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Hallo Ihr Lieben,
vielleicht habt Ihr ein paar Tipps für einen Yogi mit Schilddrüsenüberfunktion.
Fühlt sich beim Schulterstand sehr eng im Halsbereich an, ist aber möglich. Vielleicht gibt es ja auch noch ein paar Tipps zur sonstigen Lebensführung, z. B. Ernährung, HeilMantras usw.?
Sonnige Grüße
Constanze

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Om liebe Constanze,

Yoga bietet sowohl bei Unterfunktion wie auch bei Überfunktion Möglichkeit zur Regulierung, das geschied durch Strecken, Dehnen und Massieren verschiedener Körperbereiche in den Körperstellungen, dadurch wird, durch die Nerven, eine Verbindung zu den Hormondrüsen hergestellt. Viele Yoga-Asanas beeinflussen das ganze Drüsensystem oder nur einzelne Drüsen.

Eine besonders günstige Wirkung hat Surya Namaskara, das Sonnengebet, das Sonnengebet sendet an alle Chakras Energie-Impulse.
Erdene-, Kraft- und stärkende Übungen wie Bauchmuskelübungen, Beinübungen, Rückenschaukel, umgekehrte Bootstellung, wo man die Beine und Kopf und Brustkorb hebt (dabei nicht ins Hohlkreuz gehen), oder Rückenlage und nur Kopf und Brustkorb heben (wenn`s gut tut, sanft das Kinn gegen die Brust drücken), Vorwärtsbeuge, all dies stärkt das 3. Chakra - Manipura, somit auch die Verdauung.

Schilddrüsenüberfunktion ist meist auch mit Bluthochdruck verbunden daher ist tiefe Bauchatmung sehr wichtig. Bei flacher Atmung nimmt der Körper Sauerstoff. Das Herz kompensiert automatisch diesen Mangel durch Pumpen von mehr Blut. Dies erhöht die Arbeitsbelastung des Herzens und kann den Druck des Blutes erhöhen.

Umkehrstellungen sind besonders wichtig, weil sie frischen Blutstrom zur Hypophyse bringen.

Swami Sivananda schreibt dazu:
"Sarvang-Schulterstand (sarva - anga) bedeutet: alle Teile. Also sagt schon der Name, daß diese Stellung auf alle Körperteile wirkt. Es ist eine der einzigartigen Stellungen, welche den gesamten Organismus verjüngt.

Man legt sich ganz ausgestreckt auf den Rücken, hebt langsam die Beine und den Rumpf, bis Hüfte und Beine ganz senkrecht stehen. Die Ellenbogen müssen ganz fest auf dem Boden ruhen und beide Hände den Rücken stützen. Die Beine müssen genau senkrecht sein. Während dieser Übung berühren Nacken, Hinterkopf und Schultern den Boden. Atme langsam und konzentriere dich auf die Schilddrüse, die im Hals liegt. Der Körper darf sich keinesfalls hin und her bewegen. Am Ende dieses Asanas nehme man die Beine langsam und leicht herunter. Man vermeide jeden plötzlichen Ruck. Diese Übung muß graziös gemacht werden. Sogleich nach diesem Asana muß man Matsyasana anschließen, um die größte Wirkung von Sarvangasana zu gewinnen.

Wirkung:
Wie Sirshasana (der Kopfstand) das ganze Nervensystem kräftigen soll, hat dieses leichte und wundervolle Asana die Aufgabe, die Schilddrüse und durch sie den ganzen Körper und seine Funktionen zu stärken. Die Schilddrüse ist die wichtigste Drüse des gesamten endokrinen Systems. Durch dieses Asana bekommt die Schilddrüse reichliche Blutzufuhr. Gesunde Schilddrüse bedeutet gesunde Funktionen des Blutkreislaufes, der Atmung und anderer Organe des Körpers.

