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Hari Om,

ich wollte mal eine Frage stellen. Ich bin jetzt schon seit gut einem halben Jahr dabei, Yoga zu lernen, und will natürlich auch gern wissen, wie man gut meditiert. Auch vorher wurde mir nahegelegt, mich mit Meditationen zu beschäftigen, vor allem durch Mathieu Ricards Buch "Glück / Plaidoyer pour le bonheur" angeregt wollte ich dem Nicht - denken näher kommen.

Jetzt ist es aber bei mir so, dass irgendetwas in mir diese tiefen, gedankenleeren Zustände wohl gar nicht zulassen mag. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich in die Entspannung hineingehe - sanft und oberflächlich, dann vertiefen möchte - geht auch noch, und irgendwann: Zack! Ich schrecke hoch wie aus einem Alptraum, bin hellwach, muss die Augen aufreißen und atme schneller als gewöhnlich.

Ich weiß wohl, dass da bei mir einiges los war, und ich bin gerade dabei, belastende Ereignisse mit energetischer Begleitung aufzulösen. Aber ich möchte doch gerne meditieren können und so meinen Geist dabei unterstützen, diese innere Ruhe zu erreichen, ohne dass es mich immer wieder aus der Bahn kickt... muss dann immer aufpassen, dass ich andere nicht beim Meditieren störe, nur weil das bei mir grade nicht geht.

Hat da jemand Ideen? Erklärungen? Irgendwas?

Om om om,

woodstock

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Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

Hallo woodstock, hast du meditiert oder hast du geschlafen? Hört sich fast so an als wärest du vor lauter Entspannung eingeschlafen, dann kann man schon mal hochschrecken. Meditation ist ein bewusster Vorgang. Der erste Schritt zum "Nicht-Denken" ist die Konzentration. Probier es doch mal mit der Mantra-Meditation. Lenke deinen Geist immer wieder auf ein von dir gewähltes Mantra, z.B. OM oder ein Wort wie Frieden, Zufriedenheit, Liebe, Stille. Bis du ganz mit diesem Wort verschmilzt und dann hört auch noch das Wort auf und dann bist du da, wo du hinwolltest. Und wenn dich zwischenzeitlich was rauskickt, dann schau es dir an und dann geht wieder zurück zu deinem Wort oder Mantra. Ich komme gut mir dieser Art der Meditation klar. Anleitung dazu gibt es hier http://www.yoga-vidya.de/meditation.html. Liebe Grüße Ambika

Namasté lieber Woodstock,

zwei der wichtigsten Eigenschaften für tiefenwirksame Yogapraxis sind Geduld und Ausdauer. Gerade auf dem Gebiet der Meditation macht es keinen Sinn etwas "erzwingen" oder unbedingt so schnell wie möglich erreichen zu wollen. Angesichts dessen was Du geschrieben hast habe ich den Eindruck gewonnen, dass es Dir möglicherweise irgendwie nicht schnell genug zu gehen scheint.
Die Kunst ist zuzulassen, dass die erwünschten Wirkungen eintreten, nicht dies unbedingt zu wollen. Es heißt yogash citta vritti nirodha (Yoga bedeutet das zur Ruhe kommen (lassen) der Gedanken im Geiste).

Ein guter Weg wäre, Dich zunächst über Atemübungen und damit über Sammlung und Konzentration zu der für yogische Meditation notwendigen inneren Ruhe langsam vorzutasten. Bis zum dhyana (Meditation), dem siebten Glied der Prinzpien des ashtanga yoga ("Achtteiliger oder Achtgliedriger Yoga") oder völliger gedanklicher Leere, wie vorwiegend in buddhistischen Meditationsformen auf hohen Stufen üblich, ist ein noch weiter Weg. Wie schon eine Sufi-Weisheit gut bescheibt beginnt auch die weiteste Reise mit dem ersten Schritt. Also könntest Du beispielsweise damit beginnen entweder in bequem gerade aufgerichteter Sitzhaltung mit gekreuzten Beinen oder in shavasana (Rückenentspanungslage) zunächst den ruhigen, gleichmäßigen Fluss Deines Atems für einige Minuten zu beobachten ohne daran irgendetwas zu beeinflussen, als wärst du ein objektiver Beobachter Deines Körpers und von dessen Vorgängen. Die Zeit dehnst Du langsam aus und kommst so schon einmal zu innerer Ruhe und Sammlung. Wenn Du diese erreicht hast, könntest Du Dich dann über weitere spezialisierte Atemtechniken und meditative Übungen, u. a. wie die oben von Ambika beschriebene "Matrameditaton" Schritt für Schritt zu echter Meditation vorabeiten.
Bei konkreten Fragen kannst Du mich gerne jeder Zeit per PN anschreiben.

