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Auswirkungen Des Rauchens - leicht verständlich zusammengefasst


"Rauchen verursacht eine schwarze Teerlunge“

Dieser Spruch ist natürlich plakativ und ungenau. Die Lunge selbst verändert sich ‚nur’ in der Weise, dass nach und nach das Flimmerepithel verkümmert. Das kann man sich bildlich so vorstellen: Ein gesundes Flimmerepithel sieht aus wie ein wogendes Getreidefeld im Wind, ein durch Rauchen zerstörtes Flimmerepithel gleicht einem Stoppelfeld. Das Flimmerepithel hat die Aufgabe den Schleim und an den Schleim gebunden alles, was wir über die Atmung an schädlichen Partikeln aufnehmen, nach außen zu befördern. Wenn es einem Stoppelfeld gleicht, ist es dazu nicht mehr in der Lage.

Folgen für das Lymphsystem

Was nun die schwarze, verteerte Lunge angeht, es sind die Lymphknoten um die Lunge herum, die davon betroffen sind. Wenn man einen solchen Lymphknoten seziert, wird man ihn voller Teer vorfinden, also schwarz, gänzlich verklebt und funktionsuntüchtig. Es braucht viele Jahre, bis sich diese Lymphknoten nach dem Entwöhnen wieder regeneriert haben. Die Lymphknoten und -gefäße um das Lungengewebe herum haben die Aufgabe, alles Schädigende, das wir über die Atmung aufnehmen, zu bearbeiten und abzutransportieren, bevor es in den Blutkreislauf gelangt. Ein verklebter Lymphknoten ist dazu nicht mehr in der Lage. So schwimmen die Zellen des Lungengewebes in den eigenen Ausscheidungen. Das führt langfristig zur Entartung der Zellen, also letztlich zu Krebs.

Auklärung

Ich habe eine klinische Ausbildung über das Lymphsystem genossen und einiges live gesehen. Es ist natürlich nicht die eine oder andere Zigarette, es ist das Unmaß, mit dem auch der fitteste Lymphknoten oder das kräftigste Flimmerepithel irgendwann nicht mehr fertig werden kann. – Der unsinnige Satz "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben" gilt weder für die Leber noch für die Lunge oder ein anderes Organ, auch nicht für Lymphknoten. Ein Indianer bekommt von seinen Friedenspfeifchen ganz sicher keinen Lungenkrebs. Aber ein "Stadtindianer" mit zwanzig bis vierzig Gauloise täglich ist da relativ nah dran. – Schüler sollten schon in den ersten Klassen einen guten Anschauungsunterricht zu diversen Gesundheitsthemen erhalten. Die meisten würden ihr Leben bewusster gestalten, wenn sie die Auswirkungen von einem unbewussten Leben real sehen würden.

Was die Kombination Rauchen und Einnahme der Pille in Bezug auf Brustkrebs betrifft

Die Antibabypille hat eine lähmende Wirkung auf das Lymphsystem im Brustbereich. Etliche Frauen werden bemerken, das sie größere Brüste durch die Pille bekommen. Sie finden es vielleicht sogar positiv und sehen die Ursache in der Hormongabe. In Wahrheit ist es aber ein Lymphstau. Also auch hierbei entsteht, wie beim Rauchen, ein verminderter Abtransport der Zellausscheidungen. Diese beiden negativen Prozesse potenzieren sich und ein Kollabieren des Systems ist vorprogrammiert.

Rauchen - Herz und Gefäße

Die im Zigarettenrauch enthaltenen Substanzen (vor allem Kohlenmonoxid und Benzpyrene) schädigen direkt die Gefäße und lassen sie vorzeitig verkalken. Neben der Gefäßschädigung ist das Risiko einer Gefäßverstopfung erhöht, da das Rauchen den Blutfluss verlangsamt. Raucher haben zudem ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Das Risiko für einen Herzinfarkt ist erhöht, weil durch das Kohlenmonoxid im Rauch das Herz schlechter mit Sauerstoff versorgt wird, das Herz direkt durch toxische Substanzen geschädigt wird und die feinen Herzgefäße (Koronarien) bei Rauchern leichter verstopfen. Da Rauchen die Herzfrequenz steigert, besteht auch die Gefahr einer Herzrhythmusstörung.

