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Om namah shivaya,
eine meiner Kursteilnehmerinnen hat eine Makula Degeneration.
Sie sagt, sie darf ( lt.Arzt) keine Umkehrstellungen machen.
Kennt sich jemand mit dieser Erkrankung aus? Welche Asanas auf keinen Fall,
welche sind hilfreich ? Augenübungen - ja oder nein?
Bin dankbar für jeden Tipp!
Om shanti und liebe Grüße von Haripriya

Tags: Augenerkrankung, Makula-Degeneration

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 715 X ANGESCHAUT

Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

Om namah shivaya liebe Haripriya und alle Interessierten,

hier ein paar Grundsatzinformationen zu Deiner Frage: Stark vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei der Makuladegeneration um eine ganze Gruppe von Augenerkrankungen, die mit einem Gewebeverfall des innersten Drittels der Netzhautgrube, also dem funktionellen, wichtigsten Mittelteil derselben (Makula), einhergehen.
Umkehrstellungen, die den Augeninnendruck erhöhen könnten, sollten daher auf jeden Fall unterbleiben. Auch die üblichen Augenübungen, welche zwar grundsätzlich auf die Augenmuskulatur wirken, die aber über die dadurch auf das Auge ausgeübten Zug- und Druckkräfte auch auf dessen Innenleben nicht unerheblichen Einfluss nehmen, sollten meines Erachtens besser unterlassen werden um weiteren Schaden nicht zu forcieren.

Wichtige Hintergrundinformationen für Betroffene und an der Materie Interessierte:
http://www.makuladegeneration.org/

Om shantih
Detlef
Vielen Dank, lieber Detlef,
für deine schnelle Antwort.
Om shanti und liebe Grüße von Haripriya
Om namah shivaya

Präzisierung:
Durch Umkehrstellungen kann grundsätzlich zunächst "nur" der innercranielle (kopfinterne) Druck erhöht werden, was aber durchaus schon erheblichen negativen Einfluss auf das Makula-Problem im Auge haben kann, insbesondere im Fall der sog. feuchten Makuladegeneration (siehe die weitergehenden Informationen dazu im unten angegebenen link). Eine Erhöhung des Augeninnendrucks wäre erst bei Vorliegen einer Störung des Regelkreises der Produktion und des Abflusses der ernährenden Flüssigkeit im Augeninneren direkt möglich, was über weitere Mechanismen zwar indirekten Einfluss auf die Makula hätte, aber wohl schwerwiegendere eigene Probleme erzeugen würde (Glaukom; sog. grüner Star).

Allen ein gesundes Leben
Om shantih
Detlef

Detlef schrieb:
Om namah shivaya liebe Haripriya und alle Interessierten,

hier ein paar Grundsatzinformationen zu Deiner Frage: Stark vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei der Makuladegeneration um eine ganze Gruppe von Augenerkrankungen, die mit einem Gewebeverfall des innersten Drittels der Netzhautgrube, also dem funktionellen, wichtigsten Mittelteil derselben (Makula), einhergehen.
Umkehrstellungen, die den Augeninnendruck erhöhen könnten, sollten daher auf jeden Fall unterbleiben. Auch die üblichen Augenübungen, welche zwar grundsätzlich auf die Augenmuskulatur wirken, die aber über die dadurch auf das Auge ausgeübten Zug- und Druckkräfte auch auf dessen Innenleben nicht unerheblichen Einfluss nehmen, sollten meines Erachtens besser unterlassen werden um weiteren Schaden nicht zu forcieren.

Wichtige Hintergrundinformationen für Betroffene und an der Materie Interessierte:
http://www.makuladegeneration.org/

Om shantih
Detlef
Om namah shivaya,lieber Detlef,
vielen Dank für deine präzise Antwort.
Habe mir auch den Link angesehen - sehr informativ. Danke dafür.
Die Teilnehmerin hat eine feuchte Makula Degeneration in einem, schon stark fortgeschrittenem Stadium.
Zur Zeit übt sie nur sanftes Pranayama ( W.A. und Bhramari ), Tiefenentspannung und Meditation.
Weißt du welche Asanas eventuell möglich sind?
Om shanti und liebe Grüße von Haripriya
Namaste,
liebe Yogübende.

