Ein aktuelles Thema: Religion und Humor

Anekdote von Hamed Abdel-Samaddeutsch-ägyptische Schriftsteller und Politologe

Vor vielen Jahren war ich noch ein sehr gläubiger Muslim. Ich war befreundet mit einem deutschen Theologie-Studenten in Augsburg, der Religionslehrer werden wollte. Er hat mir folgenden Witz erzählt: 

Ein Metzger aus Bayern kommt in den Himmel. Petrus stoppt ihn an der Pforte und durchsucht seine Tasche. Er entdeckt darin eine Weißwurst und fragt erstaunt: Was ist denn das? Das ist meine Nahrung, ich kann ohne sie nicht leben, antwortete der Bayer. Petrus weigert ihm den Eintritt bis er in Erfahrung bringt, was das sei. Petrus fragt Jesus ob er dieses längliche Zeug identifizieren kann. “Nein, Petrus, frag doch meine Mutter. Sie war häufiger auf dem Markt als ich”. Petrus fragt Maria ob sie dieses Ding kennt. Sie nimmt’s in die Hand und tastet daran vorsichtig. “Gesehen habe ich es nicht, aber irgendwie fühlt es sich an wie der Heilige Geist!” sagte Maria. 

Ich war schockiert als ich den Witz hörte. Wie kann ein gläubiger Christ, der auch noch Religionslehrer werden wollte, so einen Witz über die heiligsten Figuren des Christentums machen? Und wenn er so sarkastisch mit seiner eigenen Religion umgeht, wie würde er dann mit meiner umgehen?

Ich habe ihn danach gemieden. Ich hatte Angst vor dem Einfluss der Freiheit auf mich, verbarrikadierte mich hinter meinem Glauben und wurde immer radikaler! 

Lange Rede, kurzer Sinn:

Satire ist eine wunderbare Sache. Sie greift Ängste an, die man gerne verstecken will. Sie reißt die Masken von alten und neuen Mythen herunter, relativiert Götter und Kultfiguren, und somit befreit sie uns. Deshalb sind Diktatoren wahnsinnig humorlos und reagieren mit Gewalt auf Satire! Denn unsere Angst ist ihre Herrlichkeit!

Heute bin ich nachträglich für jeden dankbar, der mich früher durch Satire oder Kritik am Islam provoziert hatte. Heute kann ich über alles lachen, was humorvoll ist. Heute verstehe ich den alten Freund aus Augsburg: Erst die Freiheit macht es möglich, dass man gläubig sein kann und trotzdem über seine Religion lacht!

(Quelle: Handelsblatt)

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  • miramuun

    Um der Wahrheit genüge zu tun.

    Ravidas. Du setzt hier vermehrt Unwahrheiten in die Welt. Das eine ist : wenn du eine andere Meinung zu einer meiner Postings hast ist das vollkommen in Ordnung. Wir befinden uns in einem Austausch.

    Das andere. Wenn du dich in einer von dir selbstkontruierten Vorstellung befindest und anfängst mir bestimmte Dinge zu unterstellen ist das nicht in Ordnung.

    Ich bin weder ein Internet-Troll, noch „Advocatus Diabolie“, ich bin kein Mann, und besitze keine Bauchtrommel, meine Kontakte/Freunde gehen dich nichts an. Ebenso die Anspielung auf einen Partner. Ich bin in keinem anderen Forum, nicht bei Face-Book, Twitter oder sonstwo und ausschließlich in der YV-Community und ausschließlich unter „miramuun“ und mangels „geeigneten“ Foto bzw. schlechter Qualiät des Bildes durchs Scannen, und mangels Foto-Handy dgl. mit einem, wie ich finde, schönen Icon vertreten. Du verrennst dich immer mehr in ein Gedanken-Konstrukt.

    Hinter den Rücken anderer verfasst du e-mails in denen du über andere herziehst und sie anschwärzt.

    Du bist es, der hier unter mehreren Namen unterwegs ist, der Internet-Troll, und mich (vor allen) und andere permanent anmacht, wohlwissend dass du es selbst bist, der Kraft seines „Amtes“ hier am Drücker sitzt. Wenn es brenzlig für dich werden sollte, wechselst du einfach dein Pseudonym. Eckst du als der eine an, tauchst du an anderer Stelle wieder auf.

    Unter anderem bist du als Yeti, EggeYeti, Jutta Hebbedanz, LaoHu, Ravidas, Ravidachs, El Cimarron, Eduard und was weiß ich noch wer unterwegs. Besonders die ersten drei, unter diesen Pseudos greifst du permanent höchst aggressiv an. Zudem erweckst du damit den Eindruck, dass viele Personen gegen mich bzw. meine Beiträge gehen.

    Du hast Zugriff auf meine Diskussionen und Blogs, was du mißbräuchlich benutzt, indem du z.B.
    meinen Diskussionstitel „Ihr habt nichts begriffen“ kurzerhand in „Ich habe nichts begriffen“ umgeändert hast. Erst auf meine Anfrage hin, hast du es wieder geändert.

    Dann blockst du deine e-mails um nachher zu behaupten, aus Angst vor Schmerz, den ich dir aber gar nicht zugefügt habe. Du erschaffst ein negatives Bild von mir und erschaffst damit den Eindruck, dass ich persönlich gegen dich etwas habe, was aber völlig gegenteilig zu meinen Empfindungen steht. Denn ich kann sehr wohl zwischen Mensch und seinem Tun unterscheiden.

    Du hast meine Seite, mein Profil gelöscht, weil dir im Gandhi-Posting persönlich etwas gegen den Strich ging. Mein Profil war komplett gelöscht, nach Wiederherstellung blieben sämtliche Blogbeiträge, die ich über mehrere Jahre verfasst habe, gelöscht. Auch die Kommentare in den Blogbeiträgen. Von mir begonnene Diskussionen wurden mitgelöscht, meine Gruppen, Videos, Fotos, Kommentare von anderen auf meiner Profilseite. Eine Herstellung war nicht mehr möglich. Nur die Kommentare bei von anderen geführten Diskussionen konnten wiederhergestellt werden.

    Es ist nicht mehr zu ändern, und ich finde es sehr schade, denn ich glaube, dass sehr konstruktive Beiträge dabei waren. Vom Zeitaufwand ganz abgesehen. Viele dieser Beiträge habe ich nicht gespeichert, meist direkt in die Kommentarleiste geschrieben. Nach abschicken des Kommentars sind sie „weg“. Einige habe ich noch, und werde sie nach und nach wieder hier einsetzen. Und ich habe dir keine Vorhaltungen oder ähnliches deswegen gemacht.

    Desweiteren besitzt du Zugriff auf meinen e-mail Account und liest persönliche Daten heraus und verwendest sie, um dein Gedanken-Konstrukt weiter aufzubauen und gegen mich zu verwenden.

    Ravidas als Jutta Hebbedanz jetzt Egge-Yogi in der Funktion als Geburtstaggrüßer hast du unter Jutta Hebbedanz den Geburtstagskindern gratuliert. Du bist Mitarbeiter von Yoga-Vidya. Ein Yogi.

    Von meiner Seite aus habe ich dir genug Gelegenheit gegeben mit diesen persönlichen Angriffen gegen mich aufzuhören, und ich dachte auch, dass du es ehrlich meinst mit dem „bereuen“, dass du mir -ohne meine Zutun- angetragen hast. Dieses angebliche „bereuen“ sehe ich aber in keinster Weise. Im Gegenteil.

    Den Weg des Veröffentlichen hier, wähle ich, weil das Hintenherum überhand nimmt und zu vielen unnötigen Auseinandersetzungen und Missverständnissen führt.

    Im Zeichen der Waage geboren, suche ich einen Ausgleich der Kräfte, mein Ansinnen ist es nicht zu streiten. Ein Gleichgewicht herzustellen unter den in ungleichgewicht geratenen Kräften, ich zeige einfach eine andere Sichtweise auf. Möchte anregen, eine etwas andere Sichtweise zuzulassen oder einzuznehmen und die Dinge aus einem etwas anderen Blickwinkel zu betrachten. Bleibt jeden selbst überlassen, wie er damit und mit mir umgeht.

    aum
    miramuun

    Ursula Wiedemann

  • Cornelia

    Hallo Miramuun oder Ursula,

    ... wie ich Dich lieber nennen möchte, wenn ich darf?! Ich finde es angenehm, nun den Eindruck eines Gesichtes und einer konkreten Persone zu haben, wenn ich mich an Dich wende.