Für den Moment viel Geduld, Fleiß und Erfolg
OM shantih
Detlef

Hari Om liebe(r) Woodstock,

es wurde schon gesagt: Beharrlichkeit, aber Geduld ist wohl sehr wichtig in der spirituellen Praxis.
Es ist aber meist so, dass für zu verschiedenen Zeiten (Phasen) im Leben für unterschiedliche Menschen unterschiedliche Methoden am wirksamsten sind. Für die meisten westlichen Menschen von heute ist es schwer, sich einfach hinzusetzen und einen ruhigen, friedvollen Geist zu bekommen. Durch Stress von außen, Stress den wir uns selber machen und durch die ständige Reizüberflutung, der wir uns tagtäglich aussetzen, ist es einfach nicht möglich, auf Anhieb einen recht gedankenfreien Geist zu erreichen. Schon in einer der wichtigsten Hathayoga-Schriften, der Hatha Yoga Pradipika steht:
"Hatha Yoga ist einzig dazu da, Raja Yoga zu erreichen."
Sprich: Wenn der Weg der reinen mentalen Kontrolle des Geistes (Raja Yoga) nicht funktioniert, soll man Hatha Yoga üben. Also über Arbeit mit dem Körper einen ruhigen Geist bekommen. Swatmarama (Autor der Pradipika) wusste vor einigen Jahrhunderten schon, dass es für die Menschen von heute sehr schwer sein wird, sich auf Anhieb zu konzentrieren (also einen ruhigen, zentrierten Geist zu bekommen).
Es hört sich bei Dir so an, als ob Dein Körper sich in der Meditation Schlaf holt (ihn also nötig hat). Ausserdem scheint es so, als wenn Du auf der unterbewussten Ebene etwas zu verarbeiten hast.
Mantra-Meditation wurde schon genannt. Eine gute Möglichkeit, den Geist durch ein Mantra vorm Abschweifen oder schläfrig werden zu bewahren. Ich würde Dir allerdings auch Yoga Nidra empfehlen. Eine wunderbare Möglichkeit, tief zu entspannen. Yoga Nidra reinigt auch das Unterbewußtsein ganz effektiv. Ich würde erst einmal einige Wochen jeden Abend vor dem Schlafengehen eine halbe Stunde Yoga Nidra üben. Danach klapp es mit dem Meditieren bestimmt noch besser und die momentanen Probleme haben sich vielleicht gänzlich in Wohlgefallen aufgelöst! Yoga Nidra kann man wunderbar einfach per CD machen. Eine angenehme, ruhige Frauenstimme führt einen durch die 30-minütige Übung. Die CD kannst Du hier bestellen: http://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p225_Yoga-Nidra....
Viel Glück und Erfolg...;-)

Liebe Grüße
Om Shanti
Parameshwara

Vielleicht hast du dich nicht weggeträumt, vielleicht gleitest du im meditativen Zustand zu schnell hinab in die Tiefe deiner Seele. Weil die Seele aber noch nicht bereit oder darauf vorbereitet ist, eine solche Nähe zuzulassen, verschafft sie sich Distanz.Distanz, die sie derzeit vielleicht noch braucht, da Annäherung für sie ungewohnt vielleicht auch beängstigend ist. Ein Schutzmechanismus (Abwehr) der Seele setzt ein, der dich ganz plötzlich aus deinem meditativen Zustand herauskatapultiert, da diese Annäherung aufdringlich, verletzend oder als zu schmerzlich o.ä. erscheint. Eine heftige Reaktion - deren Plötzlichkeit derart erschreckt - dass dieser Schreck Auslöser für das Herzklopfen sein könnte.