Hier läuft ein bißchen was durcheinander. Wir sind in unserer Alltagskultur schon so auf Detailreduktion trainiert, dass es immer wieder in unserem Denken die Oberhand gewinnt und dieses "Wenn A dann B-Denken" einsetzt.
Yoga gehört eben nicht in diese Schublade , es muss das Gesamtbild des Menschen betrachtet werden.
Ein Glaukomkranker , der mit Yoga anfängt sollte nicht als Schwerpunkt Umkehrstellungen üben, das ist richtig.Aber er/sie muss sie nicht vermeiden .
In unseren Kursen haben wir nachgewiesen, dass der Augeninnendruck ansteigt im Kopfstand aber hinterher unter das Ausgangsniveau zurückkehrt . Es würde also aus wissenschaftlicher Sicht zumindest eine Art Trainingseffekt des Abflusssystems zu diskutieren sein, was die Umkehrstellungen langfristig also eher nützlich sein lassen könnte.
Gleiches gilt für die Makuladegeneration.Einen 70 jährigen Anfänger legt man nicht die Umkehrstellungen als Schwerpunkt auf, einem langjährig Übenden sind die Umkehrstellungen energetisch so wichtig , dass er selbst dosieren kann.
Meine Empfehlung ist bei Glaukomkranken keine Stellungen inkl Kopfstand oder Skorpion zu "verbieten" (Ausnahmen sind kürzlich vorgenommene Operationen) sondern dosiert einzusetzen und mit der eigenen Befindlichkeit in Einklang bringen.
Auch eine feuchte Makuladegeneration ist kein Grund Umkehrstellungen zu meiden. Die Energetisierung der Körperheilungsprozesse tendiert immer zu einer Harmonisierung, d.h. überschüssige Flüssigkeit wird resorbiert.Der Augeninnendruck hat primär/kurzfristig erst mal keine direkte Auswirkungen auf die Makula, da zieht und zerrt nichts am Augapfel.
Wichtig ist es also ein Programm zu finden , welches dem Klienten zusagt ohne ihn zu unterfordern- und da gehören Umkehrstellungen ausnahmslos dazu . Anfänger würden also mit dosierten Umkehrstellungen arbeiten (unterstützer Schulterstand durch Kissen unterm Po, dynamisches Gleiten in den Pflug und wieder heraus ohne längere Haltephasen.
Sofern ein Yoga-erfahrener Augenarzt zur Hand ist , kann anhand des Netzhautbefundes oder Sehnervbefundes eine Kontrolle erfolgen inwieweit forcierte Umkehrstellungen (Kopfstand/Skorpion) Sinn machen.
Insgesamt bitte dafür hüten Yoga als Medikamentenpackung zu benutzen ("Nur benutzen bei folgenden Indikationen") . Deswegen haben wir bei Yoga Vidya ja den Kurs "Yoga und Auge" :-)
Ich kann momentan leider nicht weiter ausführen, da ich selbst Notdienstbereitschaft habe und fortgerufen werde aber ich werde mir den Diskussionstand morgen noch mal anschauen.

Om Shanti



Detlef schrieb:
Om namah shivaya

Präzisierung:
Durch Umkehrstellungen kann grundsätzlich zunächst "nur" der innercranielle (kopfinterne) Druck erhöht werden, was aber durchaus schon erheblichen negativen Einfluss auf das Makula-Problem im Auge haben kann, insbesondere im Fall der sog. feuchten Makuladegeneration (siehe die weitergehenden Informationen dazu im unten angegebenen link). Eine Erhöhung des Augeninnendrucks wäre erst bei Vorliegen einer Störung des Regelkreises der Produktion und des Abflusses der ernährenden Flüssigkeit im Augeninneren direkt möglich, was über weitere Mechanismen zwar indirekten Einfluss auf die Makula hätte, aber wohl schwerwiegendere eigene Probleme erzeugen würde (Glaukom; sog. grüner Star).

Om namah shivaya Clemens und alle Interessierten,

hört sich ja alles recht gut an, ist es grundsätzlich auch, doch geben ein paar Dinge Anlass zur Kritik. Diskutieren kann man sicher vieles, doch mit erheblichem gesundheitlichen Risiko verbundene Ratschläge zu geben ist eine ganz andere Sache. Ich ziehe es vor einen vorsichtigeren Weg zu beschreiten, da eine der obersten Prämissen des Yoga darin besteht, niemandem Schaden zuzufügen. Es fällt des öfteren auf, dass man in der "Yoga-Szene" gerne mal bereit ist gesundheitliche Risiken einzugehen, die man besser lassen sollte, wenn man langfristig Schaden vermeiden möchte.