    Ich möchte abschließend noch einmal auf Deinen an mich gerichteten Eintrag von Samstag zurückkommen:

    Du schreibst: "Cornelia, was veranlasst dich eigentlich zu glauben, dass ich wütend, empört, zornig bin, oder mich verletzt fühle... "
    Meine Antwort: Mein Begriffs- und Sprachverständnis gibt mir den Eindruck, dass Du in Deiner Ablehung von "dreckigen Witzen" und anderen von Dir als unpassend und verletztend bezeichneten Witzen einige Energie hast, die keine positive ist. Daher schließe ich daraus, dass Du negativ betroffen bist was ich als Verletztheit und Zorn interpretiere.

    Du schreibst: "... das alles sind nicht meine Emotionen, das sind eure Emotionen und Interpretationen... und überhaupt..."
    Meine Antwort: Hmmm. Das kann ich ehrlich gesagt kaum glauben, dass Du keine negativen Emotionen hast, die Du hier schreibender Weise äußerst. Was willst Du sagen mit:"... und überhaupt ..."?

    Du schreibst: "...wenn ihr nicht mit der Kirche und den Menschen klar kommt ...ist das euer Problem... und macht bitte nicht eure Probleme zu meinen..."
    Meine Antwort: Ich weiß nicht genau, wenn Du da in der Mehrzahl ansprichst. Ich vermute, alle, deren Verständnis von Witzen Du nicht billigst. Wenn ich diese Aussage mal auf mich beziehe, dann kann ich sagen: Ja, ich habe ein massives Problem mit der katholischen Kirche und bin daher schon vor mehreren Jahren ausgetreten. Aber: Diese Frage hat ja nichts mit der Auseinandersetzung über Witze zu tun und so verstehe ich gar nicht, wieso Du das Theme hier anschneidest. Genauso geht es mir mit dem zweiten Teil des Satzes. Wie kommst Du darauf, dass ich/wir nicht mit Menschen klar kommen? Woher nimmst Du diese Interpretation? Und was meine Person angeht, möchte ich diese Aussage differenzieren. Es gibt Menschen, mit denen ich klarkomme und solche, mit denen mir das nicht gelingt. Hier in diesem Forum bewegt mich vor allem ein friedlicher Umgang, auch bei kontroversen Themen und ein bewusster Umgang mit Sprache, weil sie hier das Trägermedium ist.

    Du schreibst: "Für meinen Teil, werde ich mich immer dafür einsetzen, an was ich glaube. An eine Welt voll Liebe, Mitgefühl und Verständnis, selbst wenn das nicht immer so aussieht. Selbst der größte Verbrecher hat Platz in meinem Herzen... wer das versteht..."
    Meine Antwort: Das ist schön! Da bewegt uns das gleiche Bedürfnis. Allerdings weiß ich nicht, ob ich genug Toleranz aufbringe, um auch den größten Verbrecher in mein Herz zu lassen. Gerade jetzt um den Jahrestag der Befreiung der KZs habe ich Reportagen im TV gesehen, etwa über den Umbau des KZ Flossenbürg zur Gedenkstätte. Mich packt da ein hilfloser Zorn und eine wutige Trauer, wenn ich von den Untaten höre, die dort geschehen sind. Ich mag durchaus diese Seelen Gott empfehlen, aber mein Herz öffne ich denen nicht.

    Du schreibst: "Ihr könnt weiterhin euren Humor pflegen, ich bin doch keine Bedrohung für euch oder ihn ,-) ... OM".
    Meine Antwort: Ja, genau! Ich behalte meinen Humor. Ich lass mich auch gerne darauf hinweisen, wenn er verrutscht. Aber, ich habe es auch schon geschrieben: Ich finde, jeder hat das Recht auf Verarschung; Juden, Moslems, Christen, Behinderte, Normale, Schwule und Heteros und ich auch. Ich bin da eher robust. Wie why not weiter oben geschrieben hat: Krasse Witze sind eine Erleichterung und Befreiung aus der Sprachlosigkeit und Schreckstarre des Entsetzens. Ich vermute, dass die jüdische Kultur daher so einen mal derben, mal feinsinnigen Humor kennt. Er hilft beim Überleben! Ich empfinde Dich nicht als Bedrohung, wie Du hier zu vermuten scheinst. Ich mag aber auch nicht in einem Gouvernanten-Ton angeranzt werden, selbst dann nicht, wenn mir mal ein Witz verruscht. Ein freundlicher Hinweis auf Augenhöhe erhöht garantiert meine Bereitschaft, mich auf Kritik einzulassen.

    Und weil es so schon zeigt, wie nah man beim Witze-Machen seinem Gott sein kann - dieser hier: " Golf am Sabbat

    Der Rabbi von Chicago ist ein passionierter Golfspieler. Leider regnet es die ganze Woche lang ununterbrochen, und so kann er kein Golf spielen. Doch dann, an einem Sabbat-Morgen: Wunderschönes Wetter!
    Da Menschen jüdischen Glaubens am Sabbat weder arbeiten, noch sich irgendwie sportlich betätigen dürfen, steckt der Rabbi in einer verzwickten Lage.
    Er stellt sich die Frage: "Gott oder Golf?".
    Er schaut nochmals aus dem Fenster: Der Rasen glänzt und kein Wind... Einfach perfektes Golf-Wetter.
    Fünf Minuten später steht er auf dem Golfplatz, natürlich getarnt, und zielt auf das Loch. Im Himmel derweil rennt Jesus zu Gott und fragt ihn: "Gott! Siehst Du das?!? Das darf er doch nicht! Du musst ihn bestrafen!"
    "Keine Sorge Jesus, er wird jetzt seine Bestrafung erhalten." Der Rabbi nimmt Schwung und ... HOLE IN ONE!!!
    Jesus ist entsetzt: "Gott, hast Du das gesehen! Und wo liegt da denn die Bestrafung?"
    Gott: "Jaja... Und wem soll er das jetzt erzählen?"

    Herzliche Grüße und Om Shanti!
    Cornelia

  • Bhajan Noam

     ;-) Ein lustiger Witz, aber weder ein jüdischer noch ein christlicher. Für Juden gibt es keinen Jesus als Messias, und Christen (wie schon Jesus selbst: Markus Evangelium 2. 27u.28) interessiert das Shabbat-Verbot nicht. 

  • why not?

    Na denne:

    Ein Rabbi betet zu Gott: "Lieber Gott, mein Sohn ist Christ geworden!"
    Gott: "Ja und, meiner auch!"
    Rabbi: "Und was hast du gemacht?"
    Gott: "Ein Neues Testament geschrieben!"

    ;o)

  • Bhajan Noam

    Das ist halachisch in Ordnung. ;-) Apropos Halacha, ich sehe es nicht als eindeutig geklärt, ob man am Shabbat Golf spielen darf oder nicht. Es ist zwar eine der 39 verbotenen Arbeiten, Dinge von einem Gebiet in ein anderes zu tragen (also z. B. den Golfball vom Rasen in ein Loch zu bewegen), andrerseits ist das gemeinsame Spielen in der Familie, der Eltern mit den Kindern, ausdrücklich erwünscht. Also einfach die Kinder mitnehmen zum Golfspiel, dann gibt's keine Probleme. Die einzige Schwierigkeit könnte nur sein, dass der Golfplatz nicht mehr als 1000 Meter vom Haus entfernt sein darf. Gott, hast du dir deine Gesetze wirklich genau überlegt… ?

  • why not?

    ... und wenn wir schon dabei sind:

    "Papa, ich hob mi verliebt!"
    "Jo, mei Sohn, in wen denn?"
    "Ich mogs nit soge ..."
    "Jo sog schon! In die Marie?"
    "Neee ..."
    "Jo mei! In die Eva vielleicht?"
    "Neee, Papa..."
    "Etwa in die Zensi, die olle Hur?"
    "Nee, Pappa ... In ... in den Sepp!"
    "In den Sepp? Aber ... Der ist doch evangelisch!"

    Der Papst ist in Amerika und fährt mit seinem Chauffeur auf der Autobahn durch einsame Gegenden. "Mein Sohn", sagt er zum Chauffeur, "ich bin der Papst und man lässt mich nichts mehr machen. Einmal in meinem Leben möchte ich noch selbst autofahren. Wechseln wir Platz!" Gesagt, getan, der Papst fährt – aber leider zu schnell, ein Polizeiauto fährt vor und stoppt ihn.
    Der Polizist sieht den ertappten Verkehrssünder, wird blass und ruft seinen Chef an: "Was soll ich tun?" – "Strafen natürlich", lautet die barsche Antwort. "Aber nein, das geht nicht, es ist eine hohe Persönlichkeit . . . !"
    Der Chef stutzt: "Wer soll es denn sein? Strafen – es wird schon nicht der Gouverneur sein . . .". Der Polizist: "Der Gouverneur? Viel höher!" Darauf wieder der Chef: "Lächerlich, das wäre ja der Präsident der Vereinigten Staaten . . ."
    "Nein", unterbricht ihn der Beamte, "viel höher!"
    "Machen Sie keine dummen Witze und sagen Sie mir endlich: Wer ist es?"
    Darauf der Polizist: "Ich weiß es auch nicht, aber der Papst ist sein Chauffeur!"

