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Om Namah Shivaya liebe Yoginis, liebe Yogis,

 

ich habe eine neue Schülerin, die ein traumatisches Erlebnis hinter sich hat.

Sie ist Triathletin, hatte erst eine Fehlgeburt, danach den Triathlon mitgemacht, ist darauf schwanger geworden mit einer sehr komplizierten Schwangerschaft.

Sie musste von 100 auf Null zurückschalten & überwiegend nur noch liegen.

Im achten Monat hat sie dann ihr Kind mit Kaiserschnitt zur Welt gebracht, welches leider nur 12 Stunden überlebt hat.

 

Das alles ist ca 2 1/2 Monate her.

 

Sie fühlt sich komplett taub unterhalb des Bauchnabels, spürt ihren Beckenboden gar nicht und möchte nun aber mit Yoga beginnen, obwohl sie auch nicht wirklich einen Sinn darin sieht wieder ganz gesund zu werden.

Sie ist sehr körperorientiert & ehrgeizig.

 

Sie war bei zwei Psychologen, die ihr durch unachtsame Art mehr zugesetzt als geholfen haben.

 

Sie hat beim Schwimmen & Dehnen immer noch Schmerzen & nun frage ich mich, wie weit ich mit ihr beginnen kann. Kann man nach drei Monaten nach dem Kaiserschnitt schon sanft mit dem Sonnengruß beginnen?

 

Ich habe nun erst einmal mit Beckenbodentraining & Atemübungen, Tiefenentspannung & Reiki begonnen.

 

Vielleicht hat ja Jemand Erfahrungen auf dem Gebiet!

Für jeden Tip bin ich Euch sehr dankbar!

 

Vielen Dank für Eure Hilfe!

 

Mit sonnigen Grüssen wünsche ich Euch noch einen wundervollen Tag!

 

Om Shanti

 

Jagadamba

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Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

Om Namah Shivaya liebe Jagadamba,
meine Erfahrung zeigt, dass es bei ehrgeizigen Menschen wesentich schwerer ist, mit ihnen ein langfristiges Ziel zu setzen. Das erschwert auch den "Erfolg" beim Yogaüben, da sich die Verletzungsgefahr durch das strebsame Üben vergrößert und somit die Motivation eingrenzt. Wenn die Teilnehmerin den Sonnengruß mit Bedacht, Geduld und mit Bewusstsein auf den Körper übt, dann dürfte dem Üben des Sonnengrußes nichts im Wege stehen. Der Mensch steht sich meist selbst unterwegs zum Ziel im Weg.
Der eigene Körper ist das Maß. Hinspüren und hinhören auf den Körper ist das wichtigste. Nur so weit gehen, wie weit es der Körper "genehmigt", zulässt, ohne zu schmerzen. Der Schmerz ist die rote Ampel! Ich spreche nicht nur als Yogalehrerin aus Erfahrung, denn selbst habe ich 2 Kaiserschnitte hinter mir, allerdings inzwischen 30 Jahre her. Vor 2 Jahren habe ich eine komplizierte Leistenbruchoperation gehabt, habe allerdings nach einer Woche wieder voll alle Yogaübungen aus der Rishikeshreihe geübt. Mir hat Yoga sogar geholfen, der Spannung aus den Narben entgegen zuwirken und hat auch sehr zum Heilungsprozess, sowie zur Schmerzlinderung beigetragen. Größere Schwierigkeiten bereitet sicher, das Aufarbeiten des Traumas der Teilnehmerin, wobei ein intensiver Trauerprozess anzustreben wäre; der unbedingt kompetent begleitet werden muss. Im Yoga ist Pranayama zur Zeit wahrscheinlich hilfreicher, als Tiefenentspannung, außer sie ist geführt, da doch sehr viel aufbricht. Das Loslassen in der Ausatmung, sollte besonders unterstützt werden. Zudem braucht die Teilnehmerin eine liebevolle, kompetente psychologische Betreuung.
Om Shanti
Aditi
Jagadamba schrieb:
Om Namah Shivaya liebe Aditi,

vielen Dank für Deine ausführliche & bereichernde Antwort.

Die Tiefenentspannungen, die ich mit ihr mache sind auch mehr Körperreisen, die viel mit loslassen zu tun haben, um überhaupt ersteinmal ein neues Körpergefühl aufzubauen.

Ich lehre weniger den "sportlichen" Aspekt des Yogas & achte immer sehr darauf, dass meine Schüler ersteinmal damit beginnen ihren eigenen Körper & dessen Grenzen kennenzulernen & diese zu erweitern, aber nicht zu überschreiten.
Denn Yoga hat für mich generell nichts mit Schmerz zu tun.

Da als leistungsorientierter Mensch umzudenken fällt einer Triathletin natürlich besonders schwer, da hast Du Recht.