Selbstverständlich sollte der Mensch holistisch, also ganzheitlich betrachtet werden, um die Komplexität vorhandener Vorgänge auch nur annähernd erfassen zu können, und das betrifft natürlich nicht nur Augenerkrankungen. Weder energetische noch spirituelle Aspekte dürfen jedoch dazu herangezogen werden mögliche faktische Risiken zu verharmlosen. Es kann durchaus sein, dass die Energetisierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte zur Harmonisierung tendiert, davon gehe ich sogar aus. Auch ist nachgewiesen, dass Yoga die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert. Doch ist höchste Vorsicht vor pauschalen Angaben der Art geboten, dass das immer der Fall sei. Die extreme Komplexität des Lebens als solchem und aller damit verbundenen Vorgänge gebietet es Pauschalierungen zu vermeiden und jedem einzelnen Sachverhalt die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die dieser erfordert, sachlich und möglichst präzise. Deshalb gibt es ja auch definitiv kein Allheilmittel. Hätte Yoga immer die ihm zugesprochenen Wirkungen, so wäre dieser nahe daran eins zu sein. Und das ist bei allen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, die der Yoga nachgewiesenermaßen bietet dennoch bislang nicht der Fall.

Apropos nachgewiesen. In Kursen soll belegt worden sein, dass der Augeninnendruck im Kopfstand ansteigt hinterher jedoch wieder unter das Ausgangsniveau zurückfällt. Gibt es dazu wissenschaftlich haltbare Untersuchungen oder war das eine rein kursinterne Feststellung?

Natürlich können langjährig Übende den energetischen und andere Aspekte für sich selbst passend dosieren, sollten sie zumindest. Doch aus dieser Einschätzung bestimmter Übungen und deren Wirkungen auf die Möglichkeit einer korrekten Abschätzung möglicher gesundheitlichen Risiken bei bestimmten Krankheiten zu schließen dürfte sachlich verfehlt sein.

Auch wurden die vorhergehenden Beiträge scheinbar falsch verstanden. Dass der Augeninnendruck zunächst nichts mit der Makula direkt zu tun hat hatte ich bereits präzisiert, um Missverständnisse zu vermeiden. Ein Ziehen und Zerren wurde in diesem Zusammenhang überhaupt nicht erwähnt, sondern bezog sich auschließlich auf die Frage herkömmlicher Augenübungen bei denen durch Druck und Zug der Augenmuskulatur sehr wohl erhebliche Kräfte dieser Art auf den Augapfel wirken.

Selbst wenn man ein langsames Heranführungsprogramm bei den genannten Augenproblemen befürwortet, sollte dieses nur unter fachärztlicher Aufsicht erfolgen. Da besteht dann das grundsätzliche Problem, dass es flächendeckend kaum Augenfachärzte mit ausreichender Fachkenntnis auf dem gebiet des Yoga geben dürfte... Ein Facharzt ohne Yogakenntnisse wird die aus seiner Sicht möglicherweise bestehenden Risiken wahrscheinlich nicht eingehen wollen...

Allen ein gesundes Leben
Om shantih
Detlef

clemens schrieb:
Namaste,
liebe Yogübende.