    Nachdem der Bauer gestorben ist, führt ihn ein Engel Gottes im Himmel herum.
    Sie kommen zu einer Menge friedlicher Menschen. Diese sitzen im Meditationssitz auf den Boden und sprechen das Ohm. "Das sind die friedlichen Buddhisten", erklärt der Engel. "Sie meditieren gerade."
    Sie gehen weiter und begegnen einer großen Anzahl von Moslems. Die knien auf wunderschönen Teppichen, beugen sich vornüber, beten und preisen Allah.
    Dann kommen sie zu den Juden. Dort sieht alles zwar ein wenig schmuddelig und abgegriffen aus, aber die Menschen dort sind sehr lebendig. Die Kinder, aber auch Erwachsene, preisen Jahwe mit viel Lärm.
    So gehen sie im Himmel herum und treffen Menschengruppen aus den verschiedenen großen Weltreligionen, aber auch von den kleineren und neuen Religionen, diese preisen alle Gott auf ihre Weise, und der Engel Gottes beantwortet alle Fragen des Neuankömmlings.
    Plötzlich stehen sie vor einer hohen Mauer. Der Engel legt den Zeigefinger an den Mund und gebietet seinem Begleiter durch ein leises aber eindringliches "Pssssst!" zu schweigen. Auf Zehenspitzen schleichen sie an der hohen Mauer vorbei. Als die Mauer endlich außer Sichtweite ist, kann sich der Begleiter nicht mehr zurückhalten und fragt: "Was befindet sich hinter dieser mysteriösen Mauer?"
    Der Engel antwortet: "Dort sind die Christen, die glauben nämlich, sie sind alleine hier."

    http://www.mountainsoftravelphotos.com/Tibet%20-%20Buddhism/Best/Be...

    @ Cornelia: ich freue mich, dass du offensichtlich verstanden hattest was ich meinte!

  • Bhajan Noam

    Ein jüdischer Witz, der manchmal hier besonders passt:

    Die Schlacht bei Tannenberg nähert sich ihren Höhepunkt. Der zaristische Offizier lässt seine Truppe antreten: "Die Stunde ist gekommen. Gleich werden wir angreifen und kämpfen. Mann gegen Mann." Da meldet sich ein jüdischer Soldat und ruft dem Offizier zu: "Bitte zeig mir meinen Mann. Vielleicht kann ich mich mit ihm gütlich einigen."

  • Bhajan Noam

    Oft schon sahen Anhänger des Christentums auf das Judentum mit seinen "umständlichen" Verboten herab und spotteten. Im jüdischen Witz bekommen sie die passende Antwort.

    "Seien Sie ehrlich, Rabbi, haben Sie noch nie in Ihrem Leben Schinken gegessen, nicht mal eine einzige Scheibe, hauchdünn", fragt der Bischof. - "Ja, ich gebe es ja zu. Einmal tat ich es, aus Neugier", antwortet der Rabbiner und beugt sich vor zu dem Bischof: "Aber unter uns, Eminenz...wenn wir uns schon unsere Sünden beichten. Wie steht es mit Ihnen? Haben Sie schon einmal mit einer Frau geschlafen?" Der Bischof atmet tief durch. "Ein einziges Mal", gesteht er mit leiser Stimme. "Meine Haushälterin war krank und ihre Vertreterin war so ein junges Ding vom Lande..." – "Na und", zwinkert ihm der Rabbiner zu, "hundertmal besser als Schinken, nicht wahr?"

  • Bhajan Noam

    ;-)))

    Der Kunde im Brooklyner Tuchgeschäft hat sich einen Stoff ausgesucht und wendet sich grinsend an den jüdischen Besitzer, Zalman Kowalski: "Geben Sie mir davon ein Stück, das von ihrer Nasenspitze bis zur Spitze ihres Pimmels reichen würde." Der alte Zalman verbeugt sich und verspricht, die Ware direkt nach Hause zu liefen. Zwei Tage später stehen fünf große Lastwagen vor dem Haus des Kunden. Unzählige Ballen des ausgesuchten Stoffes werden ausgeladen. Am Ende bekommt der Kunde die - sehr hohe - Rechnung überreicht und eine kleine handgeschriebene Notiz: "With compliments von Zalman Kowalsky - wohnhaft in New York, beschnitten in Warschau."

  • why not?

    ... also ich find`s nach wie vor lustig ;o)))

  • Bhajan Noam

    Frage: Besteht überhaupt eine Möglichkeit zur Erleuchtung für einen unernsten Meditierer?

    Osho:

    Meine Herangehensweise ist, eine Welt zu schaffen, in der Lachen gut ist, gesund ist, gefördert wird, nicht verdammt. Ich möchte, dass unsere Tempel voll sind von Lachen, Gesang, Tanz. Ich möchte, dass unsere Kirchen voll sind von Musik, ich möchte, dass all unsere religiösen Stätten voller Spielfreude sind.

    Wie seltsam, dass ihr ständig sagt, dass die Welt Gottes 'Leela' ist, und ihr nie die Bedeu- tung des Wortes 'Leela' versteht. Leela bedeutet spielerisch. Wenn Gott spielerisch ist, wer sind dann eure Heiligen, wenn sie nicht spielerisch sind? Wenn die ganze Existenz göttliches Spiel ist, sollte unser Leben auch Teil davon sein, ein göttliches Spiel.

    Also sorgt euch nicht darum, ob ihr unernst meditiert; tatsächlich ist das die richtige Art zu meditieren. Meditiert spielerisch, unernst, denn immer, wenn ihr voller Ernst meditiert, verspannt ihr euch. Meditation braucht Entspannung. Meditation braucht ein heiteres Herz. Sie ist nicht Arbeit; sie ist Spiel.

    Und so könnt ihr überall meditieren - unter der Dusche könnt ihr meditieren, im Schlaf in eurem Bett, beim Liebe machen mit eurer Frau oder eurem Mann könnt ihr meditieren - denn Meditation hat keine Beschränkungen, keine Bedingungen.

    Meditation heißt einfach ein stiller Geisteszustand. Man kann alles tun mit einem stillen Geisteszustand. Und was immer ihr tut, wird anmutiger, wird kreativer, erbringt bessere Blüten, bessere Früchte. Euer Leben wird in jeder Dimension reicher. Ich bin voll und ganz für Reichtum, in allen Dimensionen des Lebens. Geld allein ist nicht Reichtum.

    Es gibt so viele großartigere Dinge als Geld. Wenn ihr in den verschiedenen Bereichen eurer Aktivitäten meditieren könnt, macht ihr unterschiedliche Dimensionen reicher, tiefer. Aber seid nicht ernsthaft.

    (Osho : The Sword and the Lotus Band 4)

  • Bhajan Noam

    Sorry, dieser Witz ist etwas unappetitlich und etwas falsch… Ein Zaddik geht nicht zu seinem Rabbi, weil er nicht nur selbst Rabbi ist, sondern darüber hinaus ein erwachter Meister. Und zum Zaddik, zum Meister also, kommt der Chassid, der Gläubige oder Schüler, mit seinen weltlichen oder spirituellen Problemchen. 

  • Bhajan Noam

    ;-) Appetitlicher ist er dadurch nicht geworden. - Mit buddhistischen Witzen kann man weniger falsch machen. 

  • Bhajan Noam

    Es gibt sogar buddhistische Blondinenwitze.

    Hierbei gilt es die Beherrschung zu behalten

    und seine humoristischen Anwandlungen

    mehr und mehr zu sublimieren.

    Dieser ist einer für Anfänger.

  • Bhajan Noam

    Ohne Kommentar

  • Bhajan Noam

    @ Ravidas: ;-)  Es gibt als leuchtende Beispiele durchaus Einrichtungen, in denen meditiert wird und wo trotzdem die deutschen Grundeigenschaften unverändert erhalten bleiben. 

  • Bhajan Noam

    Burnout in der Hölle - der Termindruck geht im Jenseits weiter ;-)

  • Bhajan Noam

    Dagegen ist der Buddhismus doch immer wieder so entspannend.

