Vishada

Vishada heißt Enttäuschung, Verzweiflung, Niedergeschlagenheit, vollständige Aufgelöstheit. Vishada ist der Zustand, den Arjuna im ersten Kapitel der Bhagavad Gita hatte. Es gibt sogar einen Vishada Yoga. Das erste Kapitel der Bhagavad Gita nennt sich Arjuna Vishada Yoga, das heißt, der Yoga der Verzweiflung von Arjuna. Vishada ist ja zunächst mal etwas Schlechtes, oder kaum jemand will in Verzweiflung, Niedergeschlagenheit, vollkommener Aufgelöstheit sein.

Aber manchmal ist eben Vishada auch etwas Gutes. Viele Menschen kommen auf den spirituellen Weg aus einem Vishada heraus, aus einem Zustand der Aufgelöstheit, der Verzweiflung, des vollkommenen Durcheinandergeraten-Sein. Und sich einem solchen Zustand zu stellen und diesen Zustand anzuerkennen und in diesem Zustand tiefere Fragen zu stellen, ist auch ein Yoga. Es ist etwas Schönes, dass auch Vishada ein Yoga sein kann. Wenn du also jemals in Verzweiflung bist, in Aufgelöstheit, nicht weiter weißt, mache dir bewusst, wie es in der Bhagavad Gita heißt, darin liegt auch ein Yoga.

Manchmal muss das Leben durcheinander geraten, manchmal musst du aus einer Bequemlichkeit herauskommen, manchmal muss dein ganzes Leben auf den Kopf gestellt werden, manchmal musst du in Vishada sein, wo du nicht ein noch aus, weder vor noch zurück weißt. Und dann daraus kann dann tiefe spirituelle Erweckung entstehen. Also, Vishada, nochmal in seinen Bedeutungen, heißt Enttäuschung, Trauer, kann auch heißen, Abkehr, Reue, Gewissensbisse. Aus Vishada kann aber auch die Erkenntnis sein, dass die Sinnesvergnügungen nicht weiterhelfen. Aus Vishada kommt dann die Suche nach etwas Tiefergehendem, nach etwas dauerhaft Zufriedenstellendem.

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