Hier läuft ein bißchen was durcheinander. Wir sind in unserer Alltagskultur schon so auf Detailreduktion trainiert, dass es immer wieder in unserem Denken die Oberhand gewinnt und dieses "Wenn A dann B-Denken" einsetzt.
Yoga gehört eben nicht in diese Schublade , es muss das Gesamtbild des Menschen betrachtet werden.
Ein Glaukomkranker , der mit Yoga anfängt sollte nicht als Schwerpunkt Umkehrstellungen üben, das ist richtig.Aber er/sie muss sie nicht vermeiden .
In unseren Kursen haben wir nachgewiesen, dass der Augeninnendruck ansteigt im Kopfstand aber hinterher unter das Ausgangsniveau zurückkehrt . Es würde also aus wissenschaftlicher Sicht zumindest eine Art Trainingseffekt des Abflusssystems zu diskutieren sein, was die Umkehrstellungen langfristig also eher nützlich sein lassen könnte.
Gleiches gilt für die Makuladegeneration.Einen 70 jährigen Anfänger legt man nicht die Umkehrstellungen als Schwerpunkt auf, einem langjährig Übenden sind die Umkehrstellungen energetisch so wichtig , dass er selbst dosieren kann.
Meine Empfehlung ist bei Glaukomkranken keine Stellungen inkl Kopfstand oder Skorpion zu "verbieten" (Ausnahmen sind kürzlich vorgenommene Operationen) sondern dosiert einzusetzen und mit der eigenen Befindlichkeit in Einklang bringen.
Auch eine feuchte Makuladegeneration ist kein Grund Umkehrstellungen zu meiden. Die Energetisierung der Körperheilungsprozesse tendiert immer zu einer Harmonisierung, d.h. überschüssige Flüssigkeit wird resorbiert.Der Augeninnendruck hat primär/kurzfristig erst mal keine direkte Auswirkungen auf die Makula, da zieht und zerrt nichts am Augapfel.
Wichtig ist es also ein Programm zu finden , welches dem Klienten zusagt ohne ihn zu unterfordern- und da gehören Umkehrstellungen ausnahmslos dazu . Anfänger würden also mit dosierten Umkehrstellungen arbeiten (unterstützer Schulterstand durch Kissen unterm Po, dynamisches Gleiten in den Pflug und wieder heraus ohne längere Haltephasen.
Sofern ein Yoga-erfahrener Augenarzt zur Hand ist , kann anhand des Netzhautbefundes oder Sehnervbefundes eine Kontrolle erfolgen inwieweit forcierte Umkehrstellungen (Kopfstand/Skorpion) Sinn machen.
Insgesamt bitte dafür hüten Yoga als Medikamentenpackung zu benutzen ("Nur benutzen bei folgenden Indikationen") . Deswegen haben wir bei Yoga Vidya ja den Kurs "Yoga und Auge" :-)
Ich kann momentan leider nicht weiter ausführen, da ich selbst Notdienstbereitschaft habe und fortgerufen werde aber ich werde mir den Diskussionstand morgen noch mal anschauen.

Om Shanti

Namaste,
lieber Detlef,liebe Yogaübende!

Deine untenstehende Bemerkung hat Augeninnendruck, Makula und Zug-und Druckkräfte in einen direkten Zusammenhang gebracht, welcher so nicht besteht und Du leitest daraus eine direkte Empfehlung ab , die ich nicht für sinnvoll halte.
Deine Absicht möglichst nicht zu schaden ist ehrenwert und ich wäre Dir dankbar, wenn Du auch mir diese Absicht unerstellst.
Zitat:
... wichtigsten Mittelteil derselben (Makula), einhergehen.
Umkehrstellungen, die den Augeninnendruck erhöhen könnten, sollten daher auf jeden Fall unterbleiben. Auch die üblichen Augenübungen, welche zwar grundsätzlich auf die Augenmuskulatur wirken, die aber über die dadurch auf das Auge ausgeübten Zug- und Druckkräfte auch auf dessen Innenleben nicht unerheblichen Einfluss nehmen, sollten meines Erachtens besser unterlassen werden um weiteren Schaden nicht zu forcieren...
Diskutieren kann man sicher vieles, doch mit erheblichem gesundheitlichen Risiko verbundene Ratschläge zu geben ist eine ganz andere Sache. Ich ziehe es vor einen vorsichtigeren Weg zu beschreiten, da eine der obersten Prämissen des Yoga darin besteht, niemandem Schaden zuzufügen. Es fällt des öfteren auf, dass man in der "Yoga-Szene" gerne mal bereit ist gesundheitliche Risiken einzugehen, die man besser lassen sollte, wenn man langfristig Schaden vermeiden möchte.
Zitat Ende

Du nimmst den Menschen mit Deiner Empfehlung eine wesentliche Möglichkeit ihr Potential der Yogawirkung zu entwickeln. Was viele nicht bedenken : auch ein Abraten von einer Aktion kann Schaden bedeuten. Es ist für mich als Arzt durchaus oft genug keine Lösung, nichts zu machen. Das Motto:Wer nichts macht, macht nichts falsch (schadet nicht) hat auch seine Risiken und Nebenwirkungen.
Es hilft nur - wie immer im Yoga - das rechte Mass.Sowohl an Wissen, als auch an Vorsicht als auch an Mut als auch an Selbstvertrauen als auch an Verantwortungsgefühl.
Nun ist so ein Blog nicht der rechte Ort das im Detail auszudiskutieren aber der kategorische Ausschluss von Übungen oder Massnahmen ist der falsche Weg und wird der Komplexität des Menschen nicht gerecht.
Om shanti
Clemens
Ich freue mich über die Worte von Clemens, da Yoga ganzheitlich wirkt.

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