  • Bhajan Noam

    So kann man sich täuschen! Auch hier… der Erleuchtungsstress… 

  • Bhajan Noam

    Ein Atheist stirbt und kommt in die Hölle. Nachdem er ein dunkles Tor durchschritten hat, stutzt er. Er erblickt eine Landschaft mit grünen Hügeln, plätschernden Bächen, Bäumen und Blumen unter heiterem Himmel. Bienen summen, Vögel zwitschern. Fröhliche Menschen tummeln sich in der Szene. Im Hintergrund liegt ein Meeresstrand, Menschen tummeln sich am Strand und im Wasser. Der Atheist geht weiter und kommt an einem Liegestuhl vorbei. Drauf liegt eine Gestalt mit Hörnern, Fell und Pferdefuß. Der Atheist tritt zaghaft näher und fragt die Gestalt, ob sie der Teufel sei. Der antwortet: "Natürlich bin ich der Teufel. Willkommen in der Hölle! Ich hoffe, du fühlst dich wohl bei uns. Du hast ja noch nichts zu trinken. Geh runter zum Strand, dort sind Getränkebuden und hol dir was. Ist alles gratis."
    Der Atheist geht weiter, holt sich was zu trinken und geht den Strand entlang. Er steigt eine Anhöhe hinauf und oben angelangt, bleibt er entsetzt stehen. Vor ihm gähnt ein gewaltiger Abgrund. Unten lodert Feuer, wimmernde Menschen werden darin von düsteren Gestalten gequält. 
    Der Atheist rennt wie von Furien gehetzt zurück zum Liegestuhl des Teufels und fragt ihn, was das zu bedeuten habe. Der Teufel stutzt kurz, dann lächelt er und sagt: "Ach das meinst du, darum brauchst du dich nicht zu kümmern. Das ist die Abteilung für die Christen. Die wollen das so..."

  • Bhajan Noam

    Armes Schwein!

  • miramuun

    Eben. Lachen ist gesund. Und Auslachen bringt eher weniger Freude in die Tempel und Kirchen. Ja.. und auch Spielfreude, statt Schadenfreude..

    Und was Osho betriftt, immer wenn Osho einen Witz machte war das voll Ernst.

    aum
    miramuun

    Osho:

    Meine Herangehensweise ist, eine Welt zu schaffen, in der Lachen gut ist, gesund ist, gefördert wird, nicht verdammt. Ich möchte, dass unsere Tempel voll sind von Lachen, Gesang, Tanz. Ich möchte, dass unsere Kirchen voll sind von Musik, ich möchte, dass all unsere religiösen Stätten voller Spielfreude sind.

  • Bhajan Noam

    Ein Atheist läuft durch die Wildnis. Da sieht er, wie ein Löwe zähnefletschend auf ihn zustürmt.
    Der Atheist versucht zu fliehen, aber der Löwe kommt immer näher.
    Da stammelt der Atheist: "Herr... ich habe nie an dich geglaubt... aber... wenn es dich doch gibt... so mach... dass dieser Löwe... sich benimmt... als wäre er ein Christ!" Und er schaut im Laufen zurück.
    Da sieht er den Löwen auf den Hinterbeinen kniend mit gefalteten Vorderpfoten sprechen:
    "Herr Gott, segne diese Speise, mir zur Kraft und Dir zum Preise..."

  • Bhajan Noam

    Fragt der Sohn einer Atheistenfamilie: "Du, Papa, weiß der liebe Gott eigentlich, dass wir nicht an ihn glauben?"

  • Bhajan Noam

    Astronaut: Ich war jetzt schon so oft im Weltall
    doch sowas wie einen Gott habe ich noch nie gesehen

    Hirnchirurg: Ich habe jetzt schon soviele Gehirne
    operiert, aber sowas wie einen Gedanken habe ich noch nie gesehen

  • Bhajan Noam

    Barack Obama und Angela Merkel treffen sich zum Essen mit Gästen im Weißen Haus. Fragt einer der Gäste: “Mister Präsident, worüber unterhalten Sie sich denn so den ganzen Tag?” Obama grinsend: “Wir planen gerade den 3.Weltkrieg.” — “Oh! Und wie sieht der aus?” — “Wir töten 40 Millionen Moslems und einen Zahnarzt …” Der Gast schaut etwas verwirrt: “Wieso einen Zahnarzt?” Obama zwinkert Merkel zu und meint: “Was habe ich dir gesagt, Angie. Keiner wird nach den Moslems fragen.”

  • Bhajan Noam

    Der Geschäftsführer von Coca-Cola kommt zum Papst, um ihm ein Angebot zu unterbreiten: „Wir zahlen Ihnen 10 Millionen Dollar, wenn Sie das Vater Unser ändern in »Gib’ uns unser täglich Coca-Cola«, statt Gib' uns unser täglich Brot!” - Der Papst ist entsetzt und weist das natürlich von sich. „Das ist eine Glaubenssache und kein Spielfeld für Werbung!” - Der Cola-Manager erhöht „Also gut, sagen wir 20 Millionen!” - „Ich bitte Sie, das geht doch nicht!” - „OK, 50 Millionen!” - Der Papst beugt sich nach hinten zu einem Berater und fragt „Sag’ mal, wieviel hat uns eigentlich die Bäckerinnung damals gezahlt?”

  • OM Ursula

    Eine alte Frau geht zum Beichten.
    Nachdem sie die heißesten Sachen gebeichtet hat, meint der Pfarrer: "Liebe Frau, das ist aber bestimmt schon etwas länger her".
    Sie antwortet: "Das ist schon laaaange her - aber ich beicht's immer wieder gern."

  • miramuun

    Komm Herr Jesus, sei unser Gast...

  • Cornelia

    Diese Stelle in der katholischen Liturgie berührt mich bis heute zutiefst und hat mich immer mehr bewegt als die Eucharistie: "Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund."

    Lukas 19, 1-10:
    Und Jesus ging nach Jericho hinein und zog hindurch. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt: Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.

    Om shanti!

  • miramuun

    Namaste,

    Mit der Bitte, mir Meinungsfreiheit ebenso zu gewähren, wie sie auch den Schreibern in Satiremagazinen bzw. , den Humoristen, den Witzeerzählern, den Satire-Shows, Kebekus und Co. und den meisten Mitkommentartoren ebenso großmütig gewährt wird.

    Was ich meinte, einige Menschen haben bezüglich Kirche Probleme, die sie - weil sie diese nicht selbst artikulieren möchten oder nicht können- stellvertretend den Satirikern, Humoristen, Zynikern etc. überlassen. Die Satire oder der Humor werden zum „Sprachrohr“ der noch nicht erlösten Themen. So finden die unterdrückten oder nicht ausgerückten Problematiken über diesen Umweg öffentlich breitflächig Gehör und sind Ventil. Und hier an dieser Stelle stehen dann „Dritte“ sozusagen „Erfüllungsgehilfen“. Zudem bedient er Klischees und enthält Vorurteile über Andersdenkende.

    Und unter Umständen es ist nicht immer gegeben, wie die letzten Ereignisse (in France) zeigen, dass es einen verantwortlichen Umgang mit der Problematik gibt, es aber wichtig ist, dass die „Problembearbeitung „ (wie z.B. Wut auf Religion, Kirche?) etc. in falsche, fremden- oder religions-und andersfeindliche Bahnen gelenkt wird oder sogar mißbräuchlich und bewusst für streitstiftende Ziele eingesetzt wird. Und nicht mehr erkannt wird, wann es nicht mehr lustig und gut ist und gegen andere Menschen geht. Immer häufiger wird Satire als blanker, menschenverachtender Zynismus benutzt. Wissend, dass Satire einen besonderen (GG)-Schutz genießt (was auch vollkommen berechtigt ist) gibt es einige, die weit über die Grenzen hinausgehen, sich in einer Grauzone bewegen, und von dort aus großen Unfrieden stiften können, juristisch per Grundgesetz abgesegnet. Wir Menschen sind hier gefragt, wieviel oder was Satire sein kann.

    Satire ist gut, solange kein Mißbrauch damit betrieben wird. Doch eindeutig geschieht das in letzter Zeit wieder verstärkt, dieser Mißbrauch. Religion ist nun mal eng mit Weltpolitik verknüpft. Über Moslems, den Islam sich lächerlich zu machen und noch schlimmer, Religion und ihre „Anhänger“ in einem mehr als diffamierenden Licht der Welt zu präsentieren, ist vergleichbar mit dem was geschah im Judentum und mit den Juden. Hinter den Begriffen Islam, Christentum, Judentum, Hinduismus, Buddhismus, stehen nicht nur weitere Begriffe wie Religion, Kirche, Moschee etc. sondern Menschen, Menschen wie du und ich, von denen sich die meisten nach Frieden sehnen und in einer Welt leben wo wir uns gegenseitig achten und das Miteinander aller Anschauungen möglich ist.

    Es gibt da auch noch etwas anderes... was ist „die Kirche“ ..diese Aussage „die katholische Kirche“, ist es nicht so, dass es mit der Kirche (als Überbegriff) gar kein Problem gibt, sondern mit einigen ihrer Verteter, also, konkret mit einem oder mehreren Menschen. Vielleicht hilft es... es gibt Menschen, die anderen etwas antun. Völlig unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit, Hautfarbe Rasse, Herkunft, Geschlecht, Beruf usw. völlig egal, es spielt keine Rolle...