Rauchen wird auch in der Haut sichtbar

Die Haut ist unser großes Schutzorgan, sie ist ein Teil des Immunsystems und hat eine reinigende und entgiftende Funktion und ist ebenso ein Atemorgan. All dies wird durch Rauchen empfindlich gestört. Sichtbar wird es häufig im Gesicht. Die Haut wird schlaffer und fahler und die Falten um Mund und Nase werden tiefer. Doch auch am gesamten Körper wird sich die Haut rauer anfühlen. Energetisch macht das Rauchen sie weniger durchlässig und unsensibler. Rauchen erhöht die Konzentration eines Enzyms in der Haut, das den Abbau von kollagenen und elastischen Fasern, den Strukturgebern der Haut, bewirkt. Die Zellen nehmen Schaden durch aggressive Sauerstoffmoleküle. Das Nikotin führt zum Zusammenziehen der Gefäße und dadurch zu einer verringerten Durchblutung mit den Folgen einer Immunschwächung und einer verschlechterten Ausscheidung und Reinigung über die Haut.

Rauchen aus psychologischer Sicht

Psychologisch gesehen hüllt man sich beim Rauchen in blauen Dunst. Man will sich in gewisser Weise unsichtbar machen, ein schützende Nebelwand zwischen sich und dem Gegenüber und der Welt aufbauen. Rauchen ist auch eine Ersatzhandlung und häufig eine Übersprunghandlung. Eine Ersatzhandlung wird in der Psychoanalyse als eine Handlung definiert, deren ursprünglicher Antrieb oder deren dahinterstehendes Bedürfnis sich in ein anderes Handlungsziel verschoben hat, auch Ersatzbefriedigung genannt. Bei einer unverstellten Betrachtungsweise kann man sehen, dass Rauchen auf die Themen Stillen und Sexualität hindeutet. - Als Übersprunghandlung bezeichnet man Verhaltensmuster, die als unerwartet empfunden werden und ganz offensichtlich dem Zweck der Ablenkung dienen, zum Beispiel der Ablenkung von auftauchenden Gefühlen, von Nervosität und Ängsten, die man seinem Gegenüber nicht zeigen möchte.

Yoga-Asanas und Pranayama

Ist unsere Energie im freien Fluss und haben wir den Mut ungeniert und ungehemmt unsere natürlichen Gefühle zu zeigen, dann bedarf es keiner Ersatz- oder Übersprungshandlung. Rauchen, das ja gerade eine signifikant verstopfende Wirkung hat, kann ganz offensichtlich nicht die Lösung sein. Yoga-Asanas und Pranayama geben dem Menschen wieder seine ursprüngliche Lebendigkeit mit allen ihren emotionalen Äußerungsmöglichkeiten zurück. Pranayama besitzt eine tief reinigende und regenerierende Wirkung, sowohl körperlich wie auch psychisch und geistig. Asanas verbessern die Durchblutung, vitalisieren und harmonisieren auf körperlicher und energetischer Ebene. Yoga stärkt sowohl den Willen zu Unabhängigkeit und Selbstbestimmung wie die innere Freude und die Liebe zum Leben.

© 2020 Text: Bhajan Noam

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

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Tags: Atemorgane, Aufklärung, Bhajan_Noam, Energie, Flimmerepitel, Herz, Leben, Liebe, Lunge, Lymphknoten, Mehr...Lymphsystem, Pranayama, Rauchen, Unabhängigkeit, Yoga, Yoga-Asamas

Kommentar von Daniel am 1. Januar 2021 um 3:51pm
Hast Du auch gute Tipps wie man die Sucht überwinden kann? Nach 25 Jahren rauchen ist das nicht ganz so einfach, für mich fühlt es sich nicht nur so an, als müsste ich im Kopf einen Schalter umlegen, der Körper meldet sich auch. Und was mache ich wenn der Appetit kommt, 1h kann ich mich selbst ablenken, aber dann siegt doch der Teufel auf der Schulter.
Kommentar von Bhajan Noam am 2. Januar 2021 um 1:31am

Lieber Daniel, ich habe noch nie geraucht (außer einer ersten Versuchszigarette, die einfach zu scheußlich war, um beim Rauchen zu bleiben). Deshalb kann ich dir aus eigenem Erleben nichts über das Abgewöhnen sagen.

Osho hat einem seiner Schüler eine weise und ausführliche Antwort dazu gegeben, die ich dir hier kopiere.

