesbilde aus, mit eigenen Händen stellte es der Bischof auf den Hochaltar. Dann aber fragte er den Zauberer nach Schätzen unten im Brunnen. Und als der Fremde anfing zu erzählen von den wunderbaren Dingen, die er unten in der Tiefe gesehen, da erfasste den Bischof das Verlangen, diese Schätze auch zu schauen. Der Zauberer warnte ihn eindringlich, er möge doch sein Leben und seiner Seele Heil nicht aufs Spiel setzen, aber der Bischof wollte nicht von seinem Vorhaben abstehen und der Fremde musste die Beschwörung zum zweiten Male beginnen. Dies geschah auch, aber das Wasser war diesmal viel unruhiger als das erste Mal. Als der Brunnen leer und die Treppe wiederum sichtbar war, stieg der Bischof hinab. Er ist aber nicht wiedergekehrt. Zugleich waren auch der Fremde und das steinerne Marienbild verschwunden. Der Brunnen quillt nach wie vor.

Anmerkung zu den heiligen Quellen unter dem Paderborner Dom

"Es wurde bereits an anderer Stelle erwähnt, dass in der Vorzeit Quellen mit der Verehrung von heiligen Quellen in Verbindung standen. Eine solche heilige Quelle hat in germanischer Vorzeit auf dem Grund und Boden bestanden, wo der heutige Dom von Paderborn erbaut wurde. Die geschichtliche Überlieferung berichtet, dass Karl der Große diesen an der gleichen Stelle habe erbauen lassen, an der ein heidnisches Heiligtum gestanden habe, und die Legende fügt hinzu, dass unter ihm 500 Quellen entsprungen seien. Noch heute besteht als Erinnerung an den altgermanischen Kult der Brauch, dass die Fuhrleute ihre Pferde in die dortige Quelle, aus der seinerzeit von Wotan heiligen Rosse getränkt wurden, ziehen, da diese die wunderbare Eigenschaft besitzen soll, die Sehnen der Tiere zu stärken."

(Georg Buschan: Altgermanische Überlieferungen in Kult und Brauchtum der Deutschen, München 1936)

Der Marienbrunnen zu Paderborn

Auf dem Jesuitenhofe zu Paderborn steht ein ehernes Marienbild über einem ganz verfallenen Brunnen, von dem man Folgendes erzählt:

Es kam einmal in den heißesten Tagen des August ein Bettler nach Paderborn und flehte um Gottes Willen um einen kühlenden Trunk. Aber, sei es Zufall oder Hartherzigkeit, der Arme ward an allen Türen abgewiesen und konnte nirgends einen Trunk erhalten. So ward es Mittag und immer heißer und der Arme hatte sich immer noch nicht laben können. So schleppte er sich endlich bis zum Jesuitenkollegium hin, allein er war viel zu schwach, um die hohen Treppen zu erklimmen und die geistlichen Herren um eine Erquickung anzuflehen. Da gewahrte er im Hofe das Muttergottesbild, er hob zu ihm seine zitternden Hände und rief mit kläglicher Stimme: „Maria, du Heilige, schaffe meiner glühenden Zunge Labung oder lass mich hier sterben!“ Siehe, da kam plötzlich silberhelles, kaltes Wasser aus den Brüsten der Muttergottes hervor, der müde Greis labte sich und ging, die heilige Jungfrau preisend, von dannen. Die Väter Jesuiten aber hatten alles gesehen und beeilten sich, das wunderbare Wasser aufzufangen, auch ließen sie an der Stelle nachgraben, viele hundert Fuß tief, aber der heilige Quell war längst wieder versiegt und einen anderen fanden sie nicht. So ließen sie endlich die Arbeit liegen, der Brunnen ward nach und nach verschüttet, das Steingeländer zerfiel und verwitterte und heute sieht man kaum noch einige Spuren desselben. Das Muttergottesbild aber steht noch immer finster und ehrwürdig. (1. S. Seiler S. 69. Johann Th. Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats. Glogau 1868)

Seltsame Brunnen

Bei Paderborn ist ein Brunnen, Metron genannt, aus diesem fließen drei Bächlein; deren eines führt ein klares, helles, warmes Wasser, das andere ein trübes, weißes und kaltes Wasser von einem starken Geschmack und das dritte ein grünliches, klares und säuerliches Wasser. Wenn aus dem mittelsten Bächlein Vögel trinken, fangen sie an zu zittern und sterben, und fanden sich solcher Eingeweide und Lungen ganz zusammengezogen und verschrumpft. So quillt auch eine Meile von Paderborn beim Dorfe Altenbeken ein mächtiger Quell zutage, der heißt der Bullerborn oder Polderbrunnen, mitten in sandiger Ebene, wo man keine Quelle vermuten sollte, der kommt und verschwindet dreimal des Tages und bricht dann jedes Mal so stark hervor, dass seine Flut drei Mühlgänge treiben könnte, und verrinnt dann, wenn er die ganze Ebene mit großem Getöse überschwemmt, wieder im Sande. In Paderborn selbst aber entspringt aus drei Quellen unterm Choraltar im Dome das Flüsschen Pada, von dem die Stadt ihren Namen soll empfangen haben.

(Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Meersburg 1930)

Der Name der Stadt Paderborn

Die Stadt Paderborn hat ihren Namen von dem Flusse Pader, der daselbst unter dem Choraltar im Dome aus drei unterschiedenen Brunnen entspringt. Die kleinen Bäche nun, die aus diesen Brunnen fließen, laufen mitten in dieser Stadt zusammen und darum wird dieselbe Paderborn genannt. Der Fluss selbst soll aber von Karl dem Großen den Namen Pader erhalten haben, der in seinem Kriege wider die Sachsen bei Wassermangel durch die Einpfählung seines Zeltes die Quelle desselben entdeckte und zur Erinnerung an den italienischen Fluss Padus (Po) ihn so nannte.

(Johann Th. Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats. Glogau 1868)

Quelle: http://www.heilige-quellen.de/Orte_Nordrhein-Westfalen/Index_NRW/In...

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Tags: Bhajan_Noam, Dom, Maria, Paderborn, Quelle, Sagen

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