    Sich auf Augenhöhe zu begegnen sollte doch immer möglich sein. Nicht leicht ist es, wenn sich jemand (grundlos) minderwertig, niedrig, nicht würdig oder gar gering schätzt, sein Licht sozusagen unter den Scheffel stellt...dann kommt es manchmal vor, dass derjenige meint, der andere sei erhöht.

    "Wir sind gleichsam Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen, um mehr und Entfernteres als diese sehen zu können - freilich nicht dank eigener scharfer Sehkraft oder Körpergröße, sondern weil die Größe der Riesen uns zu Hilfe kommt und uns emporhebt.“

    Bernhard von Chartres



    Um es mit diesen Worten zu beschreiben : "Ich blicke stets nach oben, um das Licht zu sehen, nicht meinen Schatten." ***

    aum

    miramuun
  • Cornelia

    Der Herr Hader hat ein besonderes Verhältnis zum Teifi:

    Enjoy!

  • Cornelia

    Ich komme grad auf den Geschmack: Hader zum Humanismus ...

  • Cornelia

    Und hier noch ein tiefgründiger Artiekl aus der Neuen Züricher Zeitung zum Thema dieses Blogs:

    Gibt es ein Recht auf Blasphemie?

  • Bhajan Noam

    Satire, Witz und Religion 

    Hat Gott eigentlich Humor?

    von Fabian Maysenhölder

    Wer sich über Religion lustig macht, muss um sein Leben fürchten. Drastisch scheinen die Vorgänge in Frankreich zu belegen, dass Religion und Humor nicht zusammenpassen. Dabei sind es nur die Fundamentalisten, die keinen Spaß verstehen – ob Muslime oder Christen.

    "Auch Gott hat Sinn für Humor. Schau dir das Schnabeltier an." Mit diesen Worten beginnt die Religions- und Kirchensatire "Dogma", ein Film aus dem Jahr 1999. Kevin Smith, der Regisseur, erhielt nach dem Kinostart Morddrohungen. Es ist eine traurige Tatsache, dass satirische Annäherung an das Thema Religion immer wieder in Gefahr steht, brutale Gewalttaten auszulösen. Das jüngste Beispiel in Frankreich ist nur eines von vielen – und die Problematik keineswegs auf Islamisten beschränkt. Obwohl fundamentalistische Christen meist nicht zu Waffen greifen, gibt es auch aus dieser Ecke immer wieder Gewaltdrohungen gegen Satiriker, Kritiker und deren Familien. Fundamentalisten scheinen also weitgehend humorfrei zu sein. Aber vielleicht hat wenigstens ein Gott Humor, der, wenn er existiert, sich auch das Schnabeltier ausgedacht haben muss?

    In den religiösen Traditionen unterschiedlichster Art wurde immer wieder mit Komik und Humor auf den eigenen Glauben geblickt. Schon das Alte Testament wäre missverstanden, wenn man es durchweg als humorlose Büchersammlung betrachtet. Heute wird dies im Allgemeinen getan. Schlicht deshalb, weil viele komische Dimensionen nicht mehr erkannt werden, da sie aus einem völlig anderen kulturellen wie historischen Kontext stammen. Ein absoluter Pointen-Killer, wie jeder weiß, der schon einmal versucht hat, einen Witz zu übersetzen, der mit der eigenen Kultur zu tun hat.

    Die Bibel - ein humorloser Schinken?



    Ein Graffito aus dem 2. oder 3. Jahrhundert - frühe Christentumssatire. "Alexamenos betet seinen Gott an", steht da bei einer Abbildung eines Mannes, der einen gekreuzigten Esel anhimmelt.(Foto: Public Domain/Wikimedia)

    Die Theologin und Clownin Gisela Matthias hat sich ausführlich mit Humor in der Bibel beschäftigt. Dabei geht sie nicht nur auf komische Erzählungen ein, sie beschreibt auch die stilistischen Mittel der Komik, mit deren Hilfe die biblischen Autoren ihre Botschaften transportierten und pointierten. Galgenhumor, Sarkasmus, Karikaturen oder Parodien – all dies findet sich in den bis heute überlieferten Texten. Eine ihrer Lieblingserzählungen ist, wie sie n-tv.de verrät, die Heilung eines Menschen, der von einem Dämon namens "Legion" besessen war – nachzulesen im Markusevangelium, Kapitel fünf. "Das ist feiner politischer Spott", sagt Matthiae. Denn der Kranke werde durch die "Legion" mit der römischen Besatzungsmacht gleichgesetzt. Jesus jagt den Dämon schließlich in eine Herde von zweitausend Säuen - im Judentum unreine Tiere -, die daraufhin im See ersaufen. Auch das eine subtile Kritik: Es habe eine römische Legion gegeben, deren Wappentier ein Eber war. "Ein Stück biblische Satire", erklärt Matthiae.

    Mit Blick auf die christliche Theologiegeschichte hält der Religionssoziologe Peter L. Berger fest, sie sei "größtenteils eine deprimierend weinerliche Angelegenheit". Auch wenn diese Beobachtung zweifelsohne stimmt - immer wieder hat es in der Praxis auch Gegenbeispiele gegeben. Vor allem im sonst so düster betrachteten Mittelalter. Gisela Matthiae verweist etwa auf lustige Theaterstücke in Klöstern, die auch die eigene Tradition auf die Schippe nahmen. Oder die Tradition des Osterlachens, das sehr lange zum Brauch gehörte, bei dem die Menschen mitunter "sehr derb" und auch durch obszöne Anspielungen zum Lachen gebracht werden sollten. Auch bei den "Narrenmessen" im Mittelalter sei es mitunter heiß her gegangen: "Das war sehr viel ausgelassener, als wir uns das heute vorstellen können: Da wurden zum Beispiel Würste auf dem Altar verspeist oder Schuhsohlen im Weihrauch verbrannt", so Matthiae.

    Doch nicht nur im Christentum, auch im Islam hat Humor Tradition. Vom Propheten Mohammed wird überliefert, dass er durchaus zu Scherzen aufgelegt gewesen sein soll. Dutzende Mal wird in Hadithen von einem lachenden Propheten gesprochen - und davon, wie er humorvoll auf diverse Anfragen seiner Anhänger reagiert. Eine Übersetzung von Beispielen scheitert leider meist an den genannten kulturellen und historischen Unterschieden.

    Für die Verständigung von Religionen sei Humor aber ein gutes Mittel, sagt Matthiae – er bewahre nämlich davor, sich selbst zu ernst zu nehmen. "Wir stehen zu unserer Religion, wir finden sie wichtig und haben eine emotionale Bindung dazu. Aber trotzdem behalten wir uns vor, kritisch darauf zu schauen, wo wir uns selbst zu ernst nehmen." Denn wo Menschen aufeinandertreffen, die nicht in der Lage sind, sich selbst, ihre Ansichten oder Traditionen zu hinterfragen, ist kein vernünftiger Dialog möglich.

    "Religion ohne Humor ist gefährlich"

    Und so entpuppen sich Humor und Satire nicht nur als Teil der Religionsgeschichte, sondern auch als wichtige Elemente der Religion. Humor, weil er aus der Innenperspektive einer Weltanschauung eine selbstkritische Haltung aufrechterhält. "Humor ist die Haltung, die immer wieder nachfragt: Warum ist etwas, wie es ist – und nicht anders?", sagt Matthiae. Humor wirkt antifundamentalistisch und antifanatisch, weil er angeblich in Stein gemeißelte Dogmen auf's Korn nimmt. Der Landesrabbiner von Schleswig-Holstein bringt es in einem Gespräch mit dem Deutschlandradio auf den Punkt: "Nicht Religion an sich ist gefährlich, sondern Religion ohne Humor ist gefährlich."

    Aber auch distanzierende Satire aus der Außenperspektive auf eine Religion erfüllt einen wichtigen Zweck. Eine scharfe, klare Satire "deckt das auf, was wir in der Regel zudecken" – so formuliert es die christliche Theologin Matthiae. Genau deshalb aber ist gute Religionssatire wichtig. Sie wirkt korrigierend, weil sie Missstände offenlegt und diese der Lächerlichkeit preisgibt.

    Das kann verletzend sein für jemanden, der tief in einer Religion verwurzelt ist. Doch darauf Rücksicht zu nehmen, ist nicht Aufgabe der Satiriker. Wer einen Glauben vertritt, muss auch damit leben, dass sich andere darüber lustig machen. Und Gott? Wer an ein höheres Wesen glaubt und ihm den Humor abspricht – macht der seinen Gott nicht letztlich kleiner als sich selbst? Und seien wir mal ehrlich: Das Schnabeltier sieht wirklich lustig aus.