Dieses Asana ist wie eine moderne Schilddrüsenbehandlung. Es heilt, den furchtbarsten Ausschlag. Während der ganzen Behandlung muss der Kranke von Milch leben. Milch hilft der Schilddrüse, ihr Sekret in ausreichender Menge abzugeben, und der Natur, bei ihrer Tätigkeit des Neuaufbaues und der Neubildung sparsam zu sein. Wenn der Kranke morgens und abends ein Sonnenbad nimmt, wird die Heilung beschleunigt.

Dieses Asana beseitigt die Zerstörung des Alterns und erhält den Menschen immer jung. Heilt Magenschwäche, Verstopfung, Blinddarmentzündung, andere Störungen des Magens und Darms und Krampfadern. Es führt den Nervenwurzeln des Rückenmarks reichlich Blut zu, denn es zentralisiert das Blut im Rückenmark und ernährt es großartig. Während man in dieser Stellung verharrt, nimmt das Rückenmark genügend Blut auf, dadurch bleibt die Wirbelsäule elastisch. Beweglichkeit der Wirbelsäule bedeutet ewige Jugend, weil die vorzeitige Verhärtung der Knochen verhindert wird. Sarvangasana erweckt Kundalini und steigert die Verdauungsfähigkeit.

Sobald man sich aus diesem Asana wieder aufrichtet, fühlt man sich erfrischt, voll neuer Lebenskraft und gestärkter Gesundheit. Es ist eine ideale Kräfte-Erneuerung. Viele haben mir von den wunderbaren geheimnisvollen Wirkungen dieses Asanas berichtet. Wenn man keine Zeit hat einen ganzen Lehrgang durchzuführen, sollte man wenigstens dieses Sarvangasana ohne Unterbrechung im Zusammenhang mit Sirshasana (Kopfstand) und Paschimottanasana (sitzende Vorbeuge) längere Zeit durchführen. Man spart dadurch manche Arztrechnung. "

Viparita Karani (abgeschwächter Schulterstand, oder mit Kissen unterstütztes Becken)- verbessert die Blutzirkulation, harmonisiert die Schilddrüse und sichert somit eine perfekte Funktion des Basis-Stoffwechsels

Viparita Karani oder Schulterstand wird auch Shakini- oder Salamba Sarvanga - Asana - Die Kerze genannt.
Shakini ist die Göttin, die das Kehlkopfchakra regiert, sie wird auf einem Knochenhäufchen sitzend dargestellt, was anzeigt, dass sie den ganzen Körper kontrolliert, die Knochen einbezogen.
Das Kehlkopfchakra steuert die Funktion der Schilddrüse, welche das Wachstum des Gehirns und des Körpers leitet und die Stärke der Knochen. Außerdem steuert sie die Verteilung vom Kalk und Phosphor. Das Chakra Vishuddha wird vom Mond regiert, während, nach der Yoga-Philosophie, die Sonne im Zentrum des Körpers, im Chakra Manipura agiert, und den Nektar Amrita der vom Mond fließt verbrennt.
Die umgedrehte Position der Kerze, (Kopf unten, Körper und Beine oben) verhindert also die Verbrennung dieser wertvollen Flüssigkeit. “Welche Flüssigkeit auch immer runterfließt vom Mond mit ihrem göttlichen Ausdruck, - liest man im Hatha-Yoga-Pradipika – alles wird von der Sonne aufgefressen, aus diesem Grund altert der Körper. Es gibt ein exellentes System die gefrässige Sonne zu täuschen… Derjenige der den Bauchnabel in einer höheren Position hat und den Mund in einer tieferen, hat die Sonne oben und den Mond unten.
- Es soll auch ein Mantra in Beziehung zu dieser Asana stehen:Om Shri Shakinyai Namaha
- Die Elemente sind Luft und Aether, wobei Aether dominiert
- Ihre Natur ist weiblich
- Die stimulierten Chakren sind: Svadhisthana, Manipura, Anahata, Ajna
- Das aktivierte Chakra ist: Vishuddha
- Das bija-mantra ist ham, Vehikel des Aetherelements, und wird geistig ausgesprochen
- Der Lebenshauch ist Udana
- Die Atmung ist Bauchatmung
- Die korrispondierenden Organe sind: Schilddrüse, Herz und Lungen
- Die beste Jahreszeit ist der Herbst, die beste Tageszeit ist, für Personen mit Schilddrüsenüberfunktion am - Morgen, mit Matsyasana kompensiert, bei Schilddrüsenunterfunktion am Abend.
Aber sofort die Position verlassen wenn man starke Hitze im Gesicht spürt oder Pulsieren in der Kehle.

