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Der Westen als Teil der vedischen Kultur - ein paar kurze Gedanken

Wenn man sich für sein eigenes 'indigenes' Erbe anfängt zu interessieren landet man früher oder später bei der keltisch-germanischen Kultur. Interessant ist dass die höchste Gottheit bei den frühen Stämmen, die später Germanen genannt werden sollen, Tiwaz heisst. Übersetzt heisst Tiwaz (Teiwaz) 'Göttlich', 'Göttlicher', 'Gott' aber auch Himmel. Die nächst verwandte Gottheit findet sich im Baltikum wieder wo die höchste Gottheit im mythologischen Pantheon 'Dievas' ist. Beide Formen, Tiwaz und Dievas, gehen auf das Sanskrit zurück und bezeichnen jeweils die Gottheit Dyaus Pitar, den Himmlischen Vater und Oberster aller Götter, an den zahlreichen Hymnen in der RgVeda unteranderem gerichtet sind. Von Dyaus Pitar leitet sich ferner Zeus Pater, Ziu Fodor (im südgermanischen Raum), JuPiter und Dispater ab. Anhand dieses kleinen etymologischen Beispiels kann man die Zusammenhänge der Europäischen Mythologien mit den vedischen Überleiferungen aufzeigen. Überhaupt kommt man nicht um hin die Veden als auch das Sanskrit als die eigentliche Wiege der Kultur zu bezeichnen, sind diese Zeugnisse doch die ältesten der Menschheit überhaupt und in ihrer Geistigkeit und Universalität kaum zu übertreffen. Die Veden sprechen für sich selbst und bewahrheiten sich immer wieder, sowohl in der spirituellen Erfahrungspraxis als auch in der Wissenschaft. Das ist meines erachtens das Interessanteste, dass es sich bei den Veden um eine spirituelle Wissenschaft handelt die sich in der Erfahrung bestätigt.

Es gibt auch in unseren Überlieferungen identische Konzepte und Ideen die identisch sind mit den Lehren der Veden. So z.B findet sich in der späteren nordischen Edda, trotz des Umstandes der bereits vorhandenen Christianisierung, zahlreiche Motive und Geschichten (Sagas) die, wenn auch etwas verzerrt, Ereignisse wiedergibt die ihre Wurzeln in den Veden haben. So finden wir bei unseren eigenen Überlieferungen Teile des 'Purusha Sukta' wieder, oder Erläuterungen zum Karma-Gesetz (Nornen). Odins Hängeopfer am Weltenbaum und seine Selbsterkenntnis erinnert an die Erkenntnis des Atman dass er sowohl Brahman ist: 'Ich weiss dass ich hing am windigen Baum, neun lange Nächte, mit dem Speer verwundet, dem Odin geweiht, ich selber mir selbst.' (Havamal)

Auch die Gottheiten sind, wenn auch nur Bruchstückhaft, überliefert, identisch mit der RgVeda. So sehen wir in Berkana/Eostra die Göttin Ushas, die, wie in der RgVeda und den Puranas, von den Zwillingsbrüdern und 'Pferden' (Ashvins) vom Himmel herab gebracht wird zur Erde. Dieses Motiv findet sich in der sogenannten skandinavischen Bronzezeit immer wieder, sei es als Bronzeplastik (Sonnenwagen von Trundholm) oder in schwedischen Steinritzungen. Die Ashvins findet man auch in der baltischen Mythologie wieder, dort heissen sie Asvinnai und Usas heisst dort Ausrine. Von daher ist es auch verständlich warum wir beim Frühlingsfest der Göttin Eostra (Usas) ihr geweihte Eier opfern, stellen diese doch die Urerinnerung an 'Hiranyagharba' dem kosmischen goldenen Weltenei dar, dieses Brauchtum hat sich in den modernen christianisierten Osterbräuchen bis heute erhalten, und so über Umwege finden wir auch bei uns vedische Schätze wieder.

Dass es sich nicht um Zufälle handelt erkennt man an der gleichen Mythologie und an der Herkunft unserer eigenenen Indogermanischen Sprachen. Desweiteren aber auch daran, dass in den Puranas (z.B im Bhagavat Purana) von Völkerwanderungen gesprochen wird die von Bharat ausgingen, von Purushsottama der viele Ksatrya-Stämme aus Bharat vertrieben hat von denen einige neue Reiche gründeten die u.a die Kultur der Altgriechen und Thraker hervorbrachte.

Wichtig erachte ich diese Erkenntnisse deshalb weil immer mehr Menschen im Westen nach 'Ihren' eigenen Wurzeln suchen. Und da wir mit Indien kulturell und historisch verbunden sind, eröffnet sich uns ein grosser Hort an Weisheit den wir studieren und anwenden können. Yoga und Veden wird so nicht mehr befremdlich auf viele wirken, sondern in Zukunft wird man verstehen dass es eine universelle kosmische Kultur ist die uns als Seelen alle offen steht.

In diesem Sinne

Namasté und Hare Krsna

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Tags: Veden

Kommentar von Thom am 1. Februar 2018 um 5:43pm

Super Text! Danke!
Bei mir fing der spirituelle Weg an in Spanien (!), als ich plötzlich so einen Hang zu Runen fühlte.
Diese und die germanische Kultur haben mich nie wieder losgelassen. Ich höre meine Ahnen noch rufen...
Es folgte dann Yoga, auch etwas tiefer, ich lebte ein Jahr als Sevaka in einem Ashram - war aber immer etwas verwirrt, wie ich die beiden Strömungen vereinbaren soll.

Aber es geht... ;o)
Mit diesem Artikel jetzt noch viel besser!

Om shanti
Odiiiiiin!
Thom

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