    Quelle: n-tv.de

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  • miramuun

    Dieser scheinbar harmlose und verallgemeinernde Artikel über Religion und Humor, was soll er denn nun sagen ?

    Religion ohne Humor ist gefährlich....? "Nicht Religion an sich ist gefährlich, sondern Religion ohne Humor ist gefährlich."

    müsste dem, angesichts der Ereignisse, nicht hinzugefügt werden "Religion mit Humor auch.. "?

    Bin erstaunt, mit welcher Vehemenz angeblicher Humor und Religion (in Verbindung) hochgehalten und verteidigt wird, als gebe es etwas zu verlieren, (nämlich den Humor)

    Und dann diese absolut unwahre Verallgemeinerung und Behauptung:

    Wer sich über Religion lustig macht, muss um sein Leben fürchten.

    Die Crux ist, dass Humor unterschiedlich interpretiert wird... und Humor wenn er mißbräuchlich eingesetzt wird, um gegeneinander aufzuhetzen, eben kein Humor mehr ist.. Die Ereignisse zeigen es deutlich, es ist politisches Kalkül. Den Medien (u.a. Satiremagazine) wird eine seltsame Hörig- und Gläubigkeit entgegengebracht. Was sich aber bereits über einen langen Zeitraum tatsächlich "hinter den Kulissen" abspielt, das dringt nicht an die Öffentlichkeit. Da wird auch keine Satire geduldet. Nötigenfalls juritisch vorgegangen, Humorlose gegen Humorlose in eigenen Reihen.

    Dieses oberflächliche Betrachten macht auch keinen wirklichen Sinn... wie du selbst bemerkst, Bhajan, grausame Schauspiele in Szene gesetzt, fragwürdiger Humor... der in den meisten Fällen auf Vorurteilen, Urteilen, Klischees, Nichtwissen, Schubladendenken, Beleidigungen, Diskriminierung, bewusste Fehlinterpretationen und Lüge aufgebaut ist. Gezielte Kampagnen eben. "Humor" als Instrument für die mächtigen Drahtzieher.

    Alles andere als angebliche Missstände aufdeckend, oder gar "offenlegend". Bitte hier um Beispiele, welche Missstände denn aufgedeckt werden soll/ten und offengelegt werden soll/ten oder wurden.

    Die Welt ist eine andere, als die, die uns die Medien inkl. Satiremagazine etc. verkaufen (möchten).

    Traut man sich nicht auf andere Art und Weise, auszusprechen was einen bewegt, und hat man nicht die Courage etwas offen darzulegen und zwar mit den Betroffenen selbst und nicht mit einer Verunglimpfung eines Volkes, einer Gruppe, einer Religion. Humor - der diesen Namen unter diesen Umständen auch nicht verdient - dient nicht der Offenlegung oder dem Aufzeigen von Missständen, er wird gezielt eingesetzt um ein falsches Bild in die Welt zu setzen.

    Und was geschieht...? Ein Aufschrei(b)en ..." durch die (Medien)-Welt: " J E T Z T   E R S T   R E C H T " so der Ruf nach einer zweifelhaften Freiheit.

    Und was hat es mit Ahimsa zu tun, wenn man einen anderen Menschen der Lächerlichkeit preisgibt. Oder eine Sache der Lächerlichkeit preis gibt. Und genau dieses Wort bringt es mit auf den Punkt. Humor/Satire dient hier ausschließlichb dazu, etwas der Lächerlichkeit preiszugeben.

    Und nimmt man den oberen Artikel, kann man daraus ersehen, wie schnell etwas zusammengewürfelt wird. Nämlich Fundamentalisten und Fanatiker sind humorlos und daraus kann schnell "Humorlose sind Fundamentalisten und Fanatiker" werden. Ziel erreicht. Feindbild angefertigt, und dann schnell noch den passenden Stempel "ISLAMisten" drauf. Ach ja... das Feindbild... das hat man ja sofort parat.

    Und den Menschen die über diese Art von Humor nicht lachen können werden auch gleich mitabgestempelt, ungeachtet der Tatsache, dass sie gar nicht humorlos sind, sondern eben nur differenzieren und unterscheiden können, oder einfach nur einen etwas anderen Geschmack haben.

    Humor wirkt antifundamentalistisch und antifanatisch,

    stimmt das wirklich? Sind es nicht vielmehr die Humoristen, Satiriker etc. die irgendwelche neue und meist erfundene Glaubenssätze und Dogmen aufstellen?

    Obendrein behaupten sie von sich selbst, sie seien die Repräsentanten oder Sprachrohre für eine schweigende Mehrheit. Heißt nämlich im Klartext: Die schweigende Mehrheit der Menschen würde gegen den Islam und die religiöse Anschauungen der Muslime und gegen die religiöse Auslegung der Heiligen Schriften gehen. Die Wahrheit ist doch, viele kennen die Heiligen Schriften des Islams überhaupt nicht, und was sie über den Islam zu wissen meinen, dass alles haben sie aus den Medien. Kaum jemand unterhält sich mit gläubigen Muslimen über ihren Glauben, ihr Leben, ihre Ansichten.

    Es stellt sich die Frage, aus welcher Ecke denn nun die Islamfeindlichkeit kommt, aus welcher Quelle diese Feindseligkeit gegenüber Andersgläubigen stammt.

    Wo Religion und Humor eng mit Politik verflochten ist und Humor nur benutzt wird, ist es bestimmt nicht zum Nachteil, selbständig zu Denken und Vorgegebenes nicht unreflektiert oder unhinterfragt zu lassen.

    Und klar...

    Genau deshalb aber ist gute Religionssatire wichtig.

    darüber besteht überhaupt kein Zweifel und ist auch nicht Gegenstand der aktuellen Ereignisse

    Und hier ein Beispiel des Autors des o.g. Artikels und eine gängige Vorgehensweise: Eine Suggestivfrage

    „Und seien wir mal ehrlich: Das Schnabeltier sieht wirklich lustig aus.“

    Frage, Antworten, Dialoge und bildliche Darstellung formen das Bild, das wir erhalten sollen.

    Und... sieht das Schnabeltier wirklich lustig aus....? und was hat dieses Schnabeltier mit fragwürdigem Humor zu tun.

    aum
    miramuun

  • Cornelia

    Ich poste hier noch einmal den Artikel zur Frage, ob es ein Recht auf Blasphemie gibt aus der Neuen Züricher Zeitung vom vergangenen Wochenende. Er ist ähnlich erhellend was religionshistorische Fragen angeht, wie der von Fabian Mayserhölder. Und er thematisiert auch die Grenzen von Hohn und Spott in religiösen Fargen: Wenn sich der Stärkere bzw. Sieger über den Schwächeren bzw. Unterlegenen lustig macht und ihn diffamiert. Ansonsten ist das Fazit vergleichbar: Satire deckt Widersprüche und unhinterfragte Selbstverständlichkeiten auf und macht besonders Spaß, wenn sie - wie der Autor sagt - beleidigte Leberwürste pikst:

    Hohn und Spott – und ihre Grenzen
    Christoph Türcke

    Mit Gasmaske und Stiefeln: So sah George Grosz 1928 einen vom Krieg malträtierten Christus. Mit Gasmaske und Stiefeln: So sah George Grosz 1928 einen vom Krieg malträtierten Christus. (Bild: AKG / © ProLitteris)
    Wer ein Recht auf Blasphemie fordert, verkennt, dass es Hohn und Spott geben kann, die verletzen. Das aber heisst nicht, dass Gesetze, die Blasphemie unter Strafe stellen, das richtige Mittel wären, um Menschen vor der Verächtlichmachung dessen zu schützen, was ihnen heilig ist.

    Christus am Kreuz mit Gasmaske und Knobelbechern; darunter die Worte «Maul halten und weiter dienen»: Diese kleine Zeichnung von 1928 brachte George Grosz seinen berühmten Prozess wegen Blasphemie ein. «Blasphemein» heisst wörtlich «durch Rede entstellen». Heute versteht man darunter zumeist das Verhöhnen von Ritualen und Symbolen, die einer Gemeinschaft als schlechterdings unantastbar gelten. Doch hatte Grosz tatsächlich das Christentum verhöhnt? Keineswegs. Seine Zeichnung war ein Seismogramm des Ersten Weltkriegs. Der hatte Christus mit Gasmaske und Knobelbechern zeitgemäss zugerichtet, Grosz selbst die Untat bloss in einem Bild festgehalten, welches dem Kreuz etwas von seinem authentischen Charakter als Folterinstrument zurückgab.
    «Religiöse Gefühle»?