Vielleicht hilft es dir, dich ganz ruhig und bewusst auf die Atmung zu konzentrieren, dich vorzubereiten, in dem du achtsam in die Meditation hinein gehst und bewusst mit dem Atem in steter Achtsamkeit bleibst. Mit dem Wissen, dass dir auch weniger Gutes, wie z.B. Schmerz, Vergessenes, Verdrängtes oder Unbearbeitetes wieder in Erinnerung gebracht werden kann. Wenn du über die in der Meditation gemachten Erfahrungen sprechen möchtest, tu dies so oft wie möglich, das kann sehr wichtig sein.

Anfangs in einem angemessenen „Sicherheits-Abstand“, ganz behutsam, ohne Angst „hinschauen und betrachten“ so kann nach und nach Distanz überwunden werden. Wie ein leises „anklopfen“ an die Seele. Sich seelisch Öffnen und immer ein Stückchen mehr Nähe zuzulassen, und während der Meditation für einen eventuellen „Rückzug“ den benötigten inneren Raum zu schaffen, könnte förderlich sein. Sich nah zu sein, das Selbst zu entdecken, darin liegt das große Potenzial der Meditation. Eine wunderbare Möglichkeit, sich selbst zu erfahren.

Du solltest versuchen die Reaktion die Du Beobachtest genauer zu Beschreiben...>gedankenleeren Zustände wohl gar nicht zulassen mag< 1) Nur wenige Menschen sind nach vielen vielen Jahren des Üben wirklich dazu in der Lage !
> sanft und oberflächlich, dann vertiefen möchte - geht auch noch< Das ist doch ein sehr guter Ansatz diese Stimmung ! Damit solltest Du weiter Arbeiten !
> Zack< Was bedeutet das im genauen ? ? ? >schrecke hoch wie aus einem Alptraum, bin hellwach< Schläfst Du ein ?

Ich schlafe nicht beim Meditieren... gar nicht... *peinlich sowas anzunehmen für mich wenn das gar nicht passiert, fühlt sich ein wenig verunsichernd an...*

Und Schlafprobleme habe ich eigentlich auch nicht, bis auf in der letzten Zeit... kann ja trotzdem mal Yoga Nidra probieren.

danke an alle, insbes. an miramuun und Parameshwara,

*piep*
woodstock

Es gibt auch den Sekundenschlaf....du,sprach auch nicht von Schlafproblemen, sondern von Metaphysischen... peinlich, ganz und garnicht, denn es geht um Bewusstheit.

Im Wachzustand ist das Bewusstsein durch die Sinneserfahrung mit der Außenwelt
beschäftigt. Hier herrschen die Betawellen vor, es ist ein schneller Rhythmus, die Frequenz beträgt 14
– 20 Hz und mehr (Schwingungen pro Sekunde). Während der Traumphase ist das Unterbewusste
vorherrschend, unterdrückte Wünsche, Ängste, Verbote und tiefsitzende Eindrücke
werden aktiv; Thetawellen treten als große 'Zwischenwellen' mit einer Frequenz von 4 – 8 Hz auf.
Im Tiefschlaf zeigt sich das Unbewusste, die Quelle aller Instinkte und Triebe sowie tief eingegrabener
Erfahrungen aus früheren Evolutionsstufen.Hier treten die langsamen Deltawellen
(Frequenz 0,5 - 4 Hz) auf;
Die Rhythmen Beta, Theta und Delta gehören zu den uns bekannten drei Bewusstseinsebenen –
wachbewusst, unterbewusst und unbewusst. Zwischen Wachzustand und Traum liegt eine weitere sehr
wichtige Bandbreite der Wahrnehmung - Der Yoga Nidra-Zustand (höchstes Bewusstseins, Alpha
8 – 13 Hz).
aus: “Yoga Nidra”, von Swami Satyananda Saraswati

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