Frage des Schülers:

Ich bin Kettenraucher und kann diese Gewohnheit nicht aufgeben, obwohl ich mir große Mühe gegeben habe. Ist rauchen Sünde?

Oshos Antwort:

Mach aus einer Mücke keinen Elefanten – fromme Leute haben großes Talent dazu. Nun, was tust du wirklich, wenn du rauchst? Du ziehst etwas Rauch in deine Lunge und atmest ihn wieder aus. Das ist eine Art pranayama, dreckig, schmutzig, aber immerhin pranayama! Auf eine dumme Weise machst du Yoga. Es ist keine Sünde, es ist dumm, aber es ist keine Sünde, ganz bestimmt nicht.

Es gibt nur eine Sünde, und das ist Unachtsamkeit, und es gibt nur eine Tugend, und das ist Bewusstheit.

Mach, was immer du möchtest, aber bleibe Zeuge, dadurch wird die Qualität deiner Handlung sofort transformiert.

Ich werde dir nicht erzählen, dass du aufhören sollst zu rauchen, das hast du versucht. Viele so genannte Heilige müssen dir schon erzählt haben, dass du aufhören sollst zu rauchen: Weil du in die Hölle kommst, wenn du rauchst. Gott ist nicht so dumm wie deine Heiligen; jemanden in die Hölle zu werfen, nur weil er Zigaretten raucht, ist nicht nötig.

Weintraub ging eines Morgens in ein Restaurant und bestellte Eier mit Speck. Er war orthodoxer Jude und seine Frau führte einen koscheren Haushalt, doch Weinraub hatte auf einmal das Bedürfnis danach.

Als Weintraub das Restaurant verließ, stoppte er an der Tür, erstarrt vor Schreck. Der Himmel war voller schwarzer Wolken, es blitzte und die Erde erbebte vom Donner.

Nun stell dir das vor! rief er aus, So ein Theater wegen einem kleinen Stückchen Speck!

Rauch ist ungesund, unhygienisch, aber es ist keine Sünde. Nur wenn du es unachtsam machst, wird es zur Sünde. Die Sünde ist nicht das Rauchen, sondern die Unachtsamkeit.

Lass mich diese Sache betonen. Du kannst dein Gebet jeden Tag unachtsam machen, dann ist dein Gebet eine Sünde. Du kannst nach deinem Gebet süchtig werden; wenn du es einmal auslässt, hast du den ganzen Tag das Gefühl, dass etwas schief gelaufen ist, das etwas fehlt ... eine Lücke. Mit Rauchen und Trinken ist es genau so, es gibt da keinen Unterschied. Dein Gebet ist eine mechanische Gewohnheit geworden, es ist Herr über dich geworden. Es beherrscht dich, du bist nur sein Diener, sein Sklave. Wenn du es nicht machst, zwingt es dich, es zu tun.

Also geht es nicht ums Rauchen. Du kannst deine Transzendentale Meditation regelmäßig jeden Tag machen, und es kann das Gleiche sein. Wenn du sie mit Unachtsamkeit machst, mechanisch, wenn sie eine feste Routine geworden ist, eine Gewohnheit, wenn du Opfer dieser Gewohnheit geworden bist und du sie nicht lassen kannst, dann bist du nicht mehr Herr deiner selbst. Und das ist Sünde. Aber dass es eine Sünde ist, liegt an deiner Unachtsamkeit, nicht an der Tatsache an sich.

Keine Handlung ist tugendhaft, keine Handlung ist eine Sünde. Es hängt alles davon ab, mit welcher Bewusstheit sie ausgeführt wird.

Du sagst: Ich kann das Kettenrauchen nicht lassen. Ich bin weniger daran interssiert, ob du kettenrauchst, ich bin mehr an deiner Gewohneit interessiert. Jede Gewohnheit kann zur Macht werden, und alles, was Macht über dich ausübt, ist Sünde. Man sollte mehr in Freiheit leben, man sollte fähig sein, seine Handlungen aktuellen Situationen anzupassen und sich nicht von Gewohnheiten bestimmen lassen.

Das Leben ist ständig im Wandel, es ist immer im Fluss, und Gewohnheiten sind starr.

Je stärker du nach Gewohnheiten lebst, desto mehr bleibst du für das Leben verschlossen.