    Und wenn dennoch viele Zeitgenossen nichts anderes darin wahrzunehmen vermochten als die handfeste Beleidigung ihrer religiösen Gefühle? Dann zeigt das, was für ein dunkles Kapitel religiöse Gefühle sind. Die fallen ja nicht klar und rein vom Himmel. Sie haben begonnen, als altsteinzeitliche Hominiden die kostbarsten Lebewesen hinschlachteten, um dafür den Schutz höherer Mächte zu erlangen. Opferschauder bildet den Bodensatz des religiösen Gefühls. Ehrfurcht und Respekt sind schon seine hochkulturellen Verfeinerungen.

    Zudem sind «religiöse Gefühle» ein Missverständnis. Gefühle als solche können peinlich oder angenehm, erhebend oder bedrückend, stark oder schwach sein, aber nicht religiös oder profan. Man mag zwar bestimmte Erlebnisse als derart durchdringend, erschütternd oder erhebend empfinden, dass man folgert: Das war mehr als bloss profan; da muss mich eine höhere Macht angerührt haben. Doch niemand fühlt Gott oder das Heilige direkt, sondern allenfalls etwas, was er für Gott oder heilig hält. Gerade weil es religiöse Gefühle an sich nicht gibt, ist das, was dafür gehalten wird, so angreifbar. Zur psychologischen und militärischen Kriegführung hat denn auch stets gehört, die Heiligtümer der Besiegten zu schänden und ihre Rituale zu verhöhnen. Erst spät, im Europa der Neuzeit, hat sich Blasphemie mit Freigeisterei und Zivilcourage verbunden. Was langen Beweisgängen oft versagt bleibt, schafft bisweilen ein einziger Witz, eine Satire, eine Karikatur: das Eitle und Aufgeblasene geltender Autoritäten blosszustellen. Kritik ohne Spott ist zahnlos. Daher hat aufklärerische Religionskritik, namentlich in Frankreich, religiöse Autoritäten und die von ihnen gehegten Gefühle ab und zu beleidigt. Aber eher beiläufig. Ihr Hauptziel war, dem Christentum die Wahrheit streitig zu machen.

    Um religiöse Wahrheit geht es heutiger pluralistischer Gesetzgebung nicht mehr. Als schützenswert gilt nur noch das religiöse Gefühl – ohne Ansehen seines Inhalts. Jeder Unsinn, der es schafft, als Weltanschauung Gläubige um sich zu scharen und Andacht auf sich zu ziehen, ist damit religiös nobilitiert. In manchen Ländern wird er von einem «Blasphemieparagrafen» eigens geschützt. Die Schweiz etwa verbietet es, «öffentlich und in gemeiner Weise die Überzeugung anderer in Glaubenssachen» zu beschimpfen. In Deutschland ist solche Beschimpfung nur strafbar, «wenn sie geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören».
    Prüfstein Islam

    Sind es aufklärungsfeindliche Gesetze? Nicht nur. Aufklärung kann zwar ohne Hohn und Spott nicht ernst sein. Aber Hohn und Spott waren stets nur da aufklärerisch, wo sie aus der Unterdrückung hervorbrachen, wo Schwache sie als Waffe gegen Mächtige führten, die über weniger Witz, aber über die stärkeren Bataillone verfügten. Als Triumphgeschrei von Siegern hingegen sind sie widerlich. Als die Nazis das Judentum verhöhnten, fuhr ein dummes, rassistisches Ressentiment gegen eine Religion daher, von deren geistigen Errungenschaften alle Aufklärung bis heute zehrt. Wenn Europäer sich über den Ahnenkult von Amazonasindianern lustig machen, feiern sie den Sieg des Kolonialismus noch einmal auf geistlose Weise nach. Das ist Besserwisserei von Privilegierten, nicht Aufklärung. Echte Aufklärung bedenkt immer auch ihre Grenzen. Deren grosser Prüfstein ist derzeit der Islam. Zuerst Ayatollah Khomeinys Todesurteil gegen Salman Rushdie wegen Beleidigung des Islams. Dann die Mohammed-Karikaturen einer dänischen Zeitung und die Empörung darüber in der islamischen Welt. Schliesslich der vorläufige Gipfel: Muslime drangen in die Redaktion des Satiremagazins «Charlie Hebdo» ein und schossen die Mehrzahl der Redakteure nieder, um «den Propheten zu rächen». Ohne einen Blick auf die politische Grosswetterlage zwischen Ost und West versteht man das alles nicht.

    «Der Westen» – das ist sowohl das christliche Abendland als auch die Region, in der die kapitalistische Gesellschaft begründet worden ist. Deren Wirtschaftsordnung hat weltweit gesiegt. Sie ist nicht das Ergebnis demokratischer Abstimmungen, sondern militärischer Siege und wirtschaftlicher Zwänge. Erst auf deren Basis haben Menschenrechte wie Freiheit der Meinung, der Presse, der Religion, des Berufs usw. überhaupt eine Chance bekommen. Auch in muslimischen Ländern. Den Islam hat das besonders getroffen. Einerseits steht er «dem Westen» geografisch und mental sehr nahe, ist er doch die dritte monotheistische Religion nach dem Judentum und dem Christentum. Andrerseits ist er in einem Punkt von beiden strikt unterschieden. Die Juden haben als subalterner, der ägyptischen Grossmacht glücklich entronnener Volksstamm angefangen; die Christen als verfolgte, ohnmächtige Minderheit. Der Islam hingegen ist von vornherein siegend in die Welt getreten. Mohammed war ein ebenso geschickter Stratege wie charismatischer Visionär. Er kehrte nicht nur als Verkünder einer neuen Lehre in seine Heimatstadt Mekka zurück, sondern als Heerführer.

    Und dann ist ausgerechnet aus Europa, gewissermassen als Ausgeburt des Christentums, der kapitalistische Weltmarkt in die islamische Welt vorgedrungen und auch bei strengen Muslimen in die alltägliche Haushaltsführung eingegangen, nicht nur in die betriebswirtschaftliche, auch in die seelische. Deshalb die Fülle bizarr ambivalenter Reaktionsweisen: Mullahs, die gegen «den Westen» sind, aber für Mikroelektronik; Jugendliche, die Coca-Cola und Nike lieben, aber Amerika hassen; und viele Unauffällige, die nicht wissen, ob sie die westliche Lebensweise als ihre eigene oder als aufgepfropft empfinden sollen.

    Die islamische Welt ist alles andere als ein homogener Block. Manche sind von den «Charlie-Hebdo»-Morden so entsetzt, dass sie behaupten, diese Tat habe nichts mit dem Islam zu tun. Die Täter sahen das anders und waren bereit, dafür ihr Leben zu lassen. Islamistische Demonstranten feierten die Tat als gerechte Strafe für die Beleidigung des Propheten. Natürlich ist ihre Empörung über Mohammed-Karikaturen völlig unverhältnismässig: hysterisch im genauen Sinn des Wortes. Hysterie ist ein Stellvertreterleiden. Das Leidenssymptom ist vorgeschoben. Hysterische Lähmung kommt nicht von eingeklemmten Nerven. Es ist etwas anderes dahinter.

    So auch hier. Etwas, was Muslime, wie distanziert sie ihrem Propheten sonst auch gegenüberstehen, einfach nicht tun würden, haben sich Westler herausgenommen. Ihre Mohammed-Karikaturen lassen mit ein paar Federstrichen blitzartig den gesamten Sieg des Westens noch einmal aufscheinen. Dieser Siegerspott ist es, der so tief beleidigt. Er ist eher imperial als subversiv. Das konnte «Charlie Hebdo» so freilich nicht empfinden: eine kleine, durchaus subversive Zeitschrift mit dem Mut und Übermut, alle Autoritäten, politische wie religiöse, aufs Korn zu nehmen und mit wenigen gekonnten Strichen bis zur Kenntlichkeit zu entstellen. Warum sollte sie Mohammed und was in seinem Namen geschieht, davon ausnehmen?
    Beleidigung

    Gibt es nicht in fast allen europäischen Ländern Ansätze zu muslimischen Parallelgesellschaften, die im Schutz der Religionsfreiheit militante islamistische Zellen aufbauen – und zunehmend junge Mitteleuropäer, die in Syrien und im Irak für die Islamisten kämpfen und verroht in ihre Heimatländer zurückkehren? Ja, solchen Leuten sind die Macher der Pariser Satirezeitschrift zum Opfer gefallen. Hier gibt es kein Vertun: «Je suis Charlie» – für den Stift, gegen die Maschinengewehre. Selbst wenn der Stift gelegentlich zu forsch gezeichnet haben sollte: Wo er sich islamkritisch bewegte, verhöhnte er nicht Schwache, sondern karikierte Gewaltbereite. Sie sind nicht einfach bloss Opfer des Westens – und als Täter genauso zu bekämpfen wie alle gemeinen Mörder.