Hattest Du nach Deinem Kaiserschnitt auch diese Taubheit im Unterleib und Probleme Deine Beckenbodenmuskulatur zu spüren? Sie hat Unterhalb des Sonnengeflechts gar kein Gefühl mehr.

Ich habe damit keine Erfahrung und würde gerne wissen, ob es durch die OP oder dem Trauma verursacht ist.

Der Schnitt zieht sich von einer Seite zur anderen und ist recht groß und hat damit auch viele Meridiane erwischt.

Ich danke Dir nochmals sehr & wünsche Dir noch einen wundervollen sonnigen Tag ;-)))

Om Shanti

Jagadamba

Aditi schrieb:
Om Namah Shivaya liebe Jagadamba,
meine Erfahrung zeigt, dass es bei ehrgeizigen Menschen wesentich schwerer ist, mit ihnen ein langfristiges Ziel zu setzen. Das erschwert auch den "Erfolg" beim Yogaüben, da sich die Verletzungsgefahr durch das strebsame Üben vergrößert und somit die Motivation eingrenzt. Wenn die Teilnehmerin den Sonnengruß mit Bedacht, Geduld und mit Bewusstsein auf den Körper übt, dann dürfte dem Üben des Sonnengrußes nichts im Wege stehen. Der Mensch steht sich meist selbst unterwegs zum Ziel im Weg.
Der eigene Körper ist das Maß. Hinspüren und hinhören auf den Körper ist das wichtigste. Nur so weit gehen, wie weit es der Körper "genehmigt", zulässt, ohne zu schmerzen. Der Schmerz ist die rote Ampel! Ich spreche nicht nur als Yogalehrerin aus Erfahrung, denn selbst habe ich 2 Kaiserschnitte hinter mir, allerdings inzwischen 30 Jahre her. Vor 2 Jahren habe ich eine komplizierte Leistenbruchoperation gehabt, habe allerdings nach einer Woche wieder voll alle Yogaübungen aus der Rishikeshreihe geübt. Mir hat Yoga sogar geholfen, der Spannung aus den Narben entgegen zuwirken und hat auch sehr zum Heilungsprozess, sowie zur Schmerzlinderung beigetragen. Größere Schwierigkeiten bereitet sicher, das Aufarbeiten des Traumas der Teilnehmerin, wobei ein intensiver Trauerprozess anzustreben wäre; der unbedingt kompetent begleitet werden muss. Im Yoga ist Pranayama zur Zeit wahrscheinlich hilfreicher, als Tiefenentspannung, außer sie ist geführt, da doch sehr viel aufbricht. Das Loslassen in der Ausatmung, sollte besonders unterstützt werden. Zudem braucht die Teilnehmerin eine liebevolle, kompetente psychologische Betreuung.
Om Shanti
Aditi
Om Namah Shivaya liebe Jagadamba,
ein Kaiserschnitt ist für Mutter und Kind immer ein traumatisches Erlebnis, da sich beide nicht auf das erste Loslassen, wenn auch schmerzhaft, durch den Geburtsvorgang, auf natürlichem Weg vorbereiten können. Der Geburtsvorgang wird ja gewaltsam beendet. Dieses Trauma mit dem Verlust des KIndes, behindert sicher den Heilungsprozess der Teilnehmerin doppelt;sie sieht ja keinen Sinn darin, wie du schreibst, wieder gesund zu werden. Rein vom physischen Aspekt dauert die Taubheit bzw. Gefühlslosigkeit sicherlich einige Zeit, ist aber normal. Eine positive Einstellung beschleunigt den Heilungsprozess. Zudem sind ihre Bauchmuskeln durch das vorausgegangene intensive Training stark ausgeprägt, und brauchen sicher einige Zeit um elastischer zu werden. Massagen mit Lavendelöl wirken dabei unterstützend zu den sanften Yogaübungen. Auch ich hatte zuerst ein leichtes Gefühl der Taubheit im unteren Bauch. Wie lange es gedauert hat kann ich nicht mehr sagen. Beim ersten Kaiserschnitt, der knapp oberhalb der Schamhaargrenze und quer gemacht wurde, hatte ich überhaupt keine Beschwerden. Der zweite Kaiserschnitt wurde dann, wegen der Dringlichkeit von der Schamhaargrenzel bis zum Nabel gemacht, doch länger als 2 Monate hat die "Spannung" mit Gefühlslosigkeit nicht angedauert. Allerdings hat sich mein Fokus von mir weg zu meinem Kind hin gerichtet. Bereits im Krankenhaus war ich noch am gleichen Tag auf den Beinen, im Gegensatz zu den anderen Frauen mit Kaiserschnitt, die erst nach dem 4-5 Tagen das Bett ohne Hilfe verlassen haben. Meine positive Einstellung hat sich von den anderen Müttern unterschieden. Mein Körperbewusstsein und mein durch Yoga gestärkter Wille haben dazu beigetragen, schnell wieder gesund zu werden. Für meine Familie und mein neugeborenes Kind habe ich jegliche Anstrengung in Kauf genommen um zu gesunden. Das Wichtigste scheint mir zunächst, der Teilnehmerin zu helfen einen neuen Lebenssinn (Lebensgefühl) zu finden, dann wird die körperliche Taubheit schneller vergehen und das Gefühl im Bauch wieder zurückkehren. Die körperliche Verletzung betrifft den Bereich um das Swadhistahana-Chakra, das unter anderem, den Bereich der Nichtigkeit umfasst. Nchtigkeit ist ein Zustand von innerer Leere, man sieht die Welt negativ und pessimistisch, nichts kan neinem mehr begeistern und erfreuen, alles scheint verloren. Hier könnte man eventuell auch mit Yogatherapie ansetzen.
Ich wünsche Dir, dass Deine liebevolle Fürsorge dazu beitragen möge, den Heilungsprozess zu beeinflussen.
Alles Liebe aus den Alpen.
Om Shanti
Aditi