Du bist nicht offen, du hast keine Fenster. Du hast überhaupt keine Zwiesprache mit dem Leben, du wiederholst einfach nur deine Gewohnheiten. Und sie passen nicht richtig, sie sind keine Antwort auf diese Situation, auf diesen Moment. Sie hinken immmer hinterher und greifen zu kurz. Darum scheitert dein Leben.

Vergiss nicht: Ich bin gegen jede Gewohnheit, ob gut oder schlecht, das ist nicht der Punkt. Es gibt keine gute Gewohnheit als solche und es gibt keine schlechte Gewohnheit als solche.

Gewohnheiten sind alle schlecht, weil Gewohnheiten zeigen, dass Unachtsamkeit dein Leben dominiert, deine Entscheidungen bestimmt.

Nicht du bist es, der entscheidet, deine Entscheidung entspringt nicht deiner Bewusstheit, sondern einem Muster, einer Struktur, die du in deiner Vergangenheit gelernt hast.

Ich habe viele reiche Leute ein armes Leben leben sehen. Ihre Gewohneiten hatten sich verfestigt, bevor sie reich geworden waren, ihre Gewohnheiten verfestigten sich, als sie arm waren. Deshalb kannst du soviel Geiz bei reichen Leuten finden, er wurde zur Gewohnheit, als sie noch arm waren.

Einer der reichsten Männer der Welt – nicht einer der reichsten, sondern der reichste Mann der Welt, wie gesagt wird – war der Nizam von Hyderabad. Seine Diamantensammlung war die größte der Welt, denn ihm gehörten die Diamanten-Minen von Golconda, die größten Diamanten-Minen der Welt. Der Kohinoor kommt aus Golconda, er war einst im Besitz von Nizam. Er hatte so viele Diamanten, dass es heißt, es sei nicht möglich gewesen, den genauen Wert seiner Sammlung zu schätzen. Tausende und Abertausende von Diamanten,– sie wurden nicht gezählt, sie wurden gewogen!

Doch er war einer der geizigsten Männer der Welt. Dreizehn Jahre lang benutzte er nur eine einzige Tasse. Die stank schon, aber er wollte sie nicht austauschen. Sein ganzes Lebens trug er immer denselben Mantel, und er gab ihn nicht in die Wäsche, weil er Angst hatte, er würde zerrissen. Er war so geizig, ihr könnt euch nicht vorstellen, dass er halb gerauchte Zigaretten aus den Aschenbechern seiner Gäste aufsammelte und sie rauchte. Der reichste Mann der Welt raucht Zigarettenstummel von anderen Leuten! Wenn ein Gast weggegangen war, durchsuchte er als erstes die Aschenbecher und sammelte die Zigarettenstummel ein.

Als er starb, wurde sein größter Diamant in seinem schmutzigen Schuh gefunden. Er hatte ihn in einem Schuh versteckt! Vielleicht steckte eine Idee dahinter, dass er ihn mit hinüber in die andere Welt nehmen könnte. Vielleicht hatte er Angst: „Wenn ich gestorben bin, könnten Leute ihn stehlen.“ Es war der größte Diamant, er benutze ihn als Briefbeschwerer auf seinem Tisch. Bevor er starb, muss er ihn in seinen Schuh gesteckt haben.

Ich habe gehört, dass alte Gewohnheiten selbst in dem Moment, in dem man stirbt, einrasten und man ihnen nachgibt.

Ob du rauchst oder nicht, das ist nicht so wichtig. Vielleicht stirbst du etwas eher, wenn du weiter rauchst. Aber was soll's? Die Welt ist so überbevölkert, du wirst ihr etwas Gutes tun, wenn du etwas eher stirbst. Vielleicht bekommst du Tuberkulose, was soll's? Tuberkulose ist heutzutage fast so etwas wie eine gewöhnliche Erkältung. Tatsächlich gibt es für die gewöhnliche Erkältung keine Behandlung, für Tuberkulose gibt es eine. Ich weiß das, weil ich eine gewöhnliche Erkältung habe, man kann von Glück reden, wenn man Tuberkulose hat.