Durch die spezielle Atemübungen (Pranayama) im Yoga erreicht man eine erhöhte Sauerstoffzufuhr im Blut und in den Organen. Das Gehirn wird stärker durchblutet, was die Konzentrationsfähigkeit positiv beeinflusst und der Geist beruhigt. Die Körpertemperatur wird reguliert. Durch die bewusste Atemkontrolle wird das Nervensystem beruhigt was zu einem Stressabbau führt, und die rechte und linke Gehirnhemisphäre ausgeglichen, dadurch entsteht innere Ruhe und Ausgeglichenheit vor allen dingen auf der Gefühlseben.

Eine sehr gute harmonisierende Atemtechnik ist "Bramari - die Biene", man summt wie eine Biene bei der Ausatmung, auch Sitali und Sitkari, wo man mit gerollter Zunge Luft (Prana) einsaugt.Durch Pranayama, wie
z. B. durch die wundervolle Wechselatmung (Nadi Shodhan, Reinigung der Energiekanäle) werden das parasympathische und das sympathische Nervensystem abwechselnd angeregt und beruhigt. Da die Hormondrüsen eng mit diesen Nerven verbunden sind, werden sie bewusst entspannt und aktiviert. Dadurch erhalten sie eine Erholungspause, die sie dringend brauchen.

Und ganz besonders wichtig ist im Yoga zur Harmonisierung die Ujjayi-Atmung (Kehlatmung) sie bringt die Energie zum Hals (Schilddrüse). Wo Energie ist, dort ist auch Heilung. Gut zu üben, in den Körperstellungen (Asana),. Bandhas und Mudras (Energieverschlüsse und -Lenkungen), und Hormonyoga soll auch gut sein.

Wichtig ist auch die Hatha-Yoga-Übung Shankhaprakshalana (innere Reinigung), die das ganze Verdauungssystem entspannt. Nachdem der ganze Verdauungskanal gereinigt wurde, können die Hormondrüsen, die an Verdauung und Stoffwechsel beteiligt sind, ausruhen und entspannen, bevor wieder neue Nahrung zugeführt wird, diese kurze Pause wirkt Wunder. Die vernachlässigten Drüsen können wieder mit ihrer Arbeit beginnen, selbst wenn sie Jahre lang ausgesetzt haben.

Es gibt ein Kraut aus der Pflanzenheilkunde was gegen Überfunktion der Schilddrüse hilfreich sein kann.

"Irländische Moos", gut ist auch Ashwagandha, Shatvari Heilkräuter aus dem Ayurveda, und Sesamöl.

Und zum Schluß ganz besonders hilfreich sind auch Tiefenentspannungen, und Meditation,
Meditative Yoga Seminare in idyllischer Natur, Nordseeluft.

Liebe sonnige Grüße Rafaela
Liebe Rafaela,
meinen großen Dank für Deine ausführliche Beschreibung und Deinen Einsatz!
Das wird auf jeden Fall umgesetzt.
Danke und eine sonnige Zeit
Constanze
Om liebe Constanze,
danke!
Es würde mich freuen wenn es dir weiter hilft. Bei weiteren Fragen, oder dazu, melde dich.
Lichtvolle Zeit.
Rafaela

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