Aditi schrieb:
Jagadamba schrieb:
Om Namah Shivaya liebe Aditi,

vielen Dank für Deine ausführliche & bereichernde Antwort.

Die Tiefenentspannungen, die ich mit ihr mache sind auch mehr Körperreisen, die viel mit loslassen zu tun haben, um überhaupt ersteinmal ein neues Körpergefühl aufzubauen.

Ich lehre weniger den "sportlichen" Aspekt des Yogas & achte immer sehr darauf, dass meine Schüler ersteinmal damit beginnen ihren eigenen Körper & dessen Grenzen kennenzulernen & diese zu erweitern, aber nicht zu überschreiten.
Denn Yoga hat für mich generell nichts mit Schmerz zu tun.

Da als leistungsorientierter Mensch umzudenken fällt einer Triathletin natürlich besonders schwer, da hast Du Recht.

Hattest Du nach Deinem Kaiserschnitt auch diese Taubheit im Unterleib und Probleme Deine Beckenbodenmuskulatur zu spüren? Sie hat Unterhalb des Sonnengeflechts gar kein Gefühl mehr.

Ich habe damit keine Erfahrung und würde gerne wissen, ob es durch die OP oder dem Trauma verursacht ist.

Der Schnitt zieht sich von einer Seite zur anderen und ist recht groß und hat damit auch viele Meridiane erwischt.

Ich danke Dir nochmals sehr & wünsche Dir noch einen wundervollen sonnigen Tag ;-)))

Om Shanti

Jagadamba

Aditi schrieb:
Om Namah Shivaya liebe Jagadamba,
meine Erfahrung zeigt, dass es bei ehrgeizigen Menschen wesentich schwerer ist, mit ihnen ein langfristiges Ziel zu setzen. Das erschwert auch den "Erfolg" beim Yogaüben, da sich die Verletzungsgefahr durch das strebsame Üben vergrößert und somit die Motivation eingrenzt. Wenn die Teilnehmerin den Sonnengruß mit Bedacht, Geduld und mit Bewusstsein auf den Körper übt, dann dürfte dem Üben des Sonnengrußes nichts im Wege stehen. Der Mensch steht sich meist selbst unterwegs zum Ziel im Weg.
Der eigene Körper ist das Maß. Hinspüren und hinhören auf den Körper ist das wichtigste. Nur so weit gehen, wie weit es der Körper "genehmigt", zulässt, ohne zu schmerzen. Der Schmerz ist die rote Ampel! Ich spreche nicht nur als Yogalehrerin aus Erfahrung, denn selbst habe ich 2 Kaiserschnitte hinter mir, allerdings inzwischen 30 Jahre her. Vor 2 Jahren habe ich eine komplizierte Leistenbruchoperation gehabt, habe allerdings nach einer Woche wieder voll alle Yogaübungen aus der Rishikeshreihe geübt. Mir hat Yoga sogar geholfen, der Spannung aus den Narben entgegen zuwirken und hat auch sehr zum Heilungsprozess, sowie zur Schmerzlinderung beigetragen. Größere Schwierigkeiten bereitet sicher, das Aufarbeiten des Traumas der Teilnehmerin, wobei ein intensiver Trauerprozess anzustreben wäre; der unbedingt kompetent begleitet werden muss. Im Yoga ist Pranayama zur Zeit wahrscheinlich hilfreicher, als Tiefenentspannung, außer sie ist geführt, da doch sehr viel aufbricht. Das Loslassen in der Ausatmung, sollte besonders unterstützt werden. Zudem braucht die Teilnehmerin eine liebevolle, kompetente psychologische Betreuung.
Om Shanti
Aditi
Hallo Jagadamba

ich lese Deine Frage erst jetzt. Ich hätte bzgl Traumata einiges beizusteuern, weiß aber nicht, wie es Deiner Teilnehmerin nun geht. Du kannst Dich gerne bei mir melden wenn Du noch Fragen zu Yoga und Trauma hast.

Liebe Grüße
Nitya

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