Es ist also möglich, dass du zwei Jahre früher stirbst, es kann auch sein, dass du Tuberkulose bekommst, aber eine Sünde ist es nicht. Mach dir darüber keine Sorgen. Wenn du wirklich in deinem Leben etwas ändern willst, nützt es nichts, aufzuhören zu rauchen. Ich kenne Leute, die aufgehört haben und jetzt stattdessen Kaugummi kauen. Das ist derselbe alte Blödsinn! Oder wenn sie Inder sind, fangen sie an, pan zu kauen; es ist alles dasselbe. Du wirst das eine oder das andere machen. Dein Unbewusstes wird nach einer Aktivität verlangen, nach einer Beschäftigung. Es ist Beschäftigung. Und Rauchen ist nur ein Symptom, es ist nicht das wirkliche Problem. Es ist nicht die Wurzel des Problems.

Hast du es nicht beobachtet? Immer wenn du dich emotional verstört fühlst, fängst du sofort an zu rauchen. Es verschafft dir eine Art Erleichterung, du bist beschäftigt. Dein Verstand ist von dem emotionalen Problem abgelenkt. Immer wenn Leute angespannt sind, rauchen sie. Das Problem ist Anspannung, emotionale Störung, das Problem ist irgendwo anders; Rauchen ist nur eine Beschäftigung. Du verwickelst dich darin, den Rauch einzuatmen und wieder auszustoßen, und du vergisst dein Problem währenddessen, denn dein Verstand kann nicht an zwei Dinge gleichzeitig denken, vergiss das nicht. Es ist etwas Grundsätzliches, dass der Verstand nur an eine Sache auf einmal denken kann, er ist eindimensional. Wenn du alo rauchst und ans Rauchen denkst, bist du von allen anderen Ängsten abgelenkt.

Das ist das ganze Geheimnis der sogenannten spirituellen Mantras: Sie sind nichts anderes als Ablenkung, so wie Rauchen. Du wiederholst Om, Om, Om, oder Ram, Ram, Ram, oder Allah, Allah, Allah, das hält deinen Verstand beschäftigt. Und alle Leute, die Mantras lehren, sagen: Wiederhole sie so schnell wie möglich, so dass zwischen zwei Wiederholungen nicht die geringste Lücke ist. Lass sie sich überlappen RamRamRam, lass zwischen zwei Rams keine Lücke, sonst kommen die Gedanken dazwischen. Und wiederhole das wie verrückt.

Ja, es wird dir eine gewisse Erleichterung verschaffen, dieselbe Erleichterung, die du durch Rauchen erzielst, weil dein Verstand von allen Ängsten und von der Welt abgelenkt ist. Du wirst die Welt vergessen, es ist ein Trick. Alle Mantras sind Tricks, aber sie sind spirituell. Kettenrauchen ist auch ein Mantra, es ist ein weltliches Mantra, du kannst es nicht-religiös nennen, weltlich.

Das wirkliche Problem ist die Gewohnheit.

Du sagst: Ich habe schon oft angestrengt versucht, aufzuhören....

Du hast nicht versucht, dir dessen bewusst zu sein; ohne den Versuch, dir die Gewohnheit bewusst zu machen, hast du versucht aufzuhören. Das ist nicht möglich. Es wird wiederkommen, denn dein Bewusstsein ist gleich geblieben, seine Probleme sind dieselben, seine Ängste, seine Spannungen, seine Qualen sind alle dieselben. Und was wirst du machen, wenn diese Ängste auftauchen? Du wirst sofort und automatisch nach deinen Zigaretten suchen.

Du hast es wahrscheinlich wieder und wieder versucht, und du hast wieder und wieder versagt. Nicht weil Rauchen so ein besonderes Ding ist, sondern weil du es von der falschen Seite aus angegangen bist. Ohne dir die gesamte Situation bewusst zu machen, vor allem warum du rauchst. Ohne dir den gesamten Vorgang des Rauchens bewusst zu machen, hast du einfach nur versucht, damit aufzuhören. Das ist so, als würdest du einem Baum die Blätter abrupfen, ohne seine Wurzeln auszugraben. Mein ganzes Bestreben hier ist, die Wurzeln auszugraben und nicht die Blätter abzurupfen.

Wenn du die Blätter und die Zweige stutzt, wird der Baum dicker, wird das Laubwerk dichter. Du wirst den Baum damit nicht zerstören, tatsächlich wirst du ihn damit unterstützen. Wenn du wirklich aufhören willst, musst du tiefer schauen, nicht nur auf die Symptome achten, sondern auf die Wurzeln. Wo liegen die Wurzeln?