    Aus Solidarität mit «Charlie» ein «Recht auf Blasphemie» zu fordern, ist hingegen Unsinn. Nach wie vor gilt: Hohn und Spott sind widerlich, wenn sie gegen Schwache und Unterlegene gehen, und befreiend, wenn sie beleidigte Leberwürste piken. Nur wache Urteilskraft kann das eine vom andern sorgsam unterscheiden. Ein Blasphemiegesetz hilft dabei wenig. In Frankreich gibt es daher keines. Ein Beleidigungsparagraf reicht völlig aus, wenn er klarstellt, dass nicht nur die Person, sondern auch ihr sakramentales Zubehör vor Verhöhnung zu schützen ist, weil jeder von uns etwas hat, was ihm heilig oder unantastbar ist, solange Menschen verletzliche Wesen sind.

    Prof. Dr. Christoph Türcke lehrte bis 2014 Philosophie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Sein neuestes Buch trägt den Titel: «Mehr! Philosophie des Geldes» C. H. Beck, 2015.

  • Bhajan Noam

    AMERICAN JESUS

  • Bhajan Noam

    BEICHTE

    … also ich rauche nicht, ich trinke nicht, nehme keine Drogen, spiele nicht um Geld, habe einen soliden Lebenswandel, habe keinen außerehelichen Sex… mein einziges Laster ist,...ich Lüge wie gedruckt...

  • Cornelia

    Den finde ich auch sehr witzig:

  • Bhajan Noam

    Moses und Jesus sind auf dem Golfplatz und entscheiden, einen Wettkampf auszutragen, wer den überragendsten Golfschlag ausführen kann. Jesus lässt dem älteren Moses den Vortritt. Der bereitet sich auf den Schlag vor und hämmerte den Schuss los. Unglücklicherweise fällt der Ball in ein Wasserhindernis. Unbeeindruckt hebt Moses seine Arme gen Himmel und das Wasser teilt sich in der Mitte, wo der Ball gelandet ist. Der Ball rollt aus dem Wasser und nur einen Fuß entfernt vom Loch. Jesus schaut auf Moses und sagt "Hey Moses, das war ein ziehmlich guter Schuß. Nun lass mich mal sehen was ich tun kann. Jesus bereitet sich auf den Schlag vor und schickt den Ball mit einem lauten Schrei los. Er hat das gleiche Glück wie Moses - der Ball fliegt dem Wasserhindernis entgegen. Doch Jesus hält eine Hand ausgestreckt und anstatt ins Wasser zu fallen springt der Ball auf dem Wasser auf und ab und rollt auf den Rasen nur 3 inches vom Loch entfernt. "Wow", sagt Moses, das war ein unglaublicher Schuss. Kaum hat er das gesagt, da verdunkelt sich der Himmel. Der Wind fängt an zu wehen, Blitz und Donner schlagen durch die Wolken. Plötzlich schießt ein Ball vom Himmel auf das gleiche Wasserhindernis zu. Ein Fisch spring empor und verschluckt den Ball. Ein Adler schwingt sich aus den Lüften herab, packt den Fisch in seine Krallen, lässt ihn auf den Rasen fallen und fliegt dem dunklen Himmel entgegen. Der Fisch öffnet sein Maul, der Ball rollt heraus und direkt ins Loch. Moses wendet sich an Jesus und flucht, "Ich hasse es, dass uns dein Vater jedesmal das Spiel verdirbt!"

  • Cornelia

    Hihihihihi! Sehr schön!

  • Bhajan Noam

    Ein katholischer Pfarrer sagt zu seinem Kollegen: "Glaubst du wir erleben es noch, dass das Zölibat abgeschafft wird?" - "Wir nicht, aber unsere Kinder."

  • Cornelia

    Ich habe was Interessantes zum SCHNABELTIER gefunden. Der Titel des Artikels lautet:

    Gott hat Humor!

    http://www.zeit.de/online/2008/20/schnabeltier-genom-sex

    Und aus dem Artikel hier ein SEHR WITZIGER Auszug:

    " Auch auf die Geschichte der Geschlechter wirft die Genomanalyse ein neues Licht. Nicht nur haben Schnabeltiere erstaunlich viele Chromosomen, auf denen im Erbgut das Geschlecht festgeschrieben ist. Auch zeigen die Analysen, dass das bei Säugern für die Männlichkeit verantwortliche Y-Chromosom sich offenbar doppelt so schnell zu einem genetischen Müllhaufen entwickelt als bisher gedacht. Bei Säugetieren wird das Geschlecht durch das X- und das Y-Chromosom festgelegt, wobei ein XX-Paar für ein Weibchen und ein XY-Paar für ein Männchen sorgt. Aus dem Vergleich des Schnabeltier-Erbgutes mit dem anderer evolutionäreer Linien ergab sich jetzt: "Die Sex-Chromosomen der Säugetiere und des Menschen in der Evolution sind sehr jung, nämlich nur 166, anstatt der bisher angenommen 330 Millionen Jahre", sagt Jennifer Graves, Co-Autorin der Nature -Studie.

    Große Bereiche des Y-Chromosoms haben sich im Laufe der Jahrmillionen durch Mutationen verändert. Viele Gene gingen verloren, was blieb war nutzloser Erbgutschrott. Von fast 1000 funktionsfähigen Genen auf dem X-Chromosom, sind es heute auf dem Y-Chromosom nur 86. Die Herren der Schöpfung hören es vielleicht nicht gerne, aber: Das kleine Stückchen Mann im Erbgut ist recht simpel strukturiert. Noch schlimmer: Die Verwandlung von Genen in Genmüll geht anscheinend viel rasanter vonstatten als bisher gedacht: Eben nicht in 330 Millionen Jahren, sondern doppelt so schnell."

    Da frage ich mich doch: Warum hat Gott all diese Gene im männlichen Erbgut ausgeschaltet? Ein Spaß?

    Om namah shivaya!

  • Bhajan Noam

    Drei Juden wetteifern darum, wer von ihnen am besten lügen kann. 
    Der erste sagt: "Der Messias wird kommen."
    Der zweite entgegnet: "Die Toten werden auferstehen."
    Kopfschüttelnd warnt der dritte: "Leise, Gott hört euch!"
    Darauf die beiden: "Du hast gewonnen!"
  • Bhajan Noam

    Eine christliche und eine jüdische Frau treffen sich in einem Restaurant. Die christliche Frau erzählt voller Stolz, dass ihr Sohn gerade eine Ausbildung zum Priester absolviert.

    „Wir setzen sehr viel Hoffnung auf ihn – er ist so talentiert“, sagt sie.

    „Was genau meinst du?“ fragt die jüdische Frau.

    „Na ja, wenn er wirklich gut ist, kann er Bischof werden.“

    „Ist das das Höchste, was er werden kann?“ erwidert die jüdische Frau.

    „Na ja, wenn er überdurchschnittlich gut ist, kann er auch Kardinal oder sogar Papst werden!“

    „Und das ist dann das Höchste, was er werden kann?“ fragt die jüdische Frau weiter.

    „Was willst du denn, was er wird? Etwa Gott?“ entgegnet die christliche Frau scharf.

    „Warum denn nicht?“ fragt die jüdische Frau. „Einer von unseren Jungs hat es geschafft!“

  • Bhajan Noam

    Drei Gründe dafür, dass Jesus Italiener und keinesfalls Jude war:

    1. Nur ein Italiener wohnt bis 30 bei seiner Mutter.

    2. Nur ein Italiener kann seine Mutter für eine Jungfrau halten.

    3. Nur eine Italienische Mutter meint, dass ihr Sohn Gott sei.

  • Bhajan Noam

    Der ist gut !!! ;-)))

    Jesus bahnt sich seinen Weg durch die Menschenmenge. Am Boden liegt eine Frau. Die Masse tobt:" Steinigt die Sünderin! Steinigt die Sünderin!" Jesus hebt beschwichtigend die Arme: "Ruhe, wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!" Im gleichen Moment fliegt ein Stein aus der Menge gegen den Kopf der Sünderin. Genervt dreht sich Jesus um: "Mutter, halt Du Dich da bitte raus!"

  • Bhajan Noam

    @ Cornelia: Vielleicht ist das eine Buch für Dich:

    http://www.randomhouse.de/leseprobe/Platon-und-Schnabeltier-gehen-i...

    Aus der Widmung: 

    Gewidmet dem Andenken
    an unseren philosophischen Großvater

    GROUCHO MARX

    Er brachte unsere Überzeugungen in einem Satz auf den Punkt:

    "Dies sind meine Prinzipien; falls sie Ihnen nicht gefallen, ich habe auch andere."

     

  • Bhajan Noam

    Der Pfarrer fragt in der Sonntagsschule: "Was müßt ihr zuerst tun, damit eure Sünden vergeben werden?" Ein kleiner Junge antwortet brav: "Zuerst sündigen, Herr Pfarrer..."