Du scheinst eine tief angstbesetzte Person zu sein, ansonsten ist Kettenrauchen unmöglich, Kettenrauchen ist nur ein Nebenprodukt. Du musst dir über tausenundeine Störung in deinem Inneren Gedanken machen, du scheinst solch einen Berg Sorgen auf deinem Herzen und auf deiner Brust zu tragen, dass du nicht weißt, wie du sie vergessen solltst. Du weißt nicht, wie du sie fallen lassen kannst; Rauchen hilft dir wenigstens, sie zu vergessen.

Du sagst: Ich habe es angestrengt versucht...

Jetzt muss eine Sache verstanden werden. Die Hypnose hat ein grundlegendes Gesetz entdeckt, sie nennt es das Gesetz der Umkehrung. Wenn du etwas angestrengt versuchst, ohne seine Ursachen zu verstehen, wird das Gegenteil dabei herauskommen.

Es ist so, wie wenn du Fahrrad fahren lernst. Du bist auf einer ruhigen Straße, früh am Morgen, es gibt keinen Verkehr, und du siehst einen roten Meilenstein am Straßenrand, er steht einfach da wie Hanuman. Eine zwei Meter breite Straße und nur ein kleiner Meilenstein, und du bekommst Angst, dass du ihn streifst, dass du ihn anfährst. Du hast die zwei Meter breite Sraße vergessen. Tatsächlich hättest du nur geringe Chancen, ihn zu streifen, in ihn hineinzukrachen, selbst wenn du blind führest, aber mit offenen Augen hast du die Straße vergessen, du bist fixiert. In erster Linie fixiert dich das Rot. Und du wirst ganz ängstlich, du möchtest ihm ausweichen. Du hast dein Fahrrad vergessen, du hast alles vergessen. Das einzige Problem für dich ist, diesem Stein auszuweichen, du könntest in ihn hineinkrachen und dich verletzen.

Jetzt wird der Zusammenstoß unvermeidlich; du musst einfach mit ihm zusammenstoßen. Und dann bist du überrascht: Ich habe es angestrengt versucht.... Tatsächlich ist es passiert, weil du es angestrengt versucht hast. Und je näher du kommst, desto angestrengter versuchst du, ihm auszuweichen. Aber je angestrengter du das versuchst, desto mehr bist du auf ihn fixiert. Er wird zu einer hypnotisierenden Kraft, er hypnotisiert dich. Er wird zu einem Magnet.

Das ist ein grundsätzliches Gesetz des Lebens. Viele Leute versuchen, vieles zu vermeiden, aber sie geraten in dieselben Dinge hinein. Versuch etwas unter großer Anstrengung zu vermeiden, und du gerätst unweigerlich in dasselbe Ding hinein. Du kannst es nicht vermeiden, so geht das nicht.

Entspanne dich, streng dich nicht an. Entspannung macht dich bewusst, nicht Anstrengung. Werde ruhig, friedlich und still.

Ich schlage vor, dass du so viel rauchst, wie du willst. In erster Linie: Es ist keine Sünde, ich garantiere es dir,– ich übernehme dafür die Verantwortung, ich nehme die Sünde auf mich. Wenn du Gott am Jüngsten Tag triffst, kannst du ihm sagen, dass dieser Kerl da verantworlich ist. Und ich werde als Zeuge da sein, dass du nicht verantwortlich bist. Mach dir keine Sorgen, es sei Sünde. Entspanne dich und versuch nicht mit Hilfe von Anstrengung aufzuhören, das geht nicht.

Zen glaubt an müheloses Verstehen. Mein Vorschlag ist daher: Rauche so viel du willst,– aber rauche meditativ.

Wenn Zen-Leute meditativ Tee trinken können, warum sollst du dann nicht meditativ rauchen können? Tatsächlich enthält Tee dieselben Stimulantien wie Zigaretten, es sind dieselben Stinulantien, es gibt da keinen großen Unterschied. Rauche meditativ, sehr religiös. Mach eine Zeremonie daraus. Versuch es auf meine Weise.

Richte in deinem Haus eine kleine Raucherecke ein, einen kleinen Tempel, den du dem Rauchergott weihst. Verbeuge dich zuerst vor deinem Zigarettenpäckchen. Unterhalte dich etwas mit deinen Zigaretten. „Wie geht es euch?“ Und dann nimm ganz langsam eine Zigarette heraus,– ganz langsam, so langsam, wie du kannst, denn nur, wenn du es ganz langsam machst, bist du achtsam. Mach es nicht so mechanisch wie immer. Klopf die Zigarette dann auf das Päckchen, ganz langsam und so lange du willst. Es gibt sowieso keine Eile. Nimm dann das Feuerzeug und verbeuge dich vor ihm. Es handelt sich hier um große Götter, Gottheiten. Feuer ist ein Gott, warum also nicht das Feuerzeug?

Fang dann an, ganz langsam zu rauchen, so wie in Vipassana. Mach es nicht wie pranayama, schnell, heftig und tief, sondern ganz langsam. Buddha sagt: Atme natürlich. Du rauchst also natürlich: ganz langsam, keine Eile. Wenn du meinst, es sei Sünde, dann beeilst du dich, dann möchtest du so schnell wie möglich damit fertig werden. Wenn es Sünde ist, willst du es nicht sehen. Du liest Zeitung und rauchst dabei weiter. Wer will sich seine Sünden ansehen? Aber es ist keine Sünde, also beobachte es, beobachte all deine Handlungen.

Teil deine Handlungen in kleine Abschnitte ein, damit du sie sehr langsam ausführen kannst. Und du wirst überrascht sein, indem du dein Rauchen beobachtest, wird es ganz langsam immer weniger. Und plötzlich, eines Tages ist es verschwunden. Du hast dich nicht angestrengt, damit aufzuhören, es ist plötzlich von selbst von dir abgefallen, denn indem du dir eines toten Musters, einer Routine, einer mechanischen Gewohnheit bewusst geworden bist, hast du eine neue Energie in dir geschaffen und freigesetzt, die Energie von Bewusstheit. Nur diese Energie kann dir helfen, etwas anderes wird dir niemals helfen.

Das gilt nicht nur fürs Rauchen, das gilt für alles im Leben: Streng dich nicht zu sehr an, dich zu verändern, das hinterlässt Narben.

Selbst wenn du dich veränderst, wird das oberflächlich bleiben. Und du wirst irgendwo einen Ersatz finden, du musst einen Ersatz finden, sonst fühlst du dich leer.

Wenn sich etwas von selbst auflöst, weil du dir ganz still seiner Dummheit bewusst geworden bist, so dass keine Anstrengung nötig war, wenn etwas einfach von dir abfällt wie ein totes Blatt von einem Baum, hinterlässt das keine Narben und kein Ego.

Wenn du etwas unter großer Anstrengung aufgibst, verschafft dir das ein dickes Ego. Du denkst: Jetzt bin ich ein sehr tugendhafter Mensch, weil ich nicht mehr rauche. Wenn du glaubst, dass Rauchen Sünde ist, hältst du dich natürlich, selbstverständlich, für einen sehr tugendhaften Menschen, wenn du damit aufgehört hast.

So sind eure tugendhaften Leute. Einer raucht nicht, ein anderer trinkt nicht, jemand isst nur einmal am Tag, jemand isst nicht in der Nacht, jemand hat sogar aufgehört, in der Nacht Wasser zu trinken, und alle sind große Heilige! Das sind alles heilige Qualitäten, großartige Tugenden! Wir haben Religion so dumm gemacht, sie hat all ihren Glanz verloren. Sie ist so dumm geworden, wie die Menschen sind. Aber alles hängt von deiner Einstellung ab: Wenn du glaubst, etwas ist Sünde, dann ist Tugend genau das Gegenteil.

Ich betone noch einmal: Nicht zu rauchen ist keine Tugend, Rauchen ist keine Sünde; Bewusstheit ist eine Tugend, Nicht-Bewusstheit ist Sünde. Und dieses Gesetz gilt für alles in deinem Leben.

Osho, Ah, This!

Kommentar von Garuda am 6. Januar 2021 um 9:17am
Ich habe 10-15 Jahre lang intensiv geraucht, mir dabei jedoch immer wieder gesagt: wenn du es willst, kannst du sofort aufhören. Dann kam eine Magen-OP und das Geschwür welches dabei beseitigt wurde kam vom Rauchen, wie ich anhand von Schmerzen feststellen konnte, die nach dem Verschlucken von Nikotin-getränktem Speichel entstanden.
Darum hörte ich 1992 auf zu rauchen und das war sehr gut! Mein Körper ist in der Hinsicht regeneriert.
Danke Bhajan.
Alles Liebe
Garuda
Om Namo Narayanaya

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